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Es schreibt: Svenja Hofert, www.karriereundentwicklung.de

Ist mir alles egal, Frau Hofert

Nein, es ist sicher kein Traumjob im Call Center zu arbeiten. Aber müssen die dort beschäftigten Mitarbeiter auch noch so schlecht ausgebildet werden? Letzte Woche rief ich zum geschätzten 111. Mal bei Vodafone an, weil Mitarbeiter dieses Unternehmens offensichtlich nicht in der Lage sind, Faxe zu lesen. In einem Drei-Minuten-Gespräch, nannte der Mitarbeiter mich 18 Mal “Frau Hofert”. Ich habe Strichliste geführt.

  • “Haben Sie das in einer Schulung gelernt?” fragte ich.
  • “Das tut doch nichts zur Sache, Frau Hofert!” erwiderte er.
  • “Ich fände Sie sympathischer, wenn Sie die Frau Hofert mal sein ließen”, sagte ich.
  • “Ich kann dieses Gespräch auch vorzeitig beenden”, giftete er.

Wir sind zu keinem Ergebnis gekommen. Wie immer in Gesprächen mit Vodafone. Eine Stunde nach dem Telefonat sandte mir Vodafone eine  SMS “Waren Sie mit unserem Kundenservice zufrieden?” Nein, wollte ich gern tippen, engagieren Sie unbedingt ein anderes Schulungsunternehmen für Ihre Call-Center-Mitarbeiter. Doch leider funktionierte der Link nicht. Ich gehe jetzt zu 02, glaube ich. Aber erst mal teste ich deren Kundenservice.

24. Juli 2010   Keine Kommentare - Aktuelles - Permalink
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Darf ich diesen blöden Job kündigen?

Verkraftet mein Lebenslauf eine Kündigung? Darf ich aufhören, wenn ich es in meinem Job ganz schrecklich finde? Wenn der Chef sich nicht bessert? Die Aufgaben greulich sind, unter- oder überfordernd? Diese Frage gehört zu den häufigsten – und möglicherweise hat sie sich auch Ole von Beust gestellt.

Ich frage dann immer, was schlimmstenfalls passieren würde und spiele die Szenarien mit meinen Kunden durch. Würden Sie es aushalten, wenn Personaler Sie deshalb befragen, vielleicht sogar  spitze Bemerkungen machen? Oder dumme Sprüche von besserwisserischen Bekannten und Familienmitgliedern? („Wie konntest Du – in diesen Zeiten!“) Halten Sie Absagen aus? Sehen Sie für sich selbst genügend berufliche Alternativen?

Wenn nach Abwägung aller Pros und Cons, es attraktiver – und gesünder  – scheint, den Arbeitsplatz zu verlassen , wenn Sie sich zutrauen, überzeugende Strategien fürs Vorstellungsgespräch zu erarbeiten – dann spricht nichts dafür, an etwa festzuhalten, was für einen selbst nicht gut ist.

Es gibt nur eine Regel: Der Lebenslauf verkraftet alles, hinter dem Sie selbst stehen und was Sie selbst begründen können.

20. Juli 2010   Keine Kommentare - Allgemein, Karrieremachen - Permalink
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Ole davon oder: Warum Arbeit manchmal so fertig macht

Was hinter Ole von Beusts Rücktritt steckt?  Fest steht: Der Mann hat keine Energie mehr. Und da sollen sich diejenigen, die Durchhalteparolen brüllen, doch bitte mal gepflegt zurücknehmen.

Oft treffe ich Menschen, die einfach keine Energie mehr haben. Meist liegt es daran, dass sie viele Jahre gegen sich selbst und eigene Bedürfnisse angekämpft haben, weil der Job ein Verhalten abverlangt hat, das einfach nicht zur eigenen Persönlichkeit passt. Es kann sein, dass ein Vertriebsleiter Erfolgen hinterherjagen musste, obwohl ihm das eigentlich gar nicht liegt. “Zum Jagen tragen” müsse man einige der Mitarbeiter, erzählte mir mal ein Kunde. Das fiel ihm schwer, denn er schleppte sich selbst.

Es kann auch sein, dass einem etwas am Anfang Spaß gemacht hat, was am Ende nur noch anstrengend ist. Oder dass sich  Prioritäten verschieben. Mag es gestern noch spannend gewesen sein, vier Tage die Woche im Hotel zu leben, so kann dies heute schon an den Kräften zehren. Mag sein, dass man vor drei Jahren den Focus auf Erfolg im Job legte, und heute auf ein ausgeglichenes Privatleben.

Es gibt ja nur dieses eine Leben. Möge jeder selbst entscheiden, wie er es gestaltet.

19. Juli 2010   1 Kommentar - Aktuelles - Permalink
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Kommuniziere und führe!

Tue Gutes und rede darüber? Das reicht nicht mehr, um heute eine nachhaltige Karriere zu machen. Werte und Kommunikation gehören mehr denn je zusammen. Während es früher reichte, seine Wiese zu administrieren und die Schäfchen gelegentlich von einer Wiese zu nächsten zu treiben, müssen die denkenden Schäfchen von heute von Wiesenwechseln überzeugt werden. Mag sein, dass das auch früher das eine oder andere schwarze Schaf einmal ausscherte, doch es ließ sich leicht wieder einfangen. Heute grasen lauter individualistische Schafe, die sich nicht treiben lassen, sondern ihre eigenen Vorstellungen von Wiesen haben – und bei schlechter Kommunikation auch mal ungefragt über Autobahnen rennen.

In so einer Situation brauchen  wir Schäfer (Manager), die nicht nur verwalten und befehlen, sondern auch überzeugen können. Und das geht dann nicht mehr nur mit reiner Rhetorik oder nur bis zu einem gewissen Punkt, der dann zu Finanzkrisen und anderen Desastern führt. Siehe Post-Zumwinkel: Der Mann  mag reden können – kommunizieren im Sinne einer integren Haltung aus Werten und Worten jedoch nicht, hat er doch nicht einmal das Kantsche Grundgesetz verinnerlicht (…kurz: handle stets so, dass dein Handeln Grundlage einer allgemeinen Gesetzgebung sein könnte…). Keine Werte – kein Wort, das wirklich zählt.

Darum geht es im Buch von Dr. Nina Schuppener und ihren Kollegen „Leadership statt Management: Führung durch Kommunikation“. Manches mag für einen Berater oder Coach selbstverständlich klingen wie die Grundregel der Kommunikation, man könne nicht nicht kommunizieren von Paul Watzlawick und müsse anderen wirklich und aktiv zuzuhören (frei nach Carl Rogers).

Für die Zielgruppe ist es das nicht. Weil sie solche Grundregeln nicht gelernt haben (im Sinne von Lernen ist eine Stufe, die weit nach dem Wissen kommt) und weil sie auf kurzfristige Erfolge gepolt sind, auf Leistung und Zahlen. Alles Dinge, die Schäfchen, die schöne Wiesen suchen, bestenfalls kurzfristig mitreißen. So muss das Umdenken, eine der wichtigsten Thesen des Buches schon bei der Ausbildung ansetzen. Schuppener stellt in diesem Zusammenhang auch das gängige Fallstudienlernen in Frage, hält Corporate Social Responsibility allein für zu wenig und lobt medienwirksame Neuanfänge wie die der Harvard-MBA-Absolventen, die neuerdings auf einen Wertekodex schwören. Ob dies die Zumwinkels oder Middelhoffs dieser Welt wirklich verhindert? Ich hege leise Zweifel, sind es doch oft innere Motoren wie Eigennutz und Machtwillen, die Karrieren im Top-Management erst möglich machen.

Doch die Schäfchen selbst können dafür sorgen, dass die Schäfer das Kommunizieren mit Werten lernen. Denn längst sind auch die Geführten gut ausgebildet und haben ihre Lektionen gelernt. Und solche Geführten folgen ihrem Schäfer nicht mehr blind.

12. Juli 2010   Keine Kommentare - Allgemein - Permalink
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Leinwand & Co.: Unternehmensaktionen für den Fussball

Neulich war ich über private Bande zum Fussballgucken bei Gruner & Jahr. Nie habe ich meine Selbstständigkeit bereut, war stets überzeugt, dass das freie dem angestellten Leben in vielerlei Hinsicht überlegen ist. Hier erkannte ich den Charme des festen Konzern-Arbeitgebers: Eine Riesenleinwand, Würstchenbuden, Liegen auf Sand und eine richtige Tribüne… Und: Entspannte Mitarbeiter in entspannter Athmosphäre.

Kurz vor dem Anpfiff zum Spiel um den dritten Platz der WM 2010 Gelegenheit für mich, in die Runde zu fragen, was andere Unternehmen so für ihre Mitarbeiter getan haben. Freue mich über ein paar Postings mit Beispielen.

10. Juli 2010   Keine Kommentare - Aktuelles - Permalink
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Frühindikatoren für den Rausschmiss

"Der Geschäftsführer hält sich nicht mehr lange. Ich tippe er sucht selbst schon nach Alternativen. Wenn er weg ist, bin ich es einen Tag später auch" – so die nüchterne Analyse eines Kunden, der rechtzeitig seinen Abgang vorbereiten wollte. So realistisch sind viele nicht, erst recht nicht nach längerer Betriebszugehörigkeit. Dabei gibt es Indikatoren dafür, dass die Zeichen auf Kündigung, Versetzung oder Degradierung stehen. Einige Beispiele:

  • An der Führung deutet sich ein Wechsel an.
  • Es werden Ihnen Projekte entzogen.
  • Entscheidungen, Ihre Position betreffend, werden herausgezögert.
  • Es gibt Besprechungen, zu denen Sie nicht mehr eingeladen werden.
  • Die finanzielle Lage des Unternehmens verschlimmert sich zusehends.
  • Selbst die Unternehmensleitung scheint verunsichert.
  • Klare Aussagen? Fehlanzeige.
  • Das Verhalten zentraler Personen Ihnen gegenüber ändert sich.
  • Kritik wird lauter oder gar nicht mehr geäußert.

Natürlich sind das allein keine sicheren Hinweise, doch es sind Signale – und Ihre Aufgabe ist es, diese zu erkennen und richtig zu deuten, die Indikatoren aber nicht zu überinterpretieren (wozu vor allem unsichere Menschen neigen). Im Zweifel: Vier-Augen-Gespräch mit dem Vorgesetzten suchen, Netzwerke zu den "Neuen" im Unternehmen aufbauen, viel mit anderen sprechen. Nicht so sehr vermuten als vielmehr: Fragen, fragen. Und bevor das Schiff untergeht: Solange Sie nicht der Kapitän sind, brauchen Sie nicht an Bord zu bleiben. Erfahrungsgemäß finden die, die sich zuerst neue Jobs suchen, immer noch am leichtesten welche…

5. Juli 2010   Keine Kommentare - Karrieremachen - Permalink
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Co-Working: Besser im Team als allein

Freiberufler allein zu Haus? Einige finden das toll. Allerdings meist nur für eine kurze Zeit. Je weniger Kundentermine, desto größer dann die Gefahr, einsam zu werden. Nicht selten werden absolute Home-Office-Einzelkämpfer mit der Zeit etwas seltsam… eigenwillig… Leider standen der Bürosuche dann oft horrende Preise im Weg: Rund 600 Euro kostet ein Büro in der Friendsfactory in München, ab 350 hier um die Ecke in der Königsstraße – indiskutabel für viele meiner Kunden (darunter Ingenieure, ITler, Journalisten und Lektoren).

Insofern begrüße ich es, dass es immer mehr Angebote für Co-Working gibt, die sich nicht nur an Selbstständige wenden, sondern auch an die wachsende Zahl derjenigen, die für ein Unternehmen arbeiten, das in einer anderer Stadt oder einem anderen Land sitzt. So ein Co-Working-Arbeitsplatz kann in einer kreativen Umgebung sein, muss es aber nicht. In Berlin kann man im Betahaus ab 79 EUR für 12 Tage im Monat einen Arbeitsplatz mieten, 179 kostet ein flexibler Vollzeitschreibtisch. Hier in Hamburg gibt es das Werkheim in der Planckstr. / Ottensen (180 EUR/Monat) und das Igoor in der Langen Reihe – mit 333 EUR Monat aber fast schon in der Preiskategorie der Friendsfactory.

Freue mich, wenn Leser des Blogs weitere Co-Working-Plätze melden würden, einfach über die Diskussionsfunktion.

3. Juli 2010   4 Kommentare - Unternehmersein - Permalink
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Die anonymisierte Bewerbung kommt im Sommer

Endlich: Wir sind auch in Deutschland der anonymen Bewerbung einen Schritt näher. Auf Initiative der Antidiskriminierungsstelle testen ab August fünf deutsche Unternehme, darunter L´Oreal und Procter & Gamble anomymisierte Unterlagen ohne Foto, Geburtsdatum, Name etc. Überfällig, denn in meiner Praxis merke ich immer wieder, dass es definitiv Diskriminierung aufgrund dieser Faktoren gibt. Manchmal reicht es schon aus, "Kevin" zu heißen. Das riecht vielen Personalern, unbewusst versteht sich, nach Unterschicht. Verdächtig sind auch Schulbesuche in Hamburg-Steilshoop oder Köln-Chorweiler. Oder in Sibirien. Doch es trifft nicht nur die mit Migrations- und Unterschichtshintergrund. Sehr oft werden Frauen aussortiert, die "verheiratet"  den Lebenslauf schreiben, aber noch kein Kind haben. Nicht selten von Frauen.

Aussehen ist ein weiterer Faktor. "Sie sehen nicht aus, als könnten Sie sich integrieren", sagte ein Personaler einem Kunden am Telefon und begründete damit die Absage (so ehrlich passiert das selten). Wahrscheinlich hätte dieser Personaler, dazu befragt, mit seinem Bauchgefühl argumentiert. Darauf berufen sich allzu viele. Doch das vermeintliche Bauchgefühl ist nichts als ein Erfahrungsgefühl und ungemein subjektiv. So wie die Wahrnehmung eines Fotos. Dass es Menschen mit sichtbaren Behinderungen hier besonders schwer haben, brauche ich wohl nicht zu betonen. Aber auch alle, die nicht in einen teuren Fotografen investieren, kassieren schnell ein "No". Wer dummerweise eine grüne Bluse trägt, ohne sich darüber Gedanken zu machen, dass das als nonkonformistisch empfunden werden könnte, wird nicht eingeladen. Und so weiter. Also weg mit diesem unnützen Foto und hin zu einer faktenorientierten Entscheidung.

2. Juli 2010   2 Kommentare - Arbeit und Zukunft - Permalink
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Warum Gauck und Schweinsteiger authentisch sind, aber man nur Gauck zu Füßen liegt

Gauck ist das beste Beispiel: Außer den notorisch bockigen Linken hätte sich jeder mit ihm anfreunden können. Überall hörte man: „Der ist einfach authentisch. Der ist, wie er sich gibt. Und er gibt sich, wie er ist.“ So begeistert waren die Kommentare, z.B. bei Spiegel Online, dass es mich fast ein wenig irritiert hat. Wird da nicht eine Menge hineininterpretiert? Wer wünscht sich nicht Orientierung durch eine Führungsperson, der man sozusagen blind vertrauen kann – nach dem Motto: Papa wird’s schon richten.

Es kann deshalb nicht das Authentische allein sein. Auch ein Schweinsteigermag nach der Authentizitätsregel „ich bin, wie ich bin“ authentisch sein, wenn er sich über Fußballgewohnheiten der Argentinier auslässt. Auch Herr Westerwelle ist authentisch, wenn er, sobald ihm die Anerkennung versagt wird, trotzig mit dem Fuß ausstampft (siehe Reiss Profil: Anerkennung und Rache/Kampf grün). Trotzdem liegt man den beiden nicht zu Füßen.

Bei Gauck kommt noch etwas anderes hinzu: Eine werteorientierte Haltung, eine gewisse Dosis Altruismus. Es scheint, als sei er nicht nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Als würde er sich nicht verkaufen um jeden Preis. Jedes Wort drehen und wenden….Als würde es ihm nicht so wie so viele nur um den eigenen Vorteil gehen.

Auch wenn man schon mutmaßen kann, dass allein durch seine kurze Präsidentschaftskandidatur sein Honorar als Speaker noch weiter steigen dürfte. Aber so bewegt und mit Tränen in den Augen, wie er gestern bei den Standing Ovations dasaß, wird er an so etwas wohl nicht gedacht haben.

1. Juli 2010   Keine Kommentare - Aktuelles - Permalink
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Erfolgreich sein im Journalismus – Erfahrungsbericht von Marco Glas

Erfolgreich sein im Journalismus – das ist in Zeiten der Medienkrise nicht leicht. Doch mit den richtigen Konzepten und einer klaren Nische geht auch das. Marco Glas hat sich als Journalist mit seinem Unternehmen „paperdogs“ auf Artikel, Online-Texte und Pressearbeit rund um Hund und Tier spezialisiert. Als Marketinginstrument dient ihm seine Webseite, ein Blog und systematisches Empfehlungsmarketing.

Sein Erfahrungsbericht: „Um als freier Journalist, Texter und Online-Texter erfolgreich zu sein, brauchen Sie meiner Erfahrung nach ein klares Konzept, ein gutes Netzwerk und mehr Flexibilität denn je. Sich Hals über Kopf in die Arbeit zu stürzen, zeugt zwar von einer gesunden Arbeitseinstellung. Das gewünschte Ergebnis werden Sie in den meisten Fällen aber nur erzielen, wenn Sie in allen Bereichen Ihres unternehmerischen Handelns strukturiert vorgehen. Überlegen Sie sich genau, wie Sie sich als Freischaffender positionieren: Was sind Ihre Stärken? Gibt es eine Nische, die Sie besetzen können? Wie machen Sie Ihren Namen zu einer Marke, die sich verkauft? Das Gleiche gilt für die Akquise. Telefonieren Sie nicht in der Hoffnung, es wird schon jemand anbeißen, einfach drauflos und verzichten Sie auf Rundmails. Überlegen Sie sich stattdessen vorab ganz genau, wen Sie anrufen und legen Sie sich Argumente zurecht, die auch Sie überzeugen würden. Und ganz wichtig: Geben Sie nicht auf. Gerade im Gespräch werden Sie es immer wieder mit gestressten Redakteuren zu tun bekommen, die vor lauter Arbeit nicht wissen, wo ihnen der Kopf steht. Lassen Sie sich von der einen oder anderen Abfuhr nicht entmutigen, sondern versuchen Sie es in ein paar Wochen mit einem anderen Thema. Nur weil ein Redakteur Ihr Thema ablehnt, muss das nicht heißen, dass es schlecht ist. Manchmal passt ein Thema gerade einfach nicht ins Blatt. Versuchen Sie es bei einer anderen Redaktion und Sie werden feststellen, vieles hängt von den Vorlieben des verantwortlichen Redakteurs, seiner Tagesform und natürlich auch vom vorhandenen und häufig leider nicht mehr vorhandenen Budgets für “Freie” ab.

Da die Budgets für “Freie” in den letzten Jahren immer weiter geschrumpft sind, gehört ein gutes Netzwerk, über das Sie Aufträge generieren können, zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren eines Journalisten. Gut ist ein Netzwerk vor allem dann, wenn es aktiv ist und wenn jeder etwas einbringt. Seien Sie nicht nur auf Ihren eigenen Vorteil aus, sondern gestalten Sie den regelmäßigen Austausch so, dass möglichst alle Beteiligten davon profitieren. Gehen Sie auch mal in Vorleistung, ohne sich dabei ausnutzen zu lassen. Sie werden bald merken, dass man sich tatsächlich immer zweimal oder sogar mehrmals im Leben trifft. Unverzichtbar ist für Journalisten das weltweit größte Netzwerk, das Internet. Online-Netzwerke wie “Facebook” und “Xing” bieten Ihnen ein Forum zum Austausch. Sie finden Menschen und werden gefunden. Einige meiner Artikel sind aus Themenvorschlägen entstanden, die  über Xing an mich herangetragen wurden. Aber auch eine eigene Internetpräsenz bietet Ihnen viele Vorteile. Mit einer Website oder einem Blog schärfen Sie Ihr Profil. Arbeitsproben müssen nicht mehr mühevoll per E-Mail versandt werden und auch Ihre Referenzen sind mit einem Mausklick für potenzielle Kunden ersichtlich. Zudem schaffen Sie sich mit einem Internetauftritt eine kostengünstige Werbeplattform, über die Sie Kunden akquirieren können.

Fast am Wichtigsten erscheint mir heute aber eine Eigenschaft, die Sie als angehender Journalist unbedingt mitbringen sollten: Flexibilität. Versteifen Sie sich nicht auf ein Themengebiet, für das es keine Nachfrage gibt oder auf dem sich bereits Tausende von Journalisten tummeln. Nach Themen, die Ihnen Redaktionen vor einem Jahr noch aus der Hand gerissen haben, kann ein Jahr später schon wieder kein Hahn mehr krähen. Schaffen Sie sich deshalb möglichst ein überschaubares, aber ausgewogenes Portfolio an Themen und Tätigkeiten. Als gelernter Journalist sollten Sie mehr als Berichte und Reportagen schreiben können. Wenn die Redaktionen für Ihre Themen gerade partout nicht zu begeistern sind oder schlicht und einfach kein Budget dafür vorhanden ist, dann bieten Sie Ihre sprachlichen Fertigkeiten doch einer Online- oder Werbeagentur an. Viele Unternehmen veröffentlichen Kundenmagazine, Imagebroschüren und Geschäftsberichte. Nicht jedes Unternehmen kann sich eine eigene Marketing- und PR-Abteilung leisten und die meisten Studenten geben ihre Abschlussarbeit vor der Abgabe noch mal in die Hände eines Lektors. Also bleiben Sie flexibel – und die Arbeit wird Ihnen so schnell nicht ausgehen.“

Da ich täglich Anfragen von SEO-Leuten bekomme, hier ein vorbeugender Hinweis: Gastbeiträge in meinem Blog stammen ausschließlich von Personen, die ich persönlich kenne, die aus meiner Sicht etwas "richtig" machen und die ich selbst um einen Beitrag gebeten habe.

25. Juni 2010   Keine Kommentare - Unternehmersein - Permalink
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