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Posts von — Dezember 2006

Wer arbeitet eigentlich zu Sylvester?

Gibt es außer mir eigentlich noch andere Menschen, die einen ruhigen und beschaulichen Jahreswechsel der Knallerei und Sauferei vorziehen? Die letzten Tage lassen mich daran zweifeln. Etwa 25 Hotels und Restaurants haben wir durchtelefoniert, auf der Suche nach nur einem, dass KEINEN Ball, All-Inclusive-Parties und statt dessen simple a-la-carte-Menüs anbietet. Fehlanzeige. Das Verständnis für den Wunsch nach Ruhe – wenig ausgeprägt: „Was, ähm, verstehe ich richtig: Sie wollen ruhig essen? Morgen? Ausgerechnet zu Sylvester?“ Klar, dass ruheschätzende Zeitgenossen den Gastronomen ein Dorn im Auge sind: Kosten Drei-Gang-Menüs normalerweise 39 EUR, so ist Sylvester locker das Dreifache fällig….

Die gescheiterte Sylvester-Aktion hat dazu geführt, dass ich jetzt zuhause sitze und mich mit der Frage beschäftige: Wer arbeitet eigentlich Sylvester und welche unternehmerische Bedeutung hat es? Klare Umsatzkönige dürften neben der Gastronomie die Unternehmen der pyrotechnischen Industrie sein, die laut deren Dachverband zum Jahresende Böller für 100 Millionen verkaufen wollten. Den Rest des Jahres arbeiten Firmen wie Sauer Feuerwerk oder PyroArt Feuerwerke im Event- und Bühnenbereich – verfeuern zusammen mit Madonna und Co. Effekte aller Art. Ein Arbeitsmotor ist die Branche aber offensichtlich nicht, denn die Umsätze stagnieren, heute wird weniger geballert als noch im letzten Jahrtausend. Sind deshalb Jobangebote auf der Homepage so rar wie A-la-Carte-Menüs an Sylvester?

Wer noch arbeitet? Journalisten, vorwiegend die freien unter ihnen, die die Zeitungen gerne als Lückenbüßer abends, an Wochenenden und eben Sylvester ausbeuten. Schließlich muss man diesen in der Regel scheinselbstständigen freien Mitarbeitern keine tariflichen Zulagen zahlen. Und Geld braucht man bei Zeilenhonoraren um 30 Cent immer. Aktiv sind neben den armen Schreiberlingen offenbar auch Spammer, denn jetzt, kurz vor 18 Uhr, erreichen mich grandiose Nebenverdienstverlockungen und sogar Bewerbungen. Wahrscheinlich verlangte die ARGE hier die nächsten 1.000 Bewerbungen noch 2006 und drohte andernfalls mit Hartz IV-Geld-Kürzung. Was ist leichter als auf den Sendeknopf zu drücken und die nächsten Spam-Bewerbungen loszuschicken? Nichts, genau. Pflicht erfüllt. Dass so kein Job zu gewinnen ist, weiß sicher auch der „Schrecken aller Arbeitslosen“ (Spiegel), Henrico Frank.

Auf Achse sind auch Promo-Girls- und -Boys mit Zigarettenpröbchen, damit gute Vorsätze erst gar keine Chance bekommen. Und ein Teil des öffentlichen Dienstes, etwa die Bonner Stadtverwaltung. Freihaben dürften dagegen die Streudienste. Anders als Ärzte und Krankenschwestern, die Opfer der Pyromanie behandeln müssen. Gut, dass auch der seit November 2006 gültige neue Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) nach wie vor Feiertagszulagen vorsieht, immerhin 135 Prozent. Andere „Ärzte“ spielen heute übrigens im Rheinenergiestadium in meiner Heimatstadt Köln – und feiern bis der Arzt kommt. Da bleib ich doch lieber zuhause und mach mir mein a La Carte Selbst. Bon appetit.

31. Dezember 2006   Keine Kommentare - Neue Karriere - Permalink

Loewe: Fairer Arbeitgeber

Schade, dass das so selten ist: Das Unternehmen LOEWE zahlt seinen Mitarbeitern die gestundeten Löhne zurück – mit 25 Prozent Zinsen. Das Unternehmen hatte den Zug der Flachbildschirme verpasst, war ins Straucheln geraten und hatte von den Mitarbeitern 2004 1,5 Monatsgehälter erbeten. Ende 2006 ist nun der Turnaround geschafft, LOEWE verkauft wieder Fernseher und bedankt sich zugleich. Toll! Der Hintergrundbericht ist zu lesen in der FTD.

Der erste Konzern, der von Mitarbeitern eine Gehaltseinbuße verlangte war Hewlett Packhard, 2001. Den aktuellste Fall liefert die Telekom 2006: 30-50% weniger soll es für ca. 45.000 Mitarbeiter geben. Ob sich da am Ende jemand bedankt?

29. Dezember 2006   Keine Kommentare - Neue Karriere - Permalink

Manager, die an Gott glauben und christliche Werte leben, sind erfolgreicher

Ist der in Untersuchungshaft sitzende Herr Ganswindt von Siemens eigentlich Christ? Vermutlich hätte er sich dann nicht der korrupten Seite der Welt zugewandt oder anders ausgedrückt: Dem Bösen. Oder er hätte erst gar keine Straftat begehen müssen, denn sein Unternehmen wäre auch so erfolgreich gewesen.

Eine neue Studie der Unternehmensberatung Deep White aus Bonn jedenfalls belegt, dass Manager, die an Gott glauben und christliche Werte leben, erfolgreicher sind, auch wirtschaftlich. Der nächste Schritt wäre zu überprüfen, ob illegale Machenschaften in christlichen Unternehmen seltener sind. Ich vermute fast, ja.

15. Dezember 2006   Keine Kommentare - Neue Karriere - Permalink