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Posts von — Mai 2007

Kreative Stellensuche

Ein Thema, das immer wieder sehr konträr diskutiert wird:
Wie kreativ darf ich bei der Jobsuche sein, oder wie kreativ muss ich sogar
sein?

Die Extreme sind schnell benannt: wer nicht auffällt, wird
übersehen aber wer zu sehr auffällt wirkt unseriös. Für die Bandbreite
dazwischen sind die Richtlinien nirgendwo fixiert. Trotzdem gibt es ein paar
Faustregeln, an die man sich halten kann:

  1. Entspreche dem Medium!
    Sie schalten eine Anzeige in einer etablierten Tageszeitung? Dann gilt: entsprechen sie dem Rahmen und zeigen Sie eher eine Tendenz zur seriösen Anzeige, die Professionalität in den Vordergrund stellt.
    Im Internet sieht z.B. das schon ganz anders aus. Hier sollte man auffallen!
  2. Entspreche der gesuchten Tätigkeit!
    Häufig verlieren Bewerber in Anzeigen vor lauter Kreativität aus dem Blick, was die Tugenden ihres Traumjobs sind. Jemand, der eine Buchhalterstelle sucht, könnte z.B. mit der Überschrift „Leidenschaftlicher Erbsenzähler“ auftreten. Eine Beschreibung, was für eine spontane, lustige, kreative Persönlichkeit sich hier dem Arbeitgeber bietet, wäre wohl eher fehl am Platz.
  3. Bleibe allgemeinverständlich!
    Eine witzige, doppeldeutige Überschrift ist Gold wert. Aber bitte: testen sie diese vorher im Freundeskreis. Wenn sie 10 Minuten brauchen, um den Witz zu erklären, lassen Sie’s!
  4. Weniger ist mehr!
    Es ist wie bei den Mehrfrontenkriegen, die alle eine schlechte Aussicht auf Erfolg haben: Kämpfen Sie immer nur ein Gefecht! Wenn Sie nicht zum Dichterfürsten geboren sind, lassen Sie die Finger von allzu wilden Sprüchen. Auch die Selbstverwirklichung durch schrille Grafiken und schreiende Farben ist nur in Maßen geboten. Es reicht vollauf, wenn sie sprachlich einen Hingucker haben. Es muss dann nicht noch alles bunt sein. Andersherum kann eine ungewöhnliche Gestaltung schon so viel
    Aufmerksamkeit fesseln, dass ein besonders ausgefuchster Text hier den Leser überfordert.

Wollen Sie dazu weitere Meinungen hören? In Svenja Hoferts Forum „Kreativ Jobs finden“ bei XING wird das Thema gerade aus sehr
unterschiedlichen Perspektiven besprochen!

Sabine Korndörfer

30. Mai 2007   Keine Kommentare - Neue Karriere - Permalink

McKinsey entdeckt seine weibliche Seite…

Aktuelles Fundstück aus dem Internet: eine neue Kampagne von McKinsey.

Der Text „Mit Frauen rechnen“ ließ mich zunächst einmal vermuten, dass jetzt ein Herrenwitz folgt. Dem war nicht so. Es war ernst gemeint.

Na klasse, die im Allgemeinen verschärft testosteronlastige Beraterbranche entdeckt das Humankapital „Frau“. Soll mich das jetzt begeistern? Ja, offenbar!

Aber leider muß ich verweigern. Ich war lange genug die einzige Frau der Berater-Abteilung, dass ich sehr genau hinsehe, bevor ich einen Emanzipationspunkt vergebe.

Werte Herrschaften von McKinsey, hier einige Hinweise, warum ich mich als Frau nicht so recht von der Kampagne überzeugen lassen will:

  1. Die Farbgebung, oder: es muß nicht immer lila sein
    Das alle käme wesentlich glaubwürdiger daher, wenn ihr euch getraut hättet, für ein Frauenthema die eigene CI zu verwenden. Oder befürchtet ihr einen Imageschaden?
  2. Ihr wollt also technisches Know-how und Intuition auf einen Nenner bringen? Gratulation! Darf ich dabei sein, wenn in der nächsten Angebotsrunde bei McKinsey der „gefühlte Preis“ abgegeben wird?
  3. Die Teammitglieder, oder: Quote invers!
    Findet Ihr es nicht auffallend, dass bei dieser Kampagne hauptsächlich Frauen mitarbeiten? Darf ich mal raten, wie hoch die übliche Frauenquote bei Beratungsprojekten von McKinsey ist? Entspricht sie etwa der Männerquote dieses Projektes? Treffer, nicht wahr? Es ist also, wie früher, auf dem Spielplatz: Mädchen spielen mit Mädchen, Jungs spielen mit Jungs. Das ist ja soooooo emanzipiert…
  4. Die Profile der Teammitglieder – mein persönliches Highlight!
    Es ist ja so niedlich, wie hier Hobbies und familiäre Orientierung ins Rampenlicht gezerrt werden. Darf ich dann auch demnächst bei den Profilen der höheren Manager Aussagen wie folgende erwarten „…Ian geht in seiner Freizeit gern surfen, besonders mit seinem Sohn David. Im örtlichen Schachclub gehören beide zu den Champions.“

Meine Anregung: vielleicht versuchen wir’s mal mit Familienfreundlichkeit statt mit Frauen-Anbiederung? Schließlich nehmt Ihr die Frauen doch sowieso als Arbeitnehmer ebenso ernst, wie die Männer, oder?

Sabine Korndörfer

24. Mai 2007   2 Kommentare - Neue Karriere - Permalink

Orientierungshilfe?

Eine neue Orientierungshilfe für den informierten
Arbeitnehmer bietet weissaufschwarz . Hier können Arbeitnehmer Ihre Arbeitgeber
bewerten. Die Idee klingt gut, allein: an der Umsetzung hapert es noch ein wenig.
So ist die Bewertungsskala für den Schulnoten-gewohnten Durchschnittsdeutschen
sicher eher gewöhnungsbedürftig. Auch die Rubriken sind nicht eindeutig
benannt, eine Erklärung ist auch nicht gegeben. Was also bewerte ich, wenn ich
mich in der Rubrik „Finanzen“ bewege? Bewerte ich, wie attraktiv das
Durchschnittsgehalt ist oder bewerte ich die finanzielle Stabilität des
Arbeitgebers (und damit meine Aussicht auf Insolvenz und/ oder Entlassung)?
Es ist noch eine ganz neue Website und die Idee ist nicht
schlecht. Hoffen wir also auf inhaltliche Nachbesserung und noch viel, viel
mehr Bewertungen!
Sabine Korndörfer

23. Mai 2007   1 Kommentar - Neue Karriere - Permalink