Der italienische Hausmann – aus: Papa ist die beste Mama

Seit einigen Tagen liegt mein Ratgeber für den Rollentausch "Papa ist die beste Mama" vor mir (er könnte auch vor Ihnen liegen, wenn Sie ihn jetzt über Amazon bestellen). Ein sehr persönliches Buch mit vielen Tipps für Männer und Frauen, die Beruf und Kind auf ein andere Weise verbinden möchten (und ein gutes Geschenk an Eltern, die sich das vorgenommen haben). Ab sofort veröffentliche ich in loser Folge Tipps oder Anekdoten aus dem Buch, die einen Internetbezug haben.

Den Beginn macht der italienische Hausmann, den ich als "Extremposition" im Netz gefunden, aber bisher noch nicht in der Realtität angetroffen habe.

aus "Papa ist die beste Mama", Kapitel "Wie Papas heute leben":

Von den italienischen Männern hätte ich das nun am allerwenigsten erwartet! Ausgerechnet in Sizilien hat sich eine Hausmanninitiative gegründet, die sogar eine deutsche Übersetzung ihrer Satzung im Internet anbietet:

„Der Hausmann ist ein potenzierter Mann, der sich auch oder nur den Hausarbeiten widmet: In beiden Fällen handelt es sich um eine wertgeladene Wahl. Das bedeutet, dass man in behauptender Weise einen epochalen Wandel mitgestaltet, eine Welt, in der sich auch der Mann der Wohnpflege annimmt und die gesamte Verantwortung dafür übernimmt, wenn die Frau beruflich tätig ist.“

Der italienische Hausmann ist auch Pazifist und …

„lehnt jedwede Kriegskultur ab. Er ersetzt den Krieg mittels Waffen durch die Waffe des Dialogs. Sein Ziel ist es nicht, die ganze Welt zu ändern, sondern die eigene Welt und die der Personen, die ihm nahe sind, zu verbessern.“

Ich finde das natürlich gut. Klar würde ich mit Kusshand einen engagierten Hausmann gegen (m)einen bockigen Teilzeitselbstständigen eintauschen, der mir ständig mit seinen Terminen ins Gehege kommt und Forderungen stellt wie „Freitagnachmittag musst du aber dann zu Hause bleiben.“ Es wäre einfach herrlich in eine aufgeräumte Wohnung zu kommen und die Pasta stünde dampfend auf dem Tisch. Und die Sache mit dem Pazifismus ist auch super: Ich war schon immer gegen Krieg und finde ein hausmanngesteuertes Programm zur Senkung des Aggressionspegels bei Männern natürlich richtig gut. Aber nun stellen Sie sich einmal vor, eine Frau oder Hausfrau würde solche Forderungen stellen, Eva Herman etwa (lebt sie noch?). Was hier in Bezug auf Männer äußerst modern, ja sogar – verzeihen Sie – ein wenig humorvoll rüberkommt, würde man bei einer Frau wohl eher als reaktionär bezeichnen. Wir schauen uns die Welt also mit zwei verschiedenen Brillen an, je nachdem welches Geschlecht wir ins Visier nehmen: Vollzeit-Hausmänner sind „cool“, Vollzeit-Hausfrauen „uncool“. (…)

Svenja Hofert

About Svenja Hofert

Ungefähr 35,4 Bücher geschrieben, einige Bestseller und Standardwerke, 5002 Kunden, ein halbes Leben Coaching, Beratung, Ausbildung. Viele Menschen weitergebracht, Neues entwickelt. Analytisch, hohe Komplexitätsakzeptanz; bei aller Menschenliebe mit Blick fürs Unternehmerische, für Talente, Visionen, Strategien. Einige nennen mich visionär, querdenkerisch, andere pragmatisch und bodenständig. Am Ende gilt beides?

Über Svenja Hofert

Ungefähr 35,4 Bücher geschrieben, einige Bestseller und Standardwerke, 5002 Kunden, ein halbes Leben Coaching, Beratung, Ausbildung. Viele Menschen weitergebracht, Neues entwickelt. Analytisch, hohe Komplexitätsakzeptanz; bei aller Menschenliebe mit Blick fürs Unternehmerische, für Talente, Visionen, Strategien. Einige nennen mich visionär, querdenkerisch, andere pragmatisch und bodenständig. Am Ende gilt beides?

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