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Es schreibt: Svenja Hofert, www.karriereundentwicklung.de

Posts von — November 2007

Kreativ bewerben – aber bitte mit Köpfchen!

Erst einmal: Was ist überhaupt kreativ? Und da schon hier jeder seine eigene Interpretation einbringt, gibt es Missverständnisse. So wie jenes weit verbreitete, dass ein Buchhalter nicht kreativ sein kann.

Kreative Bewerbungen sind für mich Bewerbungen, die einen eigenen Ansatz finden, den Entscheider zu erreichen. Genau, richtig gehört: Es geht darum, jemanden zu ERREICHEN, in dem Fall den Personaler oder, besser den Fachentscheider. Meist sogar beide: Die beste kreative Bewerbung kommt am Personaler vorbei und schlägt dann beim Fachentscheider ein. Denn beide, das machen sich die wenigsten bewusst, haben oft unterschiedliche Interessen und Entscheidungskriterien. Der eine (Personaler) handelt checklistenorientiert (ist alles vorhanden, was gefordert ist, passts zum Unternehmen?), der andere (Fachentscheider) möchte für sein Team den/die Besten. So ist die Situation bei allen größeren Unternehmen und das bedeutet: zwei Fliegen, eine Klappe. Kreativität bei kleineren, Personalerfreien Unternehmen ist damit einfacher: dort geht es nur darum, eine Person zu gewinnen, und die ist auch weniger an Formalismen interessiert. Man darf hier noch mehr Anders-Sein.

Das Erreichen ist das Ziel, und das schränkt die Möglichkeiten ein. Die meisten Bewerber denken darüber nach, wie sie Kreativität zeigen können, nicht aber wie sie Ihre Adressaten erreichen. Dafür muss man sich die Bedürfnisse des und der Adressaten vor Augen halten – und dazu gehört nun mal, möglichst auf den ersten Blick zu sehen, ob jemand passt. So ist es kreativ, die Argumente für Passgenauigkeit mit Beispielen und Erfolgen herauszuarbeiten – anstatt einfach Lebenslaufdaten zu wiederholen.

Ein Bedürfnis ist es auch, den Lebenslauf schnell zu verstehen. In meiner Praxis höre ich immer wieder, dass Bewerbungen auf Super-Feedback stoßen, wenn sie einfach nur in einer normalen, lebendigen Sprache verfasst sind, die die Persönlichkeit unterstreichen. Das sieht nicht kreativ aus, ist es aber. Versuchen Sie einfach einmal, Worthülsen wie „kommunikativ“ zu übersetzen. Fragen Sie sich dazu, was „Ihr“ kommunikativ bedeutet und woran es sich zeigt. Das schreiben Sie es hin. Und fragen Sie nicht: „Kann man das?“ Man kann.

Auch optische Kreativität wird gern falsch verstanden. Wie sonst auch steht hier Frage „Wie erreiche ich..?“ am Anfang. Sie erreichen durch Wiedererkennbarkeit und Unterscheidbarkeit (von anderen). Eine kleine farbige Linie, eine andere Schriftart ist schon kreativ – oder die Wahl der Mappe. Dreigeteilte „Mappenmonster“ empfehlen nur die Schreibwarenbedarfsläden, weil sie damit Geld verdienen. Der Entscheider freut sich über Transparenz (in dem Fall der Mappe). Da sieht er nämlich sofort, dass die Unterlagen von Ihnen sind…und das ist ganz schön praktisch.

Svenja Hofert

20. November 2007   3 Kommentare - Allgemein - Permalink

Personalmarketing – auch nicht immer einfach…

Ein
schier unendliches Betätigungsfeld bietet die Betrachtung der Selbstdarstellung
der Unternehmen als Arbeitgeber.
Viele wollen ganz weit vorn sein, indem sie die Möglichkeiten des Web 2.0
nutzen. Meist endet das in einer Bauchlandung. Besonders beim Thema
"Video". Es ist schon viel wert, wenn die Stellenanzeigen (ebenso wie
die Bewerbungen) nicht ganz und gar peinlich ausfallen. Ein neulich gefundenes
Video der Metro, in dem die Stellenanzeige mehr gestottert als gesprochen war,
verschwand schnell wieder aus den Weiten des Netzes.
Etwas erträglicher, aber immer noch Lichtjahre entfernt von „gut“ sind die
Videos, die sich z.B. bei Stepstone finden lassen (z.B. hier,
und hier).
Allesamt sind zunächst einmal zu lang. Sie bieten kaum Neuigkeitswert (der interessierte
Bewerber ist sicher in der Lage, auf der Website herauszufinden, wie hoch
Umsatz und Mitarbeiterzahl sind), sie greifen auf klassische Elemente der
Powerpoint-Präsentation zurück, präsentieren Geschäftsführer, die mit ewigem
Nicken vom Teleprompter ablesen, sind unterlegt mit "Aufzug-Musik"
und werfen doch letztlich nur die Frage auf: was sollte das denn jetzt?
Ich wage eine Prophezeiung: das Unternehmen, das es schafft, die Möglichkeiten
der Video-Anzeige zu nutzen, um nicht nur Bewegtbild, sondern echten medialen
und inhaltlichen Mehrwert zu bieten, wird Trendsetter!

Aber
es gibt ja auch schöne Beispiele des Personalmarketings, z.B. dieses
hier
.
Ohne technischen Schnickschnack – einfach nett umgesetzt. Wer mag sich schon
die Testimonials durchlesen, die Mitarbeiter auf der Firmenwebsite über ihren
Arbeitgeber abgeben? Wer glaubt, dass diese nicht von der PR-Abteilung
vorgegeben wurden, stellt an Nikolaus sicher auch noch geputzt Stiefel vor die
Tür….
In diesem Fall werden jeweils 5 Vorlieben der Mitarbeiter verraten – allerdings
anonym. Die Idee ist witzig, die Neugier ist geweckt und wer sich mit den
genannten Vorlieben identifizieren kann, ist gleich auch ein passender Bewerber.
Wen juckt da noch die Frage, ob die PR-Abteilung da mitformuliert hat, oder
nicht?
Davon bitte mehr!

Sabine
Korndörfer

 

 

14. November 2007   Keine Kommentare - Allgemein - Permalink

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Wie an anderer Stelle bereits beklagt ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Notfall gar nicht so leicht zu bewältigen.
Trotzdem bieten sich einige Möglichkeiten, wie berufstätige Eltern den kurzfristige eingetretenen Betreuungsnotstand (Tagesmutter krank? Großeltern verreist?) abfedern können, z.B. die kurzfristige Gastkinderbetreuung der Hamburger Kindertagesstätten, die Aktion Kinderparadies, Jung und Alt in Zuwendung e.V. sowie  Kinderhotels und Notbetreuungsagenturen.

Detailliert nachlesen kann man diese Infos noch einmal hier.

Sabine Korndörfer

14. November 2007   Keine Kommentare - Allgemein - Permalink

Was Toyota und Linux erfolgreich macht

Gerade flattert mir eine Pressemeldung rein, die ich interessant finde: Danach ist die Unternehmenskultur entscheidend für den Erfolg bei Toyota. Der Psychologe und Arzt Prof. Dr. Dr. Michael Kastner (Dortmund): "Zentrale Voraussetzungen sind für die optimale Arbeit von Hochleistungsteams neben einer einfachen, verbreiteten Technik vor allem frei verfügbares geistiges Eigentum und ein hohes Maß an Vertrauen. In einer solchen Atmosphäre müssen die Mitglieder des Netzes bereit sein, ohne monetäre Anreize ihr Knowhow auszutauschen" und kontinuierlich abzugleichen."

Ähnliches soll auch für Linux gelten.

Und weiter:
"Statt der üblichen Marktprinzipien Geld, Verträge, Hierarchie, Autorität und Verantwortung scheint die Arbeitsweise von Linux und Toyota ihre Vorteile zu haben:
- Vorgehen in kleinen Schritten
- Details in den Abläufen genau beachten
- Probleme dort, wo sie entstehen, eliminieren
- Bemühen um Eleganz statt Fixierung auf Effizienz
- Qualitätsbesessenheit
- häufiger Austausch in tausenden kleineren Kooperationen
- Führungskräfte benennen auf Basis ihrer strategischen Visionen klare, einfache Ziele und verbinden die Akteure.
- Glaubwürdigkeit und Autorität der Führenden speist sich aus Erfahrung.
- Sie treffen so wenig Entscheidungen wie möglich, weil sich das menschliche Netzwerk selbst managt …"
Mehr Info:
M. Kastner, E.M. Neumann-Held, Ch. Reick (Hrsg.):
Kultursynergien oder Kulturkonflikte – eine interdisziplinäre Fragestellung
Pabst 2007, 340 Seiten, ISBN 978-3-89967-242-8

5. November 2007   Keine Kommentare - Allgemein - Permalink

Arbeitnehmer bewerten Arbeitgeber

Die Idee hatte ich schon in meinem Buch "Jeder gegen Jeden" 2006 ausgesprochen…: schön wäre es, wenn es ein Portal gäbe, auf, dem Arbeitnehmer ihre Arbeitgeber bewerten könnten. Damit man weiß, wie die Kirschen in Nachbars Garten schmecken, bevor man sie essen muss (wenn man den Arbeitsvertrag unterschrieben hat). Nun gibts so ein Portal schon – Kununu in Österreich. Bravo – und das Portal hat auch schon eine deutsche Ausgabe!

Svenja Hofert

1. November 2007   Keine Kommentare - Allgemein - Permalink