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Es schreibt: Svenja Hofert, www.karriereundentwicklung.de

Posts von — Dezember 2007

Karrieregruss vom Karriereblog

Liebe Leserinnen und Leser dieses Blogs,

das Jahr geht zu Ende, Weihnachten – die Zeit des Friedens – steht vor der Tür und die vorweihnachtliche Hektik macht bereits alle aggressiv. Zum Jahresende, wenn viele Firmen inventur- und abschlussbedingt Urlaubssperren verhängen, steigen die Überstunden oft ins Unermessliche und der Frust ist vorprogrammiert. Erträglich wird das alles durch das Wissen: am ersten Januar ist der Spuk vorbei. Aber was halten Sie von der Aussicht, dass nächstes Jahr alles etwas entspannter wird? Ich habe dazu ein paar Tipps zusammengestellt.

Ein frohes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches, neues Jahr wünschen

Svenja Hofert und Sabine Korndörfer

Karriere & Entwicklung Hamburg

www.karriereundentwicklung.de

Nieder mit den guten Vorsätzen!

Ein Klassiker jedes neuen Jahres sind die guten Vorsätze. Sie entspringen meist der Einsicht, dass etwas anders werden sollte und münden in einer Beteuerung, die dann doch nicht eingehalten wird und einem nichts als ein schlechtes Gewissen beschert.

Schaut man sich diesen Mechanismus einmal genauer an, dann ist es, als würde ein Unternehmen gegründet mit der guten Absicht, eine Million Jahresumsatz zu erwirtschaften – aber ohne bisher auch nur einen einzigen Vertriebler einzustellen. Das kann gut gehen – es gibt ja wirklich erstaunliche Erfolgsgeschichten – aber wahrscheinlich ist es nicht.

Der einzige „gute Vorsatz“ den ich empfehlen kann, ist eine jährliche Positionsbestimmung nach dem Muster: Wo bin ich? Wohin will ich? Wie erreiche ich das? Und erst dann ist es sinnvoll, sich etwas vorzunehmen, denn dann sind die Erfolgsaussichten realistisch.

Jahresendstress

Wenn Ihnen jedes Jahr so richtig vor dem Dezember graut und Sie meinen, diesem Stress nicht entgehen zu können, versuchen Sie es doch kurzfristig mal mit einem Tagebuch. Das ist kein Scherz! Schreiben sie abends in kurzen Stichpunkten auf, was Ihnen so richtig auf die Nerven gegangen ist. Ob es nun unzuverlässige Kollegen waren, der Auftrag vom Chef, „mal eben noch“ ein Weihnachtsmailing zu organisieren oder die zwölfköpfige Verwandtschaft, die abends überraschend zum Kekse backen vorbeischaut. Sie müssen ja keine Romane schreiben. Packen Sie dieses Tagebuch bis mindestens Anfang Februar zur Seite (vorher werden Sie sich bei jedem Durchlesen vermutlich neu ärgern). Und wenn Sie dann im Februar mal richtig viel Ruhe haben, schauen Sie sich doch mal an, wo es Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Sie werden kaum glauben, wie einfach das ist!

Buchtipps

Das Harvard – Konzept von Roger Fisher, William Ury, Bruce Patton

Eigentlich ist dieses Buch nur eine Anleitung, wie man erfolgreich verhandelt. Aber da es eben kein Massenprodukt à la „die 100 besten Tricks“ und hat einen sehr angenehmen Nebeneffekt: es erleichtert den Weg zur eigenen Positionsbestimmung. Dargestellt wird wie man, die eigene Position zugunsten eigener Interessen verläßt, Kriterien für eine Lösung findet, die Sichtweise des Gegenübers einnimmt und zu guter Letzt auch die bestmöglichen Alternativen erkennt. Dieses Konzept lässt sich auf fast alle Interessenkonflikte übertragen. Sollten Sie also die nächste Gehaltsverhandlung planen, schauen Sie doch mal rein! Und wenn sie realistisch über die beste Alternative zum Angestelltendasein nachdenken wollen, empfehle ich Ihnen natürlich mein Praxisbuch Existenzgründung und das „Praxisbuch für Freiberufler“

Ach ja, und wenn Sie als Papa oder Mama nächstes Jahr mehr für die Familie tun möchten, ein Buchtipp in eigener Sache: Mein Buch „Papa ist die beste Mama“ ist ein umfassender Ratgeber mit vielen Tipps rund um Beruf, Partnerschaft und Elterngeld..

Zückerchen

Nachdem sie nun ganz genau wissen, was Sie sich nicht mehr vornehmen, wie Sie Stress vermeiden und zukünftig besser an Verhandlungen herangehen werden Sie schon eine ganze Menge Dinge identifiziert haben, die anders oder gar besser laufen werden. Aber dabei möchte ich es nicht belassen, denn sonst wächst der Berg an Herausforderungen ins unermessliche.

Der letzte, ultimative Tipp diese Jahr: geben Sie sich selbst auch mal Zucker! Reiter werden wissen, dass das Pferd selbstverständlich belohnt wird. Können Sie mir nur einen Grund nennen, warum das nur für Pferde gelten soll? Und jetzt kommen Sie nicht damit, dass Sie Diabetiker sind!

Wenn Sie sich selbst belohnen wollen, sollten Sie sich täglich mindestens einmal imaginär auf die Schulter klopfen für irgendetwas, das Sie gut gemacht habe. Und sei es, dass sie die Weihnachtsgeschenke dieses Jahr besonders hübsch verpackt haben. Wetten, dass sie zumindest einen Moment lang viel entspannter sind?

22. Dezember 2007   Keine Kommentare - Aktuelles - Permalink

Der Hausmann des Jahres 2007 steht fest: es ist Bernd Bongartz aus Krefeld! Die Firma Spontex hat ihn in ihrem alljährlichen Wettstreit gekürt. Der Wettstreit wurde ausgetragen in den Disziplinen Schuhe putzen, Tisch reinigen & eindecken, Schlaflied-Singen, Abwaschen und Bügeln.

Soweit könnte man die Nachricht noch mit einem erfreuten Schmunzeln begrüßen. Hätte Bongartz nicht der Zeitung „Die Welt“ ein Interview gegeben. Dort erfahren wir alles, was wir garantiert nicht über den Hausmann des Jahres wissen wollten. Es stellt sich heraus, dass Bongartz’ Verständnis vom Dasein als Hausmann sich hauptsächlich in der Perfektion ‚handwerklicher’ Fähigkeiten erschöpft. Wenn er das Bad reinigt, läuft es auf eine „Kernsanierung“ hinaus. Wenn er kocht kann er das halt gut.

Seine Ausführungen zum Verhältnis zwischen Männern und Frauen beginnt er mit der Aussage: “Ich bin ehrgeizig, und ich finde, da ist man schon bei einem prinzipiellen Unterschied zwischen den Geschlechtern.“ Was dann folgt, ist ein Sammelsurium schlimmster Platitüden.

Bongartz sieht sich nicht als Macho – schließlich habe er kein Angeberauto. Trotzdem kommen ihm Formulierungen wie „Wir können viel besprechen, aber irgendwann sagt dann der Mann: Is nich.“ flott über die Lippen.

Es war eine echte Herausforderung, diesen Artikel aufgrund der gegebenen journalistischen Gründlichkeit der Recherche bis zum Ende zu Lesen. Wäre ich eine Figur in einem Douglas-Adams-Roman gewesen, wäre ich während des Lesens vermutlich an akuter Hirnblutung gestorben.

Bitte, liebe Firma Spontex, führen Sie doch nächstes Jahr auch Disziplinen ein, die auch „Soft Skills“ abprüfen! Schließlich beinhaltet die Führung eines Haushalts doch ein bischen mehr als einen lupenreinen Fußboden und ein tonsicher geträllertes Liedchen.

Alternativ könnten Sie Ihrem Gewinner Presseverbot geben bzw. neutrale Themen wie „den Weltfrieden“ als Gesprächsthema vorschreiben. Geht bei Misswahlen doch auch…

Sabine Korndörfer

12. Dezember 2007   1 Kommentar - Allgemein - Permalink

Gleichbehandlung im Bewerbungsalltag

Über eine merkwürdige Form der Mitgliedswerbung bin ich in der letzten Wochen einige Male gestolpert. Da betreute ich Bewerber, die sich auf unterschiedliche Stellen beim größten Deutschen „Social Network“ bewarben. Diese erhielten postwendend die Aufforderung, sich zu registrieren. Taten sie das nicht, erfolgte innerhalb exakt einer Woche eine Absage.

Nun ist die Mitgliedschaft in diesem Netzwerk kostenlos und birgt auch sonst keinerlei Verpflichtungen. Auch kann man argumentieren, dass soviel Identifikation mit dem potentiellen Arbeitgeber schon sein muß, wenn man eine Chance auf eine Gesprächseinladung haben möchte.

Aber mal ehrlich: in Zeiten, da sogar kirchliche Stellenausschreibungen nicht mehr mit der Verpflichtung zur Mitgliedschaft in der entsprechenden Religionsgemeinschaft verknüpft sind, sollte ein Web 2.0-Unternehmen doch so viel Gelassenheit aufbringen, nicht die sofortige Mitgliedschaft einzufordern. Da muß man nicht einmal so weit gehen, mit dem Gleichbehandlungsgesetz zu argumentieren! Solch ein Verhalten gehört einfach nicht in den Bereich der guten Unternehmenskultur.

Sabine Korndörfer

12. Dezember 2007   Keine Kommentare - Allgemein - Permalink

Deutschland, Republik schützenden Vorschriften

Eigentlich fand ich es immer klasse, dass man sich darauf verlassen kann, dass in Deutschland immer alles gut geregelt ist. Ich brauche mir als Verbraucher keine Sorgen zu machen, ob die Lebensmittel, die ich einkaufe gut und frisch sind – es gibt für alles Vorschriften.

Dann lernte ich die Inhaber eines Ziegenhofes kennen. Sie stellen Rohmilchkäse her und erzählten mir von den Lebensmittelkontrollen. Es war eine Groteske. Die Käseproduzenten, Menschen mit Intelligenz, Leidenschaft für den Job und Respekt vor der Arbeit der Kontrolleure, waren oft mit den Nerven am Ende: es gibt s viele Vorschriften, die so vollkommen sinnlos sind.

Kurze Zeit später kam der „Gammelfleischskandal“. Aber was war da mit den Gesetzen? Es gab sie, kriminelle Energie hinterging sie und sorglose Verbraucher machten sich lange Zeit keine Gedanken, weil sie sich in der Sicherheit des deutschen Paragraphendschungels wähnten.

Ich bin mittlerweile der Meinung, dass eine Überreglementierung eine blinde Ordnungsgläubigkeit hervorruft und Eigenverantwortlichkeit erstickt.

Was hat das nun alles mit der Arbeitswelt zu tun? Auch hier herrscht nach wie vor das Vertrauen in Etiketten und Gesetze, klassische Ausbildungswege und zertifizierte Erfahrungen.

Ein Beispiel aus der Praxis: viele Menschen, die in Zeiten des IT-Booms einen eher ungewöhnlichen Lebenslauf entwickelt haben, bekommen Probleme, sobald sie irgendeine Unterbrechung im Lebenslauf aufweisen. Das war zu Zeiten des Dotcomsterbens ganz klassisch die Pleite des Arbeitgebers (von den Frauen in Elternzeit will ich hier gar nicht anfangen).

Danach haben viele ewig gesucht, sich mit halbherzigen Selbständigkeiten durchgeschlagen, Fortbildungen gemacht – nur, um Versicherungsagent oder Callcenteragent zu werden. Nichts gegen Versicherungen und Callcenter – sie sind in diesem Fall sogar ein besonders positives Beispiel, da sie eben bekannt dafür sind, dass auch Personen mit ungewöhnlichen Lebensläufen hier etwas werden können. Aber auf die bereits erworbenen Fähigkeiten bauen die Tätigkeiten dort meist nicht auf.

Ein Kollege aus meiner „Dotcom-Zeit“ ist z.B. mittlerweile als Arbeitsvermittler selbständig sehr erfolgreich. Aber ob er als Angestellter jemals diesen Job bekommen hätte, halte ich für fraglich.

Ein weiteres Beispiel: Der Marketing-Bereich. Hier können zwar durchaus auch „Reinrutscher“ Karriere machen. Aber versuchen Sie mal, sich mit einer Ausbildung als Grafiker und 10 Jahre Berufserfahrung im Marketing wieder auf eine Marketingstelle in mittlerer Ebene zu bewerben, wenn Sie aufgrund von Personalabbau mal ein Jahr arbeitslos waren! Dazu brauchen Sie wirklich Glück!

Früher wurde mir das amerikanische „Hire and Fire“ immer als Schreckensvision vom Arbeitsmarkt vorgebetet. Heute bin ich mir gar nicht mehr so sicher, ob das wirklich so schrecklich ist.

In den Breitengraden von „Hire and Fire“ sind weniger die exakt passenden Qualifikationen als die tatsächlichen Berufserfahrungen gefragt. Darüber hinaus wird eben auch wirklich gefeuert. Da zögert niemand bei der Kündigung, wenn es nicht passt. Aber dafür sind auch eben die Aussichten besser, eine Chance zu bekommen, um sich zu beweisen.

Immer wieder wird erklärt, dass man nicht einstelle, da man Mitarbeiter dank Kündigungsschutzgesetz nie wieder los werde. Das ist lächerlich, denn schließlich gibt es ja die Probezeit und die Möglichkeit, Mitarbeiter zunächst über eine Zeitarbeitsfirma einzustellen. In diesem Rahmen wäre es auch möglich, einmal Menschen mit ungewöhnlichem Lebenslauf einzustellen und einfach zu testen. Oft wäre das sicher auch eine Bereicherung für Arbeitgeber, da ja bekanntermaßen der Tunnelblick des Spezialisten nicht immer der Beste ist. Aber dazu gehört natürlich ein bischen Menschenkenntnis und der Mumm, jemandem in der Probezeit zu kündigen, der wirklich der Falsche war (das habe ich übrigens in knapp 20 Jahren Berufstätigkeit genau einmal erlebt).

Die Schere der Chancen derer mit dem klassischen Berufsweg und derjenigen mit dem plötzlichen Knick – weshalb auch immer – geht immer weiter auseinander.

Daher ist mein Wunsch fürs neue Jahr: weniger Regeln in allen Bereichen – mehr Zivilcourage!

Sabine Korndörfer

12. Dezember 2007   Keine Kommentare - Allgemein - Permalink

Gewerbler unter sich: Arbeiten.de

Gewerbliche Arbeit ist anders: Um gewerbliche Jobs – als Koch, Krankenschwester, Elektroinstallateur – zu vergeben schalten Unternehmen keine pompösen Anzeigen, sondern lediglich kurze Gesuche. Bisher war die einzige Stellenbörse, die gewerbliche Stellen ausschrieb, die der Arbeitsagentur. Immer wieder schimpfen jedoch Bewerber, dass 50 bis 80 Prozent der dortigen Stellen nicht mehr aktuell seien oder aber fingiert oder dubios. Die Tatsache, dass es bei der Agentur möglich ist, kostenlos Anzeigen aufzugeben, zieht eben auch die Halbwelt an. Zudem fühlen sich Firmen, die nur mal so eben ein Inserat schalten, scheinbar auch nicht verantwortlich für selbiges: Sie lassen die Ausschreibung drin, auch wenn sie längst nicht mehr aktuell ist… Hoffen wir, dass dies beim Stepstone.de-Ableger www.arbeiten.de anders wird – und es zu einer echten Alternative für Gewerbler heranwächst. Da es ein privatwirtschaftliches Angebot ist, wird nach der Beta-Phase ganz sicher irgendwann auch mal Geld verlangt werden… was all die kleinen Krauter und unseriösen Stellenanbieter womöglich abhält.

Svenja Hofert

10. Dezember 2007   Keine Kommentare - Aktuelles - Permalink

Wirtschaftspsychologie: Machtausübung ruiniert ganze Firmen

"Prominente Persönlichkeiten ruinieren ihren Erfolg häufig selbst", lese ich heute in einer Pressemeldung, die ich sehr interessant finde und deshalb hier weitergebe. Auch ich stelle fest, dass es häufig das Machtmotiv ist (nach den 16 Lebensmotiven von Steven Reiss), das Menschen extrem erfolgreich macht. Macht  birgt eine unbändige (positive) Kraft, gleichzeitig aber auch eine Gefahr in sich, wenn Macht zum Selbstzweck wird. Aus meiner Sicht ist das ein Grund, aus dem Personaler ihre gängigen Beförderungsmodelle überdenken sollten, nach dem starker Ehrgeiz und Führungswille (in dem eben oft Machtwille inne wohnt) als positive Karrieremotoren eingestuft werden. Wissens- und Interessegesteuerte Menschen (Motiv Wissen) oder an dem Dienst für eine Sache interessierte Menschen (nach Reiss Motiv Ehre oder Idealismus) machen dagegen viele seltener eine klassische Karriere – brächten aber vielfach eine aus meiner Sicht gesündere Selbststeuerung mit.
Svenja Hofert
Zur Pressemeldung:
Den Zyklus skizziert Prof. Dr. Wolfgang Scholl: "Zunächst sind es Wissen, Können, Geschicklichkeit und Wille zur Macht, die Menschen in höhere Positionen bringen. Dort tendieren sie dann zunehmend zu Machtausübung anstelle von Einflussnahme, lernen zu wenig, machen Fehler, versuchen, die Fehler zu korrigieren durch noch größere Fehler und treiben sich so in den Ruin" – evtl. mitsamt der ganzen Firma.
Der Berliner Wirtschaftspsychologe beschreibt mehrere deletäre Mechanismen – z.B.: Machtausübung wird häufig als Chance genutzt, nicht hinzulernen zu müssen. Die mangelnde Einsichtsfähigkeit hochrangiger Persönlichkeiten "eskaliert dann oft in der Verstärkung des Falschen; immer mehr und auch skrupellosere Mittel werden dann eingesetzt, um den als richtig geglaubten Weg bis zum Erfolg weiterzugehen. Warnzeichen, dass es wohl der falsche Weg ist, werden missachtet und auch von den Untergebenen nicht nach oben gegeben – aus lauter Angst, für schlechte Nachrichten bestraft zu werden."
Demgegenüber fördert ein partizipativer Führungsstil nicht nur die Lebensqualität, sondern auch Lernfähigkeit und Produktivität aller Beteiligten – inclusive der Bewohner der Chefetage. Scholl empfiehlt leitenden Persönlichkeiten, Einfluss zu nehmen: "Einflussnahme ist nicht einfach der Verzicht auf Machtausübung oder eine mindere, schwächere Form, sondern es ist ein "soft skill", eine Kunst, sanfte Einwirkungsgrundlagen wie Information, Expertise, Charisma, Belohnungen und einige Formen der Legitimität einzusetzen."
"Die zentrale Fähigkeit zur Bewältigung komplexer Probleme heißt Einflussnahme anstelle von Machtausübung, weil sich damit viele negativen Folgen für die Machtbetroffenen wie für die Machthaber vermeiden lassen und weil damit mehr Wissen zur Lösung anstehender Probleme produziert, die Handlungsfähigkeit gefördert und der Erfolg erhöht wird."

7. Dezember 2007   Keine Kommentare - Allgemein - Permalink

Diät für die Vita

Lebensläufe werden ständig länger und komplexer. Doch die wachsende Informationsmenge in einer Vita verkauft die Bewerbung nicht besser, sondern führt zum Informations-Overkill. Kürze und gekonntes Weglassen sorgen dagegen für eine schlanke und erfolgreiche Bewerbung.

Der Wunsch, eine perfekte Bewerbung zu verfassen führt nicht selten zu einem aufgeblähten Mappen-Monstrum. Fünf, sieben, ja zehn Unterpunkte umfasst manch Tätigkeitsbeschreibung im Lebenslauf. Und selbst Absolventen schreiben schon dreiseitige Viten, in denen vierwöchige Praktika halbe Seiten füllen. So viel Information schafft mehr Verwirrung als Klarheit. Mit der Folge, dass der Entscheider – sei er von der Personal- oder von der Fachabteilung – die wirklich relevanten Informationen nicht erkennt.

Rudern Sie gegen den Trend. Reduzieren Sie Ihre Angaben etwa auf Tätigkeit oder Verantwortungsbereich. Fragen Sie sich dabei, welche Sprache Ihr Leser versteht und bei welcher Beschreibung er zufrieden „das passt“ sagt und „einladen“ auf die Bewerbung schreibt. Das bedeutet einige Ratschläge für die perfekte Bewerbung ad acta zu legen. So schaffen Sie die Basis für Ihren Bewerbungserfolg: Zeigen Sie dem Personaler den Wald zwischen Ihren Bäumen – reduzieren Sie Informationen auf das Wesentliche.

Nutzen Sie das Streichen und Kürzen, um auch die eigene Wortwahl zu prüfen. Viele Bewerber schreiben den Jobtitel aus dem Zeugnis in den Lebenslauf. Sie vergessen dabei, dass immer weniger Menschen als „Finanzbuchhalter“ oder „Bäcker" arbeiten. Stattdessen nehmen firmenspezifische Aufgaben und Funktions-Bezeichnungen zu.

Außerhalb des Unternehmens, für das Sie tätig waren, werden diese gar nicht verstanden. Eine „Übersetzung“ ist nicht nur zulässig, sondern notwendig. So ist es eine kreative Variante statt der kryptischen Jobbeschreibung einfach den Tätigkeits- oder Verantwortungsbereich zu nennen. Beispiel: „verantwortlich für das internationale Handelsmarketing“. Wenn Sie sehr spezielle Tätigkeiten ausgeübt haben, die es so nur in Ihrem Unternehmen gibt, ist es oft sinnvoll, Tätigkeiten nicht genau, sondern allgemeiner zu beschreiben (etwa mit „von der Messeplanung bis zur Kundenbetreuung vor Ort“). Sinnvoll ist diese Strategie gerade auch dann, wenn Sie nicht ganz genau das gemacht haben, was die ausschreibende Firma erwartet. Durch generalisierende, zusammenfassende Beschreibungen bleibt die Frage offen, ob Sie in diesem oder jenen Bereich bereits Erfahrung haben. Das ist nicht schlimm, denn wenn Sie solche Fragen erst im Vorstellungsgespräch beantworten müssen, haben Sie schon einen Fuß in der Tür. Das scheinbar so Trickreiche an dieser Maßnahme ist eine übliche und weithin akzeptierte Verkaufsstrategie: Weniger verkaufsfördernde Informationen weglassen und die Highlights betonen. Autoverkäufer machen das auch so.

Svenja Hofert

Lesetipp zum Beitrag sind meine durchschnittlich mit je 5 ***** Sternen bei Amazon bewerteten Bücher: "Praxismappe für die kreative Bewerbung", Eichborn und "Bewerben ohne Bewerbung", Eichborn

5. Dezember 2007   Keine Kommentare - Allgemein - Permalink