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Posts von — Januar 2008

Aldi und Tchibo – der neue (Video-) Weg vom Personalmarketing im Web 2.0

Die Erkenntnis, dass das Web 2.0 nun auch im Personalbereich angekommen ist, hatten wir ja schon. Zwar gibt es Neuigkeiten, aber leider nach wie vor keine Innovation.

Die Firmen Aldi (Süd) und Tchibo bieten auf ihren jeweiligen Websites nun auch Videos an, die dem Bewerber Karrieremöglichkeiten nahe bringen sollen.

Bei Aldi geschieht das, in dem ein offensichtlich professioneller Darsteller von „seiner“ Karriere bei Aldi erzählt. Die Geschichte, die dort entwickelt wird, passt perfekt zur Corporate Identity von Aldi. Sie ist in einer Kulisse optisch professionell umgesetzt und mit Musik unterlegt.

Auf den ersten Blick nicht überraschend. Auf den zweiten Blick dann doch, denn letztlich handelt es sich hier um einen klassischen Werbespot. Web 2.0. ist was anderes. Das ganze wirkt ein bißchen wie die Theatervorstellungen, die zu Anfangszeiten des Fernsehens abgefilmt und ausgestrahlt wurden: man nutzte zwar das neue Medium als Übertragungskanal, aber bediente sich nicht seiner riesigen Bandbreite an Möglichkeiten.

Bei Tchibo kann der Besucher gleich einen ganzen, virtuellen Unternehmensrundgang machen – so sagt zumindest die Beschreibung. Letztlich ist es so, dass der Besucher über eine Abspielkonsole auswählen kann, welche Abteilung er sehen will. Nur ist es leider nicht so, dass man die Abteilung zu sehen bekommt. Ein Mitarbeiter erzählt jeweils etwas über seine Abteilung, seine Aufgaben du den Werdegang. Und das vor einem grafisch gestalteten Hintergrund. Der Unterschied zu dem Aldivideo: es wird klar, dass es sich wirklich um Mitarbeiter handelt – spätestens die Vortragsqualität der Beiträge macht das deutlich. Das ist den Mitarbeitern nicht vorzuwerfen, denn schließlich haben die wenigsten von uns Ottonormalverbrauchern eine Schauspielausbildung. Aber einen besonderen Charme entwickelt das trotzdem nicht, denn die Texte sind zu offensichtlich eingeübt, der virtuelle Hintergrund zerstört auch die letzte Illusion von Authentizität.

Beide Unternehmensvideos sind zweifelsfrei professionell gemacht. Tchibo wagt durch Präsentation eigener Mitarbeiter zumindest einen kleinen Schritt in Richtung Web 2.0.

Ein neues, dem Web 2.0 angemessenes „Format“, das im Personalmarketing verwendet werden könnte, hat jedoch noch keines der beiden Unternehmen gefunden. Das wird spätestens nach der Einladung zum Mittagessen deutlich: Zu essen gibts nichts – und das lässt sich mangels Feedbackmöglichkeit durch den Nutzer nicht einmal beklagen.

Sabine Korndörfer

31. Januar 2008   1 Kommentar - Neue Karriere - Permalink

Deutschlandradio: Verbrauchertipp Online-Bewerbung

Ich gebe zu: Niemand hat soviel über Online-Bewerbungen geschrieben, mein Lieblingsthema sind sie aber nicht. Aus einen einfachen Grund: Seit 1998 mein erstes Buch zu dem Thema bei Humboldt erschien (das in neuer Auflage immer noch auf dem Markt ist – kein anderes Konkurrenzwerk hat das geschafft), ist es ein über all die Jahre so oft nachgefragtes Interviewthema, dass es bei mir ein Gähnen auslöst. Mich plagt der Sättigungseffekt zu häufiger Wiederholung…. Anja Lueg von Campus & Karriere hat mich auch befragt, aber ein bißchen differenzierter. Und das Ergebnis kam gestern in "Campus und Karriere" – und heute als geschriebener Verbrauchertipp ins Internet.

Svenja Hofert

"Das Internet bietet gleich mehrere Möglichkeiten, sich zu bewerben und Informationen für die Bewerbung zu sammeln. Die meisten großen Konzerne bevorzugen inzwischen Jobsuchende, die sich online bewerben. Damit ist dann aber in der Regel nicht mehr die E-Mail-Bewerbung gemeint, sondern die Firmen stellen eigene Formulare online, die die Bewerber ausfüllen müssen, erklärt Karrierecoach Svenja Hofert:

"Das heißt, es wird nur noch eine Bewerbung möglich sein über die Online-Software. Das ist der Weg, und das wird auch ganz sicherlich die Zukunft sein bei den größeren Unternehmen."

Die persönlichen Daten und Qualifikationen der Bewerber werden in solchen Formularen Schritt für Schritt abgefragt. Ein Computerprogramm sortiert dann nach Schlüsselbegriffen die ungeeigneten Bewerber aus. Für die Unternehmen spart das eine Menge Arbeit. Für Bewerber heißt es: äußerste Sorgfalt bei der Bewerbung.

"Ein nicht ausgefülltes Feld oder die Angabe an der falschen Stelle kann bedeuten, dass Sie sofort durch diese Raster fallen. Oder es ist zum Beispiel definiert: Wir nehmen nur Bewerbungen an, wenn Englisch ‘fließend’ angekreuzt wird. Der Bewerber schätzt sich selbst aber nur als ‘gut’ ein. Und das könnte beispielsweise auch bedeuten, dass das schon das Aus ist. Also schon gut überlegen: Was mache ich da eigentlich?"

Es empfiehlt sich, das Formular in aller Ruhe durchzugehen – und vor allem ernst zu nehmen, bevor man es ausfüllt:

"Es gibt sehr häufig freie Textfelder: Warum wollen Sie bei uns arbeiten, was motiviert Sie? Solche Dinge kann man schon mal vorformulieren, als Textbaustein schon mal abspeichern und dann einsetzen."

Denn das ist in solchen Programmen meist die einzige Möglichkeit, sich mit interessanten Texten zu empfehlen. Hüten sollte man sich davor, Textbausteine aus dem Internet in das Formular zu kopieren. Personalchefs klagen häufig über die immer ähnlicher werdenden Bewerbungstexte.

Lebenslauf und Zeugnisse sollte man als Dokumente für den Upload parat haben. In der Regel ist das pdf -Format gefragt, hin und wieder auch doc-Dokumente. Selbstverständlich müssen Orthografie und Grammatik im Online-Formular ebenso perfekt sein wie in jeder anderen Bewerbung. Das gilt auch für E-Mail-Bewerbungen, die inzwischen auch bei mittelständischen Unternehmen üblich sind und die sich kaum von einer Bewerbung per Post unterscheiden:

"Da ist eigentlich nur der technische Unterschied. Es hat sich da eindeutig das pdf-Format durchgesetzt, und beim pdf ist es in der Regel so eine Bewerbungsmappe: Das heißt, das erste Dokument ist das Anschreiben, wie wir das kennen in der Postbewerbung, das zweite ist der Lebenslauf, kennen wir auch. Und dann kommen die Zeugnisse, eine gute Auswahl. Das ist eins zu eins das, was Sie auch per Post rausschicken, auch in der gleichen Gestaltung."

Weiter lesen? Gerne: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/verbrauchertipp/731463/

30. Januar 2008   2 Kommentare - Neue Karriere - Permalink

Ausschnittservice für Bewerber

Es gibt wieder mal ein neues Serviceangebot für Bewerber: „Jobsperpost“ JobsperPost bietet den Abonnenten das Pendant für den Tageszeitungsbereich zu den Suchagenten der Online-Börsen. Der Kunde legt sich ein oder mehrere Profile an und erhält dann die Auswertungen der Tagespresse für den entsprechenden Suchauftrag. Das hört sich zunächst einmal nicht revolutionär an. Die Frage ist: gibt es wirklich in den Tageszeitungen so viel mehr Stellenangebote als im Internet? In manchen Branchen ist dies nach wie vor so (etwa im öffentlichen Bereich, einigen Segmenten der Kultur, bei B2B-Unternehmen). Wer jedoch in der Konzernwelt sucht, kann sich das Angebot mit hoher Wahrscheinlichkeit sparen. Für alle anderen bleibt also nichts als der Selbstversuch – ein Versuch, der in diesem Fall durchaus überlegenswert ist.

Für € 1,25 pro Woche und Profil bei einer Kündigungsmöglichkeit, die auf der Website mit „jederzeit“ benannt wird (wobei zu hoffen steht, dass dann nicht noch eine Kündigungsfrist greift), ist der finanzielle Einsatz überschaubar.

Fazit: ein Versuch kann nicht schaden!

Sabine Korndörfer

25. Januar 2008   Keine Kommentare - Karrieretrends - Permalink