Posts von — Januar 2010
Unmoralische Angebote
Der Arbeitsmarkt zeige sich robust, behauptet die Bundesagentur für Arbeit heute. Solche Aussagen verdecken, was hinter manchen Kulissen passiert. Dort wird teilweise heftig am Gehalt gespart. Besonders deutlich wird dies in der Medien- und Verlagsbranche. Hier scheinen sich die Redaktionen mit grenzwertigen Gehältern und – noch mehr – Honoraren gegenseitig zu unterbieten. 120 EUR Tagessatz, 10 EUR in der Stunde: Und das für gut ausgebildete Akademiker, oft mit Volontariat. Viel zu wenig zu leben – aber es gibt ja aufstockendes Arbeitslosengeld II, aus Steuergeldern finanziert. Möglich ist dies aufgrund der Schwemme hochqualifizierter Neu-Arbeitsloser, die allesamt von der BA aufgefordert werden, zu gründen, weil fest ohnehin nichts zu finden sei. Altgediente Redakteure werden entlassen, jüngere für viel weniger Geld eingestellt. Das kennen wir schon aus anderen Branchen, aber hier ist es extrem. Weil die Freigesetzten sich alle selbstständig machen (müssen). Dann kommen sie, nebenbei gesagt, auch nicht in die Arbeitslosenstatistik.
Beim Dumping sind die Akteure besonders tricky und drücken gern auf die Mitleidstube. "Wir können einfach nicht mehr zahlen." Oder: "Ich habe auch für so wenig angefangen." Gleichzeitig agieren die Medienleute – vor allem Journalisten und Designer – in vorauseilendem Gehorsam und protestieren nicht: So schlecht wie es aussähe, könne und dürfe man nichts fordern, glauben viele.
Falsch. "Es geht einfach nicht mehr" ist eine super funktionierende Beeinflussungs-Strategie. Wenn Betreiber von Agenturen oder Pressebüros nicht mehr zahlen können, dann kalkulieren sie falsch. Und wenn es zu viele gibt, die ja sagen zu unmoralischen Angeboten, dann gibt es ein Überangebot. Die Folge kann bloß lauten: Rückzug. "Suchen Sie Alternativen. Wenn alles anders kommt als geplant" heißt das entsprechende Kapitel in meinem Karrieremacherbuch. Vorher aber noch ein kleiner Tipp. Einmal "nein" sagen und Grenzen zeigen, reicht oft. Gut, wenn Sie wissen, dass Sie zur Not auch etwas anderes machen können.
28. Januar 2010 Keine Kommentare - Karrieretrends - Permalink
Unmoralische Angebote
Der Arbeitsmarkt zeige sich robust, behauptet die Bundesagentur für Arbeit heute. Solche Aussagen verdecken, was hinter manchen Kulissen passiert. Dort wird teilweise heftig am Gehalt gespart. Besonders deutlich wird dies in der Medien- und Verlagsbranche. Hier scheinen sich die Redaktionen mit grenzwertigen Gehältern und – noch mehr – Honoraren gegenseitig zu unterbieten. 120 EUR Tagessatz, 10 EUR in der Stunde: Und das für gut ausgebildete Akademiker, oft mit Volontariat. Viel zu wenig zu leben – aber es gibt ja aufstockendes Arbeitslosengeld II, aus Steuergeldern finanziert. Möglich ist dies aufgrund der Schwemme hochqualifizierter Neu-Arbeitsloser, die allesamt von der BA aufgefordert werden, zu gründen, weil fest ohnehin nichts zu finden sei. Altgediente Redakteure werden entlassen, jüngere für viel weniger Geld eingestellt. Das kennen wir schon aus anderen Branchen, aber hier ist es extrem. Weil die Freigesetzten sich alle selbstständig machen (müssen). Dann kommen sie, nebenbei gesagt, auch nicht in die Arbeitslosenstatistik.
Beim Dumping sind die Akteure besonders tricky und drücken gern auf die Mitleidstube. "Wir können einfach nicht mehr zahlen." Oder: "Ich habe auch für so wenig angefangen." Gleichzeitig agieren die Medienleute – vor allem Journalisten und Designer – in vorauseilendem Gehorsam und protestieren nicht: So schlecht wie es aussähe, könne und dürfe man nichts fordern, glauben viele.
Falsch. "Es geht einfach nicht mehr" ist eine super funktionierende Beeinflussungs-Strategie. Wenn Betreiber von Agenturen oder Pressebüros nicht mehr zahlen können, dann kalkulieren sie falsch. Und wenn es zu viele gibt, die ja sagen zu unmoralischen Angeboten, dann gibt es ein Überangebot. Die Folge kann bloß lauten: Rückzug. "Suchen Sie Alternativen. Wenn alles anders kommt als geplant" heißt das entsprechende Kapitel in meinem Karrieremacherbuch. Vorher aber noch ein kleiner Tipp. Einmal "nein" sagen und Grenzen zeigen, reicht oft. Gut, wenn Sie wissen, dass Sie zur Not auch etwas anderes machen können.
28. Januar 2010 Keine Kommentare - Karrieretrends - Permalink
Alpha- oder Streicheltier?
Es gibt genau zwei Gründe dafür, dass Menschen sehr viel leisten. Der eine Grund lautet: "Ich möchte Einfluss haben und anderen die Richtung weisen können". So denken „Alphatierchen“. Der andere Grund: Es geht um Anerkennung. Man will von allen oder wenigstens einigen „geliebt“ werden. So denken "Streicheltierchen“.
In der Schule und im Studium lernen Streicheltierchen für Lob und gutes Feedback, als Angestellte machen sie sich „krumm“. Ihr ganzes Streben ist darauf ausgerichtet, möglichst keine Fehler zu machen und möglichst allen zu gefallen. Das macht sie zum perfekten Mitarbeiter: strebsam, duldsam, leistungsorientiert bis zum Umfallen. Streicheltierchen sind insofern beliebt bei Alphatierchen, als sie die Arbeit für sie machen. Sie ähneln den Career Workern aus meinem Karrieremacherbuch.
Wenn der Chef immer mehr Arbeit auf ihrem Tisch ablädt, sagen sie nicht oder bestenfalls halbherzig „nein“. Sie versuchen, dass „Mehr“ auch noch zu bewältigen. Sie argumentieren dabei vielleicht mit der Jobangst oder den eigenen Karriereplänen.
Streicheltierchen sind anders als viele Alphatierchen menschlich nett und haben wenig Kanten. Die Teamleiterin Britta beispielsweise arbeitet durchschnittlich 14 Stunden und auch Samstags. Sonntags kann sie nur auf dem Sofa liegen, so fertig ist sie. „Nein“ zu sagen scheint für sie bedeuten, auch ein Stück ihres Lebenselixiers „Anerkennung“ aufzugeben. Der Burnout ist da nicht weit.
Wie brechen Streicheltierchen aus dem Kreislauf aus?
- Streicheltierchen denken immer über eigene Fehler nach, auch wenn sie keine gemacht haben. Ein erster Schritt liegt deshalb darin, das Nachdenken über eigene Fehler zu unterbrechen.
- Streicheltierchen denken daran, was andere von Ihnen erwarten. Besser: Auf eigene Ziele schauen!
- Wer geliebt werden will, traut sich oft nicht zu kritisieren. Dies trotzdem zu tun, kann eine erste Übung sein.
Wie wichtig Anerkennung für Sie ist und wie viel „Alpha“ in Ihren schlummert, lässt sich mit dem Reiss-Test ermitteln.
26. Januar 2010 Keine Kommentare - Persönlichkeit & Potentiale - Permalink











