Posts von — Februar 2010
Flow: Arbeit ohne Zeitgefühl
Läufer kennen den Flow. Bei mir tritt er bei einer Herzfrequenz zwischen 150 und 160 nach rund 10, 15 Minuten auf dem Laufband ein. Dann merke ich nicht mehr, wie langweilig es doch eigentlich ist, zu laufen und nicht voranzukommen. Es ist mir egal. Eine Stunde vergeht, und alles ist gut. Beim Arbeiten gibt es diesen Flow auch: Wenn ich schreibe und Ideen entwickle. Nicht nur mir geht es so: Wer Tätigkeiten ausübt, die dem eigenen Kenntnisstand, den Neigungen und Interessen entsprechen, der vergisst die Zeit. Unterforderte dagegen holt der Bore-out ein: die Zeit kriecht und geht einfach nicht voran, die Aufgaben langweilen. Überforderte leiden an Burnout, entweder das Resultat persönlicher Verstrickungen und dem Versuch, es allen recht machen zu wollen oder das Ergebnis des ständigen Kochens auf falscher Flamme.
Interessanterweise kommen nur Menschen in den Flow, die sich wirklich für ihre Arbeit begeistern. Das Können entwickelt sich aus dieser Begeisterung. Auch deshalb halte ich es für falsch, Menschen nur entlang ihrer Erfahrens- und Wissensprofile einzusetzen. In den flow kommt man, weil einem Tätigkeiten liegen, Dinge interessieren, einen etwas begeistert. Mit Ausbildung hat das nur wenig zu tun. Beispiel: Jemand mag ein toller Vertriebler sein, der überzeugend die Vorzüge einer Software darlegen kann. Chef und Kollegen halten ihn für top. Doch diese Beobachtung kann täuschen. Möglich, dass er das Verkaufen hasst und viel lieber etwas anderes tun würde. Ja, es kann sogar sein, dass er einen Burnout bekommt, weil er im Grunde genommen ständig gegen seine eigene persönlichen Präferenzen handelt. Arbeitgeber hätten viel mehr davon, wenn alle Mitarbeiter im Flow wären. Dies ist ein Grund aus dem Persönlichkeitstests in der Personalauswahl aus meiner Sicht eine viel größere Rolle spielen müssten. Wissen und Erfahrung lässt sich erwerben, persönliche Neigungen dagegen nicht.
Dazu passt: Das Karrieremacherbuch.
28. Februar 2010 1 Kommentar - Persönlichkeit & Potentiale - Permalink
Absolvent gesucht
Für einen prominenten Beitrag im Hamburger Abendblatt suche ich einen Absolventen bis max. 30, der gut ausgebildet ist, einen vernünftigen Lebenslauf hat (keine offensichtlichen Fauxpaxs in der Selbstdarstellung!) und trotzdem seit Monaten keinen Job findet. Und wichtig: Er/sie muss in Hamburg/Umgebung wohnen und bereit sein für ein Foto. Nebeneffekt dürfen Jobangebote sein, da es eine größere Story wird.
Eine Strategieberatung gibt es kostenlos von mir dazu, so dass das Engagement und die Bereitschaft zur Öffentlichkeit auch mit großer Wahrscheinlichkeit zum Erfolg führt. Bitte nur per persönlicher Mail mit Lebenslauf direkt am mich: hofert@karriereundentwicklung.de
Vielen Dank und herzliche Grüße
Svenja Hofert
19. Februar 2010 Keine Kommentare - Neue Karriere - Permalink
Weg mit den Jobcentern, her mit einem Grundeinkommen
Also erst einmal: Natürlich leben Hartz-IV-Empfänger nicht in Saus und Braus und gar "spätrömischer Dekadenz". Guido, dein Beitrag mag genau gelesen, nicht so schlimm sein, wie die Presse schreibt – aber der Vergleich hinkt auch, wenn man den WELT-Kommentar im Zusammenhang liest.
Was allerdings stimmt und was die derzeitige Debatte an den Tag trägt, ist – ein sehr oft auch mich erschreckendes Ungleichgewicht zwischen Arbeitenden und Nicht-Arbeitenden. Es ist wirklich verführerisch, nichts zu tun, wenn man sieht, wie wenig es sich lohnt. Heute erzählte mir eine Mitarbeiterin von einer Freundin, die ihr Einkommen gerade von 700 auf 900 Euro erhöhen konnte – unter dem Strich bleibe kein Euro davon über. Da kommt schnell die Frage auf: Lohnt sich das? Nein. Und verständlich das Murren derjeniger, die im unteren Lohnbereich – der in Deutschland immer größer wird – arbeiten.
Es gibt, aus meiner Sicht, eine einfache Lösung für dieses schwierige Problem: Ein Grundeinkommen für jeden, sagen wir von 500 EUR pro Monat als Fixum - der Rest wird je nach Haushaltslage von Jahr zu Jahr ausgeschüttet. So profitiert jeder von der staatlichen Arbeit, so könnte sogar das Interesse für Gesellschaft und Politik sogar bei Couch-Potatoes wieder geweckt werden. Wer genug Geld hat, kann sein Grundeinkommen in einen Fonds geben, der an Menschen, die zu wenig haben, verteilt wird. Vielleicht nach Bedürftigkeit, aber in Einzelentscheidung. Die Jobcenter könnten abgeschafft und damit überflüssige Bürokratie eliminiert werden. "Nicht ein einziges Jobangebot" habe die ARGE ihrer Bekannten gemacht, sagt meine Mitarbeiterin. Die Bekannte ist Wirtschaftsingenieurin, mit dem kleinen Makel, dass sie aufgrund kleiner Kinder nur Teilzeit arbeiten kann.
Klar, einige Reiche würden ihr Geld einsacken und einige Arme würde weiterhin versuchen, Systeme auszunutzen. Aber das ist eine Minderheit. Außerdem wäre, wie ich schon im Karrieremacherbuch schrieb, ein Prekariatsberater für die Bundesregierung nicht schlecht. Damit Frau von der Leyen nicht erst in Fernsehsendungen davon hört, was sich im Alltagsarbeitsleben wirklich abspielt.
16. Februar 2010 2 Kommentare - Karrieretrends - Permalink











