Kolumnen zu Karriere, Führung und Entwicklung

Ich kann das schon

By | 2010-05-16T17:45:20+00:00 16. Mai 2010|

Als mein Vater sich daran machte, unsere Wohnzimmerlampe anzuschließen, stand mein Atem still. Kann das ein ehemaliger Versicherungs-Prokurist, der genau wie ich grundsätzlich keine Bedienungsanleitungen liest (die intellektuelle Herausforderung des Selbst-Erkundens geht doch über alles!)? Trotzdem, Zweifel. Wo es doch Elektriker gibt. Und einen Grund, warum der Beruf eine Ausbildung erfordert.

An bestimmte Themen trauen sich Menschen noch leichter heran als an die Kunst, Erde und Masse zu unterscheiden. Design ist so ein Gebiet, vor allem seit es Photoshop oder noch schlimmer: Windows Paint gibt. Aber immerhin: Solche Programme muss man erst mal bedienen. Eine gewisser Schutzmechanismus für Designer.

Schreiben hat diesen Schutzmechanismus nicht. Deshalb fühlen sich besonders viele dazu berufen, trotz des kaputten Arbeitsmarktes, der miesen Bedingungen, der Gehalts- und Honorarkürzungen der letzten Zeit und dem Trend zum Jung-Redakteur, der den alten Hasen ersetzt. Gestützt wird dieser Trend von Pseudo-Journalismus-Ausbildungen wie Sie Fernhochschulen wie ils oder sgd anbieten. Da wird dann behauptet, Journalismus sei ein ideales Feld für Quer- und Späteinsteiger. Schnell mal das Wichtigste lernen und los geht´s? Leider nein.

Die Sicherungen flogen raus, die Lampe streikte. Da kam ein echter Elektriker ins Haus. Der erblickte eines meiner Bücher und meinte: "Ich würde auch gern ein Buch schreiben. Können Sie mir das beibringen?"

Ungefähr 35,4 Bücher geschrieben, einige Bestseller und Standardwerke, 5002 Kunden ist untertrieben, ein halbes Leben Coaching Beratung, Ausbildung nicht. Viele Menschen weitergebracht, Neues entwickelt. Analytisch, äußerst intuitiv, hohe Komplexitätsakzeptanz; bei aller Menschenliebe mit Blick fürs Unternehmerische, für Talente, Visionen, Strategien. Einige nennen mich visionär, querdenkerisch, andere pragmatisch und bodenständig. Am Ende gilt beides? Biografie | Unternehmen

Ein Kommentar

  1. Anne Güntert 23. Juni 2011 at 13:13 - Antwort

    dazu noch ein kleiner zusatz: Seitdem ich Bedienungsanleitungen im Bereich Konsumgüterelektronik vom Englischen ins Deutsche übersetze, lese ich sie auch im Alltag! Und gebe anderen Leuten auch den Tipp dazu, wenn die Waschmaschine mal streikt. Life imitates Job…oder so ähnlich,-)

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