Ich habe keine Freunde und 9 andere Gründe gegen Social Networking

An dieser Stelle einfach einmal eine Sammlung von Gründen, warum man Soziale Netzwerke unbedingt meiden sollte. Diese Gründe habe ich in den vergangenen Tagen während oder im Anschluss an Vorträge gehört. Ich gebe sie mal als meine Top-10 wieder:

  1.  „Das Social Web lockt Stalker an. Mein Ex-Freund hat sich schon eine falsche Identität zugelegt, um  mir zu folgen. Und dann war da plötzlich mein Profil auf Linkedin – unheimlich!“
  2. „In Wahrheit wollen Firmen doch Postbewerbungen und Bewerbungen auf Anzeigen. Das stimmt doch alles nicht.“ (bezogen z.B. auf eine Zahl aus der aktuellen Studie von Thorsten zur Jacobsmühlen, wonach 74% aller Unternehmen das Internet als Recruiting-Werkzeug nutzen).
  3. „Ich habe keine Freunde. Also kann ich mich auch mit niemand vernetzen.“
  4. „Die klauen doch alle nur  meine Daten  und wollen mir dann ihre Audis und BMWs verkaufen. Von wegen Jobs….“
  5. „Ich suche nichts, nur einen Job – was soll das also alles?“
  6. „Ich bin Journalistin. Da muss ich doch nicht ins Internet.“
  7. „Ich bin Pädagoge, keiner meiner Kollegen ist drin.“
  8. „Ich will doch gar nicht wissen, was meine Ex-Kollegen derzeit machen….“
  9. „Ich krieg doch bald Kinder, dann brauch ich das nicht mehr“
  10. „Ich bekomme zu viele Angebote, das raubt mir die Zeit.“

90% der Bedenken kamen von Frauen (Nr 10 ist, oh kein Wunder, ein Mann, SAP – alles klar?)  bei gemischt besetzten Veranstaltungen. Was mir das sagt? Es gibt nicht nur einen Gender Pay Gap (GPG), sondern auch einen Gender-Businessnetwork-Gap. Und meine These ist: Irgendwann könnten beide Themen zusammenhängen. Weil Frauen so wenig Business netzwerken, wechseln sie seltener Jobs, bekommen weniger Angebote und auch weniger Geld.

Schon vor vielen Jahren war mir in Outplacementprojekten aufgefallen, dass Frauen sich auffallend oft gegen Netzworking stellen, damals gab es die sozialen noch gar nicht. Aber das Prinzip galt schon immer: Suchst du einen neuen Job oder Aufträge, lass erst mal Beziehungen spielen – jetzt geht das auch virtuell, eine enorme Erleichterung.  „Geht doch nicht, ich kann doch nicht jemand ansprechen, den ich 10 Jahre nicht gesehen habe!“ Solcher Art weiblicher Einwände habe ich damals oft gehört. Ich höre sie heute auch noch, übrigens auch von Selbstständigen. Komisch, denn bei der beziehungsorientierten Nutzung von Social Networks liegen Frauen Zahlen- und Stundenmäßig vorn, sagt Comscore. Beim Pragmatismus eher nicht…

About Svenja Hofert

Ungefähr 35,4 Bücher geschrieben, einige Bestseller und Standardwerke, 5002 Kunden ist untertrieben, ein halbes Leben Coaching Beratung, Ausbildung nicht. Viele Menschen weitergebracht, Neues entwickelt. Analytisch, äußerst intuitiv, hohe Komplexitätsakzeptanz; bei aller Menschenliebe mit Blick fürs Unternehmerische, für Talente, Visionen, Strategien. Einige nennen mich visionär, querdenkerisch, andere pragmatisch und bodenständig. Am Ende gilt beides?

2 Kommentare zu “Ich habe keine Freunde und 9 andere Gründe gegen Social Networking

  1. Interessanter Artikel. Ich habe mal versucht, etwas hinter die Kulissen zu schauen, nachdem ich ähnliche Erfahrungen mit meiner Frau gemacht habe: Sie befindet sich gerade im Bewerbungsprozess, hat ausschließlich gute Zeugnisse und bei jeder Stellenausschreibung fängt sie an: „Aber dieses oder da kann ich gar nicht so gut, darauf müssen wir aber hinweise“….. ARGGGHHHHHH

    http://linkedinsiders.wordpress.com/2010/11/21/web-2-0-eine-mannerdomane/

    Liebe Grüße
    Stephan

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