Kolumnen zu Karriere, Führung und Entwicklung

Duzen im Job: Wie Du mir, so ich Ihnen?

By | 2011-01-30T21:14:58+00:00 30. Januar 2011|

Duzt du mich, dann duz ich dich? Diese Woche fragte mich jemand bei Facebook, ob er auf eine Duz-Anzeige per Du antworten solle. Auf einen Artikel in der Gründerszene beschwerte sich am selben Tag ein Dreikäsehoch, dass ein „Sie“ in meinem Artikel ja schon ziemlich daneben sei. Und dann quatschte mich im Fitness-Studio auch noch ein 18jähriger mit „hey, Du“ an. Ich habe ihn retour-gesiezt, er blieb konsequent dabei. Nur wenige bleiben so cool, wenn der andere nicht auf seine Du- oder Sie-Tour anspringt.

Und genau da liegt der springende Punkt. Denn bei der Frage, soll ich Du oder Sie sagen, entscheidet meine innere Haltung, ob ich also dazu stehen kann und will oder nicht. Wer sich auf eine Du-Anzeige mit „hallo Thomas, moin Günter!“  bewirbt, sollte sich beim ersten Sie von der anderen Seite nicht gleich rot schämen.

Wer den Thomas dagegen nur so anspricht, weil er es muss, wird im Vorstellungsgespräch aus Angst vor Klarheit entweder die Sprache verlieren oder jede weitere Aussage um ein sperriges „man“ wickeln.  Dann doch besser „Sie“, auch wenn ich noch so locker geduzt werde – vielleicht ist es ja ein Kampagnen-Du, also geschaffen rein zu Marketingzwecken oder neudeutsch zum Employer Branding (Kampagnen-Du: mein Dank für diese geniale Wortschöpfung geht an Lars Hahn).

Mit dem „Sie“ ist das etwas einfacher. Wer sich mit Sie auf eine Duz-Anzeige bewirbt und dann trotzdem eingeladen wird, kann dann auch im Vorstellungsgespräch lustig  siezen oder das Thema gleich auf den Tisch und zu einer kooperativen Entscheidung bringen.

Wie viel einfacher haben es da die Engländer und Amerikaner. „You can say you to me“: Als Heinrich Lübcke sprachlich so daneben trat, dachte er wahrscheinlich nicht daran, dass You im Englischen irgendwo auch ein „Sie“ sein kann. Aber ist es nicht so? Die Distanz und der Respekt, die das „Sie“ ausdrücken soll, entsteht schließlich durch die Person und ihr Auftreten und nicht durch ein Wort.

Ungefähr 35,4 Bücher geschrieben, einige Bestseller und Standardwerke, 5002 Kunden ist untertrieben, ein halbes Leben Coaching Beratung, Ausbildung nicht. Viele Menschen weitergebracht, Neues entwickelt. Analytisch, äußerst intuitiv, hohe Komplexitätsakzeptanz; bei aller Menschenliebe mit Blick fürs Unternehmerische, für Talente, Visionen, Strategien. Einige nennen mich visionär, querdenkerisch, andere pragmatisch und bodenständig. Am Ende gilt beides? Biografie | Unternehmen

Ein Kommentar

  1. Lars Hahn 31. Januar 2011 at 10:38 - Antwort

    Ein schönes Beispiel für den Eiertanz im Online-Bereich ist die FB-Fanpage von Daimler-Career. Da wird bunt gemischt. Ich finde, man spürt, dass auch die Daimlers ihre liebe Mühe haben. 😉

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