Das nächste Opfer des Schweinezyklus heißt BWL

Keine Frage: Es gibt zu viele Fotografen, Designer, Architekten und Marketingleute, nicht nur in  Berlin. Auch neue Textildesigner, Politologen oder Kommunikationswissenschaftler braucht vielleicht die Welt, nicht aber die Wirtschaft.

BWL dagegen? Dieses Fach hat in den letzten Jahren vor allem derjenige studiert, der nicht so blöd und prekär da stehen wollte wie ein Geisteswissenschaftler, aber zu viel Bammel hatte vor Technik und Naturwissenschaften. Interessenfach war es selten, Leidenschaftsthema nur bei den Karrieristen, die immer noch an die Schornsteinkarriere glauben – siehe mein Karrieremacherbuch.

Doch die Zahl derer nahm gefühlt immer mehr ab. In den letzten Jahren traf ich Diplom-Kaufleute, die nicht den geringsten Bezug zum Fach hatten. Sogar unter Journalisten mischten sich welche. Für das Studium hatten sie sich entschieden, weil sie sich damit auf der sicheren Seite wähnten. Sicher?

Vor zwei Wochen bestätigte ein Bildungsexperte im „Stern“, was ich in der Praxis beobachte: Der Bedarf an Betriebswirten geht zurück, die Job-Ampel des Sterns steht inzwischen auch offiziell auf „gelbrot“, warnt also. In der Beratung, die meine Mitarbeiterin Maja unter anderem für den Staufenbiel Career Club durchführt, hatten wir immer wieder mit den Schwierigkeiten beim Berufseinstieg von BWLern zu tun, vor allem bei den Schwerpunkten Marketing und Personal. Nicht wenige haben ein Jahr nach dem Abschluss immer noch keine feste Stelle. Viele, gerade Frauen, arbeiten auch als „Sekretärin plus“, also Assistentin. Dann wiederum gibt es viel Zeitarbeit und Beschäftigungen auf Sachbearbeiterniveau. Accounting und Controlling laufen seit 2009 wieder vergleichsweise gut, jedoch ist mit Blick auf die Zahlen (siehe Punkt 2) zu vermuten, dass sich auch das „schweinezyklisch“ drehen könnte. Etwa, wenn sich das Konjunkturblatt wieder wendet.

Mindestens sieben Gründe dafür:

1.)    Es gibt kaum ältere Betriebswirte, d.h. es werden nicht wie in vielen anderen Berufen – etwa bei den Juristen – in den nächsten Jahren Stellen frei. Im Marketing sind nur 20,3% aller Angestellten 50+, im Controlling gar nur 14,7% (alle Zahlen IAB).

2.)    Der so genannte Bestandsentwicklungsindex lässt erwarten, dass sich die Situation verschlechtert: Seit 1999 hat sich die Anzahl der Arbeitnehmer sowohl im Marketing als auch im Controlling annähernd verdoppelt (z.B. von 100 auf 187 im Controlling, wobei 100 stets den Ausgangswert im Jahr 1999 darstellt).

3.)    Der Zulauf auf das Studium hält unverändert an: Weiterhin nehmen von Jahr zu Jahr mehr Studierende ein wirtschaftswissenschaftliches Studium auf. Leider unterscheidet das Statistische Bundesamt nicht Jura, VWL und BWL, so dass ich nur vermuten kann: ein Gros des Zuwachses geht auf das BWL-Konto. Laut Stern hat sich die Zahl der Studienanfänger seit 2001 verdoppelt!

4.)    Die BWL-relevanten Bereiche, z.B. Marketing haben sich radikal verändert, das Studium kaum. Im Wachstumsbereich Social Media werden Bewerber oft aus anderen Fächern rekrutiert. Im techniknahen Bereich, etwa Logistik, macht Wirtschaftsinformatik oder Wirtschaftsingenieurwesen deutlich mehr Sinn.

5.)    Letztendlich ist ein Physiker oder Ingenieur mit MBA für Arbeitgeber interessanter als ein Betriebswirt mit Master.

6.)    Die Niveaus der Absolventen dualer und betrieblicher Ausbildungen sowie von Studienabschlüssen gleichen sich an, auch gehaltstechnisch und wiederum vor allem im Marketing. Das wertet einen kaufmännischen Studienabschluss tendenziell ab.

7.)    Die Studenten richten ihr Studium immer noch aus wie vor 10 Jahren, streben z.B. nach den beliebten Produktmanagerstellen in Konzernen, in denen es immer weniger gibt – anstatt sich ein interessantes Profil aus sinnvoll kombinierten Branchen-, Methoden- und Fachkompetenzen aufzubauen. Soft Skills sind eh selbstverständlich.

Nachtrag am 28.6.: Mein Beitrag wurde u.a. von Peter Wagner im Blog von Jetzt.de (Süddeutsche aufgegriffen). Er fügte hinzu, dass die Enwicklung auch mit der Bolognareform zusammen hängt, die es einfach ermöglicht, neben zahlreichen Mix-Fächern (mit Wirtschaft) auch Kombinationen wie z.B Physik-Bachelor und MBA zu wählen. Das ist völlig richtig. Im Zweifel empfiehlt sich eine Kombi oder ein Mix-Fach (allerdings nicht alle, z.B. habe ich eher schlechte Erfahrungen mit regional bezogenen Wirtschaftsstudien, gute mit Technik/BWL-Mixen).

About Svenja Hofert

Ungefähr 35,4 Bücher geschrieben, einige Bestseller und Standardwerke, 5002 Kunden, ein halbes Leben Coaching, Beratung, Ausbildung. Viele Menschen weitergebracht, Neues entwickelt. Analytisch, hohe Komplexitätsakzeptanz; bei aller Menschenliebe mit Blick fürs Unternehmerische, für Talente, Visionen, Strategien. Einige nennen mich visionär, querdenkerisch, andere pragmatisch und bodenständig. Am Ende gilt beides?

31 Kommentare zu “Das nächste Opfer des Schweinezyklus heißt BWL

  1. Kann ich aus meiner Praxis nur bestätigen. Der Zustrom zum BWL Studium hält an, weil das Fach so schön generisch ist und als „nicht schwierig“ kolportiert wird. Meine Kinder bekommen zu Hause keine BWL-Empfehlung.

  2. Da ist sinnvolle Studienfachwahl gefragt: es gibt mittlerweile sinnvolle Angebote für Doppelqualifikationen, die das klassische reine BWL-Studium ablösen können, z.B. Wirtschaft mit Pädagogik, Psychologie oder gar Naturwissenschaften kombiniert. Wenn es denn unbedingt Wirtschaft sein muss – wie Sie ja so treffend schreiben, sind die Beweggründe für die Fachwahl nicht unbedingt inhaltliche …

  3. Ich empfehle Unschlüssigen das Studienfach Wirtschaftsingenieurwesen. Zum einen, da gute Grundlagen in den wichtigsten BWL-Fächern vermittelt werden, zum anderen weil hier auch der technische Part sowie die Ingenieursgrundlagen nicht zur Kurz kommt. Je nach Interesse kann man sich bei einigen Unis weiter spezialisieren.

  4. Hallo Frau Hofert,
    Mensch… Sie können einem ja ganz schön Panik machen 😉

    Was verstehen Sie denn unter dem Aufbau eines „interessanten Fachprofiles“ im Bereich BWL. Wie sähe Ihrer Meinung nach ein zeitgemäßes, interessantes aus?

    Danke für Ihre Inspirationen,
    Paul

  5. Hallo Paul, nö, Panik wollte ich nicht verbreiten, nur ein wenig Realismus. Finde schade, wenn jemand aus Vernunftgründen etwas studiert, was sich dann als nicht vernünftig rausstellt. Verschwendung von Ressourcen – oder? Ich meine damit, dass das Profil einen roten Faden hat: Wie der aussieht, ist individuell. Es kann sinnvoll sein, breite Erfahrungen zu sammeln und dann die Blöcke Werbung, Produktmanagement und Online-Marketing zusammenzustecken. Es kann auch sinnvoll sein, sich auf eine Branche, wie Medizintechnik, zu spezialisieren…. Oder… Entscheidend für mich: was macht für die individuelle Persönlichkeit, deren Kompetenzen, Interessen und Kenntnissen sowie Erfahrungen wirklich Sinn. Und einmal im Jahr überlegen: Wie und womit kann ich mein Profil sinnvoll erweitern? LG Svenja Hofert

  6. Am meisten schockiert mich an Ihrem Artikel die Schilderung der Datenerhebung durch das Statistische Bundesamt.

    Auf http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/Fachveroeffentlichungen/BildungForschungKultur/Hochschulen/StudierendeHochschulenVorb2110410118004,property=file.pdf

    Seite 21 heißt es
    „Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften“

    Das erscheint nicht hifreich bei der Analyse. Vor allem nicht, wenn man bedenkt wie feingliedrig die Studienlandschaft geworden ist und dass Hochschulen mehr denn je Marketing betreiben. Das bedeutet, dass der Inhalt der Lehrveranstaltungen, die Grade und Namen der Abschlüsse und die Darstellung der Studiengänge in der Öffentlichkeit stark voneinander abweichen können.

    Natürlich wäre es nun nicht ratsam, dass das Statistische Bundsamt plötzlich die Kategorien ändert. Das würde die Datenbestände fortan unvergleichbar machen.

    Eventuell ist diese Art der Statistik dennoch ein Auslaufmodell und wir brauchen in Zukunft viel dynamischere Daten als Grundlage, um Vorgänge in der Bildung und Wirtschaft überhaupt beschreiben zu können und entsprechend zu reagieren.

  7. Hallo Michael, ja, das Problem wäre wohl die Unvergleichbarkeit. Und vollkommen richtig: Das System ist eigentlich unvergleichbar geworden und dies wird sich noch mehr verstärken, je weniger klassifizierbare Berufsfelder und Studien wir haben. Wie man eine so dynamische Entwicklung abbilden kann…? Vielleicht ist das nicht möglich. Eine Möglichkeit der Trennung der Daten im Bereich VWL/BWL und Jura vermute ich aber schon 😉 Danke für den Kommentar und Grüße Svenja Hofert

  8. Ich muss leider sagen, dass ich selten einen unqualifizierteren Artikel gelesen habe.
    Wenn ich lese, dass ein Physiker mit MBA einem Master-BWL-Absolventen vorzuziehen ist, dann kann ich mir nur die Hände vor Augen werfen.
    Wer sich jemals mit dem Inhalt eines BWL-Studiums im Master beschäftigt hat und dem die Inhalte eines MBA gegenüber gestellt hat, der wirkt ganz schnell merken, dass MBA nur Geldmacherei ist.
    Ein Professor der BWL hat einmal gesagt, dass er sowohl Kurse im BWL-Bachelor und Master gibt und andererseits MBA-Kurse hält. Für jemanden, der ein Bachelor-BWL-Studium absolviert hat, ist der MBA pure Langeweile.
    Man muss darüber hinaus ganz klar differenzieren, dass lediglich (nüchtern betrachtet: „minderwertige“) Studenten von FHs und schlechten Uni’s (im Fachbereich) wie Wuppertal oder Leipzig keine Chancen am Arbeitsmarkt haben. Auf jetzt.de wurde z.B. Bayreuth erwähnt. Wer in Bayreuth, Münster, Köln, Mannheim oder aber München seinen Master in BWL absolviert, der wird von den Unternehmen immernoch mit Kusshand genommen. Ggf. sollte man nicht auf vermeintliche „Bildungsexperten“ hören, sondern die übwerwältigende Resonanz einer Vielzahl von Unternehmen in Betracht ziehen. Diese sind nämlich in ansteignder Anzahl direkt an den Unis und buhlen um die Studenten – siehe Kontaktmessen, Gastvorträge, Kongresse, etc pp.
    Das BWL per se weniger schwierig ist als Technik orientierte Studiengänge ist überdies auch ein hoffnungslos unqualifiziertes Argument, da es – mal wieder – nicht genug differenziert wird. Studiere ich an o.g. Universitäten BWL werden die Studenten teilweise bis zum Exzess mit Stoff überworfen. Dabei geht es nicht – wie bei Kulturwissenschaftlern z.B. – um einfaches Auswendiglernen von banalen Zusammenhängen, sondern z.B. um hochkomplexe Steuertheorien (Rechtsformumwandlung z.B.), Massen an zusammenhängenden Bilanzierungsregeln (HGB, IFRS, US-GAAP, uam.) oder aber um vielschichtige kapitalmarktnahe Theorien.

    Das allseits beliebte „BWLer-Bashing“ kommt dem informierten Betrachter immer wie ein wenig Trotz und Neid (aus eigener Erfahrung vor allem aufgrund der Einkommentrends) vor.
    Zur Stern-Ampel: Traue keiner (populär-wissenschaftlichen) Studie, die du nicht selbst gefälscht hast :-).

    In diesem Sinne!

    • Hallo Alex, habe mich schon gewundert, dass bisher gar nichts Kritisches kam, sondern nur Zustimmung 😉 Danke, nicht nur insofern, für die andere Perspektive und Meinung. Es gibt immer mehrere Wahrheiten – und eine Entscheidung funktionioniert am besten, wenn man alle kennt und selbst abwägen kann, wem und was man glaubt; oder eine eigene These davon ableitet. Vollkommen richtig, mit einer guten Note aus Münster oder Köln gibt es für BWLer keine Probleme – im Moment. Aber es trennt sich eben die Spreu vom Weizen; und betroffen ist beileibe nicht nur Leipzig 😉 Es geht auch nicht nur um Jetzt, sondern um später. Unqualifiziert sind die Zahlen sicher nicht – die kann jeder beim IAB einsehen und sie sind ganz sicher nicht gefälscht. Der Stern lag übrigens fast immer richtig, weil er sich auch dieser Zahlen bedient. Aber ohne Praxis ist Theorie nichts – und die Praxiserfahrung bestätigt das. Was wir hier erleben, ist eindeutig: es gibt ein Problem mit BWL und nicht nur für FH-Absolventen und die schlechte Unis. Wie gesagt: Derzeit ist mit einer 2,1 aus Münster alles grün. Es geht aber nicht um „derzeit“. Was ist in 10 Jahren? Es geht darum zu begreifen, wie sich unsere Arbeitswelt wandelt. Klar haben Sie recht, dass ein MBA die Feinheiten des Rechnungswesen und von US-Gaap nicht kennt und auch nicht prädestiniert ist, sich in diesen Bereichen zu vertiefen. Allein: Die Zahl der Stellen, die einen (teils) technischen oder naturwissenschaftlichen Hintergrund erfordern wachsen. Beu US-Gaap wird sich nichts mehr verändern, im Finanzbereich wächst höchstens die IT-Verfleichtung. Und exakt um das geht es: siehe meine beispielhafte Kombi.
      LG Svenja Hofert

      • Ich halte die Einschätzung für völlig richtig, daß Physiker und Ingenieure mit MBA im Zweifel dem reinen BWL Absolventen vorzuziehen sind (und nicht selten vorgezogen werden) – der MBA ist allerdings dabei eher zusätzliches Beiwerk (ich persönlich halte einen klassischen BWL Aufbaustudiengang für sinnvoller). Aus persönlicher Erfahrung weiß ich, daß es Physiker gibt, die als Manager arbeiten, im Controlling, im QM, als CFO und vieles andere, aber ich kenne KEINEN EINZIGEN BWL Absolventen, der in irgend einer Weise in der Physik oder als Ingeniuer untergekommen ist (eine kleine Ausnahme sind BWLer mit Weiterbildung in IT-nahen Bereichen). Es gibt sogar Physiker, die es zum Wirtschaftsprofessor gebracht haben. Aber umgekehrt? Das hat seine Gründe. Die Gründe sind dieselben, aus denen es in Fächern wie Physik, Chemie, Mathematik, Elektrotechnik ursprünglich keinen NC brauchte (heute gibt es in Physik einen NC an einigen wenigen besonders beliebten Unis z.T.) Das Thema „Auswahl“ erledigt sich aber meist schon in der Oberstufe – spätestens aber in den ersten beiden Semestern. Ich kenne sogar ein erfolgreiches High-Tech Unternehmen, in dem selbst der Personalchef ein Physiker ist. Der hat nach 30 Jahren in dieser Position eine ungefähre Vorstellung davon, worin der Unterschied zwischen einem Naturwissenschaftler/Ingenieur und einem BWLer besteht. Außerdem ist es kein Zufall, daß viele der Top Consulting Unternehmen auf Mat/Nat Absolventen setzen – mit oder ohne wirtschaftswissenschaftliche Zusatzausbildung. Auch einige der besten WiWi Studiengänge bedienen sich mehr und mehr Naturwissenschaftlicher Methoden, werden mathematischer, systemwissenschaftlicher, tiefer. Der klassische BWLer hat dann allenfalls noch eine Chance, wenn er zugleich mit einer angeborenen Begabung als Führungspersönlichkeit daherkommt – ein klares Defizit vieler Naturwissenschaftler. Und das Argument mit dem Einkommen und Neid… es gibt tatsächlich Leute denen es nicht nur auf die Höhe des Einkommens ankommt, und die ihre Zufriedenheit anderswo sehen und suchen als auf ihrem Bankkonto. Mir ist niemand bekannt der in erster Linie wegen der zu erwartenden Reichtümer ein naturwissenschaftliches Fach studiert hat. Auch DAS ist ein fundamentaler Unterschied vor allem zu BWLern und MBA Studenten (aber auch zwischen diesen und vielen VWLern, die aus meiner Sicht in der Tendenz sehr viel mehr wissenschaftliches Interesse mitbringen).

        • danke, klasse Ergänzung. Ja, ich sehe auch, dass die meisten VWLer einen ganz anderen Typus verkörpern (analytischer sind und wissenschaftlicher). LG Svenja Hofert

  9. Viele kaufmännische Berufe, wie Assistent, Einkäufer, Disponent, Verkäufer, Buchhalter, Projektmanager oder Verwalter werden derzeit mit BWL-Absolventen 2. Klasse, wie Bachelor, Berufsakademie oder Fachhochschule besetzt. Es ist selbstverständlich, dass das Gehalt an die Position gebunden ist.

  10. Pingback: Der große Bluff mit MINT-Geruch | Karriereblog von Svenja Hofert - Die Expertin für neue Karrieren

  11. Pingback: Das Märchen vom todsicheren BWL-Studium: Guter Job? Träum weiter! | Berufebilder by Simone Janson

  12. Pingback: Das Märchen vom todsicheren BWL-Studium: Guter Job? Träum weiter! | Digitaler Wandel, Bildung, Arbeit

  13. Die Ideen sind ganz gut – man kombiniere Physik mit einem MBA etc., aber mal im Ernst: Wer würde einen MBA-Physiker beispielsweise im Rechnungswesen oder im Controlling einstellen? Ggf. könnte man den Physiker im Einkauf oder in der IT-Abteilung nutzen (je nach Branche), vielleicht auch im technischen Vertrieb, aber in der Regel braucht man Physiker für die „Produktion bzw. Entwicklung & Forschung“ …
    Außerdem stellt sich doch auch die Frage wie der Fachbereichsleiter, wahrscheinlich ebenfalls ein BWLer eine Einstellung von „Physikern“ sieht…

    Man kann das Beispiel auch auf Informatiker übertragen, die fühlen sich den BWLern auch gerne mal überlegen und haben im Kern nicht unrecht, aber wer würde denn solche Informatiker im Team haben wollen? Das hat dann weniger mit Fachwissen zu tun, sondern eher mit der „Philosophie innerhalb des Fachbereichs Betriebswirtschaftslehre“, wenn wir schon von Fachwissen sprechen…

    Einem Physiker oder Informatiker bringt ein MBA-Studium im Kern doch nur die Möglichkeit in der Geschäftsführung oder technischen Abteilung auf hohem Niveau mitzusprechen bzw. diese zu leiten, wobei die IT in Zukunft auch von Betriebswirten gelenkt werden wird…

    Betriebswirtschaft ist die Kernkompetenz dieser Zeit und das wird sich nicht ändern. Ich denke jeder betriebswirtschaftlich geprägt Bereich (Marketing, Personal, Rewe, Co etc.) wird oder sollte auch von Betriebswirten gelenkt werden.. Physiker können in die Entwicklung oder Produktion gehen und mit einem MBA auch dort Abteilungsleiter werden…. jedenfalls wäre das für mich das optimale Unternehmenssystem.. und einen kreativen Controller braucht auch niemand.. wobei sich auch die Frage stellt warum ein Physiker oder Informatiker sich mit Controlling beschäftigen sollte, denn aus dessen Sicht ist BWL viel zu „Speziell“ und im Kern auch nur einfachste Mathematik…

    • Danke für die Ergänzung. Man sollte überlegen, wie sich die Arbeitswelt verändert und dann steht das Postulat der BWL auf schwachen Beinen, eher schon Wirtschaftswissenschaften. In direkten Anwendungsbezügen zu denken, halte ich für falsch. Junge Menschen sollten denken lernen, sich Meinungen zu bilden und ihr Wissen bedarfsorientiert zu erweitern. … Und zur Physik: Schon jetzt habe ich hier in der Beratung Physiker, die in allen möglichen Bereichen arbeiten. Dieses abteilungsbezogene Denken ist doch ein Auslaufmodell. Die grundsätzliche Frage lautet: Studium a.) als Grundlage der weiteren Bildungsfähigkeit oder b.) als Zufütterung der Arbeitgeber. Wenn wir eine sinnvolle Welt wollen, in der es nicht nur um Gewinnmaximierung geht, dann plädiere ich unbedingt für a.) LG Svenja Hofert

    • Ich denke hier geht es um die Frage Arbeit oder nicht Arbeit. Es gab eine Zeitlang einen Physikerüberschuss in D, und es gibt auch viele Physiker, Ingeniuere etc. die aus allerlei Gründen nicht auf der Höhe der Zeit in ihrem Fach mithalten konnten, oder die mittelmäßige Absolventen sind in IHREM Fach, und sich dann in WiWi Hinsicht weitergebildet haben. Natürlich ist das in der Regel NICHT der gewünschte und geplante Arbeits- und Lebensweg, aber es ist eine Möglichkeit die von vielen genutzt wurde und wird. Es gibt zahlreiche Naturwissenschaftler die auch außerhalb von Entwicklungsabteilungen Tätigkeiten in Unternehmen ausführen – auf unterschiedlichstem Niveau. Die potentiellen Einsatzbereiche sind einfach sehr viel breiter als beim reinen BWLer oder MBA.

  14. Also wollen Sie damit sagen, dass die Studienwahl Wirtschaft im speziellen Betriebswirtschaft eine schlechte Wahl ist und ohne Zukunft ?

    Ich bin zur Zeit eine „frischgebackene“ Studentin und habe vor mein Studium zu wechseln. Ich studiere zur Zeit medizinische Informatik aber aufgrund vieler Probleme und vor Allem unnötigen Regelungen wie Zugangsbeschränkungen bei Prüfungen (d.h.: nur die 275 Besten dürfen weiter studieren und auch wenn man eine sehr gute Punkteanzahl hat aber nicht unter die 275 Besten ist muss man aufs zweite Semester warten und es wieder versuchen). Ich hatte an ein Wechsel zum Studium Internationale Betriebswirtschaft gedacht, aber wie Sie jetzt alles darstellen ist dass eine schlechte Wahl für jeder Mann. Nichtsdestotrotz klingt dieses Fach vielversprechend und dieses „Internationale “ ist damit verbunden, dass man eine gute Chance für die Zukunft haben sollte, wie ich von sehr vielen höre. Und was ich noch hinzufügen möchte ist, dass man Leider in Österreich oder Deutschland nicht wirklich weiter kommt im Beruf egal welche Richtung. Um weiterzukommen muss man im Ausland rumreisen. Außerdem finde ich, dass ein Master als Betriebswirt nicht sehr schlecht ist. Es kommt nur drauf an was man alles dafür tut und was man bietet. Angenommen man spricht mehrer Sprachen, hat schon in vielen verschiedenen Ländern gearbeitet und dadurch viel Erfahrung gesammelt. Wieso sollte man nicht erfolgreich werden als Betriebswirt ? Zusätzlich ist die Wirtschaft sozusagen bodengleich, die Politik, die Menschen und die Welt wollen eine bessere Wirtschaft, deshalb braucht man neue und bessere Wirtschaftler.Ja, es schaut aus als ob die Wirtschaft sich nie bessern wird, aber ich sage nur „wer weiß was passiert?“.

    An Publizistik dachte ich auch, aber um in diese Fach sich hocharbeiten zu können,braucht man viele Kontakte und Mut. Obwohl es mich sehr interessiert und ich auch dafür gedacht bin, zweifel ich daran hier wirklich erfolgreich zu werden. Vielleicht mit 40 Jahren aber da bin ich ja als Arzt besser dran, da das Studium und der Werdegang zu einem Arzt viel Zeit in Anspruch nimmt.

    Nun eine Frage an Sie Fr. Hofert, ich würde gerne wissen was man dann studieren sollte, um eine rosige Zukunft zu erwarten bzw bessere Jobchancen hat ? Und sollte ich den Wechsel zum Studium Internationale Betriebswirtschaft lieber sein lassen ?

    Ich danke Ihnen im Vorhinein für Ihre Antwort.

    • Hallo, ich finde medizinische Informatik ist eine sehr inetressante und tragfähige Richtung; vielleicht sollten Sie dabei bleiben. Betriebswirtschaft ist keineswegs generell „falsch“. Wie viele Experten glaube aber auch auch, dass es vielfach eher eine Zusatzqualifikation sein wird und nicht mehr nur Grundqualikation. Das Zauberstudium gibt es leider nicht. Jeder muss seinen eigenen Weg finden und seine eigene Kombi. LG Svenja Hofert

  15. Hallo Frau Svenja Hover,

    Ihre Ansichten habe ich mit großem Interesse gelesen und ich finde Sie haben recht plausible Ansichten. Mein Kommentar stellt aber mehr die Frage, ob ich nach dem VWL Bachelor (Abschluß Juli 2013) noch eine Lehre machen soll.
    Das VWL Studium an der Uni Innsbruck war doch sehr theoretisch und hatte, das muß ich leider sagen, überhaupt keinen Praxisbezug. Zugegeben meine Leistungen waren nicht besonders, die Theorie ist wohl nicht meine Stärke, so daß ich bis heute noch keine Praktikantenstelle finden konnte. Ich werde im Sommer 27 Jahre und stelle mir nun ernsthaft die Frage, ob ich unter diesen Voraussetzungen nicht doch noch einmal eine praktische Ausbildung (Lehre) bei einer Bank als Finanzwirt o.ä. machen soll. Ich könnte mir gut vorstellen, daß auf lange Sicht gesehen, dieser Weg auch Sinn macht. Was meinen Sie?

    • Hallo, ich würde 1.) klären, war Sie gut können und auf welchem Gebiet Sie sich mit Freude und Motivation entwickeln können und 2.) praktische Erfahrung gewinnen. Hier erstmal lieber Praktikum und dann ggfs. Lehre, wenn Sie merken, das ist es. Aus VWL kann man viel machen, was gar nichts mit VWL zu tun hat…in Richtung E-Commerce, in Richtung Finanzen, vieles denkbar, aber vor der Entscheidung sollte die Orientierung kommen. LG Svenja Hofert

  16. Hallo Frau Hofert. Ich werde es mir gut überlegen. Eine praktische Ausbildung behalte ich aber im Auge.
    Mein Vater schwört auf eine praktische Ausbildung. Er ist der Meinung, dass man so auf allen Ebenen besser miteinander sprechen kann.
    Noch etwas – ich finde es schade, dass die Firmen für eine freie Stelle immer nur fertige Spezialisten suchen, mit ganz bestimmten Fähigkeiten, so dass eine Einarbeitung so kurz wie möglich ist und nach Möglichkeit völlig entfallen kann. Die Arbeitsverträge scheinen mir darauf, mit den Zeitverträgen, abgestimmt zu sein. Mein Vater sagt, dass es früher anders war. Da haben die Firmen in die Mitarbeiter für die Einarbeitung Zeit investiert und für sich ausgebildet. Die Firmen hatten eine Führsorgepflicht, die sie auch lebten, die irgendwo auch mal geschrieben stand. Das gibt es nun praktisch nicht mehr. Schade

  17. Ja, ich denke auch, dass BWL nicht unbedingt die beste Vorbereitung vor allem für die berufliche Selbstständigkeit ist. Denn da sind vielfach andere Dinge gefordert.
    Und wenn es schon BWL sein muss, sollte man irgendetwas Fachliches noch dazu nehmen, zum Beispiel Programmieren lernen.

  18. Meiner Meinung nach kann man nicht pauschalisieren, wie erfolgreich man mit welchem Studienfach wird.
    In Ihrem Buch „Am besten wirst du Arzt“ glorifizieren Sie den Arztberuf, ohne beispielsweise zu erwähnen, dass Assistenzärzte im Vergleich zu ihrer hohen Verantwortung nicht sonderlich gut verdienen, häufig überlastet sind und unglücklich, Sie gehen nicht auf die Hierarchie in Kliniken ein, nicht auf die Bürokratie durch Staat und Kassen.

    Und im BWL-Bereich differenzieren Sie nicht, wer beispielsweise Finance vertieft hat viel bessere Karten als im Marketing.

    Und dass Lehramtskandidaten heutzutage bessere Chancen haben als zB WiWis, glauben Sie doch wohl selbst nicht. Wer kriegt denn noch einen Beamtenvertrag? Wer wird nach dem Referendariat übernommen?

    Man sollte junge Leute das studieren lassen, was sie interessiert.

  19. BWL ist natürlich sehr vielseitig und theoretisch muss man viele Faktoren unterscheiden. Welche Schwerpunkte, welche Uni, welche sonstigen Kenntnisse.
    Leider sieht die Praxis (zumindest aktuell) aber so aus: Offene Stellen gibt es nur wenige. Entsprechend deutlich wird das im Artikel gezeigte Problem der „zu vielen Absolventen“. Schließlich fehlt in 90 % der Unternehmen schlichtweg die Kapazität, um jede Bewerbung im Detail zu prüfen. Da helfen dann auch keine besonderen Nebenfächer, Programmierkenntnisse oder anderweitiges ausgewiesenes studiumfremdes Praxis-Know-How (und wenn es Social Media ist). Man fällt stattdessen oft sofort durch’s Raster. Dies ist am Ende dann auch wieder unabhängig vom Studienfach. Den Wirtschaftsingenieur kann dies genauso treffen, wenn er ins Marketing einsteigen möchte.
    Am Ende geht es m. E. eher um die klassischen BWLer-Jobs, die mittlerweile natürlich meist auch der Wirtschaftspädagoge oder Kommunikationswissenschaftler machen kann und (viel wichtiger) darf! Dadurch gibt es noch mehr Bewerber auf stetig weniger Stellen.
    Also im ersten Schritt noch mehr Zufall bei der Personalauswahl. Wer Glück hatte und in die engere Auswahl kommt, der kann sich dann überlegen, ob nun BWL oder WING oder anderes der ideale Studiengang ist, obgleich dann sowieso andere Faktoren gefragt sind. Bis dahin: Eine Jobgarantie hat und die Kusshand bekommt aktuell absolut niemand, der einen Wirtschaftsjob anstrebt. Fachkräftemangel gibt es nur in ganz bestimmten Ingenieursbereichen. Und das Studienfach ist bei dem Ganze wohl der am wenigsten relevante Faktor.

  20. Ich habe den Bachelor of Science in BWL in 2010 gemacht und mit gut abgeschlossen. Vor dem Studium auch schon eine Ausbildung abgeschlossen und ein Jahr gearbeitet, hatte aber nichts mit dem Studiengang zu tun. Der Studiengang ist schon spezialisiert gewesen auf Gesundheitswirtschaft. Aber nach dem Studium habe ich nicht den Berufseinstieg gefunden. Nun arbeite ich auch schon fast zwei Jahre „Branchenfremd“ und eigentlich unterbezahlt, wenn man einen FH-Abschluss hat. Jetzt überlege ich, ob ich noch den Master machen soll, habe aber bedenken, dass es nach dem Abschluss auch erst einmal wieder schlecht aussieht. Besonders wie schon jemand anders hier erwähnt hat, dass die Unternehmen Leute suchen, die mit 30 schon 5 Jahre Berufserfahrung haben und schon den Master haben soll.Und es wird ja auch angeraten nach dem Studium nicht diverse Praktika noch zu machen, ich meine ein Studium ist ja auch schon berufsqualifizierend. Aber wie schon gesagt, heute hat kein Unternehmen mehr Zeit oder die entzieht sicht der Fürsorgepflicht jemand umfangreich einzuarbeiten. Mann muss ja auch irgendwie Geld verdienen und anfangen dürfen irgendwo ein Fuss in die Tür zu bekommen. Es ist besonders toll, wenn man nicht direkt nach dem Bachelor den Master anhängen kann aufgrund des neuen Bewerbungsprozesses zum Master hin und dann kein Platz bekommt. Wer denkt sich sowas aus??? Die Unternehmen nehmen ziehen den Master vor Bachelor. Und wenn ich höre dass Doktoranten für ein Traineeprogramm genommen werden, dann stimmt doch was nicht. Auch Leute mit Masterabschluss haben Schwierigkeiten irgendwo unterzukommen. Kein Uni oder FH-Abschluss ist garant für eine Arbeitsstelle nach dem Abschluss. Es wird teilweise auch völlig neben dem Bedarf an Fachkräften ausgebildet. Und es studieren immer mehr und die Konkurrenz wird immer größer und wahrscheinlich bleiben viele auf der Strecke. Der Bologna Prozess war nicht gut. Man investiert so viel Zeit und Geld in ein Studium und irgendwann fragt man sich ob es sich jemals auszahlen wird. Zumal man die ganze Zeit auch nichts in die Rentenkasse einzahlt. Ingenieurstudiengänge erscheinen mir auch gegen reinen Wirtschaftsstudiengängen besser gestellt. Es ist aber nicht jeder für so ein Studium geeignet.

    • ja, Sie haben recht. Bachelor konkurrieren mit dualen oder betrieblich ausgebildeten und stehen im Zweifel besser da. Wir haben in Deutschland durch die duale Ausbildung eine andere Situation. Das führt dazu, dass als ausreichend akademisch eher jemand mit Master angesehen wird. Das mit dem am Bedarf vorbei, ist ebenso richtig. Eigentlich haben Unis aber ja auch nicht den Auftrag, für die Wirtschaft auszubilden… und dann tun sie es doch und etablieren schon wieder CSR… grrr. trotzdem, weitermachen, Berufserfahrung sammeln -> dann wird´s leichter. LG Svenja Hofert

  21. Hallo Frau Hofert,

    möchte den Master in Personalentwicklung nach meinem MBA Studium Sozialmanagement ablegen. Hat das Zukunft oder soll ich gleich ein Diplom BWL Fernstudium mit Schwerpunkt Personal studieren? Zu was können Sie mir raten?

  22. Auch meine Erfahrungen decken sich – leider- größtenteils mit der im Artikel wiedergegebenen Meinung. Aus anderen Bereichen kommend und BWL-Wissen „on-top“ sind die Chancen wesentlich besser. Durchaus verständlich auch, wenn man schaut, wie viel Praxisrelevanz von dem großen Wust an viel heißer Luft am Ende übrig bleibt – das lässt sich gut nach einem naturwissenschaftlichen oder technischen Studium draufsatteln.

    Ich selbst habe den damals sehr gehypten angeblichen „Elitestudiengang“ Kultur-BWL absolviert, also BWL mit zusätzlichen Qualifikationen in einer Fremdsprache, sowie vertieften Kenntnissen der Zielregionen (Politik, Geografie, Geschichte, Kultur usw.). Da meine Ratgeber allesamt der alten Schule angehörten, folgte ich ihrer Empfehlung, mich breit aufzustellen, also eher allgemeine Managementkompetenz zu erwerben. Ein BLÖDER Fehler. Zusammen mit einem früh während des Studiums zur Welt gekommenen Kind war das nicht nur ein Karriere- sondern sogar ein völliges „Berufsaus“. Ich hätte -auch langfristig- alle Unterstützung für einen engagierten Einstieg in Vollzeit gehabt, den Willen und die Power sowieso, aber bis auf eine völlig fachfremde Stelle am anderen Ende der Republik fand ich rein niemanden, der auch nur ein Erwägung ziehen wollte, mich einzustellen. 3 Fremdsprachen fließend und Prädikatsexamen an der angeblichen Eliteuni hin, Auslandsaufenthalte, Praktika und soziales Engagement her. Ich versuche seitdem, irgendwie in meinem ursprünglichen Betätigungsfeld, also im wirtschaftlichen Bereich, Fuß zu fassen- doch bisher vergeblich. Während einer weiteren Elternzeit (damit die Familienplanung dann abgeschlossen ist), wollte ich mich spezialisieren im Bereich Internationale Rechnungslegung / IFRS / Bilanzbuchhaltung und hätte es auch fast greschafft, trotz geringer Praxiserfahrung hineinzukommen, doch alle Beratungsstellen und Arbeitsagenturen rieten mir ab- die Aussichten seien danach nicht besser, eher im gegenteil, es gäbe viel zu viele Wirtschaftsabsolventen, vor allem hier im Großraum um die Landeshauptstadt, gut ausgebildet sei ich ja ohnehin, mir fehle eben die Berufspraxis. Und so schließt sich der circulus vitiosus, ohne Berufspraxis keinen Job, ohne Job keine Berufspraxis.

    Mein genau gegenteilig ausgebildeter Mann hat übrigens trotz schlechter Studienergebnisse, mittelmäßiger Fremdsprachenkenntnisse und ohne Auslandsaufenthalte eine kometenhafte Karriere hingelegt – er war zur rechten Zeit am rechten Ort und hat eine Chance bekommen, sich zu beweisen.

    Die hätte ich auch gerne – es ist frustrierend zu sehen, wie oft Stellen unbesetzt bleiben, die ich gut ausfüllen könnten, nur weil ich durch das standardisierte Raster falle und sich in diesem durchgetakteten System keiner traut bzw. trauen kann, mir eine Chance zu geben.

Schreiben Sie einen Kommentar!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*

Artikel zu ähnlichen Themen: