Brückenbauen: Wie Sie Ihr eigener Lebenslauf-Architekt werden

Neulich bekam ich nach zwei Jahren eine Dankesmail von einem Kunden. Unser Konzept des Brückenbauens hätte geklappt, freute er sich. Mit etwas Geduld sei er über einem kleinen Umweg jetzt da angekommen, wo er hinwollte.

Wie komme ich von A nach B?

Diese Frage stellt sich jeder, der sich beruflich verändern möchte – ob er nun aus der Selbstständigkeit heraus, von einer in die andere Branche springen oder einen Funktions- und Bereichswechsel vornehmen möchte.

Je größer die Veränderung, desto schwieriger wird sie. Ist ja klar: Sie werden für Ihre Erfahrung eingekauft, oft auch für Kontakte und Netzwerke innerhalb einer Branche. Wenn Sie diese in die nächste Position nicht mehr einbringen können, sind Sie schlicht weniger wert. Je größer die Veränderung, desto weniger funktioniert sie außerdem über Bewerbungen. Vielleicht geht es auch erst einmal eine Nummer kleiner?

Brücke, wo bist du?

Wer lieber in kleinen Schritten denkt, ist mit meinem Brückenprinzip gut beraten. Es geht darum zu analysieren, was in meinem Lebenslauf mich in einen anderen Job führen könnte.  Es geht darum, Brücken zu suchen. Vielfach sieht man sie selbst gar nicht. Ein Kunde war völlig überrascht, dass eine uralte Ausbildung zum Speditionskaufmann ihm 20 Jahre später zum Traumjob verholfen hat. Ein anderer merkte erst in Gesprächen, dass seine handwerkliche Nebentätigkeit entscheidend für eine Tätigkeit als Ausbildungsbetreuer in einem produzierenden Unternehmen war.

Was kann ich tun?

„Auf welche Stellen in Festanstellung könnte ich mich nach 11 Jahren als Unternehmerin bewerben?“ fragte ich diese Woche Kollegen mehr zum Spaß. Im Ernst: Es fällt mir selbst nicht viel ein, außer dass ich vermutlich nicht so gut geeignet bin für die meisten angestellten Jobs. Es gab eine Menge Ideen, Firmenkundenberater bei der Bank zum Beispiel. Warum? Die Brücke sind meine Kontakte zu Selbstständigen. Ein Banker hat mir bestätigt, dass es gar nicht unrealistisch sei, fachfremd in solche Bereiche zu kommen. Ehrlich, darauf wäre ich selbst nie gekommen. Und genau darum geht es. Sie kommen selbst oft nicht auf das Naheliegende.

Ich habe Ihnen hier zwei Beispiele vorbereitet, wie man in Brücken denken kann. Auf Facebook können Sie diese Woche außerdem meinen Brückenbauer in Word herunterladen. Dabei ist es wichtig, neben Brücken auch sein Ziel zu kennen. Je klarer das Ziel, desto einfacher lässt sich ein Pfeiler ans andere Ufer schlagen. Natürlich können zwischen Brücke und Ziel auch viele hunderte Kilometer liegen. So viele Kilometer, dass der Sprung zu groß ist, um ihn zu „überbrücken“. Dann könnte es Sinn machen einen Zwischenschritt einzubauen.

Angenommen, ich wollte Vorstand bei einer Bank werden (keine Sorge, reine Fantasie): Dann wäre es doch schlau von mir, erst einmal überhaupt in die Branche zu kommen und mich dort zu beweisen. Wenn ich dann merke, dass mir Grundlagen über Wertpapiergeschäfte fehlen, eigne ich sie mir an und schaffe dadurch die  nächste Brücke.

Eigentlich ganz einfach, oder? Ich freue mich über Beispiele von anderen Brückenbauern!

About Svenja Hofert

Ungefähr 35,4 Bücher geschrieben, einige Bestseller und Standardwerke, 5002 Kunden, ein halbes Leben Coaching, Beratung, Ausbildung. Viele Menschen weitergebracht, Neues entwickelt. Analytisch, hohe Komplexitätsakzeptanz; bei aller Menschenliebe mit Blick fürs Unternehmerische, für Talente, Visionen, Strategien. Einige nennen mich visionär, querdenkerisch, andere pragmatisch und bodenständig. Am Ende gilt beides?

4 Kommentare zu “Brückenbauen: Wie Sie Ihr eigener Lebenslauf-Architekt werden

  1. Mir fällt dazu eine Weisheit einer Freundin ein:
    Du kannst nicht von A nach B reisen, wenn Du in C bist.

    Soll heißen: Zuerst einmal den Standort genau bestimmen…

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