Sich selbst wiederfinden – Die fiktive Geschichte von Mia

Mein Name ist Mia. Ich bin erfunden worden, weil in diesem Blog weder  Namen genannt noch wahre Geschichten erzählt werden können. Svenja sagt, ich soll möglichst typisch sein, das versuche ich also. Ich stell mich mal vor: Ich arbeite als Geschäftsführungsassistentin bei einem größeren Unternehmen. Das ist ein Job, der für Frauen irgendwie prädestiniert zu sein scheint. Vor allem für Frauen, die steckenbleiben in einer Position. Während Männer in ähnlich exponierter Stellung als Vorstandsassistent oft geradezu nach oben schießen, verschießen wir unser Lebenspulver – an einen machtbewussten Mann.

Mein Chef ist einer, der mich braucht. Bilde ich mir ein.  „Ohne sie klappt nichts hier“, sagt er gern. Das geht mir runter wie Öl, und ich lege dann noch einen drauf. Nachtschichten, Wochenendarbeit alles kein Problem. Meine Familienplanung habe ich komplett auf seine Bedürfnisse abgestimmt, mit der Folge, dass ich jetzt über 40 bin, kein Mann in Sicht ist und ich einfach mangels Alternative weiterarbeite.

Ich kann schlecht nein sagen. Ich will keine Fehler machen und habe Angst vor Kritik. Ich denke  ständig darüber nach, was andere von mir denken. Darüber, sagt meine Therapeutin, habe ich mich selbst verloren.

Mein Problem ist, dass ich eigentlich nicht genau weiß, was mich interessiert und was ich will. Ich lebe davon und damit gebraucht zu werden. “Ihr  Chef ist ein Narzisst“, sagt meine Psychotherapeutin.  Sie meint, solche Männer würden Frauen wie mich einfach benutzen.  Meine Aufopferungsbereitschaft sei sein Erfolg. Der Spruch „hinter jedem Mann steht eine erfolgreiche Frau“ ist wahr – nur bin ich nicht seine Ehefrau.

Natürlich hatte auch ich schon einen Burnout. Seitdem beschäftige ich mich mit dem, was ich will und bin erstaunt über das, was ich so entdecke. Mein Chef ist kein Choleriker, er schont mich jetzt. Aber sicherheitshalber hat er jemand anderen eingestellt, falls ich mal ausfalle. Das ist Strategie, sagt die Therapeutin. Und mir geht es jetzt noch schlechter. Denn nun weiß ich: ich werde wirklich nicht gebraucht.

Können Sie sich wiederfinden? Wenn Sie wie Mia sind, denken Sie einfach mal darüber nach, wie Sie sich selbst wiederfinden können. Machen Sie sich frei.

About Svenja Hofert

Ungefähr 35,4 Bücher geschrieben, einige Bestseller und Standardwerke, 5002 Kunden ist untertrieben, ein halbes Leben Coaching Beratung, Ausbildung nicht. Viele Menschen weitergebracht, Neues entwickelt. Analytisch, äußerst intuitiv, hohe Komplexitätsakzeptanz; bei aller Menschenliebe mit Blick fürs Unternehmerische, für Talente, Visionen, Strategien. Einige nennen mich visionär, querdenkerisch, andere pragmatisch und bodenständig. Am Ende gilt beides?

3 Kommentare zu “Sich selbst wiederfinden – Die fiktive Geschichte von Mia

  1. … und deshalb ist Grenzen setzen (Ärger nutzen) gerade für Frauen ein äußerst ausbaufähiges Thema. Erster Schritt: Die eigenen Grenzen kennen! Dann: Sich abgrenzen. Dann: Diese Abgrenzung sehr sehr deutlich zeigen (so dass es auch der „blödeste Mann“ kapiert). Statt die Frauen-Stärke „immer-nett-sein“ auf alles anzuwenden. Merke: Schwächen sind übertriebene Stärken (Nett sein ist ja erstmal etwas Tolles, aber überall angebracht wird es zur Schwäche. Dann beutet Mia sich selbst aus)

    Schöne Grüße,

    Christoph Burger

  2. Eine männliche Führungskraft, Narzisst muss nicht sein, besetzt seine Büroleitung (früher Sekretärin) weiblich mit Apellohr und Helfersyndrom. Will die Sekretärin die Aufgabe nicht mehr, dann wird sie ersetzt oder vom Chef geheiratet. Frauen mögen übrigens auch Büroleiter mit Apellohr und Helfersyndrom, doch heiraten ist ausgeschlossen. Wie immer benachteiligt, die Männer.

  3. Pingback: Der Wurmfortsatz des Chefs: die neue Kollegin (Mia 2) | Karriereblog von Svenja Hofert - Die Expertin für neue Karrieren

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