Twitter sei Dank: Die Nummer 1.501 ist da! (Social Media Experiment Teil 5)

Jetzt ist es etwas mehr als ein Jahr her, seitdem ich mit dem aktiven Twittern begonnen habe. Bis dahin hatte sich so einen „Ich-beobachte-mal-aber-mach-nix“-Account.

Ein langer Weg war es bis zu den 1.500 Followern, die ich mir jetzt erzwitschert habe. Kollege Jochen Mai meldete gerade gestern, jeder Follower sei 2,50 EUR wert. Das wären dann 3.000 Euro. Nicht gerade viel für meinen Einsatz, wenn man ihn gegen Stundenhonorar aufrechnen würde – auf den ersten Blick.

Aber ich verrate Ihnen was: Ich vermute, meine Folgenden sind sehr, sehr viel mehr wert. Ich kann es im einzelnen nicht beziffern, aber ich merke das mein Twittern Einfluss auf vieles hat, zum Beispiel:

  • auf meine schon vorhandenen Kunden (die mich so immer wieder wahrnehmen und im Zweifel noch einen Termin vereinbaren oder weiterempfehlen)
  • auf meine Blogbeiträge, die umso mehr gelesen werden, je öfter sie bei Twitter empfohlen werden
  • auf Medienanfragen: einige Journalisten habe ich via Twitter schon auf Themenideen gebracht
  • auf die Popularität meiner Websites, denn Twitter zieht sowohl Blog als auch Karriere & Entwicklung sowie Karriereeexperten.com nach oben – deshalb werde ich im Internet noch besser gefunden als ohnehin schon. Das gute Ranking kann ich dann an meine anderen Projekte weitervererben, z.B. an die Karriereexperten. D.h. auch alles Weitere lässt sich schneller aufbauen.

Die Käuflichen

Aber, was ist das? Gerade habe ich den 1.501 Follower erwirtschaftet, zieht da so ein neu angemeldeter Kollege gleich mit 5.000 Folgenden an mir vorbei. Ich sehe nach: Sein Account besteht seit 2 Monaten, er hat 12 Tweets, also Kurznachrichten, in dieser Zeit abgesetzt und eine Klout (das ist die Messzahl für „Internetrelevanz“, www.klout.com) von 11. Das ist ziemlich lausig.

Twitter-Sklaven

Sofort weiß ich: Aha, mein Lieber, da hast du dir ein paar Twitter-Sklaven  gekauft. Ich checke kurz meine Wertung bei Klout. Mein Klout-Score sagt, ich sei eine Networkerin und habe sehr viel relevante (influential) Menschen unter meinen Followern. Ich habe weniger Follower, bin aber „relevanter“. Ha, Kollege, da hast du hier wohl nicht mitgelesen 😉

Ehrlich ist nicht dumm

Konnte ich jemals daran zweifeln, dass der Ehrliche nicht der Dumme, sondern im Internet sowie auch in der realen Welt auch langfristig der Klügere ist? Schnelle Erfolge kann man sich leicht erkaufen, Follower-Sklaven gibt es in 1.000-er-Packs für ein paar hundert Euronen. Die sind wie 100-Euro-Cremes: Viel Blendwerk, nichts darin. Doch Ahnungslose fallen reihenweise drauf rein: Jene die kaufen – und jene, die „abkaufen“. Sagen Sie doch mal in einem Vorstellungsgespräch, Sie hätten 5.000 Follower. Ihre fachfremden Gesprächspartner werden beeindruckt sein…

Ganz am Anfang wollte ich auch mal 5.000 Folgende. Marco Ripanti war entsetzt. Jetzt verstehe ich es: Meine Aussage war der Ahnungslosigkeit des Teilzeit-Twitterers geschuldet. Heute weiß ich: So macht man sich nur falsche Freunde.

Auch für unser Portal Karriereexperten hab ich aufgrund dieser Erfahrung von Anfang an auf ehrliches Twittern gesetzt, auch wenn die große Chose mit 5.000 Folgenden werbewirksamer wäre: In vier Monaten haben wir so immerhin 650 Follower gewonnen. Unsere Devise: alles per Hand ausgewählt, keine automatischen Retweets. Der Vorteil: Die so Folgenden sind relevanter. Es handelt sich nicht um Leer-Accounts oder irgendwelche automatisch generierten Fake-Adressen.

Mein Fazit nach mehr als einem aktiven Jahr bei Twitter: Es macht Spaß und ist eine gute Möglichkeit, die eigene Bekanntheit auszubauen. Accounts bekommen ein Gesicht, denn einige Follower habe ich inzwischen kennengelernt, z.B. saß man ganz zufällig auf einer Veranstaltung nebeneinander. Für das Kooperationsmarketing von Karriereexperten und die VIP-Ansprache konnten wir die Vertriebs-Coacherin Silke Loers gewinnen – auch über Twitter.

Und nun ein paar Tipps für Neu-Twitterer, die hier mitlesen. Um bei Twitter erfolgreich zu sein, braucht es neben einem thematischen Fokus und der üblichen Sichtbarkeit – das bedeutet am besten mehrere Tweets am Tag abzusetzen – Folgendes:

  • Einen bekannten Namen (Demi Moore musste nicht allzu viel tun oder gar Intelligentes sagen) ODER
  • Eine hohe Dialogorientierung mit emotionalen Ansprachen (Einladungen zum Twittcafe, Dankeschöns, Lob, ja Hymnen etc.)
  • Eine sehr intelligente Informationspolitik, so dass andere irgendwann sagen: was der/die auswählt, ist immer richtig gut zum entsprechenden Thema ODER UND
  • Die kluge Einbindung wichtiger Follower durch direkte Ansprache mit einem @ z.B. @svenjahofert, sei es unter Hinweis auf einen Artikel oder durch einen schlichten Gruß ODER UND
  • Eine eingängige Tweet-Strategie, z.B. mit Zitaten berühmter Personen (mich nervt´s, aber es ist erfolgreich, wenn man sich die Leute ansieht, die im Wesentlichen Zitatorientiert tweeten)

Und obendrauf: Ganz viel Durchhaltevermögen. Es gibt so komische Punkte, an denen der Account zu stocken scheint; es kommt einfach keiner mehr dazu. Das haben mir auch Kollegen berichtet, niemand weiß, woran das liegt. Da muss man einfach stur weitermachen. Mache ich. Nächste Mal melde ich mich bei 2.500!

Kommentar im November 2012

Ich wundere mich, dass ich kurz nach Weihnachten nichts Besseres zu tun hatte. Dieses Jahr wird nichts gebloggt zwischen den Jahren… Denke ich… äh….

About Svenja Hofert

Ungefähr 35,4 Bücher geschrieben, einige Bestseller und Standardwerke, 5002 Kunden ist untertrieben, ein halbes Leben Coaching Beratung, Ausbildung nicht. Viele Menschen weitergebracht, Neues entwickelt. Analytisch, äußerst intuitiv, hohe Komplexitätsakzeptanz; bei aller Menschenliebe mit Blick fürs Unternehmerische, für Talente, Visionen, Strategien. Einige nennen mich visionär, querdenkerisch, andere pragmatisch und bodenständig. Am Ende gilt beides?

6 Kommentare zu “Twitter sei Dank: Die Nummer 1.501 ist da! (Social Media Experiment Teil 5)

  1. Stimmt! Gekaufte Follower bringen nicht nur nichts, sie sind auch noch peinlich.

    Kürzlich schaute ich mir die über 2.500 Follower einer mir bekannten regionalen PR-Agentur (!) an, die Tage vorher noch bei einigen hundert Followern krebste. Siehe da, sie kamen zum großen Teil von Übersee und hatten lustige Namen und Fotos. Deutsch konnten sie augenscheinlich auch nicht.

    Dieser Sachverhalt erhöhte nich mein Vertrauen in die Social Media Kompetenz der betreffenden twitternden Agentur.

    Echtheit und Ehrlichkeit – ohne die wird es bei Twitter nicht gehen. Witz und sprachliche Gewandheit sind außerdem erlaubt.

    Wenn dann der content bisweilen noch persönlich und „einzigartig“ ist, ist das Folgen garantiert!

    In einer Sache würde ich noch präzisieren: Leute die ausschließlich zitieren oder andere regelmäßige Tweets senden (paper.li etc.) fliegen bei mir irgendwann raus. Sind diese Inhalte indessen eingebunden in ausgewogene Kommunikation, dann passt’s.

  2. haste recht: einige schaffen es sogar mit rein persönlichem Content, andere nur dialogorientiert. Klar ist: Wer nur Paper.lis raushaut, nervt ebenso wie der, der immer nur platte Werbung für sich selbst macht. Fliegt bei mir auch. Und die Trickser, die sich immer wieder entfolgen, um dir dann zu Re-Folgen, auf dass du ihnen zurückfolgst. Ich frage mich manchmal, für wie blöd man die Leute hält… LG Svenja

  3. Moin,

    auch wenn Sie mir vielleicht „Goldrandbrillen-Mentalität“ unterstellen mögen – Ihre 1.500 Follower sind laut der Mai-Kalkulation immerhin schon 3.750 EUR wert ;o).

    Für mich als einem dieser „Verfolger“ sind Ihre Beiträge wertvoll und hilfreich. Danke dafür! Ich freue mich auf weitere und wünsche ein gutes Jahr 2012.

    • ich unterstelle niemanden etwas (glaub ich). Und Goldränder finde ich eh völlig unterschätzt 😉 Ganz lieben Dank fürs Verfolgen und einen guten Rutsch Svenja Hofert

  4. Hallo und guten Rutsch,

    liebe Frau Hofert. Ich habe mich mittlerweile auch mal in Social Media getummelt und ein Konto bei Twitter mit immerhin 3 Folowern zwinker. Tue da zu wenig. und in Facebook angemeldet. Facebook erschließt sich mir allerdings immer noch nicht. Um neue Kontakte zu knüpfen eignet sich das dort nicht. ICh habe vielmehr versucht neue unbekannte Kontakte via Freundschaftanfragen zu erreichen und bekam von Facebook ein Abmahnung ich solle nur mir bekannte Menschen als Freunde anschreiben. Es gäbe Beschwerden. Also hab ich zum Jahresende mein Facebookkonto deaktiviert. Mit dem Löschen ist das ja etwas schwierig. Facebook ist für mich ziemlich unsinnig und sinnfrei. Wozu ist Facebook da, wenn ich keine neuen Kontakte knüpfen darf.
    So diese kleine Anmerkung mußte sein. Ansonsten werde ich weiter Twittern und xingen. Facebook ist für mich gestorben.
    Man muß also schon differnzieren,was und weiviel Social Media notwendig und sinnvoll ist.
    in diesem Sinne ein gutes neues Jahr und ich werde zumindest hier diesem Blog weiter treu bleiben auch in 2012.
    Grüße B.RE

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