Kolumnen zu Karriere, Führung und Entwicklung

10 Gründe für ein (bedingungsloses) Grundeinkommen

By | 2012-01-09T00:45:29+00:00 8. Januar 2012|

Es war der meistdiskutierte Zeit-Online-Beitrag jemals: Im Interview standen  Theo Wehner, Arbeitspsychologe von der ETH Zürich und der deutsche Grundeinkommen-Aktivist Sascha Liebermann Rede und Antwort. Ich habe das Thema 2006 in einem Buch („Jeder gegen jeden“) und schon mehrmals im Blog aufgegriffen und seitdem immer mal wieder Argumente hin- und hergewälzt.

Meist scheidet sich die Argumentationskette pro und contra Grundeinkommen am Menschenbild der jeweiligen Partei. Die Verfechter eines bedingungslosen Grundeinkommens argumentieren, dass der Mensch im Grunde arbeiten wolle, also eine innere Motivation habe, etwas zu tun. Die Gegner meinen, der Mensch sei träge und muss angeführt werden.

Ich meine: Nichts davon ist richtig – oder beides. Es gibt solche und solche Menschen.  Solche und solche Zeiten (hat der Adel nun gearbeitet?). Und diese und jene Kulturen.

Entscheidend scheint mir letztendlich die Frage, ob eine Gesellschaft genügend Anstöße geben kann, damit Menschen Sinn im Tun finden. Auch der Bildungsstand der Bevölkerung spielt ganz sicher mit hinein.

Unterm Strich sprechen die meisten Gründe für das Grundeinkommen. Die Veränderungen in der Arbeitswelt scheinen mir gar keine andere Lösung zuzulassen:

  1. Die Wirtschaft mag boomen, aber sie teilt sich auch immer weiter in zwei Hälften. In der Gewinnerhälfte wird sehr viel Geld verdient, weil die Arbeitnehmer und dort tätigen Selbstständigen eine gerade aktuelle Nachfrage bedienen. In der Verliererhälfte wird immer weniger verdient, weil die Arbeitnehmer und dort tätigen Selbstständigen zu gering spezialisiert sind oder eben nicht auf die gerade aktuelle Nachfrage treffen. Diese Gruppe steht derzeit ständig mit einem Fuß in Hartz IV – das darf nicht sein. Zugleich sind die Übergänge von Gewinner- in die Looserhälfte fließender als je.
  2. Die Prozesse werden ständig weiter optimiert, die Arbeit rationalisiert – dies macht Jobs, wie wir sie heute kennen, mehr und mehr überflüssig. Das ist eine Chance – sich weniger mit standardisierbaren Tätigkeiten zu beschäftigen. Dies fordert aber auch: Mehr Bildung, denn was bleibt sind kreative und soziale Tätigkeiten.
  3. Gleichzeitig steigt die Anforderung in den jeweiligen Arbeitsphasen, Menschen benötigen häufiger berufliche Auszeiten, um sich neu zu finden und neu aufzustellen. Ein Grundeinkommen würde die Entscheidung, sich eine Zeitlang auf sich selbst zu besinnen, leichter machen.
  4. Es gibt  immer öfter zeitlich begrenzte Hochphasen der Erwerbstätigkeit – ähnlich wie bei einem Produktlebenszyklus kann auch der erwerbstätige Mensch auf der Höhe der Nachfrage nach seiner Arbeit viel abschöpfen, fällt dann aber zurück, mitunter sehr weit nach unten. Dieser Trend wird sich verstärken, weil sich die Zyklen , sowohl die technologischen, konjunkturellen als auch die branchenspezifischen, immer schneller drehen. Ein Grundeinkommen gleicht das „heute viel und morgen wenig oder gar nichts“ aus.
  5. Wer pflegt unsere Mütter und Väter? Die meisten Arbeitgeber sind klein oder mittel und können sich die gerade eingeführte Pflegezeit gar nicht leisten. Das Grundeinkommen fängt ein wenig auf. Es erlaubt es mir, eine Zeitlang nicht oder weniger zu arbeiten.
  6. Gute Mütter arbeiten – aber die meisten Teilzeit. Hätten Sie zusätzlich ein Grundeinkommen, wäre das mehr verfügbares Geld, gerade auch für Alleinerziehende wichtig.
  7. Wer ein Grundeinkommen bezieht, kann sich leichter ein zweites oder drittes Studium, eine weitere Ausbildung oder eine Weiterbildung  leisten. Und das ist im Sinn des Bildungsstandards unserer Gesellschaft insgesamt sehr sinnvoll.
  8. Unternehmen müssten sich weit mehr um die Bindung und das Wohl ihrer Mitarbeiter kümmern als jetzt. Es wäre leichter, „nein“ zu einem unbefriedigenden Arbeitsverhältnis sagen.
  9. Hartz IV ist ein staatliches Kontrollsystem – und wer kontrollieren will, braucht dazu einen riesigen Apparat. Dieser Apparat lässt sich sparen, ist Kontrolle dieser Art auch nicht menschenwürdig. Ein Grundeinkommen als Gegenleistung für Arbeit, wie es die Liberalen fordern, erfordert dagegen nur ein neues Kontrollsystem.
  10. Der Wert kultureller und auch mancher kreativer Arbeit sinkt. Aber: Wir brauchen Menschen, die sich kulturell, kreativ und sozial engagieren, sonst verkümmert die Gesellschaft. Diese Menschen werden selten so viel Geld mit dieser Arbeit verdienen können wie jene, die in Unternehmen Dienst tun. Das bedingungslose Grundeinkommen macht es möglich, dass sich Menschen – auch zeitweise – für Sinn und gegen wirtschaftliche Erwägungen entscheiden. Und das ist gut für alle.

Sozialromantisch? Wohl kaum: Das Grundeinkommen wird nicht ohne Grund inzwischen von Vertretern fast aller politischer Richtungen gefordert, sogar von den Liberalen (die dieses, siehe oben, allerdings an eine Gegenleistung knüpfen wollen). Aus meiner Sicht könnte das Grundeinkommen auch mit verhindern helfen, dass wir zu Wirtschaftssklaven werden, die sich Wachstumszwängen unterwerfen. Wir brauchen sozial und kulturell aktive Menschen – doch diese flüchten aufgrund der schlechter werdenden Bezahlung aus ihren Berufen.  Das Grundeinkommen böte einen kleinen Ausgleich.

Wer soll das finanzieren? Da gibt es verschiedene Ideen. Ich meine, dass ein Grundeinkommen für jede Person ab Geburt gezahlt werden müsste und so gering sein sollte, dass sich zwei, drei Personen zusammentun müssten, um ausschließlich davon leben zu können.  Der Anreiz nach „mehr“ muss groß genug bleiben. 400 steuerfreie Euro sind vorstellbar.  Finanzieren müssten es die Gutverdiener durch eine Abgabe oder höhere Steuern. Nachvollziehbar auch die Idee von der Erhöhung der Mehrwertsteuer, wie sie Götz Werner propagiert.

Warum sollten nicht jene, die genug Geld haben, freiwillig in Stiftungen einzahlen, mit denen Projekte ihrer Wahl gefördert werden? So ähnlich wie bei der Gls Bank entscheide ich in einer guten Verdienstphase selbst, ob mein Geld kulturellen oder sozialen Belangen dient – und welchen.

Noch mehr Ideen? Ich freue mich über Kommentare.

Ungefähr 35,4 Bücher geschrieben, einige Bestseller und Standardwerke, 5002 Kunden ist untertrieben, ein halbes Leben Coaching Beratung, Ausbildung nicht. Viele Menschen weitergebracht, Neues entwickelt. Analytisch, äußerst intuitiv, hohe Komplexitätsakzeptanz; bei aller Menschenliebe mit Blick fürs Unternehmerische, für Talente, Visionen, Strategien. Einige nennen mich visionär, querdenkerisch, andere pragmatisch und bodenständig. Am Ende gilt beides? Biografie | Unternehmen

42 Kommentare

  1. Burkhard Reddel 8. Januar 2012 at 19:28 - Antwort

    Hallo Frau Hofert,

    ich bin ein uneingeschränkter Befürworter eines Grundeinkommens. Ich glaube auch fest daran,das Empfänger dann nicht auf der „Faulen Haut“ liegen, sondern zu 90% eine Ehrenamtliche Tätigkeit übernehmen würden. Das würde auch die Pflegekosten senken. Jetzt heutzutage ist es nur unter großen Einbußen möglich Verwandte zu pflegen, wie ich meine Eltern 5 Jahre lang gepflegt habe unter Aufgabe des Berufes.
    Heute laufe ich nach dem Tod der Eltern meiner Karriere hinterher und finde keinen Anschluß mehr.
    ICh würde jedoch sofort wieder ehrenamtlich Tätig, wenn es ein Grundeinkommen gäbe. ISt gar keine Frage. Der Artikel hat mir übrigends gefallen. Leider ist so eine „Denke“ in der heutigen Politik nicht angesagt. Das schimpft man lieber auf Hartz4 Empfänger und angebliche Schmarotzer oder noch schlimmer vergleicht mit römischer Dekadenz. Blödsinn aber politisch gewollt,das die Schere zwischen arm und Reich und der sozialneid zunimmt. Das lent treffend von anderen Problemen ab, die wirklich gelöst werden müßten und man hält das Volk ruhig.

    Gruß B.RE.

  2. Christoph Burger 8. Januar 2012 at 22:03 - Antwort

    Ein Argument fürs Grundeinkommen, das mir außerordentlich stark, aber kaum bekannt zu sein scheint: Dem Verschwinden der deutschen Bevölkerung / Überalterung würde entscheidend entgegen gewirkt.
    Denn ein (verbreitetes und vernünftiges) Argument gegen (weitere) Kinder ist die (wachsende) Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt.

  3. Thomas Oberhäuser 9. Januar 2012 at 00:09 - Antwort

    „Entscheidend scheint mir letztendlich die Frage, ob eine Gesellschaft genügend Anstöße geben kann, damit Menschen Sinn im Tun finden.“

    Frei nach „Erst kommt das Fressen, dann die Moral.“ würde ich sagen, erst kommt das Fressen, dann der Sinn. Der Mensch muss arbeiten, handeln, weil er Hunger hat, und weitere Bedürfnisse, die es zu befriedigen gilt! Und da braucht kein Mensch lange darüber nachdenken. Die existenziellen Bedürfnisse müssen immer alle befriedigt werden. Jeden Tag. Dazu gehören neben der Nahrung, Kleidung, Wohnraum und Energie (physische Existenzsicherung). Dafür arbeiten wir ganz automatisch.

    Heute geht es darum, das für die Erzeugung dieser Güter und Dienstleistungen nicht mehr alle Menschen Vollzeit gebraucht werden. Maschinen machen es möglich.

    „Ich meine, dass ein Grundeinkommen für jede Person ab 18 gezahlt werden müsste und so gering sein sollte …. Der Anreiz nach „mehr“ muss groß genug bleiben.“

    Das Bedingungslose Grundeinkommen (bGE) ist als Menschenrecht gedacht, und deshalb nicht einschränkbar. Es muss an a l l e Menschen ausgezahlt werden. Die Höhe des bGE lässt sich leicht ausrechnen: Es muss immer so hoch sein, das die physische Existenzsicherung bezahlt ist. D a n a c h ergibt sich automatisch einen Anreiz zu arbeiten, weil erst dann jeder verdiente Euro zur persönlichen Verwendung zur Verfügung steht.

    „Finanzieren müssten es die Gutverdiener durch eine Abgabe oder höhere Steuern.“

    Finanzieren m u s s niemand das Bedingungslose Grundeinkommen. Wenn wir Menschen erkennen, welche Vorteile ein bGE für uns alle bringen wird (in ihren 10 Punkten haben Sie das sehr schön beschrieben), dann werden wir die Finanzierung ermöglichen, so wie wir auch die Finanzierung anderer Aufgaben durch unseren Staatshaushalt ermöglichen. Wichtig ist, das wir die Produkte und Dienstleistungen herstellen und erbringen, Geld hingegen ist nur bedrucktes Papier (was man sehr schön jetzt in der Finanzkrise beobachten kann).

    Übrigens wäre die Lösung für die notleidenden Griechen, Italiener, Spanier oder besser für ganz Europa, die Einführung eines globalen Bedingungslosen Grundeinkommen, denn das Fehlen eines solchen macht die eigentliche „Krise“ in diesen Ländern aus. Die Menchen sind existenziell bedroht. Und dieses bGE zu finanzieren, durch ganz Europa, wäre mehr als richtig.

    • Svenja Hofert 9. Januar 2012 at 00:54 - Antwort

      Hallo Herr Oberhäuser, danke für den ausführlichen Kommentar. Ob wir den Griechen auch ein BGE spendieren sollten – da bin ich noch nicht so sicher. Und auch ob die Maslowsche Bedürfnispyramide (oder kam Berthold Brecht davor ;-)) so immer und überall richtig liegt oder nur bei der allerersten Stufe – manchmal bin ich da nicht so sicher.
      Macht aber auch nichts, denn Abwägen gehört ja zum Entscheiden. LG Svenja Hofert

  4. Stefan Jäger 9. Januar 2012 at 01:33 - Antwort

    Herr Oberhäuser, hat vieles sehr gut auf den Punkt gebracht. Dem kann ich nur zustimmen.
    Auf einen Punkt möchte ich aber explizit noch einmal eingehen:
    „Der Anreiz nach „mehr“ muss groß genug bleiben. 400 steuerfreie Euro sind vorstellbar.“

    Es ist äußerst wichtig, dass das Grundeinkommen tatsächlich zumindest das Existenzminimum abdeckt. Denn die positiven Eigenschaften kommen durch die Möglichkeit auch „nein“ zu einer bestimmten Arbeit zu sagen. Wenn das BGE gerade so hoch ist, dass es nicht zum Leben reicht (und gleichzeitig das aktuelle Arbeitslosengeld abgebaut wird, was ja elementarer Bestandteil des BGE ist), verschärft sich die heutige Situation um ein Vielfaches. Anstatt dem Arbeitgeber auf Augenhöhe zu begegnet wird ein Zwang eingeführt die nächstbeste Arbeit anzunehmen und das Machtverhältnis noch weiter in Richtung des Arbeitgebers zu verschieben.

  5. Enrico Briegert 9. Januar 2012 at 06:19 - Antwort

    Das Grundeinkommen klingt gut. Mich quält zu diesem Thema jedoch die Frage: Wie ändert sich das Preisgefüge (z.B. Mieten), wenn ein solches Grundeinkommen eingeführt wird. Wenn jeder Haushalt „1.000“ Euro mehr zur Verfügung hätte – erwarte ich gerade in den Ballungszentren Druck auf dem Wohnungsmarkt. Dieser würde über Preise wieder ausgeglichen… Könnte es sein, dass eine Spirale der Teuerung, das Grundeinkommen wieder abschöpft? Muss dann wieder jeder – unabhängig von seinem Einkommen – für den Kindergartenplatz zahlen (das Geld ist ja jetzt in das Grundeinkommen geflossen)?
    Welche Argumente zerschlagen meine Befürchtungen?

    Eine Bitte habe ich noch vor der Einführung: einen ausgeglichenen Bundeshaushalt und eine signifikant reduzierte Staatsverschuldung. Aktuell leben wir über unsere Verhältnisse und nehmen mit jedem Tag unseren Nachfolgern finanzielle Spielräume und überlassen denen noch das vermutlich ungelöste Demografie-Problem (Pflegekosten). Sollten wir hier nicht zuerst korrigieren?

    Zu einigen Punkten:

    zu 1: Wenn die Spezialisierung nicht stimmt, wäre dann nicht Ausbildung geeigneter? Geld löst das ökonomische Problem, aber nicht das Problem der fehlenden Wertschätzung: „ich werde nicht gebraucht“. Die Gefahr durch Arbeit krank zu werden ist geringer, als durch Arbeitslosigkeit krank zu werden. In den USA geht man davon aus, dass Arbeitslosigkeit einen direkten Einfluss auf die Lebenserwartung hat…

    zu 2: In den letzten Jahren ist die Anzahl der Beschäftigten in D stetig gestiegen. Bisher wurden in Summe Arbeitsplätze nicht abgebaut.

    zu 5: Unser vermutlich größtes Problem – und nicht die Krise in Griechenland! Späth fordert hierzu die Einführung eines sozialen Pflichtjahres (geschlechtsunabhängig). Ich sehe nicht, dass das Grundeinkommen diesem Pflichtjahr überlegen ist…

    zu 6: Warum arbeiten gute Mütter? Ist jemand eine schlechte Mutter, wenn sie nicht arbeitet (oder habe ich diesen Punkt falsch verstanden?)? Und warum steigt die Anzahl der alleinerziehenden Mütter? (Heute muss man sich ja schon entschuldigen, wenn man 20 Jahre mit demselben Partner verheiratet ist.)

    zu 7: Ein Fernstudium in Hagen kostet in Teilzeit weniger als 200€ pro Semester. Liegt es da am Geld oder an der Bereitschaft? Wenn man bereit wäre, seine TV oder Internet-Zeit gegen Studium zu substituieren, wäre es für schon heute für viele machbar.

    zu 9: Riesen-Plus für das Grundeinkommen.

    PS: Grundeinkommen als Mittel gegen schrumpfende Bevölkerung (Kommentar CB)? In den letzten 100 Jahren war in D die Entwicklung der Geburtenrate umgekehrt proportional zum Wohlstand der Gesellschaft. Meinen Großeltern ging es wirtschaftlich nicht besser. Auch die Umstände waren kurz nach dem 2. Weltkrieg nicht stabiler… Und es gab nicht Mal Harz IV… Bei dieser Diskussion geht es weniger um Geld, denn um Werte. Inzwischen muss man sich ja fast entschuldigen, wenn man 20 Jahre mit demselben Partner verheiratet ist ;-).

  6. Christoph Burger 9. Januar 2012 at 09:41 - Antwort

    @EB
    es geht bei meinem Punkt 11 um die Sicherheit (nicht um den Wohlstand). Übrigens wäre die Sicherheit eines Grundeinkommens auch förderlich für die Gesundheit (2/3 aller Erkrankungen sind mit-stressbedingt).

    Schöne Grüße, CB

  7. Thomas Oberhäuser 9. Januar 2012 at 13:16 - Antwort

    Hallo Frau Hofert,

    hallo an die Mitdiskutanten.

    Zu Herrn Briegerts Einlassungen gibt es eine Menge zu sagen. Ein Kommentar-Kästchen würde das vielleicht sprengen. Ich habe mir deshalb erlaubt, auf die schnelle meine Antwort ins Web zu stellen.

    https://sites.google.com/site/bgeinformationen/

    Mit netten Grüßen
    Thomas Oberhäuser

  8. Svenja Hofert 9. Januar 2012 at 14:50 - Antwort

    Hallo Herr Oberhäuser, sehr informativ, vielen Dank. Nur – den Superreichen wegnehmen – das wäre ja ein Weiterführen des Gedankens – geht ja auch nicht und ist mir auch zu gleichmacherisch. Oder? Falsch verstanden?
    herzliche Grüße Svenja Hofert

  9. Svenja Hofert 9. Januar 2012 at 14:58 - Antwort

    @stefanjäger: Ich bin nicht so optimistisch in meinem Menschenbild. Es muss einfach Anreize geben (oder bin ich da die egoistische Arbeitgeberin, die sich sorgt, dass sie ihren Mitarbeiterinnen demnächst viel mehr als Geld bieten muss ;-)) Ich denke weiterhin manchmal, dass es vielen gut tun würde, wenn sie nicht allein, sondern in einer Gemeinschaft mit anderen leben würden. Da sind 400, vielleicht 600 pro Person nicht unrealistisch (und den Trend zur Selbstversorgung nehmen wir mal dazu).
    @enricobriegert: Ja, Hagen ist toll, aber bietet auch nicht *alle* Möglichkeiten. Hinzu kommt, dass meiner sehr subjektiven Einschätzung nach 90% aller Hagen-Studenten nie abschließen… Warum? Alleine lernen fordert enorm viel Disziplin. LG Svenja Hofert

  10. Stephan 9. Januar 2012 at 15:16 - Antwort

    Ein Argument, dass aus mir unverständlichen Gründen in den Pro-Listen immer fehlt, ist das berühmte Lohnabstandsgebot „Wer arbeitet soll mehr haben als der, der nicht arbeitet“.
    Das wäre unter den Bedingungen eines BGE – sogar ERSTMALS – verwirklicht, denn im Moment ist es ja keinesfalls so. Auch manche Vollzeitjobs werden so schlecht bezahlt, dass die betroffenen Arbeitnehmer noch zusätzlich Anspruch auf ALG II haben (also auf so viel zusätzliche staatliche Unterstützung, dass sie wenigstns das Hartz-IV-Niveau erreichen, was sie mit ihren Vollzeitjobs nämlich nicht schaffen).
    Unter den Bedingungen eines BGE hätte jemand der arbeitet automatisch und vom ersten Euro an mehr als jemand der nicht arbeitet. Unter diesem Aspekt wäre sogar die Höhe des BGE völlig schnuppe, man könnte es beliebig hoch ansetzen, der Effekt bliebe erhalten:
    Das BGE hätten alle und wer außerdem arbeitet, hätte mehr.

  11. Heimkind 9. Januar 2012 at 16:54 - Antwort

    Ich arbeite als Frührentner 12 bis 14 Stunden täglich für meinen Verband ohne Bezahlung.
    Bei den Sozialgerichten laufen bei mir über 10 Verfahren wegen diesen Betrug SGB II.
    Das Arbeitsamt und die Argen die unsägliches Leid über dieses Land gebracht haben gehört sofort abgeschafft. Selbst die Kindergeldkassen wollen jetzt an diesem Sklaventum der Bevölkerung durch den Kindergeldzuschlag teilnehmen um die eigenen Arbeitsplätze zu sichern. Ein Grundeinkommen würden alle diese Verbrecher zurück in ihre Erdlöscher treiben.

  12. Carsten 9. Januar 2012 at 17:11 - Antwort

    Ein Anreiz nach mehr ist immer da. Aber ein BGE darf nicht nur aus 400 Euro bestehen. Dann hätte ich nicht mehr als heute. Ich bin arbeitsunfähig und beziehe Hartz 4 was etwas weniger ist als 400. Der Betrag ist so lächerlich das ich immer überlegen muss ob ich Nahrungsmittel kaufe oder etwas für meine Gesundheit tue und zum Arzt gehe. Jede 10,- Euro Praxisgebühr tun mir weh weil ich dann die letzten Tage im Monat unter Umständen nichts mehr zu essen habe.

    Ich habe mal ausgerechnet das ich inkl. Miete ein BGE von 1500 Euro bräuchte um so leben zu können das ich sage „Ich habe keinen Druck mehr und kann mir in Ruhe eine Arbeit suchen die ich auch mit all meinen Krankheiten bewältigen kann“

    Die Mehrwertsteuer erhöhen? Das ist lächerlich. Eigentlich gehört die Mehrwertsteuer abgeschafft. Es ist nicht einzusehen warum der Staat jedesmal daran mitverdient wenn zum Leben wichtige Nahrungsmittel oder andere Dinge des täglichen Lebens weiter verkauft werden!

    Das BGE lässt sich schon alleine dadurch finanzieren das alle Ämter und Behörden die Geld verteilen zusammengelegt werden zum Bundesamt für Einkommen. Dann 1% Finanztransaktionssteuer auf jedes Geschäft über 1000,- Euro. Und schon wäre das alles mit Links finanziert! Es gibt dazu ein gutes Video mit Heike Makatsch auf Youtube! Einfach mal danach suchen.

  13. Stefan Jäger 9. Januar 2012 at 17:29 - Antwort

    @Frau Hofert: Meiner Meinung nach ist das Grundeinkommen eine Möglichkeit eine Tätigkeitsgesellschaft zu verwirklichen und damit die Erwerbsarbeit etwas aus dem Mittelpunkt zu rücken und mit Familien-, Pflegearbeit, Ehrenamt und sozialen Engagement (kein Anspruch auf Vollständigkeit) auf eine Stufe zu stellen. Alle Anreizsysteme wollen den Menschen ja in der Erwerbsarbeit halten. Dabei ist ehrenamtliche und nicht bezahlte Arbeit gesellschaftlich sehr wichtig (und nicht alles was sich Erwerbsarbeit nennt moralisch oder ökologisch nützlich oder gerechtfertigt).
    Und tätig sein möchte jeder Mensch. Es gibt nur wenige, die mit ihrer Zeit nichts anzufangen wissen und mit einem Leben auf der Couch glücklich würden.
    Es mag Menschen geben, die wirklich nichts mit ihrer Zeit anfangen können, aber diese Zahl kann man mit einer besseren Gesamtbildung und Talentförderung auf ein Minimum reduzieren. Dieses Minimum hat und trägt jede Gesellschaft seit jeher.
    Tatsächlich werden in Deutschland mittlerweile sogar doppelt soviele Stunden unbezahlt gearbeitet als bezahlt (Stand 2001: bezahlt 56 Mrd. Stunden, unbezahlt 96 Mrd. Stunden, Quelle: Statistisches Bundesamt). Das dürfte gegen die Theorie des „faulen“ Menschen sprechen.

  14. Liane Strauß 9. Januar 2012 at 17:43 - Antwort

    Hallo, Frau Svenja Hofert,

    Ihre Vorstellung von einem bedingungslosen Grundeinkommen ist bedrückend und hat tatsächlich gar nichts mit dem eigentlichen Anliegen eines solchen BGE zu tun. Zitat:

    „Ich meine, dass ein Grundeinkommen für jede Person ab Geburt gezahlt werden müsste und so gering sein sollte, dass sich zwei, drei Personen zusammentun müssten, um ausschließlich davon leben zu können. Der Anreiz nach „mehr“ muss groß genug bleiben. 400 steuerfreie Euro sind vorstellbar.“

    Sie wollen also ein staatliches Kontrollsystem ersetzen und „Menschenwürde“ gewährleisten, indem Sie erwarten, daß Menschen „auf Gedeih und Verderb“ miteinander leben müssen und unabhängig von der Qualität ihrer Beziehungen in solcher Weise existenziell aufeinander angewiesen sind? Ist Ihnen nicht klar, daß eine solche gegenseitige Abhängigkeit bereits heute für Familien und Partnerschaften eine große Belastung darstellt, welche eher zu ihrem Scheitern beiträgt als dass sie ihnen förderlich ist? Im Hartz IV-System gibt es schon heute eine grundrechtswidrige „Sippenhaft“, indem Kinder und Angehörige einer „Bedarfsgemeinschaft“ bei „Sanktionen“ der Behörden (also Kürzung oder Streichung des grundgesetzlich garantierten Existenzminimums) gegen einen Einzelnen von diesen betroffen sind. Im Zweifel müssen also Kinder von ihrem Existenzminimum das Überleben der „sanktionierten“ Mutter, des Vaters, der Schwester oder des Bruders gewährleisten…

    Weiterhin ist es sonderbar und lediglich Ausdruck Ihrer eigenen Konditionierung, daß Sie meinen, Menschen müßten neben dem existenziellen Druck einerseits noch obendrein kleine „Häppchen“ an finanziellen „Anreizen“ geboten werden. Genau dieses System aus „Strafe“ und „Belohnung“ ist es, welches heute bereits die Kinder im Schulalter diesbezüglich manipuliert, indem sie ihre natürliche Neugier und ihr natürliches Lernbedürfnis zugunsten dieses „Boni-Denkens“ zerstört. Ja, das ist es sogar, was Menschen tatsächlich und im eigentlichen Sinne zur „Faulheit“ erzieht, nämlich: etwas nicht mehr um seinetwillen zu tun, sondern um einer zu erwartenden „Belohnung“ willen oder aus Angst vor Strafe.
    Wir brauchen aber Geld, um leben zu können und nicht als „Ziel“ oder „Anreiz“ unseres jeweiligen Tuns.

    Und in diesen Zusammenhang stelle ich auch Ihre Behauptung, der „Wert“ von Kunst und Kultur sei im Sinken begriffen. Es ist eben diese Auffassung, der Wert von jeglichen „Dingen“ sei mit Geld zu messen, welcher dazu führte, dass einfach alles heute diesem (dürftigen) Maßstab einer finanziellen „Verwertbarkeit“ unterworfen wird. Tatsächlich spiegelt sich hierin das Sinken der gesellschaftlichen Wertschätzung, und das ist es, was Bildung, Kunst und Kultur beschädigt und schließlich nicht ohne Auswirkung auf deren WERT bleiben kann.

    Und zuletzt: „Gute Mütter arbeiten – zumindest in Teilzeit…“
    Was bitte machen Mütter mit dem „Rest“ ihrer Zeit bzw. was machen denn „schlechte Mütter“? Arbeiten sie etwa nicht? Doch wenn sie einer Erwerbsarbeit nachgehen (z.Bsp. indem sie berufsmäßig die Kinder anderer Mütter betreuen) und ihre eigenen Kinder wiederum der Betreuung und Erziehung durch andere Menschen (darunter ebenfalls Mütter) anvertrauen, dann zeichnet dieselbe Arbeit, weil sie jetzt bezahlte Arbeit ist, sie angeblich als „gute Mütter“ aus?

  15. Svenja Hofert 9. Januar 2012 at 18:01 - Antwort

    Ich fass es nicht, so viele Kommentare für meinen kleinen Blog, bitte seht mir nach, wenn ich nicht auf jeden antworten kann 😉 Jedenfalls stehen hier ganz tolle Gedanken, Ergänzungen und Argumente. Die Finanzierungsseite kann ich nicht wirklich abschließend beurteilen. Die menschliche sehe ich jeden Tag, und dort das Bedürfnis etwas zu tun, was Sinn macht. Und die Abhängigkeit von „sinnlosen“ Tätigkeiten oder der Zwang, etwa im Journalismus, nach rein ökonomischen Kriterien zu entscheiden. LG und danke bis zu diesem Punkt an alle SH

  16. Svenja Hofert 9. Januar 2012 at 18:04 - Antwort

    @enricobriegert: „Gute Mütter arbeiten“ ist ein alter, feministisch angehauchter Buchtitel. Ich finde übrigens nicht, dass alle Mütter arbeiten müssen, so wenig wie alle Väter. Ich finde, man muss sich den Luxus leisten können, eine Zeitlang zurückzufahren, wenn man/frau das will. Auch das wäre ein Argument pro. LG SH

  17. Burkhard Reddel 9. Januar 2012 at 19:42 - Antwort

    Hallo nochmal,

    ich gebe noch weiterhin zu bedenken, es gibt schon heute nicht mehr Arbeit für Alle. Die Gründe sind vielfältig. Aber Vollbeschäftigung im Volkwirtschaftlichen Sinne, heißt ja auch nicht Arbeit für Alle.Was also mit denen machen, die gar keinen Arbeitsplatz Mangels Angebot bekommen können, weil keine da sind. ICh sehe auch das als weiter Pro Punkt für ein Grundeinkommen. Übrigends ist mein Menschenbild nicht ganz so negativ. Ich glaube jeder Mensch braucht Beschäftigung und will dadurch auch Bestätigung. Allerding muß man nicht nur „Erwerbsarbeit“ bzw. Lohnarbeit als einzig seeligmachend betrachten. Ehrenamt ist genausoviel Wert und ermöglicht ebenfalls Selbstverwirklichung und menschliches und -würdiges Leben. Ein Wort zu Hartz4. Das ist das schlimmste der Erfindungen von Herrn Schröder. Ich muß von 370 Euro im Monat leben und davon auch noch Strom bezahlen. Das heißt als ein praktisches Beispiel ich muß beim Einkauf überlegen, ob ich ein Produkt das mehr als 1 Euro kostet , bezahlen kann oder nur billigprodukte und unausgewogene Ernährung zahlen kann und daurch schlechter ernährt bin und schneller krank werde. ICh bekomme übrigends nicht an Mehraufwandsentschädigung für meine Diabetes Nahrung. Also extrem menschenunwürdiges Leben mit Hartz4. Auch aus diesem Grund sehe ich ein Grundeinkommen ohne Bedingung für sinnvoll.

    Grüsse
    B.RE.

  18. Tom Zbinden 9. Januar 2012 at 22:12 - Antwort

    Siehe Money Flow System via http://www.worldpeacesystem.info

  19. Thomas Oberhäuser 10. Januar 2012 at 17:43 - Antwort

    @Carsten „Ein Anreiz nach mehr ist immer da.“

    Sehe ich genauso. Wenn man nicht weiß, was man ehrenamtlich machen könnte oder was als Selbstständiger lohnend wäre, kann man immer noch auf den Arbeitsmarkt schauen.

    @Stefan Jäger „Es gibt nur wenige, die mit ihrer Zeit nichts anzufangen wissen und mit einem Leben auf der Couch glücklich würden.“

    Der Punkt ist auch, das nach Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommen die Erwerbsarbeit sich wieder lohnt. Der Bürger ist am Arbeitsmarkt „auf Augenhöhe“ mit den Arbeits-Anbietern und kann Arbeitsplätze mit schlechten Arbeitsbedingungen, die schlecht bezahlt und gesundheitsgefährdend sind, ablehnen.

    Das heißt, die Arbeitgeber sind dann aufgerufen ihre Arbeitsplätze attraktiv zu gestalten und müssen um Arbeitnehmer werben! Der Arbeitnehmer ist „König“.

    @Svenja Hofert
    Jetzt müssen sie aber ganz schön einstecken. 😉 Ihre 10 Punkte fand ich jedenfalls gut.

    @Burkhard Reddel, @Liane Strauß, @Stefan Jäger, @Carsten, @Heimkind, @Stephan, @Svenja Hofert

    Das Thema bGE ist wichtig. Das Bedingungslose Grundeinkommen muss eingeführt werden. Ich bin der Überzeugung das eine gute Vernetzung diesen Prozess beschleunigt. Vielleicht können sie sich einer lokalen Grundeinkommens-Initiative anschließen. Und man trifft sich bei Google+. Suchbegriff: Bedingungsloses Grundeinkommen. Facebook nutze ich leider nicht.

    Mit Grüßen

  20. Stefan Jäger 10. Januar 2012 at 23:50 - Antwort

    Ähnlich wie Herr Oberhäuser sehe ich das auch. Das Grundeinkommen macht den „Arbeitsmarkt“ wieder zu einem Arbeitsmarkt. Heute arbeiten die Sozialsysteme mit Angst und drängend den Menschen in die Ecke. In Tarifverhandlungen stecken Arbeitnehmer immer mehr ein, einfach weil die Angst da ist in die HartzIV-Spirale abzurutschen. Wir als Gesellschaft müssen dem eine positive Vision entgegensetzen. Und darin bin ich ganz bei ihnen: Das Thema BGE und vor allem die konstruktive Diskussion darüber IST wichtig, denn sie lässt uns an vielen Stellen über unsere jetzige Lebensweise hinaus denken.

    @Frau Hofert: Ich finde es zudem klasse, dass sie diesem Thema hier eine weitere Plattform geben und diese Diskussion so aufgeschlossen begleiten. Den bisherigen Verlauf empfinde ich als sehr konstruktiv. Weiter so! 🙂

  21. Svenja Hofert 11. Januar 2012 at 09:24 - Antwort

    @lianestrauß: Irgendwie schreiben wir aneinander vorbei, die „guten Mütter“ sind beispielsweise ironisch und dass der Wert von kultureller Arbeit sinkt, ist nicht meine Meinung, sondern schlicht eine – nachweisbare- Beobachtung. Mir gefällt auch nicht, dass der Wert der Arbeit nur in Geld bemessen wird – genau deswegen mein Beitrag. Was die Sippenhaft betrifft: Davon kann keine Rede sein – um Gottes willen sollen nicht Menschen auf „Gedeih und Verderb“ aneinander gebunden sein. Nur bin ich überzeugt, dass das Grundeinkommen ein einfaches System sein muss. Diese ganzen Ausnahmeregelungen darf es nicht geben. Wenn drei Personen je 600 EUR bekämen, dann wären das 1.800 EUR, bei 2 1.200 und allein eben 600. Da bekommt man schon ne kleine Wohnung für – da wo ich lebe z.B., im schnöden Pinneberg. Bißchen was dazu verdienen, kostenlose Krankenversicherung wie in Schweden: wo ist das Problem? Ja, könnte im Einzelfall weniger sein als Hartz IV, dafür hat man die Zwangsjakce ausgezogen.
    Mit Verlaub kann man davon in einer Wohnung leben. Vergleich: Eine durchschnittliche Bürokraft bekommt hier in Hambrug für 40 Stunden 2.500 Eur brutto, für 20 Stunden 1200 EUR, netto kommen da kaum 700 raus. Somit stünde sich auch die durchschnittliche alleinerziehende Mutter nicht schlechter als jetzt, selbst wenn sie ihren Job verlöre (um eben eine Zeitlang die Eltern zu pflegen).
    Und nebenbei: Was ist auch so schlimm an gemeinschaftlichen Lebensformen? Es gibt viele interessante Konzepte, ich persönlich finde die Vereinzelung -und teilweise den Zwang der Vereinzelung durch Hartz IV – auch bedenklich. Heißt nicht, dass ich jemand keine eigene Wohnung zubillige. Aber man sollte mal darüber nachdenken, ob mehr freiwillige Gemeinschaft nicht allen gut täte. LG Svenja Hofert

  22. Wolf 11. Januar 2012 at 10:41 - Antwort

    Mir ist das Grundeinkommen symphatisch, dennoch gibt es da etliche Haken. Das BGE könnte nämlich:

    – nicht armutsabfedernd sein (siehe Modelle von Althaus oder der FDP oder die hier erwähnten 400 Euro; unter 1000 Euro hat es keinen Sinn)

    – notwendige soziale Kämpfe verhindern (ab einer gewissen Sättigungsstufe gehen kaum noch Leute auf die Straße)

    Es bleibt die Frage, ob wirkliche Verbesserungen innerhalb unseres warenproduzierenden Systems überhaupt möglich sind.
    Der Reichtum der einen basiert immer auf der Armut der anderen. Das ist auch global zu sehen.
    Wenn ATTAC fordert, das BGE zuerst dort einzuführen, wo es am Nötigsten ist (südliche Länder), so setzt das Revolutionen voraus.
    So symphatisch mir Viele sind, die für das BGE eintreten- wir können es nicht herbei diskutieren.

  23. laubbaum 11. Januar 2012 at 15:21 - Antwort

    Soll das Grundeinkommen jedem zustehen? Also auch Rentnern, Arbeitnehmern oder selbst Arbeitgebern? Dann würde das Grundeinkommen nichts anderes machen, als die Inflationsrate nach oben schiessen lassen und der gewünschte Effekt würde schnell verschwinden. Ich denke, der Begriff der „Arbeit“ sollte neu definiert und bewertet werden. Künstler, wenn sie nachweisen, dass sie einen Grundumsatz mit ihrer Kunst machen, erhalten ein Grundeinkommen (wie in den Niederlanden bereits möglich). Mütter und Väter ebenfalls, wenn sie ihren Job für die Betreuung des Kindes aufgeben (Warum gibt es nicht das Berufbild „Mutter“ oder „Vater“? inkl. Stellenbeschreibung, Zertifizierungen, Laufbahnkonzept). Genauso auch die Menschen, die ihre Angehörigen pflegen usw. oder Menschen, die Parkanlagen pflegen möchten, oder oder Ich würde mir wünschen, wenn es ein Grundeinkommen für Tätigkeiten gäbe, die einen gesellschaftlichen Nutzen bringen. Ich bin deshalb gegen ein bedingsloses Grundeinkommen für jedermann.

  24. silencer 13. Januar 2012 at 12:30 - Antwort

    Ein bedingungsloses Grundeinkommen kann leider nur in einer konzertierten Aktion mit einem anderen Geldsystem und einer Bodenreform funktionieren.
    http://www.youtube.com/watch?v=Ts4ynYTd2MY&feature=list_related&playnext=1&list=SPDA0C65D6126B554F

    „Ich meine, dass ein Grundeinkommen für jede Person ab Geburt gezahlt werden müsste und so gering sein sollte, dass sich zwei, drei Personen zusammentun müssten, um ausschließlich davon leben zu können. Der Anreiz nach „mehr“ muss groß genug bleiben. 400 steuerfreie Euro sind vorstellbar.“

    Um Gottes willen. – Dann können wir uns das bGe auch gleich sparen. Das wäre ja noch soziopathischer als Hartz IV!

    Kultur braucht Sklaven (Oscar Wilde 1854 – 1900)

    An der körperlichen Arbeit ist ganz und gar nichts notwendig Würdevolles, und meistens ist sie ganz und gar entwürdigend. Es ist geistig und moralisch genommen schimpflich für den Menschen, irgend etwas zu tun, was ihm keine Freude macht, und viele Formen der Arbeit sind ganz freudlose Beschäftigungen und sollten dafür gehalten werden. Einen kotigen Straßenübergang bei scharfem Ostwind acht Stunden am Tag zu fegen, ist eine widerwärtige Beschäftigung. Ihn mit geistiger, moralischer oder körperlicher Würde zu fegen, scheint mir unmöglich. Ihn freudig zu fegen, wäre schauderhaft. Der Mensch ist zu etwas Besserem da, als Schmutz zu entfernen. Alle Arbeit dieser Art müsste von einer Maschine besorgt werden.

    Und ich zweifle nicht, dass es so kommen wird. Bis jetzt war der Mensch bis zu gewissem Grade der Sklave der Maschine, und es liegt etwas Tragisches in der Tatsache, dass der Mensch, sowie er eine Maschine erfunden hatte, die ihm seine Arbeit abnahm, Not zu leiden begann. Das kommt indessen natürlich von unserer Eigentums- und Konkurrenzwirtschaft. Ein einzelner ist der Eigentümer einer Maschine, die die Arbeit von fünfhundert Menschen tut. Fünfhundert Menschen sind infolgedessen beschäftigungslos; und da man ihre Arbeit nicht braucht, sind sie dem Hunger preisgegeben und legen sich auf den Diebstahl. Der einzelne eignet sich das Produkt der Maschine an und behält es und hat fünfhundertmal soviel, als er haben sollte, und wahrscheinlich, was viel wichtiger ist, bedeutend mehr, als er tatsächlich braucht. Wäre diese Maschine das Eigentum aller, so hätte jedermann Nutzen davon. Sie wäre der Gemeinschaft von größtem Vorteil.

    Jede rein mechanische, jede eintönige und dumpfe Arbeit, jede Arbeit, die mit widerlichen Dingen zu tun hat und den Menschen in abstoßende Situationen zwingt, muss von der Maschine getan werden. Die Maschine muss für uns in den Kohlengruben arbeiten und gewisse hygienische Dienste tun und Schiffsheizer sein und die Straßen reinigen und an Regentagen Botendienste tun und muss alles tun, was unangenehm ist. Jetzt verdrängt die Maschine den Menschen. Unter richtigen Zuständen wird sie ihm dienen. Es ist durchaus kein Zweifel, dass das die Zukunft der Maschine ist, und ebenso wie die Bäume wachsen, während der Landwirt schläft, so wird die Maschine, während die Menschheit sich der Freude oder edler Muße hingibt – Muße, nicht Arbeit, ist das Ziel des Menschen — oder schöne Dinge schafft oder schöne Dinge liest oder einfach die Welt mit bewundernden und genießenden Blicken umfängt, alle notwendige und unangenehme Arbeit verrichten.

    Es steht so, dass die Kultur Sklaven braucht. Darin hatten die Griechen ganz recht. Wenn es keine Sklaven gibt, die die widerwärtige, abstoßende und langweilige Arbeit verrichten, wird Kultur und Beschaulichkeit fast unmöglich. Die Sklaverei von Menschen ist ungerecht, unsicher und entsittlichend. Von mechanischen Sklaven, von der Sklaverei der Maschine hängt die Zukunft der Welt ab. Und wenn gebildete und gelehrte Männer es nicht länger nötig haben, in ein fürchterliches Armenviertel hinabzusteigen und schlechten Kakao und noch schlechtere Decken an halbverhungerte Menschen zu verteilen, so werden sie eben köstliche Muße haben, wundervolle und herrliche Dinge zu ihrer eigenen und aller andern Freude zu ersinnen.

  25. tk 15. Januar 2012 at 21:53 - Antwort

    Ich kann nicht glauben was ich hier lese. Eine Bildungswüste in Sachen (böse natürlich) Wirtschaft. Sorry! Das BGE ist eine einzige Fata Morgana, welche Buchautoren und Institutsbeschaäftige, Links-Ideologen und Millionaäre das notwendige Salär zum täglichen Konsum liefert.

    Sie können alle frei definieren was den Menschenrecht sei und was dem Menschen zumutbar ist oder nicht. Die Natur, dieser Planet wird sich einen Dreck darum scheren, ob Sie hungern oder frieren. An wen sind die Ansprüche an leistungsloser Arbeit gerichtet? An den lieben Gott? An Josef Ackermann, an Karl Marx? Für mich ist die BGE Diskussion ein Ausruck von ideologischer Wohlstandsverwahrlosung. Seit Jahrtausenden mussten sich die Menschen gegen Natur, Tiere, Kriegerhorden, Krankheiten, angeblich netten Mitmenschen und Ideologien durchsetzen um ein menschwürdiges Leben zu erreichen. Nun postulieren Sie mal eben so, dass sei doch völlig selbstverständlich und man brauche das doch nur in die Verfassung zu schreiben. Und schon müssten sich die bösen Ausbeuter daran halten…wie weltfremd angesichts 60% kleiner Gewerbetreibender hier in D, die um 4 Uhr aufstehen, 80% der Abreitsplätze schaffen und mit hohem persönlichen Risiko und 16 Stunden harter Arbeit unseren Wohlstand schaffen, den man mal eben per Postualt gemütlich am heimischen Rechner als von Gott garnantiert ansehen kann.

    Hier schrieb jemand was von „Fäkalien“ sollten nur von Maschinen weggefegt werden, weil das halt menschenunwürdig sei. Haben Sie zuviel den kleinen Prinz gelesen, ob Ihrer Paradies-Fantasien? Wir haben seit ca. 150 Jahren, seit Erfindung der Dampfmaschine und der Energie-Erdölwirtschaft (und nur unter dem Kapitalismus!!) einen beträchtlichen Teil an Automaten entwickelt, welche uns eine vielzahl an unagenehmen Arbeiten abnimmt. Aber daraus jetzt solch einen allgemeinen Gesellschaftsanspruch zu entwickeln…Ihnen geht es wirklich gut!!! Da fällt mir ein, ich muss meinen Hintern immer noch selbst abwischen. Kann ich die Beschwerde an Amnesty International richten?

    TK

  26. tk 15. Januar 2012 at 22:17 - Antwort

    Fau Hofer, Sie machen übrigens wie alle anderen, den gleichen Fehler in den Berechnungen: Sie verteilen hier Geldbeträge welche im jetzigen System erwirtschaftet werden und gehen bei einer Umstellung auf das System BGE davon aus, dass Sie die gleichen volkswirtschaftlichen Gesamterträge haben. Irrtum! Davon, dass der Kanalarbeiter, statt die Fäkalien im Untergrund zusammen zu schieben, jetzt den ganzen Tag Aquarellbilder malt, bekommen Sie keine funktionierende Toilette.
    Sie meinen, er kann das für einen saftigen Aufpreis doch tun? Selbstbewusst sich vor seinen Chef stellen und 5000 Euro mehr verlangen? Na gut, wird Ihre Abwassergebühren und seine eigenen aber drastisch in die Höhe schrauben (inflation). Die H4 Bezieher dürften dann ihr tägliches Geschäft eben nicht so häufig verrichten, weil die 1500 Euro nicht reichen, bei all den Preissteigerungen von anstrengenden Arbeiten, wie Paketdiensten, Pflegediensten, Bauberufen, hochrisikoreiche Tätigkeiten, welche eben nicht automatisiert werden können.

    Sie können mit nichts das ökonomische Prinzip überlisten, dass sie Energie / Geld mit Energie / Arbeit ausgleichen müssen. Deshalb beschäftigen sich auch keine ernst zu nehmenden Profi-Ökonomen mit dem BGE.

    • Svenja Hofert 17. Januar 2012 at 21:13 - Antwort

      Hallo TK, Ökonomen haben in der Vergangenheit teils häufiger mit ihren Prognosen daneben gelegen wie Laien. Niemand hat sich in den letzten Jahren bezogen auf Vorhersagen mit Ruhm bekleckert, und es gibt Studien, die besagen, dass gerade jene Top-Experten besonders häufig daneben liegen, die eben…. besonders bekannt sind. Insofern: Ich bin nicht vom Fach und kann das nicht in all seinen Facetten beurteilen; ja Inflation ist eine Möglichkeit, die oft zitiert wird – aber dass Experten diese sicher voraussagen können, bezweifle ich. Den Ruhm von Experten mag ich nicht einschätzen; nur weil jemand oft im Fernsehen, viele Publikationen hat oder ein hochbezahlter Redner ist, ist er deshalb nicht klüger und wir alle wissen, dass im Nachhinein oft die zu den „Genies“ gekürt werden, die alles gewusst haben, die lange, lange gegen den Strom gekämpft haben. Insofern zieht das Argument mit den Experten „von Ruhm“ bei mir nicht. Und das Beispiel ikann ganz genauso anders herum ausgehen: Weil der Kanalarbeiter (und ob dieser mit mehr Geld gleich Aquarelle malt, zeichnet ein seltsames Menschenbild) eine Grundsicherung hat, kann er für weniger arbeiten. Er wird nämlich dann nicht mehr für Arbeit, sondern für Anerkennung tätig sein. Das würde die Spirale umdrehen.
      LG SH

  27. Stefan Jäger 18. Januar 2012 at 00:44 - Antwort

    Ebenfalls Hallo TK,

    ein sehr emotionaler Beitrag, aber sprechen sie uns bitte nicht das Recht ab uns über neue Formen des wirtschaftens Gedanken zu machen.
    bisher gibt es meines Wissens nur zwei größere Modelle, die ein menschenwürdiges Leben für alle ermöglichen könnten, sofern das überhaupt das Ziel ist. Zum einen ist da der anhaltende Fokus auf die Vollbeschäftigung und ein sich immer weiter verstärkendes „Anreiz“system, dass als Folge bereits einen großen Niedriglohnsektor und eine große Zahl der sog. „Working Poor“ hervorgebracht hat und der anhaltenden Arbeitslosigkeit nur scheinbar, mit statistischen Tricks, Herr werden kann und zum anderen die Idee eines Grundeinkommens.

    Dabei geht Ersteres vom, von ihnen erwähnten, ökonomischen Prinzip aus. leistungen in Geld müssen Leistungen in Arbeit gegenüberstehen.
    Das Grundeinkommen geht vom Menschen aus: Jeder Mensch hat zuallererst ein bedingungsloses Recht auf Leben und Würde.
    Das Ziel der Vollbeschäftigung erscheint mir allerdings nicht weniger utopisch als das bedingungslose Grundeinkommen.
    Zudem heißt es nicht, dass die Diskussion damit schon vorbei ist. Vielleicht gibt es bessere, höherwertige Konzepte, die einer Diskussion würdig wären. Die Grundeinkommensdiskussion kommt jedenfalls von der Erkenntnis, dass es nicht so wie bisher nicht weitergehen kann und dass wir nach neue Ideen suchen müssen.
    Ein solch destruktiver Beitrag bringt uns nicht weiter. Ich möchte sie einladen konstruktiv mitzuarbeiten und ihre persönlichen Vorstellungen mit einzubringen. Wie soll es ihrer Meinung nach weitergehen? Sind sie mit der aktuellen Situation glücklich?

    Nun noch zwei Anmerkungen:
    Die befürchtete inflation wäre ein Problem, wenn man das BGE von einen Tag auf den anderen einführen würde, weil dann auf einen Schlag die Kaufkraft der Bevölkerung ansteigt und sicherlich von den Unternehmen abgeschöpft wird. Deswegen ist es wichtig das BGE schrittweise einzuführen. So wird die Gesellschaft langsam daran gewöhnt und dieser Schock lässt sich vermeiden. Auch greift dann der Wettbewerb. Wenn die Unternehmen einen größeren Spielraum in ihrer Gewinnspanne erhalten, dann muss nur ein Unternehmen seine Preise senken und alle anderen müssen darauf reagieren.

    Zweitens: Ich möchte die genannten Berufe einmal aufschlüsseln, die sie als nicht automatisierbar beschreiben.
    Paketdienste: Gerade bei der Infrastruktur werden zur Zeit massig neue konzepte entwickelt und sollten irgendwann Paketdienste im heutigen Sinne zu teuer werden, wird wohl vermehrt auf Packstationen gesetzt werden können, die wesentlich Arbeit einsparen. Außerdem sind viele andere Konzepte denkbar.
    Pflegedienste: Wir haben in den letzten Jahrzehnten einen massiven teil unseres Pflegebedarfs kommerzialisiert. Früher war es nicht üblich alte Menschen in Altenheime zu stecken. Es gab eine Zeit, da wurde der Großteil der pflege von Angehörigen zu Hause erledigt. Heute ist die Arbeit der größte Faktor, warum die Menschen das nicht mehr können/machen. Wenn die Pflege teurer wird und die Menschen wieder mehr zeit haben, dann wird das auch wieder eher möglich.
    Bauberufe: Natürlich ist auch der Baubereich stark von Automatisierung betroffen. Ein mannigfaltiges Repertoire an Maschinen lässt uns immer größere Bauprojekte mit immer weniger Arbeitern bewerkstelligen und es ist nicht davon auszugehen, dass der Fortschritt hier stehen bleiben wird.
    Hochrisikoreiche Tätigkeiten sind heute schon sehr teuer oder es gibt ein großes bedürfnis diese zu automatisieren. Außerdem wäre die Frage zu stellen, welche davon wir denn unumgänglich brauchen. Die Feuerwehr oder Rettungsdienste sehe ich durch ein BGE z.B. nicht bedoht, sondern eher gestärkt.

  28. Soyiologische Praxis Dresden 18. Januar 2012 at 12:37 - Antwort

    Nr.11:
    BGE als Entschädigung für nicht artgerechte Haltung

    Wer kennt nicht „Monopoly“ ein PromoFlagschiff des Kapitalismus. Was hier als Ideal proklamiert wird, ist in der Realität noch nicht angekommen. Damit das Spiel überhaupt funktioniert und die Spieler motiviert werden, gibt es in der Regel beim Passieren von „Los“ ein BGE.
    Natürlich schützt das nicht, wie auch in der Gesellschaft nicht rundum vorm „Absturz“, wie man an Schlagerbarden, Spitzensportlern und (Ex)Lottomillionären sehen kann.
    Insbesondere im Spitzensport ist es üblich, daß man allein für die Teilnahme am Wettbewerb mit einem Startgeld entschädigt wird. Schließlich will ja der Sieger eines Wettbewerbs eine echte Herausforderung gemeistert haben. Dazu müssen sich die Sportler so stark darauf konzentrieren ihre Disziplin bedingten Fähigkeiten zu spezialisiere4n und zu trainieren, daß sie kaum anderweitige Erwerbsqualifikationen haben.
    Die moderne Gesellschaft erwartet von den sie umgebenden Menschen auch, daß sie sich befähigen und bereithalten, mit Bildung, Qualifizierung und Spezialisierung in einen Pool/Wettbewerb einzutreten, aus dem die Besten zu Aufrechterhaltung, Entwicklung und Schutz derselbigen selektiert werden. Dabei wird es der Gesellschaft um so besser ergehen, je mehr Leute freiwillig am Wettbewerb teilnehmen und je motivierter diese Leute sind. Die Kehrseite dabei ist, daß die Menschen zur Aufrechterhaltung der Gesellschaft und zu ihrem „Erfolg“ unter diesen Rahmenbedingungen darauf verzichten müssen, Wissen und Fähigkeiten zum autarken und eigenständigen Überleben zu erwerben, und wenn sie es doch haben, per Gesetz und Polizei an der Anwendung be- und gehindert werden (Brunnen, Abwasser, Jagd, Tierhaltung, Lebensmittelproduktion allg., Energiebeschaffung etc.) Menschen, die auf Grund mangelnder Bildung und zu niedriger Intelligenz zu den „Verlierern“ der Gesellschaft gehören, würden in den „artgerechten“ Disziplinen des Überlebenskampfes die meisten Bankmanager locker schlagen.
    Allein das rechtfertigt das BGE voll und ganz und wird zur Leistungssteigerung der Gesellschaft führen, die „ihren Kapitalismus“ in den virtuellen Sphären der Finanzwelt ausleben kann, ohne dabei auf die Lebensgrundlagen, der sie umgebenden und sie tragenden Menschen existenziell durchzugreifen.

  29. […] Auf Platz Nummer 2 steht die Autonomie: Jeder Mensch, auch weniger qualifizierte, braucht seine “eigene Theke”. Das ist eines der Hauptprobleme der modernen Arbeitswelt, die auf die Abschaffung von Freiraum zielt, auf Standardisierung. Standardisierte Tätigkeiten lassen keinen Freiraum. Dabei führt, und das ist die Crux, gerade Innovation zur Standardisierung, die, noch weiter gedacht, irgendwann keine Menschenhände mehr braucht. Dann, spätestens, ist es Zeit für das Grundeinkommen. […]

  30. Kate at any rate 6. Februar 2012 at 02:15 - Antwort

    Hallo an Alle Mitdiskutierenden, hallo Stefan Jäger ! dies ist eine der besten Web-Diskussionen zum Thema „bedingungsl Grundeinkommen“, die ich in letzter Zeit gelesen habe.. Gratuliere, Frau Hofert ! Werde alle brauchbaren Argumente sammeln u demnächst in unserer B I BGE , Regiogruppe FLburg vorstellen.. wir arbeiten als landesweite B I in SL-Holstein seit ca. 2 J hart daran, die Idee des BGE hier oben in der breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen.. ich stimme Frau Hoferts 10 Thesen weitgehend zu, über die Höhe lässt sich bekanntl streiten, die Höhe k a n n nicht einheitlich in Europa sein, da es regional sehr grosse Unterschiede gibt bei den Lebenshaltungskosten.. aber es m u s s die Möglichkeit des „freien Zuverdienstes“ geben – und die Möglichkeit den monatl Betrag zu erhöhen durch ges Arbeit für die Gemeingüter.. hierfür muss es – so wie in unserem Tauschring – e i n e Einheitsvergütung pro St geben, – Mutter/Vaterarbeit gleich Recycling/Reparatur o Gartenarbeit.. jedenfalls werde ich die Diskussion hier weiterverfolgen und bliebe gerne in Kontakt mit den Befürwortern und ernsthaft Aktiven.. wir von der landesw B I BGE sh freuen uns über Eure Unterstützung !

  31. […] letzten Monat publizierte ich einen Artikel über das Grundeinkommen aus der Sicht der Karriereberatung. Es gab nie eine so heiße Diskussion in dem Blog. Viele […]

  32. Ute Plass 1. März 2012 at 23:51 - Antwort

    Das Recht auf Leben ist bedingungslos, also auch das Recht auf „Lebensmittel“: Das bedingungslose Grundeinkommen ist ein Menschenrecht. Es stärkt gewerkschaftliche Kämpfe und sichert individuelle Freiheit. Wie aus dem Grundeinkommen auch eine tragfähige gesellschaftliche Perspektive wird, dazu im Folgenden.

    von Andreas Exner
    http://www.social-innovation.org/?p=1632

  33. gaukelinchen 4. März 2012 at 18:35 - Antwort

    ch habe als freie Referentin bei verschiedenen Bildungsträgern die Erfahrung gemacht, dass die Mehrzahl der mir von der Arbeitsagentur oder vom Jobcenter geschickten Menschen arbeiten will, jedoch oft keine Möglichkeit bekommt eine vernünftige Arbeit zu finden. Oftmals werden diese Menschen von den Behörden zu Zeitarbeitsfirmen geschickt, denen ich im Niedriglohnbereich leider den Vorwurf moderner Sklavenarbeit machen muss. Es ist an der Zeit, dass sich die Verhältnisse in unserer sozialen Marktwirtschaft ändern und ein freies, selbstbestimmtes, bescheidenes Leben für jeden Bürger möglich ist.

  34. […] den Kochroboter als eine Art Aufsatz für den Herd konstruieren.  Zuvor hatte ich einen Artikel zum Grundeinkommen in der Schweiz in der aktuellen brandeins gelesen. Mein Gedankensprung vollzog sich von der sich […]

  35. P. Felz 18. Mai 2012 at 15:56 - Antwort

    @Enrico Briegert: Sehr gut argumentiert, so muss eine gepflegte Diskussion aussehen. Im Gegensatz zu…
    … @TK: Blödsinniges Zeug, Sie Polemiker!
    Erstens: Sie können gerne in Ihre unbeheizte Steinzeithöhle zurück kriechen, und Ihre Wände bemalen, wenn Ihnen danach beliebt, schon mal was von Evolution & Fortschritt gehört? Außerdem, wenn jetzt der Zivilisationskollaps käme, bezweifle ich, dass Sie zu den paar ‚Gewinnern‘ gehören würden. Wenn Sie nicht zufällig ein 1A Survivalexperte sind, dann argumentieren Sie gefälligst auch nicht wie einer!
    Zweitens: Es gibt keine „DIE H4 Bezieher“! Und diese Sache mit dem Klogang… einfach nur allerunterste Schublade…
    Drittens: Würde es das ALG II (so die off. Bezeichnung) DANN überhaupt noch geben? Natürlich nicht. Nachdenken vorm Tippen!!!

    Zum Artikel von Fr. Hofert:
    Die zehn Gründe sind zwar nicht ganz neu für jemand, der sich mit den Themen BGE & Problematik der Arbeitswelt öfters befasst, sprechen aber ganz eindeutig dafür und zeigen, dass Sie sich Gedanken machen. Nur Ihre persönliche Meinung über die Höhe finde ich nicht konsequent zu Ende gedacht:
    nur „400 steuerfreie Euro“ ?

    Das BGE soll doch in erster Linie dem Menschen dienen, nicht umgekehrt… Wie soll ich aber, um ein persönliches Beispiel zu nennen, der gerne wieder studieren würde (und zwar nicht per Fernstudium), aber mangels Bafög dieses nicht kann und wird, denn bitte von 400€ leben? Die Bologna-Reform hat erfolgreich dafür gesorgt, dass das Arbeiten (also ARBEITEN, nicht 3-4h die Woche mal im Café „jobben“!) neben dem Studium diesem in keinster Weise mehr zuträglich ist. Und ab einem gewissen Alter wird man auch von den Eltern nicht mehr unterstützt (man will es selbst ja auch nicht mehr), fällt man aus der Familienversicherung (KK) und kriegt auch kein Kindergeld mehr; man ist erwachsen und muss alles allein managen. Bildung und Weiterbildung also nur für junge Menschen bzw. für wohlhabende Ältere? Dankeschön! Was ist mit dem oft bemühten „Lebenslangen Lernen“? Ad absurdum… Meine einzigen Perspektiven z.Z. heißen Umschulung (wenn das Amt finanziert), neue Ausbildung (wenn ich noch was finde, bin keine 20 mehr) oder *jippie!* Zeitarbeit… Letztere ist für mich persönlich und meinen Bildungsanspruch überhaupt keine Option und gesellschaftlich gesehen kein Allheilmittel, eher ein großes Armutszeugnis. Das BGE würde somit auch ermöglichen sich auszuprobieren, wenn man sich dann in eine berufliche Richtung verrennt, wäre es nicht so tragisch wie heute, wo der optimale Lebenslauf das Nonplusultra sein soll und Biographien mit Brüchen automatisch ausscheiden.

    Mit dieser niedrigen Summe, die Sie vorschlagen, würden die Möglichkeiten des Einzelnen zur Entfaltung gleich wieder eingefroren und Armut würde nur noch weiter zementiert. Der Staat würde sich somit – so makaber es klingt – nur noch weiter aus der Verantwortung stehlen, denn ein Anspruch auf weitergehende Leistung (für kranke oder behinderte Menschen oder andere Härtefälle einmal außen vor gelassen) entfiele dann, ALG II & Co würden durch das BGE logischerweise abgeschafft… Nur wäre dieses mit 400€ so derart niedrig angesetzt, dass daraus wieder ein Zwang zu „Arbeit um jeden Preis“ entstünde, was im Endeffekt nichts verändern würde; im Gegenteil, viele Menschen hätten dann sogar erheblich weniger als jetzt mit ALG II. Und Arbeitgeber könnten weiterhin jeden *sry* Dreckslohn anbieten, nach dem Motto „Friss oder stirb“ und Arbeitnehmer wären also wieder nicht am Drücker, um auf Augenhöhe um den Wert ihrer Arbeitskraft zu verhandeln, also wieder auf der Verliererseite… Klingt alles wie gehabt, wie heute schon, wie FDP & Co; „Bedingungslos“ heißt nun einmal bedingungslos, da dürfte dann auch kein „Ja. Aaaaber…“-Blabla hinterhergeschoben werden. Aber ich schweife ab.

    Unterste Grenze können mMn nur steuerfreie 800€ sein, schließlich will jede Krankenkasse auch Geld sehen. Dann noch eine bescheidene Miete und hoffentlich ausreichende, gesunde Nahrung, und alle ist das Geld… Und meine Rechnung gilt einem Single-Haushalt. Ich denke, niemand wird davon große Sprünge machen können, ohne auf „unterstützende“ Arbeit angewiesen zu sein, es besteht also noch genügend Anreiz sich diese zu suchen > wer mehr will im Leben, muss eben aus der Hüfte kommen. Und wer keine Arbeit braucht, oder nicht „um bzw. für jeden Preis“ arbeiten will, wer also damit auskommt, der meistert eben (zwangsweise) mehr oder minder erfolgreich das Kunststück, sein Leben mit WENIG Budget zu bestreiten; das verdient in Zeiten von Klimawandel, Konsumgeilheit & to-Go-/Wegschmeißkultur Anerkennung, Respekt, Ermunterung und nicht etwa Sanktionen, Ausgrenzung oder Mobbing a la „römische Dekadenz“ usw…. In Frankreich werden jetzt übrigens die Gehälter der führenden Politiker gesenkt, habe ich gestern im Radio gehört, keine Ahnung warum mir das an dieser Stelle grad einfiel…

    Aber ist Deutschland bzw. Europa für diese grandiose Bewusstseins- und Daseinsverändernde Idee des BGE im Denken progressiv genug? Immerhin wird darüber gesprochen, und auch gestritten, das ist ein Anfang.

    MfG P. Felz

  36. Mütze 25. Mai 2012 at 14:07 - Antwort

    Hallo alle Miteinander,

    ich glaube ich muss mal mit einem grundlegenden Irrtum über das bedingungslose Grundeinkommen aufräumen. Das bGe. soll nicht zusätzlich bezahlt werden. Vielmehr soll sichergestellt werden, dass jeder Bürger, ohne Wenn und Aber, und auf jeden Fall ohne irgendeinen Zwang, mindestens das Grundeinkommen zum Leben hat. Jeder Bürger bekommt von Geburt an bis zum Tot, Monatlich ein Grundeinkommen von z.B. 600 Euro bis 16 Jahre, danach 1000 Euro, Rentner und Schwerbehinderte 1400 Euro. Die Arbeitgeber bekommen die Auflage, alle Nettolöhne bis 1000 Eure, direkt an die Auszahlbehörde des Grundeinkommens, zu Überweisen. Wer z. B. nur 700 Euro, weniger oder Garnichts verdient, hat trotzdem 1000 Euro zur Verfügung, ohne Bettelei beim Jobcenter.

    Der Mensch braucht keine Arbeit um Einkommen zu erzielen, sondern er braucht Einkommen um Arbeiten zu können. Es liegt in der Natur des Menschen, dass er arbeiten will, wenn die Bedingungen stimmen.

    Der Staat gibt jetzt schon jedes Jahr, 1 Billionen Euro für Sozialleistungen aus. In Zukunft könnte die ganze teure Verwaltung der Armut, Zwangsarbeit und Fremdbestimmung eingespart werden. Die Renten Kassen könnten die Auszahlung des Grundeinkommens übernehmen, und die Jobcenter könnten sich nur auf die Arbeitsvermittlung beschränken. Es gäbe fast keine Schlupflöcher mehr, bei denen sich bestimmte Kruppen, Unrechtmäßig Geld erschleichen könnten. Sklavenarbeit für Löhne, von denen man nicht leben kann, wäre Geschichte. Kinderarmut wäre mit einem Schlag beseitigt, Die Kinder von heute könnten ohne Sorgen und Schulden Ihre Ausbildung beginnen. Armut im Rentenalter wäre auch Geschichte. Die Kriminalität würde drastisch sinken.

    Beispiel ohne bedingungsloses Grundeinkommen:

    Ein Familienvater mit Frau und drei Kindern, malocht bis zum Umfallen, 50-60 Std. die Woche, um vielleicht 1800 Euro zu verdienen. Mit Nebenverdienst der Frau und Kindergeld, kommen Sie zusammen auf 3000 Euro.

    Ein anderer Familienvater mit Frau und drei Kindern lebt von Harz 4, zusammen kommen Sie auf ungefähr 2200 Euro. Dafür muss aber die ganze Familie, beim Jobcenter vorstellig werden, und sich zu jeder Sklavenarbeit Nötigen lassen, die Sie finden kann. Als Harz 4ler, hat man weniger Rechte, und alles ist zumutbar. Willkür und Missachtung der Ämter ist die Tagesordnung.

    Beispiel mit bedingungslosem Grundeinkommen:

    Beide Familien haben mindestens 3800 Euro zur Verfügung. Beide Väter könnten sich den einen Arbeitsplatz teilen, und bräuchten nur noch 25-30 Std. die Woche arbeiten. Sie blieben wahrscheinlich länger gesund, hätten mehr Zeit für Ihre Familien, und alle könnten ein selbstbestimmtes und Würdevolles Leben führen.

    Das wäre ein unglaublicher Gewinn für die Kultur und Gesellschaft. Die Kaufkraft im Binnenmarkt, würde in astronomische Höhen steigen. Das Grundeinkommen wäre dann schon fast alleine mit der Mehrwertsteuer zu finanzieren. Natürlich müssten Überwachungsinstitutionen, wie z.B. das Kartellamt, mehr Befugnisse bekommen, damit nicht plötzlich überall Mondpreise entstehen.
    Menschen die sich unverhältnismäßig an der Gesellschaft, bereichern wollen, müssen stärker verfolgt, und härter bestraft werden.

    Ich halte es für Sinnvoll, dieses System, Europaweit vielleicht sogar Weltweit ein zu führen. Im Anschluss würde auch eine Weltwährung, und ein kompletter Schuldenschnitt für alle Staaten, Sinn machen.

    Ihr braucht keine Angst zu haben, das bedingungslose Grundeinkommen für alle, ist die einzige richtige Lösung, die wir heute noch zur Verfügung haben, um den totalen Absturz der Gesellschaft und Wirtschaft zu verhindern. Wir müssen nur noch die Politiker davon überzeugen, das Sie das ganze Volk vertreten, und nicht nur die Reichen Lobbyisten.

    Wir wollen Miteinander, und nicht Gegeneinander Leben.

  37. Marco 12. Dezember 2013 at 19:33 - Antwort

    Ein schöner Beitrag. Wir brauchen mehr davon! Das bedingungslose Grundeinkommen wird oft leider noch so verstanden, dass es allein darum geht, dass der Staat uns Geld schenkt. Das ist zwar richtig, aber auch völlig verkehrt. Also ist das Thema viel kompliziert als man eigentlich annimmt. Deswegen habe ich gestern einen weiteren (und meinen ersten) Einstiegsartikel zum BGE veröffentlicht.

    • Alfred 30. Mai 2014 at 23:32 - Antwort

      „Ein bedingungsloses Grundeinkommen geht mir zu sehr vom Guten im Menschen aus.“ (oft gehörter Einwand).

      Dazu ist zu sagen: Jede echte (innere) Entwicklung tut das. Einfach jede. Und zwar nach beiden Richtungen hin.

      Vom Guten im Menschen auszugehen weckt in uns die edelsten Empfindungen. Wie könnten wir ohne diese Grundvoraussetzung den Tag BEGINNen in der ständigen Überzeugung, dass er einen schlechten Anfang und ein noch schlechteres Ende nehmen wird?

  38. Stephan Goldammer 19. April 2014 at 03:46 - Antwort

    Ich leg noch einen obendrauf: 200 Gründe für ein Bedingungsloses Grundeinkommen.

    http://bit.ly/1eRNltX

  39. Gunnar Jandke 30. Dezember 2014 at 00:48 - Antwort

    das bedingslose grundeinkommen ist eine tolle sache, wenn man nicht zu kurz denkt.

    ein paar beispiele.

    die meisten gehen immer von dem problem der finanzierung aus. steuererhöhungen usw. sollen die lösung sein. dieser ansatz ist vollkommen falsch. lassen sie mich das erklären.

    ein bedingungsloses grundeinkommen bedeutet, jeder mensch bekommt eine summe x vom staat, wovon er gut leben kann. kein mensch bekommt noch ein gehalt! alle bekommen ab den morgigen tag das selbe. ist wird nicht mehr unterschieden zwischen berufsgruppen und tätigkeit. niemand ist mehr oder weniger wert als der andere. alle menschen sind gleich wichtig für die gesellschaft. ob arzt oder taxifahrer, ob lehrer oder müllmann. jeder ist wichtig und auf keinen kann man verzichten. das bedingungslose grundeinkommen soll die menschen dazu führen, ihren von der natur gegebenen fähigkeiten und interessen zu folgen ohne zwang. das ergebnis wäre eine gesellschaft, in der kluge köpfe mit kreativität und verstand gefördert werden, um die menschheit voranzubringen. das ganze wird bezahlt von den unternehmen. jedes unternehmen tritt ab sofort seine kompletten gewinne an den staat ab. nur unternehmen, die in dem land ansässig sind und mitarbeiter beschäftigen, dürfen auf dem offenen markt auch produkte anbieten und verkaufen. sinn ist es, das abwandern zu verhindern. sollte ein unternehmen investitionen benötigen, um neue produkte auf den markt zu bringen, so muss es dem staat ein gutachten vorlegen, das diese dem allgeimeinwohl dient. sprich… jeder kann ab sofort ein unternehmen eröffnen, wenn seine idee dem allgemeinwohl nützt. die devise heist… neues erschaffen statt abzukupfern oder zu kopieren. wenn es schon 30 sorten an handys gibt, dann braucht man nicht noch die sorte 31. das gilt ab sofort für alle bereiche. nachhaltiges wirtschaften mit dem ziel langlebiger produkte, um ressourcen zu sparen. darüber hinaus werden alle lebensnotwendigen dinge, z.b. strom, wasser, heizung, wohnung kostenlos angeboten. hausbesitzer dürfen sich somit auf enteignungen einstellen. es gibt schlicht kein recht mehr auf eigentum. wohnraum wird so angeboten, das er erstens in der nähe der arbeitsstelle ist und zweitens nach x qm / person im haushalt. also zum beispiel 45 qm pro person und nicht mehr. wer gern in einer villa leben möchte und für sich 200 qm und mehr allein haben möchte, darf das gern, aber dann bitte in einem anderen land. es leben genug menschen auf der straße ohne wohnraum, als das wir diesen luxus gestatten können. wie man sieht, benötigen wir das geld ab jetzt nur noch für essen und hobby. im übrigen sollten alle banken verstaatlicht werden und privatbanken verboten werden. kredite gibt es sowieso nicht mehr. wer eine große summe braucht für anschaffungen, der soll zuvor nachweisen, das diese auch notwendig ist. im normalfall sollte da BGE ausreichen. im übrigen brauchen wir keine rohstoffe, wenn wir recycling betreiben würden, statt müllverbrennung. wir brauchen auch keine arbeitsplätze, die jemanden 8 stunden in anspruch nehmen. es gibt so viele menschen da draußen, die keinen job haben, das man arbeitsplätze aufteilen kann. 2 – 3 stunden arbeit reicht von jedem, damit unsere welt weiter am laufen bleibt. erneuerbare energien machen uns unabhängig von weiteren rohstoffen. autos, busse und bahnen fahren mit strom oder wasserstoff. flugzeuge brauchen wir eigentlich nur, um lange strecken ins ausland zu bewältigen. für das inland wären schnellzüge, wie der transrapid ausreichend, um längere strecken in kurzer zeit zu überwinden. vorteil… auch die fahren mit strom. wenn man nun all das zusammen nimmt, dann hat man ein bge, was fair ist für jeden. denn es nützt gar nichts, wenn in der gesellschaft weiter unterschieden wird nach reichtum. außerdem schützt es vor korruption. denn keiner wird moralisch fragwürdig handeln für geld, wenn er sich davon keinen vorteil verschaffen kann.

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