Facebook-Fanpage: So besser nicht (Social Media Inside, Teil 1):

Mensch, Facebook ist mein größer Referrer in Social Networks. Danke Geist & Gegenwart für den Hinweis, da mal Google Analytics zu bemühen.

Hätte ich ja im Oktober 2010, zum Start meines Social Media Experiments, nie gedacht: Man kennt mich inzwischen als Social Media Aktive. Sind Sie nicht…? Die mit dem Blog, mit Facebook etc. Ich würde besseres Marketing machen als sie selbst mit großem Budget, raunte mir jemand zu. Merci. Und nein, ich habe nach wie vor keinen Plan. Ich würde gern, ich liebe Pläne, solange ich sie nicht selbst erstellen muss; also kann ich sie nur delegieren. Aber mit den Ergebnissen bin ich nie zufrieden (da bin ich Fallbeispiel in einem Artikel von der Sorte, „wenn Chefs richtig nerven, weil sie ständig alles umschmeißen.“)

Also habe ich beschlossen, das Social Media Experiment 2010-2012 in die Next Generation zu überführen und es ab jetzt Insiderbericht zu nennen. Der Ehrgeiz hat mich gepackt und so habe ich mir ein Google+-Buch gekauft, das aber leider nur Anleitungen enthält und nichts Konzeptionelles. Außerdem sind Teile schon wieder veraltet, z.B. die Aussage, dass Interaktion nicht wichtig sei. Das finde ich immer schade bei Büchern dieser Art: Anleitungen gibt es genug, in guten Blogs und bei Youtube. Ich brauche strategischen Input, Erfahrungswerte. Einer meiner häufiger internetaktiven Kunden empfhahl mir Guy Kawasaki What the Plus. Das werde ich mir jetzt vornehmen.

Bei Facebook habe ich inzwischen einen frühen Fehler korrigiert: Meine Fanpage habe ich umbenannt. Schon PR-Doktor Kerstin Hoffmann hatte mir vor rund einem Jahr die Augen geöffnet für die durch zwei x Svenja Hoferts entstandene Verwirrung: Wer mich bei Facebook suchte, kam oft auf meine Privatseite. Immer mehr Anfragen machten klar: Die finden meine Fanpage gar nicht – Handlungsbedarf.

Auf meiner Privatseite bin ich aber kaum aktiv, weil ich eine Fanpage habe, die bis vor kurzem ebenfalls Svenja Hofert hieß. Inzwischen habe ich sie umbenannt, dass darf man einmal tun: svenjahofertfanpage - Verwechslungsgefahr gebannt.

Mir ist dadurch klar geworden, worauf man vor allem als „Personenmarke“ achten muss, nämlich auf die richtige Entscheidung: private Facebooksite (a.) strategisch öffnen oder (b.) echte Fanpage bauen und befüllen. Mit beidem kann man viel erreichen. Meine Neu-Facebook-aktive Mitarbeiterin Maja Skubella hat es mit Variante (a.) inzwischen auf weit mehr als 1000 Freunde gebracht. Und es kamen schon einige Kunden auf diesem Weg zu uns. Wer meine Fehler vermeiden möchte, für den haben wir diese Woche bei Facebook einen Selbstlernkurs hochgeladen. Es ist eine konzeptionelle Anleitung mit dem Ziel individuelle Lösungen zu finden. Ein Vorgeschmack findet sich bei Slideshare

Was funktioniert und was nicht, habe ich durch Ausprobieren herausgefunden. Einmal fragte ich nach der Meinung zu einem Buchcover, 122 Kommentare – so viel los wie nie. Sogar sonst Inaktive wurden mobilisiert: Helferinstinkt.

Das für mich Nützlichste an Facebook sind die Effekte meiner Betatests. Das ist eine offene Produktentwicklung. Ich bekomme unmittelbare Resonanz, Fehler für die der Autor bekanntlich blinde Flecken hat, werden erkannt und es gibt super-Anregungen. So beschäftige ich mich jetzt damit, wie ich meine ganzen Excel-Ideen Mac-kompatibel machen kann. Auch Hilfe bei der Entscheidung pro/contra Bewertungssystem in meinem neuen Beratungs-Shop Kexpa kam von Facebook. In meinem alten Shop Gruenderreports hatte ich mit Ekomi gearbeitet, etwa 3-5% haben bewertet. Doch Ekomi ist umstritten, denn bisher hatte der Anbiert Bewerter, die weniger als 4 Sterne geben wollten, nicht sofort freigeschaltet. Man konnte nachbessern und den Kunden so zur Rücknahme der Bewertung bringen. Bei mir kam das pro Jahr etwa einmal vor. Meist lag ein Missverständnis vor. Aber für Ekomi war das schlechte Presse als es rauskam. Ich fahre jetzt vorläufig ein Drupal-internes Bewertungssystem, bis ich eine bessere Lösung habe.

Bei Facebook bauen sich die Fans eher langsam auf, das sehe ich auch auf der Fanpage von Karriereexperten, die nach langer Zeit die 500er-Schallgrenze geknackt hat. Um das u erreichen, habe ich 2 Wochen lang Anzeigen geschaltet.  “Ohne”  ist es schwierig, das sehe ich auch bei Klienten, trotz hoher Interaktivität: Um Inhalte ansehen zu können, muss man halt kein Fan mehr werden, das macht es schwieriger, Leute zum Liken zu bringen. Mit Facebook-Anzeigen muss man  mit rund 50 Cent pro Neu-Fan rechnen. 100 kosten also etwa 50 EUR. Die Angebote „Fans kaufen“ etwa bei Fanslave sind da günstiger – aber was bekommt man dafür? Ich werde das „kaufen“ noch mal ausprobieren. Man kann schließlich nur so richtig über Dinge schimpfen, die man sich auch genau angeschaut hat ;-)

Übrigens scheint Fanzahl und Resonanz auch NICHT unmittelbar aufs Geschäft auszustrahlen, manchmal bringt eine kleine Community mehr als 20.000 Servants, die alles liken, was ihr „Master“ so macht. So können Personen, die täglich mehrmals ihre Community mit Sprüchen oder Fotos begießen, oft höhere Fanzahlen nachweisen. Das scheint sich allerdings nicht unbedingt in Business umzuwandeln, hört man. Strategie ist also wichtig. Und wenn man das bedenkt, ist Masse zwar beeindruckend, Klasse aber wirksamer.

About Svenja Hofert

Seit fast anderthalb Jahrzehnten unterstütze ich gemeinsam mit meinen Mitarbeitern und meinem Netzwerk Menschen dabei, ihren "nächsten Schritt" zu gehen - in der Karriere, als Team und auch als Berater, Trainer oder Coach. In diesem Blog verpacke ich meine Perspektiven und Erlebnisse in klare Sichtweisen und Impulse. Beratungsangebote finden Sie bei Karriere & Entwicklung, Seminartermine auf diesen Seiten unter Karriereexpertenakademie. Wollen Sie uns testen, empfehlen wir mit einem Selbstlernkurs auf Kexpa.de einzusteigen.

4 Kommentare zu “Facebook-Fanpage: So besser nicht (Social Media Inside, Teil 1):

  1. Interessanter Artikel! Das Wachsen einer Facebok-Fanpage ist wirklich nicht ganz leicht und schwer zu durchschauen, was auch das Planen schwer macht. Ich habe auch mal Tests mit dem Bewerben gemacht. Das hat Fans gebracht, aber lange nicht so viel wie durch entsprechende Multiplikatoren (i.d.R. größere Fanpages). Außerdem benimmt sich FB notorisch schlecht gegenüber solchen Peanuts-Spendern wie wir (50 – 250 € die Woche). Ich habe deshalb beschlossen, dort kein Geld mehr zu lassen.

    Den Jackpot hat man geknackt, wenn man es schafft, dass Beiträge hunderte Male auf FB geteilt werden. Das ist dann so mini-viral und bringt echte Fans und Traffic. Allerdings muss man mit dem “Begießen” durch Sprüche oder Fotos vorsichtig sein, denn wenn man als Spammer wahrgenommen wird, ziehen sich die Fans schneller zurück, als man neue gewinnt. Ein bis zwei Fotos/Sprüche pro Tag sind genug.

    Jedenfalls macht sich die Fan-Base deutlich bemerkbar im Traffic (= Business?). FB ist der größte Referral bei mir.

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