Der K-Faktor: In 6 Schritten zu mehr Kreativität

Kreativität hat nichts mit Malen und bunten Bildern zu tun, sondern  mit Wahrnehmen und Denken. Kann man kreativ-sein und -werden dann planen? Ein bisschen schon. Hier die Reihenfolge

1. Bauen Sie Expertenwissen auf! (aber richtig und nicht halb) Niemand kann etwas neu erfinden, was er nicht kennt. „Chancen bieten sich nur dem Denken, das gut vorbereit ist“, schrieb schon der Chemiker Louis Pasteur – ein wissenschaftlicher Kreativer, der im 20. Jahrhundert wichtige Beiträge im Kampf gegen Infektionskrankheiten geleistet haben. Ohne Wissen nicht möglich. Sich ein Wissensgebiet auf- und auszubauen, ist also die Basis dafür, dass sich Kreativität entwickeln kann. Das kann gerade in unseren Zeiten der Zukunft der Arbeit auch neu verknüpftes, interdisziplinäres Wissen sein. Das Thema behindertengerechtes Bauen bewegt sich zwischen Architektur, Pädagogik und Sozialrecht – Disziplinen verbinden kann mühsam sein, sich aber auch lohnen.

2. Wecken Sie Ihre Vorstellungskraft! Grenzen überschreiten – das  kann nur gelingen, wenn man bereit ist, über sie hinauszugehen. Was kommt hinter dem Gewohnten? Wie wird sich A entwickeln, wenn B eintrifft? Fantasie kann sich dort entfalten, wenn Sie Gedanken frei- und aus dem Korsett der Konventionen rauslassen. Wenn Sie Häuser aus Mineralwasserflaschen und „Panzer aus Marzipan“ bauen.  Das kann man üben, darüber habe ich schon mal hier geschrieben.  Die Zahl der Assoziationen etwa, die man zu einem beliebigen Gegenstand hat, kann sukzessive steigern, wer täglich übt. Und auch der Gang über Konventionen ist leicht – wenn man diese als solche erkennt.

3. Machen Sie Dinge, an die Sie glauben, weil Sie an sie glauben… … und nicht, weil Sie dafür Lob bekommen. Das bekommen Sie nicht. Wenn Sie wirklich etwas Neues schaffen wollen, werden nur ganz wenige Sie dafür anerkennen. Suchen Sie sich diese Mentoren, binden Sie die ein, die noch nicht ganz überzeugt sind. Die Art, wie man über die Dinge spricht, an die man glaubt, kann unendlich viel bewirken. Einen Prediger hört man zu, einem Kritiker nicht. Es wird einige geben, die gegen Sie arbeiten und manche, die Sie vielleicht bekämpfen…. Das sollte nichts ändern.

4. Bleiben Sie dran! Große Dinge brauchen viel Zeit. Und bevor etwas einmal funktioniert, wird es tausend Mal nicht klappen. Das fordert eine Persönlichkeit, für die die Idee  alles ist, vielleicht Lebensinhalt. Isaac Newton dachte die ganze Zeit über die Probleme nach, die er lösen wollte. Auch wenn Sie nicht ganz so verrückt sind der Idee Ihr Leben zu opfern, können Sie sich aber zumindest das abschauen: Wiederholen Sie, lernen Sie aus Fehlern und weiter, weiter, weiter…

5. Vernetzen Sie sich! Der amerikanische Kreativitätsforscher Dean Simonton fand in einer Untersuchung der Karrieren von 2016 Wissenschaftlern und Erfindern, dass die wenigsten einsame Genies waren und die meisten Unterstützer und ein gutes Netzwerk hatten. Also: Eigenbrötler muss und sollte man nicht sein. Überwerfen Sie sich nicht mit allen, überzeugen Sie lieber, gewinnen Sie andere für Ihre Idee. Sehr gute Lektüre hierzu ist „Das Neue und seine Feinde“ von Guenter Dueck. Feinde bekämpft man nicht, man macht sie zu Freunden.

6. Arbeiten Sie an Ihrer Gruppenkompatibilität! In diesem Beitrag habe ich geschrieben, dass niedrige Verträglichkeit und hohe Offenheit im Big Five mit Kreativität korrelieren. Eine etwas kantigere Persönlichkeitsstruktur ist also förderlich. Bisweilen ist diese zusätzlich introvertiert. Das heißt aber keineswegs, dass Kreative deshalb unnahbare „harte Knochen“ sein müssen. Nettsein hat viel mit „Ankommen“ zu tun. Und wie man in unterschiedlichen Peer Groups ankommt, kann man lernen, in dem man es ganz bewusst übt. Legen Sie sich als Nicht-Schnacker Anekdoten zurecht, um Ohren zu öffnen. Lernen Sie als ruhiger Mensch zu unterbrechen, um sich an den richtigen Stellen Gehör zu verschaffen.

About Svenja Hofert

Ungefähr 35,4 Bücher geschrieben, einige Bestseller und Standardwerke, 5002 Kunden ist untertrieben, ein halbes Leben Coaching Beratung, Ausbildung nicht. Viele Menschen weitergebracht, Neues entwickelt. Analytisch, äußerst intuitiv, hohe Komplexitätsakzeptanz; bei aller Menschenliebe mit Blick fürs Unternehmerische, für Talente, Visionen, Strategien. Einige nennen mich visionär, querdenkerisch, andere pragmatisch und bodenständig. Am Ende gilt beides?

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