Eierlegende Branchensau & Lebenszyklus-Knopf: 4 HR-Innovationen, die einfach niemand erfindet

Jeden Tag begegnen mir Ideen, die andere schon hatten. Aber Dinge, die man wirklich  brauchen  könnte, erfindet keiner. Meine Favoriten fürs Erfunden-Werden:

1.       Die Jobsuchmaschine für Leute, die keine Berufe haben.

Vielleicht haben Sie Glück, und Sie sind SAP-Berater. Vielleicht gehören Sie aber auch zu der wachsenden Schicht von Leuten, die keinen Beruf haben, sondern nur eine berufliche Präferenz –  Ihr Talent etwa im Bereich „gutes Klima in große Teams bringen“ einsetzen können. Dann würden Sie eine Suchmaschine zu schätzen wissen, die Präferenzen abfragt, persönliche Kompetenzen – und keine Branchen, Berufe und Funktionen. Auch wenn Firmen heute immer noch die eierlegende Branchensau suchen, die nur aus Fachkenntnissen bestehen  – es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis man hier nicht mehr fündig wird. Und dann muss man Talente locken, die Talente haben.

2.       Die ultimative Talent-Datenbank

„Gerne nehmen wir Sie in unsere Datenbank auf und melden uns, wenn entsprechende Stellen verfügbar sind.“ Ha? Hat Michael Page sich je bei Ihnen gemeldet? Gab es je ein Zeichen vom Unternehmen, an das Sie liebevoll Ihre Initiativbewerbung gesendet haben? Genau: nein, still ruht der See. Und ich weiß, Sie sind super. Es liegt nicht an Ihnen.

Würden alle Talente anonym zentralisiert, könnte jeder Personaler einfach seine Suchanfrage eingeben und würde perfekte Talente gemeldet bekommen, die gerade auf „grün“ – für verfügbar – gestellt sind.

In die Richtung geht das, was ich heute gesehen und für interessant befunden habe: Cleverheads von Younect. Unternehmen sollen Bewerber aus der Region in die Region weiterempfehlen. Super! Das könnte man doch auch auf Talente ausdehnen….

3.     Der Lebenszyklus-Knopf

Es macht Spaß, mit Menschen zu arbeiten, die Kind und Karriere hinter sich haben. Die denken an sinnvolles Engagement und unbedingt: weniger arbeiten. Es sind erfahrene Manager, begabte Fachleute. Haben die nicht ein Recht auf eine 30-Stunden-Woche? Ich finde, Firmen sollten bei Bewerbungen einen Lebenszyklus-Knopf nach dem Muster meiner 4 Phasen im Karrierecoaching einbauen. So können sie endlich Phase 2-Durchstarter und Phase 4-Sinnfinder mixen und deren Bedürfnisse berücksichtigen.

4.       Der Kompetenz-Scan

Was nutzt einem Wissen, wenn man es nicht anwenden kann? Am Flughafen gibt es den Körperscan, könnte es sowas nicht auch für Kompetenzen geben? Ah, da ist viel grün, Kommunikator. Und halt, hier haben wir blau, strategische Kompetenzen. Würde es doch ein Gerät geben, dass sichtbar macht, was man derzeit mühsam erfragen und ertesten muss! Welche Motivation trägt jemand mit sich? Was für Werte hat er? Alles wird transparent – natürlich nur, wenn derjenige es will und seine Kompetenzdaten freigeben hat.

About Svenja Hofert

Ungefähr 35,4 Bücher geschrieben, einige Bestseller und Standardwerke, 5002 Kunden, ein halbes Leben Coaching, Beratung, Ausbildung. Viele Menschen weitergebracht, Neues entwickelt. Analytisch, hohe Komplexitätsakzeptanz; bei aller Menschenliebe mit Blick fürs Unternehmerische, für Talente, Visionen, Strategien. Einige nennen mich visionär, querdenkerisch, andere pragmatisch und bodenständig. Am Ende gilt beides?

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