Wie finde ich den Bachelor oder Master, der zu mir passt? Studienwahl in 9 Schritten

Was es inzwischen alles gibt! Studiengänge für Kleintiermedizin, für Mediation, Nachhaltigkeit, Technologiemarketing, Sales, Karrierecoaching sogar… Eine riesige Fülle. Als wissenshungriger Mensch würde man sich am liebsten überall einschreiben. Doch all die Möglichkeiten verwirren auch.

Ich habe ein neun-Punkte-Programm für eine gute Studienwahl entwickelt, die für alle Altersstufen funktioniert, also auch für Berufserfahrene. Besonders möchte ich auch die Interessenten von nicht-konsekutiven Studiengängen ansprechen, also solche, die mit ihrem Zweistudium nicht direkt ans Erststudium anknüpfen können oder wollen.

Copyright: Trüffelpix @Fotolia.com

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Erstens: Was kommt danach?

Zunächst möchte ich Sie anregen, über das „danach“ nachzudenken, also das, was im Anschluss an das Studium sein SOLL (man könnte es auch Soll-Analyse nennen). Haben Sie ein Berufsbild, eine Funktion, eine Branche vor sich? Wunderbar, dann können Sie z.B. über eine Recherche bei Xing herausfinden, welche Abschlüsse andere Menschen haben, die so etwas vorhaben wie Sie.

Wenn nicht, versuchen Sie Ihre Ziele näher zu fassen. Wo wollen Sie hin? Sie müssen andere Entscheidungen treffen, wenn Sie in eine Strategieberatung als wenn Sie im Marketing eines mittleren Unternehmens arbeiten wollen. Gehen Sie zu Zweitens, falls diese Aufgabe unlösbar scheint – und danach wieder zurück.

Zweitens: Interessen klären

Was interessiert Sie? Vielleicht können Sie das schnell beantworten, vielleicht nicht. Falls  nicht, kann der Test BIS Klarheit verschaffen. Den können Sie im Rahmen einer Beratung ausführlich über uns machen . Eventuell kommen Sie auch auf Ideen, wenn Sie mal die ganzen Studiengänge bei Studieren.de durchgehen (kann aber auch kirre machen).

Drittens: Studienmotivation klären

Warum möchten Sie studieren? Es kann Interesse sein, der Wunsch, beruflich weiterzukommen oder aber einen guten Berufsstart hinzulegen. Auch Status mag eine Rolle spielen – der Wert des „Scheins“ nach außen. Gehen Sie dann in die Tiefe: Was fasziniert Sie am Lernen? Sind es inhaltliche Aspekte? Freuen Sie sich auf Team- und Gruppenarbeit? Oder begeistern Sie sich dafür, Dinge herauszufinden und/oder anzuwenden? Um solchen Motivationen auf den Grund zu gehen, ist der Test RIASEC hilfreich, der weniger die konkreten Interessen als vielmehr die dahinter gelagerten Motivationen unabhängig von Themen wie „Gesundheit“ und „Wirtschaft“ ermittelt. Wird auch von uns eingesetzt.

Viertens: Möglichkeiten einkreisen

Was genau müssen Sie wissen, um Ihr Ziel zu erreichen? Was befriedigt zusätzlich Ihre oben aufgefächerte Studienmotivation? Beispiel: Wenn Sie bisher praktisch im Personalbereich gearbeitet haben, jedoch nicht über ein BWL-Studium verfügen, fehlt Ihnen theoretisches Personalmanagementwissen. Vielleicht möchten Sie aber einen neuen Dreh und interessieren sich eher für Personalentwicklung? Dann könnte man an einen einschlägigen Studiengang oder „Verwandte“ wie Wirtschaftspsychologie denken. Schreiben Sie auf, was Ihnen einfällt.

Fünftens: Querdenken

Gibt es noch andere Wege als die klassischen? Wollen Sie Journalist werden? Da würde ich derzeit eher im ersten Schritt zu einem Fachstudium raten, Medizin, Physik, Kognitionswissenschaften, Neuro Science…  diese Richtung. Möchten Sie Berufspolitiker werden? Es muss nicht Politologie sein, Sie sehen, dass es auch Mediziner und Müller und natürlich Lehrer weit bringen können.  Letztendlich führen immer mehr und nicht mehr nur viele Wege nach Rom – und vielleicht gibt es welche, die sie noch nicht auf dem Plan haben. Siehe Kognitionswissenschaften – da geht es um die Software in unserem Kopf. Find ich persönlich super spannend und multifunktional für Einsatzbereiche in Werbung und Personal passend.

Querdenken heißt auch die Möglichkeit einzubeziehen, dass es gar kein Studium sein muss. Natürlich kann man Coaching inzwischen studieren, dennoch gibt es Argumente für eine praktische Weiterbildung (z.B. Selbsterfahrung!) … Beim Thema Personal ist es ähnlich. Kann sein, dass eine fünftägige Kompaktmaßnahme schon genau das Loch füllt, das man füllen will.

Sechstens: Studienform ermitteln

Es gibt immer mehr Studiengänge, die auch im Fernunterricht oder einer Kombination aus Präsenz- und Fernunterricht funktionieren. Sie geben auch Berufseinsteigern die Möglichkeit, parallel zu arbeiten, was ein Vorteil sein kann – erst recht, wenn man die gelernten theoretischen Inhalte direkt anwenden kann. Allerdings muss man ein Typ dafür sein, sich gut selbst motivieren können und außerdem auch eine gewisse Neigung zum Schreiben haben, denn vieles läuft schriftlich.

Siebtens: Budget klären

Auch bei der Softwareentwicklung beginnt man nicht mit dem Preis, sondern mit den Anforderungen. Deshalb hebe ich das Thema bewusst in eine spätere Phase. MBAs etwa kosten zwischen 4000 und 80.000 Euro – da kann man gar nicht mehr den Dacia mit dem Porsche vergleichen, das ist wie Hundehütte versus Villa. Aber möglicherweise erfüllt der Dacia-MBA ja alle Anforderungen?

Achtens: Liste erstellen

Wie so etwas aussehen kann habe ich Ihnen am Beispiel von nicht-konsekutiven Marketing-Mastern aufgeführt. Wie Sie sehen, sind die Preisspannen ordentlich – indes auch das, was geboten wird. Lesen Sie sich die Curricula genau durch!

marketingmaster

Neuntens: Forschen

Recherchieren Sie die Erfahrungen anderer Studenten, zum Beispiel bei Fernstudiumcheck. Bitte berücksichtigen Sie, dass wenige Bewertungen meist nicht aussagekräftig sind.  Fragen Sie drei ehemalige Absolventen nach Erfahrungen. Vieles können Sie schon über Internetforen herausbekommen.  Bedenken Sie aber: Was für einen anderen gut ist, muss es nicht für den anderen sein.

Oft ist ein moderierter Prozess hilfreich, an dessen Ende Sie  von uns auch konkrete Empfehlungen erhalten. Sie können zudem von den Beratererfahrungen profitieren. Wir bieten dies in Form des PersAssment an und für das schnelle Selbstlernen in unserem Kexpa-Sorglos-Paket „Studien- und Berufszielorientierung“.

About Svenja Hofert

Ungefähr 35,4 Bücher geschrieben, einige Bestseller und Standardwerke, 5002 Kunden ist untertrieben, ein halbes Leben Coaching Beratung, Ausbildung nicht. Viele Menschen weitergebracht, Neues entwickelt. Analytisch, äußerst intuitiv, hohe Komplexitätsakzeptanz; bei aller Menschenliebe mit Blick fürs Unternehmerische, für Talente, Visionen, Strategien. Einige nennen mich visionär, querdenkerisch, andere pragmatisch und bodenständig. Am Ende gilt beides?

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