Kategorie — Berufsfindung & Potentiale
Vom Drama, kein Talent zu haben
Was kann ich eigentlich wirklich gut? Nicht wenige beantworten diese Frage mit: Eigentlich nichts. Manche Tests unterstreichen diese Tatsache auf mitunter grausame Art und Weise. Neulich sah ich bei einer Kundin ein für sie erstmal ernüchterndes Ergebnis – alles Durchschnitt. Weder handwerkliches Talent, noch mathematisches, logisches, kreatives oder sprachliches Verständnis, das über das Normale hinaus geht. Hilfe!? Keine Sorge, kein besonderes Talent zu haben hat nämlich viele positive Seiten. Nur eine kleine Auswahl:
- Sie müssen sich nicht entscheiden, sondern können verschiedene Dinge machen.
- Sie können sich Ihren Beziehungen und Freunden widmen oder sinnvollem sozialen Engagement.
- Sie können viele Dinge halbwegs – ist doch besser, als eine Sache richtig gut zu können, oder? Echte Durchschlagskraft liegt in der Bündelung der einzelnen Kräfte.
- Die meisten Manager haben auch kein Talent, sonst würden Sie ja etwas anderes machen…
- Es gibt eine Reihe völlig talentfreier Menschen, die gerade mit ihrer Talentlosigkeit groß herausgekommen sind.
- Durchschnittliche Menschen sind sympathischer… wer will schon Überflieger neben sich oder um sich haben…?
Ach ja, und PS1: Tests zeigen immer nur Ausschnitte – man sollte ihre Ergebnisse niemals unkritisch betrachten. Und PS2: Auch wenn Sie kein ausgewiesenes Talent haben zu malen, zu schreiben, zu analysieren, musizieren etc… können Sie damit und mit anderen Dingen trotzdem viel Spaß haben.
29. Mai 2010 Keine Kommentare - Berufsfindung & Potentiale - Permalink
Ich kann das schon
Als mein Vater sich daran machte, unsere Wohnzimmerlampe anzuschließen, stand mein Atem still. Kann das ein ehemaliger Versicherungs-Prokurist, der genau wie ich grundsätzlich keine Bedienungsanleitungen liest (die intellektuelle Herausforderung des Selbst-Erkundens geht doch über alles!)? Trotzdem, Zweifel. Wo es doch Elektriker gibt. Und einen Grund, warum der Beruf eine Ausbildung erfordert.
An bestimmte Themen trauen sich Menschen noch leichter heran als an die Kunst, Erde und Masse zu unterscheiden. Design ist so ein Gebiet, vor allem seit es Photoshop oder noch schlimmer: Windows Paint gibt. Aber immerhin: Solche Programme muss man erst mal bedienen. Eine gewisser Schutzmechanismus für Designer.
Schreiben hat diesen Schutzmechanismus nicht. Deshalb fühlen sich besonders viele dazu berufen, trotz des kaputten Arbeitsmarktes, der miesen Bedingungen, der Gehalts- und Honorarkürzungen der letzten Zeit und dem Trend zum Jung-Redakteur, der den alten Hasen ersetzt. Gestützt wird dieser Trend von Pseudo-Journalismus-Ausbildungen wie Sie Fernhochschulen wie ils oder sgd anbieten. Da wird dann behauptet, Journalismus sei ein ideales Feld für Quer- und Späteinsteiger. Schnell mal das Wichtigste lernen und los geht´s? Leider nein.
Die Sicherungen flogen raus, die Lampe streikte. Da kam ein echter Elektriker ins Haus. Der erblickte eines meiner Bücher und meinte: "Ich würde auch gern ein Buch schreiben. Können Sie mir das beibringen?"
16. Mai 2010 Keine Kommentare - Berufsfindung & Potentiale - Permalink
Lass dein altes Leben hinter dir
Vor ein paar Tagen habe ich das passende Lied zur beruflichen Neuorientierung entdeckt: Revolverheld mit "Spinner". Eigentlich besingen die Hamburger Jungs alles, was man bei beruflichen Veränderungen beachten sollte. Erstens: Nur Spinner sind Gewinner. Sie müssen an Ihre Idee glauben und dabei Meinungen (…geht nicht, sinnlos, bist du verrückt, das alles aufzugeben?…) von anderen weitestgehend ignorieren. Das Etikett "Spinner" bekommt man dann automatisch. Dieses auszuhalten und zu tragen, ist die wahre Kunst. Zweitens: Es ist notwendig durch neue Türen zu gehen. Leider erlebe ich es oft, dass Menschen sich das nicht trauen (beispielsweise durch den ersten Punkt zurückgehalten). Die Risiko- überwiegt die Chancenbetrachtung. Die Folge: Man vermutet schöne Dinge hinter der Tür, aber durchgehen – zu riskant, lieber die Nummer sicher. Das heißt im Raum bleiben. Drittens: Die Komfortzone muss für eine Weile außer acht gelassen werden. Sie können nicht alles haben, normalerweise, und erst recht nicht sofort. Jede Veränderung kostet Kraft, Zeit und Geld: noch mal kleiner anfangen, befristete Arbeitsverträge und ziemlich viele Mühen auf sich nehmen. Trotzdem: Träume realisieren lohnt sich. Das geht raus an alle Spinner.
24. März 2010 Keine Kommentare - Berufsfindung & Potentiale - Permalink
Besser alle drei Jahre wechseln
Lange Betriebszugehörigkeiten werden immer seltener, aber es gibt sie noch. Doch auf ewig wird kein Arbeitsverhältnis mehr abgeschlossen. Und das ist auch gut so: Es bringt Arbeitnehmer in unserer schnelllebigen Gesellschaft oft nicht weiter, viele Jahre im gleichen Betrieb zu bleiben. Sie stellen sich auf die Gegebenheiten ein, gewöhnen sich an das Umfeld, passen sich an, fügen sich ein – und bewegen sich nicht mehr. Und ganz oft veralten, schleichend oder schnell, die Kenntnisse. Wenn dann parallel das Gehalt ins Marktunübliche gestiegen ist, macht das die dann oft plötzlich erzwungene Veränderung unmöglich, Wer stellt heute noch einen Marketingleiter ein, wenn dieser nicht weiß, was SEM und SEO sind? Solche Kenntnisse mag man noch aufholen können. Eine Kundin berichtete mir neulich, dass in einem Hamburger Betrieb noch Schreibmaschinen im Einsatz seien. Das lässt sich nicht mehr aufholen, jedenfalls nicht für die dort beschäftigten über 50jährigen Office-Mitarbeiter.
Wissensmäßig und oft auch in Sachen Persönlichkeitsbildung – vor allem Flexibilität – abgehängte Mitarbeiter müssen oft durch tiefe Täler gehen, bevor sie sich neu aufstellen und positionieren. Und das liegt keineswegs nur am Markt, sondern sehr oft auch an den Menschen selbst. Meiner Erfahrung nach sind Wechselwillige sehr oft sehr viel erfolgreicher als "Festhalter" – in der Wissensgellschaft vor allem dann, wenn sie von der intrinsischen Motivation gesteuert werden, sich und Ihr Wissen weiterzuentwickeln. Deshalb ist das Know-how oft aktuell und auch die Flexibilität ist höher. Wie wäre es also, wenn demnächst alle Arbeitnehmer alle drei Jahre mindestens die Abteilung wechseln müssten?
10. März 2010 2 Kommentare - Berufsfindung & Potentiale - Permalink
Flow: Arbeit ohne Zeitgefühl
Läufer kennen den Flow. Bei mir tritt er bei einer Herzfrequenz zwischen 150 und 160 nach rund 10, 15 Minuten auf dem Laufband ein. Dann merke ich nicht mehr, wie langweilig es doch eigentlich ist, zu laufen und nicht voranzukommen. Es ist mir egal. Eine Stunde vergeht, und alles ist gut. Beim Arbeiten gibt es diesen Flow auch: Wenn ich schreibe und Ideen entwickle. Nicht nur mir geht es so: Wer Tätigkeiten ausübt, die dem eigenen Kenntnisstand, den Neigungen und Interessen entsprechen, der vergisst die Zeit. Unterforderte dagegen holt der Bore-out ein: die Zeit kriecht und geht einfach nicht voran, die Aufgaben langweilen. Überforderte leiden an Burnout, entweder das Resultat persönlicher Verstrickungen und dem Versuch, es allen recht machen zu wollen oder das Ergebnis des ständigen Kochens auf falscher Flamme.
Interessanterweise kommen nur Menschen in den Flow, die sich wirklich für ihre Arbeit begeistern. Das Können entwickelt sich aus dieser Begeisterung. Auch deshalb halte ich es für falsch, Menschen nur entlang ihrer Erfahrens- und Wissensprofile einzusetzen. In den flow kommt man, weil einem Tätigkeiten liegen, Dinge interessieren, einen etwas begeistert. Mit Ausbildung hat das nur wenig zu tun. Beispiel: Jemand mag ein toller Vertriebler sein, der überzeugend die Vorzüge einer Software darlegen kann. Chef und Kollegen halten ihn für top. Doch diese Beobachtung kann täuschen. Möglich, dass er das Verkaufen hasst und viel lieber etwas anderes tun würde. Ja, es kann sogar sein, dass er einen Burnout bekommt, weil er im Grunde genommen ständig gegen seine eigene persönlichen Präferenzen handelt. Arbeitgeber hätten viel mehr davon, wenn alle Mitarbeiter im Flow wären. Dies ist ein Grund aus dem Persönlichkeitstests in der Personalauswahl aus meiner Sicht eine viel größere Rolle spielen müssten. Wissen und Erfahrung lässt sich erwerben, persönliche Neigungen dagegen nicht.
Dazu passt: Das Karrieremacherbuch.
28. Februar 2010 1 Kommentar - Berufsfindung & Potentiale - Permalink
Der Marathonlauf und andere Karriereirrwege
Marathonläufer wollen besser sein als andere, haben Ellenbogen, sind Kämpfer. Deshalb liebt die Unternehmensberaterbranche den Marathonläufer genau wie den Triathleten und den Zehnkämpfer. Studien beweisen, dass Ausdauersportler beruflich erfolgreicher sind. Ehrgeiz, Biss und Durchhaltevermögen fusionieren in einem Langstreckenläufer. Wenn er seinen Ehrgeiz nicht auf die Straße legt, dann investiert er ihn in ein Unternehmen.
Die Mehrzahl der Absolventen und Berufseinsteiger ist weder je Marathon gelaufen noch übermäßig ehrgeizig gewesen. Doch wenn sich das Studium dem Ende zuneigt, bekommen sie es mit der Angst zu tun, gerade jetzt, wo es so wenig Stellen gibt. Hätte ich vielleicht doch noch einen Marathonlauf absolvieren sollen? Sollte ich zur Not einen erfinden, um den Lebenslauf auf zu hübschen?
Öfter mal werde ich das gefragt, gerade von Berufseinsteigern. Ich finde das genauso irritierend wie die Frage nach dem Ehrenamt und dem sozialen Engagement, das in Industrieunternehmen gern gesehen ist (aber bitte nicht zu viel davon). „Sollte ich mich kurzzeitig bei Greenpeace engagieren, damit im Lebenslauf irgendetwas gesellschaftlich Verwertbares drin steht?“ fragte mich mal jemand.
Spätestens im Vorstellungsgespräch oder Assessment Center brechen solche Lügengebilde. Man muss nicht mal ein guter Psychologe sein, um zu merken, wo etwas dahinter ist und wo nicht. Echte Marathonläufer betreiben ihren Sport nämlich nicht, weil sie Karriere machen wollen, sondern um der sportlichen Ziele und der körperlichen Aktivität willen. Deshalb fallen Leistungssportler nach ihrer aktiven Phase entweder in ein tiefes Loch oder sie arbeiten ohne finanzielle Notwendigkeit mit ähnlicher Energie in anderen Jobs weiter, siehe Oliver Bierhoff.
Niemand kann tun als sei er so wie ein Marathonläufer, wenn er nicht so ist. Neulich begegnete mir ein junger Manager, der nur einmal einen Marathon geschafft hatte – mit 5,5 Stunden, aber immerhin. Es hatte ihm gezeigt, dass man sich Dinge vornehmen und auch erreichen kann. Aber auch: Den Ehrgeiz jedes Jahr besser zu werden und dem Körper alles abzuverlangen, den kann man sich nicht für die Bewerbungsphase andenken. Der ist da oder nicht. Das gleiche gilt für soziales Engagement: Es wäre schön, wenn mehr Menschen sich engagieren würden. Aber bitte nicht für den Lebenslauf.
Zu diesem Beitrag passt: Das Karrieremacherbuch.
14. Februar 2010 Keine Kommentare - Aktuelles, Berufsfindung & Potentiale - Permalink
Wenn der Traumjob ein Phantom ist I
Viele jagen Ihren Traumjob hinterher. Sehr oft handelt es sich dabei um ein Phantom, dem mit zahlreichen Berufsfindungsbüchern auf den Grund gegangen wird. Denn: Was der Traumjob ist oder wie er heißt, wissen diese Menschen nicht. Ich gehe weiter und behaupte: Es gibt ihn meist gar nicht. Die allermeisten Menschen können in vielen und sogar unterschiedlichen Jobs glücklich werden, manche nur zeitweise, weil ihr zentraler Antrieb die Veränderung ist. Viele gestehen sich das aber nicht ein und denken, sie müssten doch…sesshaft werden, einen roten Faden im Lebenslauf haben oder beruflich weiterkommen. Müssen sie nicht. Wer den Lebenslauf für Unternehmen oder seine Bekannten strickt, bleibt selbst auf der Strecke.
Entscheidender als DER eine Traumjob ist sehr, sehr oft das Umfeld. Damit meine ich Chefs, Menschen um einen herum, Arbeitsbedingungen oder auch die Kunden. Es kann sein, dass ein Mensch im selben Job mal zufrieden und mal unzufrieden ist – und der wahre Grund für Unzufriedenheit liegt zum Beispiel im Chef, der die Arbeit nicht schätzt oder auf einer ganz anderen Wellenlänge denkt. Gerade für Menschen mit hoher Anerkennung im Reiss-Profil ist eine feedbackorientierte Kultur wohlfühlwichtig. Das Problem ist, dass Karrieremacher im alten Sinn (also jene, die nur Leitern hochklettern wollen) oft selbst nicht feedbackorientiert sind. Und wer selber kein Feedback braucht, gibt auch keines. Oder nur nach dem Führungskräfteseminar für Fortgeschrittene, dessen Kern-Erkenntnisse auch schnell ad acta gelegt werden.
Auch die Umgebung kann Unzufriedenheit auslösen: Wenn Freunde mit Begeisterung zur Arbeit gehen, man selbst aber eben nur seinen Job macht, führt dies zu einem Gefühl zwischen stiller Bewunderung und Neid. Es gibt aber Menschen, die so eine starke Job-Motivation wie die neidvoll beobachteten Freunde nie entwickeln, weil ihnen Dinge wie das Privatleben, Sport oder die Kinder wichtiger sind. Daran ändert dann auch ein Jobwechsel nichts. Die Suche nach dem Traumjob ist auch bei ihnen oft die Suche nach einem Phantom.
Glückliche Berufssucher sind oft neugierige und wissensorientierte Menschen. Idealerweise haben sie nur ein brennendes Wissensinteresse. Ein bunter Strauß an Interessen macht es wieder schwierig für sie. Ein Beruf, in dem sie mit Wissen arbeiten, ist für sie top. Unzufriedenheit löst dann eher aus, dass das Wissen nicht anerkannt wird, oder Wissen auf diesem Niveau gar nicht gebraucht wird. Weil echte Wissensarbeiter oft wissen, wo sie hinsteuern, werde ich wahrscheinlich nie einen Walforscher in meiner Beratung sehen – schade. Ähnliches gilt für echte Idealisten. Sie werden sich für die Verbesserung der Welt einsetzen und alles andere hinten anstellen. Ab und zu kommt so jemand in meine Beratung, dann liegt das Problem (Sie ahnen es) meistens im Umfeld begründet. Es gibt nämlich auch in der Politik und in den NGOs sehr viele Menschen, die nicht wirklich Idealisten, sondern vielmehr Machtmenschen sind. Das kommt nicht gut an bei echten Idealisten. Das Traumjob-ist-ein-Phantom-Prinzip kennen die Idealisten aber dennoch nicht. Sie haben einen Traumjob und wenn nicht, wissen sie, wonach sie streben. Machtmenschen übrigens auch. Der Traumjob ist der, der maximalen Einfluss ermöglicht.
Diejenigen für die die Umgebung nicht nur Beigabe, sondern zentral ist, sind meist weder Wissen-, noch Macht-, noch Idealisten-Menschen. Wie sie Ihren Traumjob finden, darüber denke ich morgen nach
7. Februar 2010 1 Kommentar - Aktuelles, Berufsfindung & Potentiale - Permalink
Alpha- oder Streicheltier?
Es gibt genau zwei Gründe dafür, dass Menschen sehr viel leisten. Der eine Grund lautet: "Ich möchte Einfluss haben und anderen die Richtung weisen können". So denken „Alphatierchen“. Der andere Grund: Es geht um Anerkennung. Man will von allen oder wenigstens einigen „geliebt“ werden. So denken "Streicheltierchen“.
In der Schule und im Studium lernen Streicheltierchen für Lob und gutes Feedback, als Angestellte machen sie sich „krumm“. Ihr ganzes Streben ist darauf ausgerichtet, möglichst keine Fehler zu machen und möglichst allen zu gefallen. Das macht sie zum perfekten Mitarbeiter: strebsam, duldsam, leistungsorientiert bis zum Umfallen. Streicheltierchen sind insofern beliebt bei Alphatierchen, als sie die Arbeit für sie machen. Sie ähneln den Career Workern aus meinem Karrieremacherbuch.
Wenn der Chef immer mehr Arbeit auf ihrem Tisch ablädt, sagen sie nicht oder bestenfalls halbherzig „nein“. Sie versuchen, dass „Mehr“ auch noch zu bewältigen. Sie argumentieren dabei vielleicht mit der Jobangst oder den eigenen Karriereplänen.
Streicheltierchen sind anders als viele Alphatierchen menschlich nett und haben wenig Kanten. Die Teamleiterin Britta beispielsweise arbeitet durchschnittlich 14 Stunden und auch Samstags. Sonntags kann sie nur auf dem Sofa liegen, so fertig ist sie. „Nein“ zu sagen scheint für sie bedeuten, auch ein Stück ihres Lebenselixiers „Anerkennung“ aufzugeben. Der Burnout ist da nicht weit.
Wie brechen Streicheltierchen aus dem Kreislauf aus?
- Streicheltierchen denken immer über eigene Fehler nach, auch wenn sie keine gemacht haben. Ein erster Schritt liegt deshalb darin, das Nachdenken über eigene Fehler zu unterbrechen.
- Streicheltierchen denken daran, was andere von Ihnen erwarten. Besser: Auf eigene Ziele schauen!
- Wer geliebt werden will, traut sich oft nicht zu kritisieren. Dies trotzdem zu tun, kann eine erste Übung sein.
Wie wichtig Anerkennung für Sie ist und wie viel „Alpha“ in Ihren schlummert, lässt sich mit dem Reiss-Test ermitteln.
26. Januar 2010 Keine Kommentare - Berufsfindung & Potentiale - Permalink
Warum schaffen manche es, mehr aus ihrem Leben zu machen?
Kann es sein, dass sich Gestaltungswille und Engagement vererbt? In Mecklenburg-Vorpommern traf ich diesen Sommer die Besitzerin eines Gutshauses. Sie war vor einigen Jahren aus einer Großstadt aufs Land gezogen und hatte in dem Gutshaus eine Pension eröffnet. Für das Restaurant brauchte sie frisches Gemüse und Salat. Ein Nachbar baute Salat für den Eigenbedarf an. Die neue Einwohnerin hätte ihm gern davon abgekauft. Er hätte einfach nur seinen landwirtschaftlichen Betrieb erweitern sollen. Er hätte Ideen entwickeln können, wie sich mit der neuen Chance, den Tourismus vor die Haustür zu ziehen, Geld verdienen ließ. Tat er nicht. Nö, mehr brauche ich nicht", wiegelte er ab.
"So sind alle hier", sagte die Gutsherrin. Sie erklärte es damit, dass das Dorf historisch ein Arbeiterdorf war. Die Einwohner waren gewohnt, versorgt zu werden, nicht aber Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Ein Dorf weiter sei das ganz anders. Da gäbe es Betriebe und Künstler und andere Leute, die es schaffen, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen – bei gleicher Einwohnerzahl. Das Nachbardorf lebte früher von der Landwirtschaft. Es hat es geschafft, auch in der DDR eigenständig zu bleiben und sich nicht dem Kolchoseberieb, also der LPG, zu unterwerfen. Gestaltungsfreudige Widerspruchsgeister also.
Für mich war es faszinierend den Unterschied der beiden Dörfer zu sehen: Hier Gewerbeschilder vor der Haustür, ein kleines Cafe – dort leere Straßen und Tristesse. Nur ein alter Mann, der vor dem Haus saß und uns beobachte. Warum gibt es Menschen, die es schaffen, mit Ideen und wenigen Mitteln etwas aus ihrem Leben zu machen? Und andere die ewig darauf warten, dass ihnen jemand "Arbeit" gibt. Ich glaube nicht, dass das erblich ist, sondern bin überzeugt, dass jeder lernen kann, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und unternehmerisch zu denken oder auch tätig zu werden. Es wäre schön, wenn die dazu nötigen Eigenschaften in unserem Schulsystem, in Ausbildung und Studium gefördert würden.
6. September 2009 Keine Kommentare - Berufsfindung & Potentiale - Permalink
We gut bin ich? Selbsteinschätzung und ihre Tücken
Nehmen Sie das Beispiel Englisch. Der eine Bewerber sagt "ne, bin nicht so gut" und schwupps geht die Schublade auf: schlechtes Englisch, very bad. Der andere trumpft auf "ich bin sehr sicher in Englisch" und meint es auch, da der Selbstbewusstseinspegel höher ist. Dann kommt die Probe aufs Exempel: Fehler über Fehler bei Nummer 2, Bestleistungen bei der 1. Nun besteht das Problem, dass die von sich selbst überzeugten Bewerber meist leichter durch Vorstellungsgespräche rutschen und eher überzeugen, während die Selbstkritischen durchfallen. Schade, dass vieles so subjektiv ist - muss es aber gar nicht. Brainbench.com rückt manch schiefe Selbsteinschätzung auf ein einigermaßen objektives Maß zurück.
Brainbench bietet Testverfahren aus den unterschiedlichsten Bereichen an. Diese Tests sollen einerseits deutlich machen, ob ein Bewerber die nötigen Vorraussetzungen für einen Job besitzt, andererseits können sie dem Bewerber selber deutlich machen, wie fit er in bestimmten Anforderungen eines Unternehmens ist.
Leider gibt es diese Website noch nicht auf deutsch!
12. März 2009 1 Kommentar - Berufsfindung & Potentiale - Permalink


