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Es schreibt: Svenja Hofert, www.karriereundentwicklung.de

Kategorie — Unternehmersein

Slow Grow – Langsam wachsende Unternehmen gesucht

Der Geschäftsführer von Wala (Dr. Hauschka) wurde neulich in der WELT so zitiert: “Kosten und Umsatz sind uns egal.” Ein Querdenker – ich suche mehr davon. Und nicht nur unter den üblichen Verdächtigen, also anthroposophischen und “grünen” Unternehmen.

Der Hintergrund meiner Suche: Im Frühjahr 2011 erscheint mein Buch „Slow Grow“ bei Eichborn. Die These: Langsames oder auch mal gar kein Wachstum macht alle glücklich: Den Gründer, seine Mitarbeiter und auch die Kunden. Nun suche ich Unternehmen/Unternehmer, die diese These stützen und damit ein (weiteres) Beispiel für das Buch liefern. Dabei interessiert mich eine Denkweise jenseits vom Mainstream”

Ich freue mich auf  “sachdienliche” Hinweise auf solche “Slow-Wachstums”-Unternehmen von Lesern (gern direkt als Feedback in diesem Beitrag) und direkte Meldungen von Unternehmern (bitte Mail an hofert@karriereundentwicklung.de – Sie bekommen dann einen Fragebogen). Danke!

19. August 2010   1 Kommentar - Unternehmersein - Permalink
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Monster-Umfrage: Kinder im Büro? Nein danke!

Vor einigen Wochen kam ich morgens um 7 Uhr 30 in mein Büro. Da saß meine Mitarbeiterin mit ihrer kleinen Tochter. Friedlich nebeneinander vorm Computer. Das Kind las und war mit genauen Anweisungen gebrieft. Es beschäftigte sich problemlos mit sich selbst. Mich hat das nicht gestört.

Heute habe ich die Umfrage der Stellenbörse Monster gelesen, und deshalb erzähle ich das. Monster hat ermittelt, dass 56% der Arbeitnehmerinnen ihr Kind in Notfällen auf keinen Fall mitbringen können. Und das finde ich schade.Warum sollte es nicht möglich sein, sein Kind mit zum Arbeitsplatz zu bringen, wenn es anders nicht geht? Ich kenne diese Notfälle selbst zu gut. Da macht im Winter die Schule wegen Schnees dicht – was Sonntagsabend bekannt gegeben wird. Da gibt es Omas, die plötzlich krank werden und Betreuer, die überraschend ausfallen.

Und dann kommt das noch: Ferien sind immer länger als jeder Urlaubsanspruch. Damit sie die Ferien nutzen kann, kann meine Mitarbeiterin beispielsweise die „Zuviel-Urlaubstage“ nacharbeiten.

Ich finde: Es ist vieles möglich, vorausgesetzt Arbeitgeber und Arbeitnehmer verhalten sich entgegenkommend und denken ans Unternehmen, die Kunden und daran, dass die Arbeit erledigt werden muss. Denn es sind nicht nur die bösen Arbeitgeber:  Es gibt auch Frauen, die überziehen den „Kredit“ bei ihrem Arbeitgeber, weil sie bei jedem Wehwechen der Kleinen zuhause bleiben oder die Grenzen des guten Willens nicht erkennen. Eine Kundin, Unternehmerin, erzählte mir beispielsweise, dass ihre Mitarbeiterin die Kids fast regelmäßig anschleppte. Die waren weniger gut erzogen, hüpften brüllend durchs Büro und gossen Apfelsaft über den Tisch.

Dann besser Home Office. Eine prima Büro-Alternative für alle Tätigkeiten, die keinen Telefondienst erfordern.

12. August 2010   Keine Kommentare - Unternehmersein - Permalink

Co-Working: Besser im Team als allein

Freiberufler allein zu Haus? Einige finden das toll. Allerdings meist nur für eine kurze Zeit. Je weniger Kundentermine, desto größer dann die Gefahr, einsam zu werden. Nicht selten werden absolute Home-Office-Einzelkämpfer mit der Zeit etwas seltsam… eigenwillig… Leider standen der Bürosuche dann oft horrende Preise im Weg: Rund 600 Euro kostet ein Büro in der Friendsfactory in München, ab 350 hier um die Ecke in der Königsstraße – indiskutabel für viele meiner Kunden (darunter Ingenieure, ITler, Journalisten und Lektoren).

Insofern begrüße ich es, dass es immer mehr Angebote für Co-Working gibt, die sich nicht nur an Selbstständige wenden, sondern auch an die wachsende Zahl derjenigen, die für ein Unternehmen arbeiten, das in einer anderer Stadt oder einem anderen Land sitzt. So ein Co-Working-Arbeitsplatz kann in einer kreativen Umgebung sein, muss es aber nicht. In Berlin kann man im Betahaus ab 79 EUR für 12 Tage im Monat einen Arbeitsplatz mieten, 179 kostet ein flexibler Vollzeitschreibtisch. Hier in Hamburg gibt es das Werkheim in der Planckstr. / Ottensen (180 EUR/Monat) und das Igoor in der Langen Reihe – mit 333 EUR Monat aber fast schon in der Preiskategorie der Friendsfactory.

Freue mich, wenn Leser des Blogs weitere Co-Working-Plätze melden würden, einfach über die Diskussionsfunktion.

3. Juli 2010   4 Kommentare - Unternehmersein - Permalink
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Erfolgreich sein im Journalismus – Erfahrungsbericht von Marco Glas

Erfolgreich sein im Journalismus – das ist in Zeiten der Medienkrise nicht leicht. Doch mit den richtigen Konzepten und einer klaren Nische geht auch das. Marco Glas hat sich als Journalist mit seinem Unternehmen „paperdogs“ auf Artikel, Online-Texte und Pressearbeit rund um Hund und Tier spezialisiert. Als Marketinginstrument dient ihm seine Webseite, ein Blog und systematisches Empfehlungsmarketing.

Sein Erfahrungsbericht: „Um als freier Journalist, Texter und Online-Texter erfolgreich zu sein, brauchen Sie meiner Erfahrung nach ein klares Konzept, ein gutes Netzwerk und mehr Flexibilität denn je. Sich Hals über Kopf in die Arbeit zu stürzen, zeugt zwar von einer gesunden Arbeitseinstellung. Das gewünschte Ergebnis werden Sie in den meisten Fällen aber nur erzielen, wenn Sie in allen Bereichen Ihres unternehmerischen Handelns strukturiert vorgehen. Überlegen Sie sich genau, wie Sie sich als Freischaffender positionieren: Was sind Ihre Stärken? Gibt es eine Nische, die Sie besetzen können? Wie machen Sie Ihren Namen zu einer Marke, die sich verkauft? Das Gleiche gilt für die Akquise. Telefonieren Sie nicht in der Hoffnung, es wird schon jemand anbeißen, einfach drauflos und verzichten Sie auf Rundmails. Überlegen Sie sich stattdessen vorab ganz genau, wen Sie anrufen und legen Sie sich Argumente zurecht, die auch Sie überzeugen würden. Und ganz wichtig: Geben Sie nicht auf. Gerade im Gespräch werden Sie es immer wieder mit gestressten Redakteuren zu tun bekommen, die vor lauter Arbeit nicht wissen, wo ihnen der Kopf steht. Lassen Sie sich von der einen oder anderen Abfuhr nicht entmutigen, sondern versuchen Sie es in ein paar Wochen mit einem anderen Thema. Nur weil ein Redakteur Ihr Thema ablehnt, muss das nicht heißen, dass es schlecht ist. Manchmal passt ein Thema gerade einfach nicht ins Blatt. Versuchen Sie es bei einer anderen Redaktion und Sie werden feststellen, vieles hängt von den Vorlieben des verantwortlichen Redakteurs, seiner Tagesform und natürlich auch vom vorhandenen und häufig leider nicht mehr vorhandenen Budgets für “Freie” ab.

Da die Budgets für “Freie” in den letzten Jahren immer weiter geschrumpft sind, gehört ein gutes Netzwerk, über das Sie Aufträge generieren können, zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren eines Journalisten. Gut ist ein Netzwerk vor allem dann, wenn es aktiv ist und wenn jeder etwas einbringt. Seien Sie nicht nur auf Ihren eigenen Vorteil aus, sondern gestalten Sie den regelmäßigen Austausch so, dass möglichst alle Beteiligten davon profitieren. Gehen Sie auch mal in Vorleistung, ohne sich dabei ausnutzen zu lassen. Sie werden bald merken, dass man sich tatsächlich immer zweimal oder sogar mehrmals im Leben trifft. Unverzichtbar ist für Journalisten das weltweit größte Netzwerk, das Internet. Online-Netzwerke wie “Facebook” und “Xing” bieten Ihnen ein Forum zum Austausch. Sie finden Menschen und werden gefunden. Einige meiner Artikel sind aus Themenvorschlägen entstanden, die  über Xing an mich herangetragen wurden. Aber auch eine eigene Internetpräsenz bietet Ihnen viele Vorteile. Mit einer Website oder einem Blog schärfen Sie Ihr Profil. Arbeitsproben müssen nicht mehr mühevoll per E-Mail versandt werden und auch Ihre Referenzen sind mit einem Mausklick für potenzielle Kunden ersichtlich. Zudem schaffen Sie sich mit einem Internetauftritt eine kostengünstige Werbeplattform, über die Sie Kunden akquirieren können.

Fast am Wichtigsten erscheint mir heute aber eine Eigenschaft, die Sie als angehender Journalist unbedingt mitbringen sollten: Flexibilität. Versteifen Sie sich nicht auf ein Themengebiet, für das es keine Nachfrage gibt oder auf dem sich bereits Tausende von Journalisten tummeln. Nach Themen, die Ihnen Redaktionen vor einem Jahr noch aus der Hand gerissen haben, kann ein Jahr später schon wieder kein Hahn mehr krähen. Schaffen Sie sich deshalb möglichst ein überschaubares, aber ausgewogenes Portfolio an Themen und Tätigkeiten. Als gelernter Journalist sollten Sie mehr als Berichte und Reportagen schreiben können. Wenn die Redaktionen für Ihre Themen gerade partout nicht zu begeistern sind oder schlicht und einfach kein Budget dafür vorhanden ist, dann bieten Sie Ihre sprachlichen Fertigkeiten doch einer Online- oder Werbeagentur an. Viele Unternehmen veröffentlichen Kundenmagazine, Imagebroschüren und Geschäftsberichte. Nicht jedes Unternehmen kann sich eine eigene Marketing- und PR-Abteilung leisten und die meisten Studenten geben ihre Abschlussarbeit vor der Abgabe noch mal in die Hände eines Lektors. Also bleiben Sie flexibel – und die Arbeit wird Ihnen so schnell nicht ausgehen.“

Da ich täglich Anfragen von SEO-Leuten bekomme, hier ein vorbeugender Hinweis: Gastbeiträge in meinem Blog stammen ausschließlich von Personen, die ich persönlich kenne, die aus meiner Sicht etwas "richtig" machen und die ich selbst um einen Beitrag gebeten habe.

25. Juni 2010   Keine Kommentare - Unternehmersein - Permalink
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Wirbel um den Gründungszuschuss, Teil 3

Gestern und vorgestern ging es um die neuen Regelungen beim Gründungszuschuss. Heute präsentiere ich Ihnen einige Tipps, mit denen Sie sich bestmöglich vor Ablehnungen Ihres Antrags schützen:

  • Nicht auf den letzten Drücker erst Gründungszuschuss beantragen. Das  weckt den Verdacht, Ihnen ginge es nur um eine Verlängerung von ALG I.
  • Sich beraten lassen. Vorgründungsberatungen werden in der Regel nicht finanziert, aber die Eigeninvestition lohnt sich ganz bestimmt.
  • Nicht nur auf die Ratschläge von allgemeinen Gründungsexperten vertrauen. Autoren und Journalisten etwa sollten sich besser nicht von Leuten beraten lassen, die sonst Döner-Buden-Gründer coachen. Sie brauchen Branchenexperten, und deren Wissen und Einschätzung gibt es nun mal nicht umsonst.
  • Eine wirklich gute Idee ausarbeiten. Gute freiberufliche Ideen basieren auf Fachwissen, Erfahrungen, Kenntnissen und sind möglichst wenig vergleichbar.
  • Bei der Formulierung helfen Muster-Business Pläne, wie sie beispielsweise in meinem Shop erhältlich sind. Sie sind aber selbstverständlich keine Vorlage, die eins zu eins übernommen werden kann, sondern eine Anleitung, wie Sie Ideen in bestimmten Bereichen – etwa als Unternehmensberater, Trainer, Berater, Coach, Designer, Fotodesigner, Stilberater, Einrichtungsberater, Journalist, PR-Berater, Marketing-Berater etc. – tragfähig und erfolgreich gestalten. Viele gaben mir das Feedback, dass das bestellte Unternehmenskonzept sehr geholfen hätte, einen eigenen Plan auszuarbeiten – und ihnen bewusst geworden ist, dass ihre ursprüngliche Idee nicht speziell genug war. Es gab aber auch schon Besteller, die den Plan mit Aussagen wie dieser zurückgaben: „Nach dem Lesen wurde mir bewusst, dass da doch ganz schön viel Arbeit drin steckt. Ich will doch nicht gründen.“ Also: Ohne Arbeit, vor allem Denkarbeit, geht es nicht.
  • Informieren Sie sich über die gesetzliche Lage im SGB III.

23. Juni 2010   Keine Kommentare - Unternehmersein - Permalink
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Wirbel um den Gründungszuschuss, Teil 2

Wie gestern berichtet: Bis die neuen Regelungen greifen können, gelten die alten. 

Diese besagen:

1.Der Gründungszuschuss ist eine Muss-Regelung. Er muss gewährt werden, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Und die heißen: Business Plan, fachkundige Stellungnahme, „echte“ Selbstständigkeit (keine Scheinselbstständigkeit).

2. Der Gründungszuschuss wird vorerst für neun Monate gewährt. Er umfasst das Arbeitslosengeld I und obendrauf 300 EUR.

3. Für weitere sechs Monate können auf Antrag bei der Agentur für Arbeit 300 Euro pro Monat zur sozialen Absicherung gewährt werden, „wenn eine intensive Geschäftstätigkeit und hauptberufliche unternehmerische Aktivitäten dargelegt werden“ (O-Text SGB III).

4. Der Gründungszuschuss muss spätestens neun Monate nach Eintreten der Arbeitslosigkeit beantragt werden.

5. Sobald der Gründungszuschuss beantragt ist, wird das eigentliche Arbeitslosengeld gestoppt. Es kann also zwischen dem Antrag und der Genehmigung zu einer Zeit „ohne Geld“ kommen.

Kann der Gründungszuschuss trotz derzeitiger Muss-Regelung abgelehnt werden? Ja, denn es gibt bereits jetzt Schlupflöcher bei der Interpretation. „Bei begründeten Zweifeln an Kenntnissen und Fähigkeiten kann die Agentur für Arbeit die Teilnahme an Maßnahmen zur Eignungsfeststellung oder zur Vorbereitung von Existenzgründungen verlangen“ – so steht es im SGB III.  Das bedeutet, die Gewährung des GZ kann von der Teilnahme an einem Kurs abhängen – so etwa im Landkreis Lüneburg, wo Teilnehmer eine Gründerwerkstatt aufsuchen müssen.

Auch an der Tragfähigkeit können Zweifel angemeldet werden oder an der Kompetenz der fachkundigen Stelle, die diese ausstellt. Weiterer Knackpunkt kann die Formulierung sein, wonach eine hauptberufliche Selbstständigkeit ausgeübt werden muss. Es gab Fälle, in denen die Bundesagentur für Arbeit, vorbereitende Tätigkeiten nicht als Selbstständigkeit anerkannte. Dies ist vor allem für jene Freiberufler haarig, die lange akquirieren müssen, bevor sie einen Auftrag bekommen.  Einer meiner Kunden, IT-Freelancer im Projektgeschäft, wurde die hauptberufliche unternehmerische Tätigkeit in Abrede gestellt, weil dieser innerhalb der neun Monaten Gründungszuschuss nur ein kleineres Projekt angenommen hatte. Natürlich ist so etwas grober Unfug. Und selbstverständlich ist Akquisetätigkeit eine unternehmerische Aktivität. Doch wenn die BA "nein" sagt, droht im Zweifel Papierkrieg – und im Extremfall eine gerichtliche Auseinandersetzung.

Fazit: Interpretationsspielraum gibt es bereits jetzt. Auf einer relativ sicheren Seite sind Sie, wenn Sie die Tipps von morgen berücksichtigen.

22. Juni 2010   1 Kommentar - Unternehmersein - Permalink
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Wirbel um den Gründungszuschuss, Teil 1

Seit 14 Tagen sorgt das Sparpaket für Wirbel. In seinem immer sehr gut recherchierten Newsletter berichtete gruendungszuschuss.de-Betreiber Andreas Lutz von zunehmenden Ablehnungsbescheiden durch die Arbeitsagenturen.

Kaum ist mein Standardwerk zur Existenzgründung, das „ Praxisbuch Existenzgründung“ in die neue Auflage gegangen, scheint eine Änderung im Kapitel "Gründungszuschuss" ins Haus zu stehen. Die Bundesarbeitsagentur ist dazu verdonnert worden, 4,3 Milliarden Euro einzusparen. Wie und in welcher Form das geschehen soll, ist noch nicht klar. Die derzeit häufigeren Ablehnungen schon jetzt deuten auf eine strengere Auslegung vorhandener Regeln – zumal das Geld in den Agenturen ohnehin knapp ist.

Möglich, dass aus der derzeitigen Muss-Leistung (jeder, der gründen will, hat Anspruch) eine Kann-Leistung wird. Das bedeutet, es wird wie beim Einstiegsgeld (für Arbeitslosengeld-II-Empfänger) vom Fallmanager und möglicherweise auch regionalen Regelungen abhängig sein, wer den Gründungszuschuss bekommt – und wer nicht.

Das ist allerdings noch nicht Gesetz. Das Sparpaket, und damit auch mögliche Änderungen beim  Gründungszuschuss, muss dazu erst einmal den Bundesrat passieren. Doch gerade haben sich die Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat aufgrund der NRW-Wahl geändert. Allerdings meldet Spiegel Online gerade, dass die Bundesregierung Teile des Sparpakets am Bundesrat vorbei schiffen möchte.

Was passieren wird und was nicht, ist also völlig unklar. Klar ist, dass hier an der falschen Stelle der Rotstift angesetzt wird, denn Gründungen aus der Arbeitslosigkeit sind extrem erfolgreich. 27 Milliarden Euro ließen sich mit der Abschaffung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes einsparen, rechnete uns der Stern in „Die verrückteste Steuer der Welt“ vor. Ich verzichte gern auf meinen ermäßigten Steuersatz als Buchautorin.

Bis es jedoch (vielleicht) neue Regelungen gibt, gelten die alten. Wie diese aussehen, verrate ich morgen.

21. Juni 2010   1 Kommentar - Unternehmersein - Permalink
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Pull-Gründer sind erfolgreicher

Gründungen aus der Arbeitslosigkeit sind erfolgreich. Das belegt es einmal mehr eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaft, die ein weiteres interessantes Detail zutage bringt: Pull-Gründer sind erfolgreicher als Push-Gründer. Damit meinen die Experten Gründer, die gründen wollen und aktiv ihre eigene Idee voranbringen. Push-Gründer sind die Gründer aus der Not; sie scheitern häufiger. Wer etwas jedoch wirklich will, kann es erfolgreicher vorantreiben: Dies ist eine Erfahrung, die wohl jeder Unternehmensberater bestätigen kann. Während Pull-Gründer mit Begeisterung dabei sind, Netzwerke motivieren können, an sich glauben und nebenbei auch wissen, was sie bieten und anbieten können, können Push-Gründer sich oft noch nicht voll auf ihre Idee konzentrieren. Sie sind auch nach Beantragung des Gründungszuschusses oft noch mitten im Findungsprozess. Die Studie macht deutlich, dass die intrinsische Motivation, die Gründung zu wollen oder eben nicht, der entscheidene Erfolgsfaktor ist. Nicht Ausbildung, nicht Geld, nicht Intelligenz – es ist allein die Motivation etwas zu WOLLEN.

Push-Gründer brauchen Zeit, um sich mit der Idee anzufreunden – oder sie entscheiden sich nach wenigen Monaten gegen die Selbstständigkeit. Wenn sie dazu überhaupt die Möglichkeit haben, denn in manchen Branchen gibt es die Option Festanstellung immer seltener. Sie müssen also "Pull" entwickeln.

Diese Chance haben gerade gemischte Typen, so genannte Pull-Push-Gründer, denn in ihnen ist bereits ein "Pull-Anteil". Pull-Push-Gründer sind Gründer, die die positiven Seiten der Gründung sehen, aber noch nicht ganz entschieden sind. Ich erlebe es oft, dass gerade diese Gründer einen längeren Prozess brauchen, bis sie ohne Einschränkungen "ja" und vielleicht auch "nein" sagen können.

Manchmal müssen Umwege sein. Gerade Push-Pull-Gründer gehen öfter Umwege. Sie sind es, die am Anfang oft sparen und nicht beherzt 3.000 Euro in Internetseite und Geschäftsausstattung stecken (später tun sie es dann doch). Sie sind es, die mehrere Standbeine brauchen und lieber nicht nur auf eines setzen.

Sie sind es, die mehr noch als Pull-Gründer neben Beratung vor allem auch Coaching im Sinne einer fachlich kompetenten, aber auch persönlichkeitsorientierten Begleitung brauchen. Eine Form, die durch das KFW-Gründungscoaching jetzt endlich auch möglich ist. Wir merken in unserer Beratungspraxis täglich wie wichtig Klärung ist – und das es oft Zeit braucht, bis jemand entschieden in eine Richtung gehen kann. Ein Schritt in diese Richtung kann zum Beispiel ein Coaching mit EMDR zur Lösung von Blockaden, wie es meine Kooperationspartnerin Diplom-Psychologin Christiane Ludwig anbietet.

20. Juni 2010   1 Kommentar - Arbeit und Zukunft, Unternehmersein - Permalink
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