Lange Betriebszugehörigkeiten werden immer seltener, aber es gibt sie noch. Doch auf ewig wird kein Arbeitsverhältnis mehr abgeschlossen. Und das ist auch gut so: Es bringt Arbeitnehmer in unserer schnelllebigen Gesellschaft oft nicht weiter, viele Jahre im gleichen Betrieb zu bleiben. Sie stellen sich auf die Gegebenheiten ein, gewöhnen sich an das Umfeld, passen sich an, fügen sich ein - und bewegen sich nicht mehr. Und ganz oft veralten, schleichend oder schnell, die Kenntnisse. Wenn dann parallel das Gehalt ins Marktunübliche gestiegen ist, macht das die dann oft plötzlich erzwungene Veränderung unmöglich, Wer stellt heute noch einen Marketingleiter ein, wenn dieser nicht weiß, was SEM und SEO sind? Solche Kenntnisse mag man noch aufholen können. Eine Kundin berichtete mir neulich, dass in einem Hamburger Betrieb noch Schreibmaschinen im Einsatz seien. Das lässt sich nicht mehr aufholen, jedenfalls nicht für die dort beschäftigten über 50jährigen Office-Mitarbeiter.
Wissensmäßig und oft auch in Sachen Persönlichkeitsbildung - vor allem Flexibilität - abgehängte Mitarbeiter müssen oft durch tiefe Täler gehen, bevor sie sich neu aufstellen und positionieren. Und das liegt keineswegs nur am Markt, sondern sehr oft auch an den Menschen selbst. Meiner Erfahrung nach sind Wechselwillige sehr oft sehr viel erfolgreicher als "Festhalter" - in der Wissensgellschaft vor allem dann, wenn sie von der intrinsischen Motivation gesteuert werden, sich und Ihr Wissen weiterzuentwickeln. Deshalb ist das Know-how oft aktuell und auch die Flexibilität ist höher. Wie wäre es also, wenn demnächst alle Arbeitnehmer alle drei Jahre mindestens die Abteilung wechseln müssten?
Läufer kennen den Flow. Bei mir tritt er bei einer Herzfrequenz zwischen 150 und 160 nach rund 10, 15 Minuten auf dem Laufband ein. Dann merke ich nicht mehr, wie langweilig es doch eigentlich ist, zu laufen und nicht voranzukommen. Es ist mir egal. Eine Stunde vergeht, und alles ist gut. Beim Arbeiten gibt es diesen Flow auch: Wenn ich schreibe und Ideen entwickle. Nicht nur mir geht es so: Wer Tätigkeiten ausübt, die dem eigenen Kenntnisstand, den Neigungen und Interessen entsprechen, der vergisst die Zeit. Unterforderte dagegen holt der Bore-out ein: die Zeit kriecht und geht einfach nicht voran, die Aufgaben langweilen. Überforderte leiden an Burnout, entweder das Resultat persönlicher Verstrickungen und dem Versuch, es allen recht machen zu wollen oder das Ergebnis des ständigen Kochens auf falscher Flamme.
Interessanterweise kommen nur Menschen in den Flow, die sich wirklich für ihre Arbeit begeistern. Das Können entwickelt sich aus dieser Begeisterung. Auch deshalb halte ich es für falsch, Menschen nur entlang ihrer Erfahrens- und Wissensprofile einzusetzen. In den flow kommt man, weil einem Tätigkeiten liegen, Dinge interessieren, einen etwas begeistert. Mit Ausbildung hat das nur wenig zu tun. Beispiel: Jemand mag ein toller Vertriebler sein, der überzeugend die Vorzüge einer Software darlegen kann. Chef und Kollegen halten ihn für top. Doch diese Beobachtung kann täuschen. Möglich, dass er das Verkaufen hasst und viel lieber etwas anderes tun würde. Ja, es kann sogar sein, dass er einen Burnout bekommt, weil er im Grunde genommen ständig gegen seine eigene persönlichen Präferenzen handelt. Arbeitgeber hätten viel mehr davon, wenn alle Mitarbeiter im Flow wären. Dies ist ein Grund aus dem Persönlichkeitstests in der Personalauswahl aus meiner Sicht eine viel größere Rolle spielen müssten. Wissen und Erfahrung lässt sich erwerben, persönliche Neigungen dagegen nicht.
Dazu passt: Das Karrieremacherbuch.
Für einen prominenten Beitrag im Hamburger Abendblatt suche ich einen Absolventen bis max. 30, der gut ausgebildet ist, einen vernünftigen Lebenslauf hat (keine offensichtlichen Fauxpaxs in der Selbstdarstellung!) und trotzdem seit Monaten keinen Job findet. Und wichtig: Er/sie muss in Hamburg/Umgebung wohnen und bereit sein für ein Foto. Nebeneffekt dürfen Jobangebote sein, da es eine größere Story wird.
Eine Strategieberatung gibt es kostenlos von mir dazu, so dass das Engagement und die Bereitschaft zur Öffentlichkeit auch mit großer Wahrscheinlichkeit zum Erfolg führt. Bitte nur per persönlicher Mail mit Lebenslauf direkt am mich: hofert@karriereundentwicklung.de
Vielen Dank und herzliche Grüße
Svenja Hofert
Für einen prominenten Beitrag im Hamburger Abendblatt suche ich einen Absolventen bis max. 30, der gut ausgebildet ist, einen vernünftigen Lebenslauf hat (keine offensichtlichen Fauxpaxs in der Selbstdarstellung!) und trotzdem seit Monaten keinen Job findet. Und wichtig: Er/sie muss in Hamburg/Umgebung wohnen und bereit sein für ein Foto. Nebeneffekt dürfen Jobangebote sein, da es eine größere Story wird.
Eine Strategieberatung gibt es kostenlos von mir dazu, so dass das Engagement und die Bereitschaft zur Öffentlichkeit auch mit großer Wahrscheinlichkeit zum Erfolg führt. Bitte nur per persönlicher Mail mit Lebenslauf direkt am mich: hofert@karriereundentwicklung.de
Vielen Dank und herzliche Grüße
Svenja Hofert
Also erst einmal: Natürlich leben Hartz-IV-Empfänger nicht in Saus und Braus und gar "spätrömischer Dekadenz". Guido, dein Beitrag mag genau gelesen, nicht so schlimm sein, wie die Presse schreibt - aber der Vergleich hinkt auch, wenn man den WELT-Kommentar im Zusammenhang liest.
Was allerdings stimmt und was die derzeitige Debatte an den Tag trägt, ist - ein sehr oft auch mich erschreckendes Ungleichgewicht zwischen Arbeitenden und Nicht-Arbeitenden. Es ist wirklich verführerisch, nichts zu tun, wenn man sieht, wie wenig es sich lohnt. Heute erzählte mir eine Mitarbeiterin von einer Freundin, die ihr Einkommen gerade von 700 auf 900 Euro erhöhen konnte - unter dem Strich bleibe kein Euro davon über. Da kommt schnell die Frage auf: Lohnt sich das? Nein. Und verständlich das Murren derjeniger, die im unteren Lohnbereich - der in Deutschland immer größer wird - arbeiten.
Es gibt, aus meiner Sicht, eine einfache Lösung für dieses schwierige Problem: Ein Grundeinkommen für jeden, sagen wir von 500 EUR pro Monat als Fixum - der Rest wird je nach Haushaltslage von Jahr zu Jahr ausgeschüttet. So profitiert jeder von der staatlichen Arbeit, so könnte sogar das Interesse für Gesellschaft und Politik sogar bei Couch-Potatoes wieder geweckt werden. Wer genug Geld hat, kann sein Grundeinkommen in einen Fonds geben, der an Menschen, die zu wenig haben, verteilt wird. Vielleicht nach Bedürftigkeit, aber in Einzelentscheidung. Die Jobcenter könnten abgeschafft und damit überflüssige Bürokratie eliminiert werden. "Nicht ein einziges Jobangebot" habe die ARGE ihrer Bekannten gemacht, sagt meine Mitarbeiterin. Die Bekannte ist Wirtschaftsingenieurin, mit dem kleinen Makel, dass sie aufgrund kleiner Kinder nur Teilzeit arbeiten kann.
Klar, einige Reiche würden ihr Geld einsacken und einige Arme würde weiterhin versuchen, Systeme auszunutzen. Aber das ist eine Minderheit. Außerdem wäre, wie ich schon im Karrieremacherbuch schrieb, ein Prekariatsberater für die Bundesregierung nicht schlecht. Damit Frau von der Leyen nicht erst in Fernsehsendungen davon hört, was sich im Alltagsarbeitsleben wirklich abspielt.
Es freut mich mit dem Karrieremacherbuch nun schon zum 4. Mal unter den Best-of-Books von Getabstract zu sein: http://www.getabstract.com/zusammenfassung/12682/das-karrieremacherbuch.html . Getabstract wählt als Neuerscheinungen die Besten aus und stellt seinen Abonnenten Kurzzusammenfassungen zur Verfügung.
Nein, wirklich, ich zweifle überhaupt nicht an, dass ganz, ganz viele Menschen sehr viel arbeiten. Viel zu viel. Das ist die eine Hälfte. Die andere Hälfte aber schiebt mehr oder weniger einen faulen Lenz: nicht selten in einem Konzern. Dass dort einige den Lenz nur im Frühling mögen und ansonsten an Bore-out leiden, ist bedauerlich (sind doch die Auswirkungen des ich-langweil-mich-so-Syndroms mindestens so schlimm wie die eines Burn-Outs). Es ist grausam, wenn Menschen, die anpacken wollen, dauernd an Grenzen stoßen: was alles nicht geht, keinen Sinn macht, gegen irgendwelche Interessen verstößt. Wer da nicht kündigt, wird zum Besitzstandbewahrer.
Ich fasse manchmal nicht, was ich da so höre. Oder halten Sie es für möglich, in diesen Zeiten wohlgemerkt, dass Menschen an einem durchschnittlichen Tag ingesamt zwei Telefonate führen und in acht Stunden gut bezahlter Arbeit ein Blatt Papier von links nach rechts schieben? Das habe ich neulich beim Amtsgericht - in drei Stunden Wartezeit auf die Ablehnung eines unerwünschten Onkel-Erbes - erlebt. Nicht für möglich hielt ich es bisher allerdings, dass sich solche Szenen auch bei namhaften Konzernen abspielen, wohl auch, weil diese Kunden selten den Weg zu mir finden (denn sie verändern oft nur was, wenn sie die Kündigung kassieren). Ich selbst bin zwar konzernerfahren, aber auch schon 10 Jahre selbstständig. Bleibt nur die Sekundärquelle, also das vom Hören-Wissen: "30 Prozent unserer Angestellten würde ich sofort rauswerfen", meinte ein Kunde, der in seinem schönen Großunternehmen sehr gern richtig gearbeitet hätte - aber nicht konnte. "Wenn du was leisten will, geh ins Fitness-Center", scherzte sein Chef.
Dazu passt eine Statistik, die ich im Buch "Herausforderung Motivation" von Arne Maus gefunden habe. Demnach muss das leidenschaftslose Besitzstandswahren ein Phänomen in Großunternehmen sein. "Ich fühle mich oft energiegeladen, sagten 40% der Mitarbeiter in kleinen und mittelständischen Unternehmen, aber nur 28 in Konzernen. Auch eine andere Frage zeigt den Unterschied: "ich tue meine Arbeit aus Leidenschaft" sagen 53% der KMUler, aber nur 36% der Großunternehmensangestellten. Alles klar?
Zu diesem Beitrag passt: Das Karrieremacherbuch.
Heute kam via Xing eine schwierige Frage: Der Leser meines Buches "Stellen- und Jobsuche im Web 2.0" wollte wissen, wie er mit Anfragen unerwünschter Personen umgehen solle. Heikel. Grrr. Die Sache ist ein zweischneidiges Schwert: Auf der einen Seite geht es um Networking - und da kann jeder Kontakt wertvoll sein. Freude, wenn sich wieder jemand meldet! Auf der anderen Seite sieht man schnell, dass bestimmte Kontakte, das eigene Netzwerk eher entgeistern als bereichern und in völlig anderen Sphären zuhause sind (z.B. in der Xing-Gruppe "Geistheiler"). Manche wollen auch nur Kunden von fremden Wiesen abgrasen (oft, sorry, Finanzheinis). So ist es jedenfalls bei mir. Bei Bewerbern stellen sich die zwei Schwertseiten vielleicht etwas anders dar: Auf der einen Seite sind da interessante HR-Kontakte, auf der anderen seltsam verlottert aussehende ehemalige Studienkollegen, die seit den 1990er Jahren grottenschleche Webseiten designen. Mit Dreamweaver, oder fast genauso schlimm: Frontpage.
Soll man denen also sagen, dass man sie nicht unter seinen Kontakten haben will - um zur Frage meines Lesers zurückzukommen? Ich antwortete: "Besser nicht. Heimlich still und leise auf "Kontakt ablehnen" und die Sache ist erledigt. Besser nix sagen, sagt der Nix.
Ist deshalb Stillschweigen immer ein Indiz dafür, dass ich heimlich abgelehnt wurde? Natürlich nicht. E-Mails müssen heute mindestens zwei Mal geschickt werden, damit sie wirken. Aber das ist eine neue Geschichte. Für morgen vielleicht.
Viele jagen Ihren Traumjob hinterher. Sehr oft handelt es sich dabei um ein Phantom, dem mit zahlreichen Berufsfindungsbüchern auf den Grund gegangen wird. Denn: Was der Traumjob ist oder wie er heißt, wissen diese Menschen nicht. Ich gehe weiter und behaupte: Es gibt ihn meist gar nicht. Die allermeisten Menschen können in vielen und sogar unterschiedlichen Jobs glücklich werden, manche nur zeitweise, weil ihr zentraler Antrieb die Veränderung ist. Viele gestehen sich das aber nicht ein und denken, sie müssten doch...sesshaft werden, einen roten Faden im Lebenslauf haben oder beruflich weiterkommen. Müssen sie nicht. Wer den Lebenslauf für Unternehmen oder seine Bekannten strickt, bleibt selbst auf der Strecke.
Entscheidender als DER eine Traumjob ist sehr, sehr oft das Umfeld. Damit meine ich Chefs, Menschen um einen herum, Arbeitsbedingungen oder auch die Kunden. Es kann sein, dass ein Mensch im selben Job mal zufrieden und mal unzufrieden ist - und der wahre Grund für Unzufriedenheit liegt zum Beispiel im Chef, der die Arbeit nicht schätzt oder auf einer ganz anderen Wellenlänge denkt. Gerade für Menschen mit hoher Anerkennung im Reiss-Profil ist eine feedbackorientierte Kultur wohlfühlwichtig. Das Problem ist, dass Karrieremacher im alten Sinn (also jene, die nur Leitern hochklettern wollen) oft selbst nicht feedbackorientiert sind. Und wer selber kein Feedback braucht, gibt auch keines. Oder nur nach dem Führungskräfteseminar für Fortgeschrittene, dessen Kern-Erkenntnisse auch schnell ad acta gelegt werden.
Auch die Umgebung kann Unzufriedenheit auslösen: Wenn Freunde mit Begeisterung zur Arbeit gehen, man selbst aber eben nur seinen Job macht, führt dies zu einem Gefühl zwischen stiller Bewunderung und Neid. Es gibt aber Menschen, die so eine starke Job-Motivation wie die neidvoll beobachteten Freunde nie entwickeln, weil ihnen Dinge wie das Privatleben, Sport oder die Kinder wichtiger sind. Daran ändert dann auch ein Jobwechsel nichts. Die Suche nach dem Traumjob ist auch bei ihnen oft die Suche nach einem Phantom.
Glückliche Berufssucher sind oft neugierige und wissensorientierte Menschen. Idealerweise haben sie nur ein brennendes Wissensinteresse. Ein bunter Strauß an Interessen macht es wieder schwierig für sie. Ein Beruf, in dem sie mit Wissen arbeiten, ist für sie top. Unzufriedenheit löst dann eher aus, dass das Wissen nicht anerkannt wird, oder Wissen auf diesem Niveau gar nicht gebraucht wird. Weil echte Wissensarbeiter oft wissen, wo sie hinsteuern, werde ich wahrscheinlich nie einen Walforscher in meiner Beratung sehen - schade. Ähnliches gilt für echte Idealisten. Sie werden sich für die Verbesserung der Welt einsetzen und alles andere hinten anstellen. Ab und zu kommt so jemand in meine Beratung, dann liegt das Problem (Sie ahnen es) meistens im Umfeld begründet. Es gibt nämlich auch in der Politik und in den NGOs sehr viele Menschen, die nicht wirklich Idealisten, sondern vielmehr Machtmenschen sind. Das kommt nicht gut an bei echten Idealisten. Das Traumjob-ist-ein-Phantom-Prinzip kennen die Idealisten aber dennoch nicht. Sie haben einen Traumjob und wenn nicht, wissen sie, wonach sie streben. Machtmenschen übrigens auch. Der Traumjob ist der, der maximalen Einfluss ermöglicht.
Diejenigen für die die Umgebung nicht nur Beigabe, sondern zentral ist, sind meist weder Wissen-, noch Macht-, noch Idealisten-Menschen. Wie sie Ihren Traumjob finden, darüber denke ich morgen nach :-)