Karriereblog von Svenja Hofert tag:typepad.com,2003:weblog-576834 2010-03-10T22:22:37+01:00 Es schreibt: Svenja Hofert, www.karriereundentwicklung.de TypePad Besser alle drei Jahre wechseln tag:typepad.com,2003:post-6a00d834328a5453ef01310f890f2b970c 2010-03-10T22:22:37+01:00 2010-03-10T22:22:37+01:00 Lange Betriebszugehörigkeiten werden immer seltener, aber es gibt sie noch. Doch auf ewig wird kein Arbeitsverhältnis mehr abgeschlossen. Und das ist auch gut so: Es bringt Arbeitnehmer in unserer schnelllebigen Gesellschaft oft nicht weiter, viele Jahre im gleichen Betrieb zu... Svenja Hofert

Lange Betriebszugehörigkeiten werden immer seltener, aber es gibt sie noch. Doch auf ewig wird kein Arbeitsverhältnis mehr abgeschlossen. Und das ist auch gut so: Es bringt Arbeitnehmer in unserer schnelllebigen Gesellschaft oft nicht weiter, viele Jahre im gleichen Betrieb zu bleiben. Sie stellen sich auf die Gegebenheiten ein, gewöhnen sich an das Umfeld, passen sich an, fügen sich ein - und bewegen sich nicht mehr. Und ganz oft veralten, schleichend oder schnell, die Kenntnisse. Wenn dann parallel das Gehalt ins Marktunübliche gestiegen ist, macht das die dann oft plötzlich erzwungene Veränderung unmöglich, Wer stellt heute noch einen Marketingleiter ein, wenn dieser nicht weiß, was SEM und SEO sind? Solche Kenntnisse mag man noch aufholen können. Eine Kundin berichtete mir neulich, dass in einem Hamburger Betrieb noch Schreibmaschinen im Einsatz seien. Das lässt sich nicht mehr aufholen, jedenfalls nicht für die dort beschäftigten über 50jährigen Office-Mitarbeiter.

Wissensmäßig und oft auch in Sachen Persönlichkeitsbildung - vor allem Flexibilität - abgehängte Mitarbeiter müssen oft durch tiefe Täler gehen, bevor sie sich neu aufstellen und positionieren. Und das liegt keineswegs nur am Markt, sondern sehr oft auch an den Menschen selbst. Meiner Erfahrung nach sind Wechselwillige sehr oft sehr viel erfolgreicher als "Festhalter" - in der Wissensgellschaft vor allem dann, wenn sie von der intrinsischen Motivation gesteuert werden, sich und Ihr Wissen weiterzuentwickeln. Deshalb ist das Know-how oft aktuell und auch die Flexibilität ist höher. Wie wäre es also, wenn demnächst alle Arbeitnehmer alle drei Jahre mindestens die Abteilung wechseln müssten?

Flow: Arbeit ohne Zeitgefühl tag:typepad.com,2003:post-6a00d834328a5453ef01310f48eaf6970c 2010-02-28T22:37:08+01:00 2010-02-28T22:37:08+01:00 Läufer kennen den Flow. Bei mir tritt er bei einer Herzfrequenz zwischen 150 und 160 nach rund 10, 15 Minuten auf dem Laufband ein. Dann merke ich nicht mehr, wie langweilig es doch eigentlich ist, zu laufen und nicht voranzukommen.... Svenja Hofert

Läufer kennen den Flow. Bei mir tritt er bei einer Herzfrequenz zwischen 150 und 160 nach rund 10, 15 Minuten auf dem Laufband ein. Dann merke ich nicht mehr, wie langweilig es doch eigentlich ist, zu laufen und nicht voranzukommen. Es ist mir egal. Eine Stunde vergeht, und alles ist gut. Beim Arbeiten gibt es diesen Flow auch: Wenn ich schreibe und Ideen entwickle. Nicht nur mir geht es so: Wer Tätigkeiten ausübt, die dem eigenen Kenntnisstand, den Neigungen und Interessen entsprechen, der vergisst die Zeit. Unterforderte dagegen holt der Bore-out ein: die Zeit kriecht und geht einfach nicht voran, die Aufgaben langweilen. Überforderte leiden an Burnout, entweder das Resultat persönlicher Verstrickungen und dem Versuch, es allen recht machen zu wollen oder das Ergebnis des ständigen Kochens auf falscher Flamme.

Interessanterweise kommen nur Menschen in den Flow, die sich wirklich für ihre Arbeit begeistern. Das Können entwickelt sich aus dieser Begeisterung. Auch deshalb halte ich es für falsch, Menschen nur entlang ihrer Erfahrens- und Wissensprofile einzusetzen. In den flow kommt man, weil einem Tätigkeiten liegen, Dinge interessieren, einen etwas begeistert. Mit Ausbildung hat das nur wenig zu tun. Beispiel: Jemand mag ein toller Vertriebler sein, der überzeugend die Vorzüge einer Software darlegen kann. Chef und Kollegen halten ihn für top. Doch diese Beobachtung kann täuschen. Möglich, dass er das Verkaufen hasst und viel lieber etwas anderes tun würde. Ja, es kann sogar sein, dass er einen Burnout bekommt, weil er im Grunde genommen ständig gegen seine eigene persönlichen Präferenzen handelt. Arbeitgeber hätten viel mehr davon, wenn alle Mitarbeiter im Flow wären. Dies ist ein Grund aus dem Persönlichkeitstests in der Personalauswahl aus meiner Sicht eine viel größere Rolle spielen müssten. Wissen und Erfahrung lässt sich erwerben, persönliche Neigungen dagegen nicht.

Dazu passt: Das Karrieremacherbuch.

tag:typepad.com,2003:post-6a00d834328a5453ef0120a8b5e448970b 2010-02-19T12:23:22+01:00 2010-02-19T12:23:22+01:00 Für einen prominenten Beitrag im Hamburger Abendblatt suche ich einen Absolventen bis max. 30, der gut ausgebildet ist, einen vernünftigen Lebenslauf hat (keine offensichtlichen Fauxpaxs in der Selbstdarstellung!) und trotzdem seit Monaten keinen Job findet. Und wichtig: Er/sie muss in... Svenja Hofert

Für einen prominenten Beitrag im Hamburger Abendblatt suche ich einen Absolventen bis max. 30, der gut ausgebildet ist, einen vernünftigen Lebenslauf hat (keine offensichtlichen Fauxpaxs in der Selbstdarstellung!) und trotzdem seit Monaten keinen Job findet. Und wichtig: Er/sie muss in Hamburg/Umgebung wohnen und bereit sein für ein Foto. Nebeneffekt dürfen Jobangebote sein, da es eine größere Story wird.

Eine Strategieberatung gibt es kostenlos von mir dazu, so dass das Engagement und die Bereitschaft zur Öffentlichkeit auch mit großer Wahrscheinlichkeit zum Erfolg führt. Bitte nur per persönlicher Mail mit Lebenslauf direkt am mich: hofert@karriereundentwicklung.de

Vielen Dank und herzliche Grüße

Svenja Hofert

tag:typepad.com,2003:post-6a00d834328a5453ef0120a8b5da7a970b 2010-02-19T12:03:08+01:00 2010-02-19T12:03:08+01:00 Für einen prominenten Beitrag im Hamburger Abendblatt suche ich einen Absolventen bis max. 30, der gut ausgebildet ist, einen vernünftigen Lebenslauf hat (keine offensichtlichen Fauxpaxs in der Selbstdarstellung!) und trotzdem seit Monaten keinen Job findet. Und wichtig: Er/sie muss in... Svenja Hofert

Für einen prominenten Beitrag im Hamburger Abendblatt suche ich einen Absolventen bis max. 30, der gut ausgebildet ist, einen vernünftigen Lebenslauf hat (keine offensichtlichen Fauxpaxs in der Selbstdarstellung!) und trotzdem seit Monaten keinen Job findet. Und wichtig: Er/sie muss in Hamburg/Umgebung wohnen und bereit sein für ein Foto. Nebeneffekt dürfen Jobangebote sein, da es eine größere Story wird.

Eine Strategieberatung gibt es kostenlos von mir dazu, so dass das Engagement und die Bereitschaft zur Öffentlichkeit auch mit großer Wahrscheinlichkeit zum Erfolg führt. Bitte nur per persönlicher Mail mit Lebenslauf direkt am mich: hofert@karriereundentwicklung.de

Vielen Dank und herzliche Grüße

Svenja Hofert

Weg mit den Jobcentern, her mit einem Grundeinkommen tag:typepad.com,2003:post-6a00d834328a5453ef012877aaf133970c 2010-02-16T22:37:14+01:00 2010-02-16T22:39:23+01:00 Also erst einmal: Natürlich leben Hartz-IV-Empfänger nicht in Saus und Braus und gar "spätrömischer Dekadenz". Guido, dein Beitrag mag genau gelesen, nicht so schlimm sein, wie die Presse schreibt - aber der Vergleich hinkt auch, wenn man den WELT-Kommentar im... Svenja Hofert

Also erst einmal: Natürlich leben Hartz-IV-Empfänger nicht in Saus und Braus und gar "spätrömischer Dekadenz". Guido, dein Beitrag mag genau gelesen, nicht so schlimm sein, wie die Presse schreibt - aber der Vergleich hinkt auch, wenn man den WELT-Kommentar im Zusammenhang liest.

Was allerdings stimmt und was die derzeitige Debatte an den Tag trägt, ist - ein sehr oft auch mich erschreckendes Ungleichgewicht zwischen Arbeitenden und Nicht-Arbeitenden. Es ist wirklich verführerisch, nichts zu tun, wenn man sieht, wie wenig es sich lohnt. Heute erzählte mir eine Mitarbeiterin von einer Freundin, die ihr Einkommen gerade von 700 auf 900 Euro erhöhen konnte - unter dem Strich bleibe kein Euro davon über. Da kommt schnell die Frage auf: Lohnt sich das? Nein. Und verständlich das Murren derjeniger, die im unteren Lohnbereich - der in Deutschland immer größer wird - arbeiten.

Es gibt, aus meiner Sicht, eine einfache Lösung für dieses schwierige Problem: Ein Grundeinkommen für jeden, sagen wir von 500 EUR pro Monat als Fixum - der Rest wird je nach Haushaltslage von Jahr zu Jahr ausgeschüttet. So profitiert jeder von der staatlichen Arbeit, so könnte sogar das Interesse für Gesellschaft und Politik sogar bei Couch-Potatoes wieder geweckt werden. Wer genug Geld hat, kann sein Grundeinkommen in einen Fonds geben, der an Menschen, die zu wenig haben, verteilt wird. Vielleicht nach Bedürftigkeit, aber in Einzelentscheidung. Die Jobcenter könnten abgeschafft und damit überflüssige Bürokratie eliminiert werden. "Nicht ein einziges Jobangebot" habe die ARGE ihrer Bekannten gemacht, sagt meine Mitarbeiterin. Die Bekannte ist Wirtschaftsingenieurin, mit dem kleinen Makel, dass sie aufgrund kleiner Kinder nur Teilzeit arbeiten kann.

Klar, einige Reiche würden ihr Geld einsacken und einige Arme würde weiterhin versuchen, Systeme auszunutzen. Aber das ist eine Minderheit. Außerdem wäre, wie ich schon im Karrieremacherbuch schrieb, ein Prekariatsberater für die Bundesregierung nicht schlecht. Damit Frau von der Leyen nicht erst in Fernsehsendungen davon hört, was sich im Alltagsarbeitsleben wirklich abspielt.

Der Marathonlauf und andere Karriereirrwege tag:typepad.com,2003:post-6a00d834328a5453ef0120a89b2e2f970b 2010-02-14T10:38:55+01:00 2010-02-14T10:39:43+01:00 Marathonläufer wollen besser sein als andere, haben Ellenbogen, sind Kämpfer. Deshalb liebt die Unternehmensberaterbranche den Marathonläufer genau wie den Triathleten und den Zehnkämpfer. Studien beweisen, dass Ausdauersportler beruflich erfolgreicher sind. Ehrgeiz, Biss und Durchhaltevermögen fusionieren in einem Langstreckenläufer. Wenn er... Svenja Hofert <div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt"><font face="Times New Roman" size="3">Marathonläufer wollen besser sein als andere, haben Ellenbogen, sind Kämpfer. Deshalb liebt die Unternehmensberaterbranche den Marathonläufer genau wie den Triathleten und den Zehnkämpfer. Studien beweisen, dass Ausdauersportler beruflich erfolgreicher sind. Ehrgeiz, Biss und Durchhaltevermögen fusionieren in einem Langstreckenläufer. Wenn er seinen Ehrgeiz nicht auf die Straße legt, dann investiert er ihn in ein Unternehmen. </font></p> <p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt"><o:p><font face="Times New Roman" size="3"></font></o:p></p> <p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt"><span style="mso-bidi-font-size: 11.0pt"><font size="3"><span style="FONT-FAMILY: Times New Roman">Die Mehrzahl der Absolventen und Berufseinsteiger ist weder je Marathon gelaufen noch übermäßig ehrgeizig gewesen. Doch wenn sich das Studium dem Ende zuneigt, bekommen sie es mit der Angst zu tun, gerade jetzt, wo es so wenig Stellen gibt. Hätte ich vielleicht doch noch einen Marathonlauf absolvieren sollen? Sollte ich zur Not einen erfinden, um den Lebenslauf auf zu hübschen?<o:p></o:p></span></font></span></p> <p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt"><span style="mso-bidi-font-size: 11.0pt"><o:p><font face="Times New Roman" size="3"></font></o:p></span></p> <p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt"><span style="mso-bidi-font-size: 11.0pt"><font size="3"><span style="FONT-FAMILY: Times New Roman">Öfter mal werde ich das gefragt, gerade von Berufseinsteigern. Ich finde das genauso irritierend wie die Frage nach dem Ehrenamt und dem sozialen Engagement, das in Industrieunternehmen gern gesehen ist (aber bitte nicht zu viel davon). „Sollte ich mich kurzzeitig bei Greenpeace engagieren, damit im Lebenslauf irgendetwas gesellschaftlich Verwertbares drin steht?“ fragte mich mal jemand.<o:p></o:p></span></font></span></p> <p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt"><span style="mso-bidi-font-size: 11.0pt"><o:p><font face="Times New Roman" size="3"></font></o:p></span></p> <p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt"><span style="mso-bidi-font-size: 11.0pt"><font size="3"><span style="FONT-FAMILY: Times New Roman">Spätestens im Vorstellungsgespräch oder Assessment Center brechen solche Lügengebilde. Man muss nicht mal ein guter Psychologe sein, um zu merken, wo etwas dahinter ist und wo nicht. Echte Marathonläufer betreiben ihren Sport nämlich nicht, weil sie Karriere machen wollen, sondern um der sportlichen Ziele und der körperlichen Aktivität willen. Deshalb fallen Leistungssportler nach ihrer aktiven Phase entweder in ein tiefes Loch oder sie arbeiten ohne finanzielle Notwendigkeit mit ähnlicher Energie in anderen Jobs weiter, siehe Oliver Bierhoff. <o:p></o:p></span></font></span></p> <p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt"><span style="mso-bidi-font-size: 11.0pt"><o:p><font face="Times New Roman" size="3"></font></o:p></span></p> <p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt"><span style="mso-bidi-font-size: 11.0pt"><font size="3"><span style="FONT-FAMILY: Times New Roman">Niemand kann tun als sei er so wie ein Marathonläufer, wenn er nicht so ist. Neulich begegnete mir ein junger Manager, der nur einmal einen Marathon geschafft hatte - mit 5,5 Stunden, aber immerhin. Es hatte ihm gezeigt, dass man sich Dinge vornehmen und auch erreichen kann. Aber auch: Den Ehrgeiz jedes Jahr besser zu werden und dem Körper alles abzuverlangen, den kann man sich nicht für die Bewerbungsphase andenken. Der ist da oder nicht. Das gleiche gilt für soziales Engagement: Es wäre schön, wenn mehr Menschen sich engagieren würden. Aber bitte nicht für den Lebenslauf. </span></font></span></p> <p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt"><span style="mso-bidi-font-size: 11.0pt"><font size="3"><span style="FONT-FAMILY: Times New Roman"></span></font></span>&#0160;</p> <p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt"><span style="mso-bidi-font-size: 11.0pt"><font size="3"><span style="FONT-FAMILY: Times New Roman">Zu diesem Beitrag passt: <a href="http://www.amazon.de/Das-Karrieremacherbuch-Erfolgreich-Zukunft-Karriere/dp/3821859911/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1265926845&amp;sr=1-1" target="_blank"><font color="#810081">Das Karrieremacherbuch</font></a></span>. </font></span></p><o:p></o:p> <p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt"><span style="mso-bidi-font-size: 11.0pt"><o:p><font face="Times New Roman" size="3"></font></o:p></span></p></div> tag:typepad.com,2003:post-6a00d834328a5453ef012877995d38970c 2010-02-13T11:23:25+01:00 2010-02-13T11:23:25+01:00 Es freut mich mit dem Karrieremacherbuch nun schon zum 4. Mal unter den Best-of-Books von Getabstract zu sein: http://www.getabstract.com/zusammenfassung/12682/das-karrieremacherbuch.html . Getabstract wählt als Neuerscheinungen die Besten aus und stellt seinen Abonnenten Kurzzusammenfassungen zur Verfügung. Svenja Hofert

Es freut mich mit dem Karrieremacherbuch nun schon zum 4. Mal unter den Best-of-Books von Getabstract zu sein: http://www.getabstract.com/zusammenfassung/12682/das-karrieremacherbuch.html . Getabstract wählt als Neuerscheinungen die Besten aus und stellt seinen Abonnenten Kurzzusammenfassungen zur Verfügung.

Wenn Du was leisten willst, geh ins Fitness-Center tag:typepad.com,2003:post-6a00d834328a5453ef0120a88f163a970b 2010-02-11T23:29:12+01:00 2010-02-11T23:31:44+01:00 Nein, wirklich, ich zweifle überhaupt nicht an, dass ganz, ganz viele Menschen sehr viel arbeiten. Viel zu viel. Das ist die eine Hälfte. Die andere Hälfte aber schiebt mehr oder weniger einen faulen Lenz: nicht selten in einem Konzern. Dass... Svenja Hofert

Nein, wirklich, ich zweifle überhaupt nicht an, dass ganz, ganz viele Menschen sehr viel arbeiten. Viel zu viel. Das ist die eine Hälfte. Die andere Hälfte aber schiebt mehr oder weniger einen faulen Lenz: nicht selten in einem Konzern. Dass dort einige den Lenz nur im Frühling mögen und ansonsten an Bore-out leiden, ist bedauerlich (sind doch die Auswirkungen des ich-langweil-mich-so-Syndroms mindestens so schlimm wie die eines Burn-Outs). Es ist grausam, wenn Menschen, die anpacken wollen, dauernd an Grenzen stoßen: was alles nicht geht, keinen Sinn macht, gegen irgendwelche Interessen verstößt. Wer da nicht kündigt, wird zum Besitzstandbewahrer.

Ich fasse manchmal nicht, was ich da so höre. Oder halten Sie es für möglich, in diesen Zeiten wohlgemerkt, dass Menschen an einem durchschnittlichen Tag ingesamt zwei Telefonate führen und in acht Stunden gut bezahlter Arbeit ein Blatt Papier von links nach rechts schieben? Das habe ich neulich beim Amtsgericht - in drei Stunden Wartezeit auf die Ablehnung eines unerwünschten Onkel-Erbes - erlebt. Nicht für möglich hielt ich es bisher allerdings, dass sich solche Szenen auch bei namhaften Konzernen abspielen, wohl auch, weil diese Kunden  selten den Weg zu mir finden (denn sie verändern oft nur was, wenn sie die Kündigung kassieren). Ich selbst bin zwar konzernerfahren, aber auch schon 10 Jahre selbstständig. Bleibt nur die Sekundärquelle, also das vom Hören-Wissen: "30 Prozent unserer Angestellten würde ich sofort rauswerfen", meinte ein Kunde, der in seinem schönen Großunternehmen sehr gern richtig gearbeitet hätte - aber nicht konnte. "Wenn du was leisten will, geh ins Fitness-Center", scherzte sein Chef.

Dazu passt eine Statistik, die ich im Buch "Herausforderung Motivation" von Arne Maus gefunden habe. Demnach muss das leidenschaftslose Besitzstandswahren ein Phänomen in Großunternehmen sein. "Ich fühle mich oft energiegeladen, sagten 40% der Mitarbeiter in kleinen und mittelständischen Unternehmen, aber nur 28 in Konzernen. Auch eine andere Frage zeigt den Unterschied: "ich tue meine Arbeit aus Leidenschaft" sagen 53% der KMUler, aber nur 36% der Großunternehmensangestellten. Alles klar?

Zu diesem Beitrag passt: Das Karrieremacherbuch.

Eine oder lieber keine Antwort tag:typepad.com,2003:post-6a00d834328a5453ef0120a877104f970b 2010-02-08T22:49:36+01:00 2010-02-08T22:53:14+01:00 Heute kam via Xing eine schwierige Frage: Der Leser meines Buches "Stellen- und Jobsuche im Web 2.0" wollte wissen, wie er mit Anfragen unerwünschter Personen umgehen solle. Heikel. Grrr. Die Sache ist ein zweischneidiges Schwert: Auf der einen Seite geht... Svenja Hofert

Heute kam via Xing eine schwierige Frage: Der Leser meines Buches "Stellen- und Jobsuche im Web 2.0" wollte wissen, wie er mit Anfragen unerwünschter Personen umgehen solle. Heikel. Grrr. Die Sache ist ein zweischneidiges Schwert: Auf der einen Seite geht es um Networking - und da kann jeder Kontakt wertvoll sein. Freude, wenn sich wieder jemand meldet! Auf der anderen Seite sieht man schnell, dass bestimmte Kontakte, das eigene Netzwerk eher entgeistern als bereichern und in völlig anderen Sphären zuhause sind (z.B. in der Xing-Gruppe "Geistheiler"). Manche wollen auch nur  Kunden von fremden Wiesen abgrasen (oft, sorry, Finanzheinis). So ist es jedenfalls bei mir. Bei Bewerbern stellen sich die zwei Schwertseiten vielleicht etwas anders dar: Auf der einen Seite sind da interessante HR-Kontakte, auf der anderen seltsam verlottert aussehende ehemalige Studienkollegen, die seit den 1990er Jahren grottenschleche Webseiten designen. Mit Dreamweaver, oder fast genauso schlimm: Frontpage.

Soll man denen also sagen, dass man sie nicht unter seinen Kontakten haben will - um zur Frage meines Lesers zurückzukommen? Ich antwortete: "Besser nicht. Heimlich still und leise auf  "Kontakt ablehnen" und die Sache ist erledigt. Besser nix sagen, sagt der Nix.

Ist deshalb Stillschweigen immer ein Indiz dafür, dass ich heimlich abgelehnt wurde? Natürlich nicht. E-Mails müssen heute mindestens zwei Mal geschickt werden, damit sie wirken. Aber das ist eine neue Geschichte. Für morgen vielleicht.

Wenn der Traumjob ein Phantom ist I tag:typepad.com,2003:post-6a00d834328a5453ef0120a86e9237970b 2010-02-07T10:55:13+01:00 2010-02-07T10:55:13+01:00 Viele jagen Ihren Traumjob hinterher. Sehr oft handelt es sich dabei um ein Phantom, dem mit zahlreichen Berufsfindungsbüchern auf den Grund gegangen wird. Denn: Was der Traumjob ist oder wie er heißt, wissen diese Menschen nicht. Ich gehe weiter und... Svenja Hofert

Viele jagen Ihren Traumjob hinterher. Sehr oft handelt es sich dabei um ein Phantom, dem mit zahlreichen Berufsfindungsbüchern auf den Grund gegangen wird. Denn: Was der Traumjob ist oder wie er heißt, wissen diese Menschen nicht. Ich gehe weiter und behaupte: Es gibt ihn meist gar nicht. Die allermeisten Menschen können in vielen und sogar unterschiedlichen Jobs glücklich werden, manche nur zeitweise, weil ihr zentraler Antrieb die Veränderung ist. Viele gestehen sich das aber nicht ein und denken, sie müssten doch...sesshaft werden, einen roten Faden im Lebenslauf haben oder beruflich weiterkommen. Müssen sie nicht. Wer den Lebenslauf für Unternehmen oder seine Bekannten strickt, bleibt selbst auf der Strecke.

Entscheidender als DER eine Traumjob ist sehr, sehr oft das Umfeld. Damit meine ich Chefs, Menschen um einen herum, Arbeitsbedingungen oder auch die Kunden. Es kann sein, dass ein Mensch im selben Job mal zufrieden und mal unzufrieden ist - und der wahre Grund für Unzufriedenheit liegt zum Beispiel im Chef, der die Arbeit nicht schätzt oder auf einer ganz anderen Wellenlänge denkt. Gerade für Menschen mit hoher Anerkennung im Reiss-Profil ist eine feedbackorientierte Kultur wohlfühlwichtig. Das Problem ist, dass Karrieremacher im alten Sinn (also jene, die nur Leitern hochklettern wollen) oft selbst nicht feedbackorientiert sind. Und wer selber kein Feedback braucht, gibt auch keines. Oder nur nach dem Führungskräfteseminar für Fortgeschrittene, dessen Kern-Erkenntnisse auch schnell ad acta gelegt werden.

Auch die Umgebung kann Unzufriedenheit auslösen: Wenn Freunde mit Begeisterung zur Arbeit gehen, man selbst aber eben nur seinen Job macht, führt dies zu einem Gefühl zwischen stiller Bewunderung und Neid. Es gibt aber Menschen, die so eine starke Job-Motivation wie die neidvoll beobachteten Freunde nie entwickeln, weil ihnen Dinge wie das Privatleben, Sport oder die Kinder wichtiger sind. Daran ändert dann auch ein Jobwechsel nichts. Die Suche nach dem Traumjob ist auch bei ihnen oft die Suche nach einem Phantom.

Glückliche Berufssucher sind oft neugierige und wissensorientierte Menschen. Idealerweise haben sie nur ein brennendes Wissensinteresse.  Ein bunter Strauß an Interessen macht es wieder schwierig für sie. Ein Beruf, in dem sie mit Wissen arbeiten, ist für sie top. Unzufriedenheit löst dann eher aus, dass das Wissen nicht anerkannt wird, oder Wissen auf diesem Niveau gar nicht gebraucht wird. Weil echte Wissensarbeiter oft wissen, wo sie hinsteuern, werde ich wahrscheinlich nie einen Walforscher in meiner Beratung sehen - schade. Ähnliches gilt für echte Idealisten. Sie werden sich für die Verbesserung der Welt einsetzen und alles andere hinten anstellen. Ab und zu kommt so jemand in meine Beratung, dann  liegt das Problem (Sie ahnen es) meistens im Umfeld begründet. Es gibt nämlich auch in der Politik und in den NGOs sehr viele Menschen, die nicht wirklich Idealisten, sondern vielmehr Machtmenschen sind. Das kommt nicht gut an bei echten Idealisten. Das Traumjob-ist-ein-Phantom-Prinzip kennen die Idealisten aber dennoch nicht. Sie haben einen Traumjob und wenn nicht, wissen sie, wonach sie streben. Machtmenschen übrigens auch. Der Traumjob ist der, der maximalen Einfluss ermöglicht.

Diejenigen für die die Umgebung nicht nur Beigabe, sondern zentral ist, sind meist weder Wissen-, noch Macht-, noch Idealisten-Menschen. Wie sie Ihren Traumjob finden, darüber denke ich morgen nach :-)