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Denken – nein, Danke: Die Folgen der Prozessoptimierung in der Arbeitswelt

Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten seit 10 Jahren in ein und derselben Firma. Sie haben gedacht, genau dies hier wäre ein Lebensjob. Sie hatten lange auch Spaß an der Arbeit. Von der Zukunft der Arbeit haben sie gelesen und nicht geglaubt, dass es auch mal SIE betreffen würde, in ihrer Versicherungsgesellschaft, Bank, in dem Industrie- oder Handelsunternehmen oder wo auch immer Sie tätig sind. Dass die Prozessoptimierung so weit um sich greifen würde?

Und jetzt trifft es Sie doch. Die Standardisierung von Prozessen ist bei Ihnen angekommen. Vielleicht haben Sie selbst mitgewirkt an einem Projekt, das das Ziel hatte, Arbeitsabläufe zu vereinfachen und zu standardisieren. Danach aber hat man alle spannenden Aufgaben ausgelagert. Sie hätten gedacht, es bleibt was übrig für sie – Pustekuchen. Unternehmensberater machen nun das, was Sie vorher toll fanden. Vielleicht entstand mit Hilfe einer Beratungsfirma ein Shared Service Center. Da sitzen sie dann outgesourct im eigenen Unternehmen. Und können fast sicher sein, dass das nicht der letzte Schritt auf dem Weg zu mehr Effizienz und der Abschaffung menschlicher Denkarbeit ist. 10 lange Jahre durften Sie Ideen einbringen, wirken, handeln. Jetzt ist das alles nicht mehr gefragt.  Es bleiben ausführende, prüfende, kontrollierende Aufgaben, die Sie ätzend finden. Neidvoll schauen Sie sich die Consultants an, die das Wort Herausforderung noch in den Mund nehmen können.

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21. Juni 2011   10 Kommentare - Neue Karriere - Permalink
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Flow: Arbeit ohne Zeitgefühl

Läufer kennen den Flow. Bei mir tritt er bei einer Herzfrequenz zwischen 150 und 160 nach rund 10, 15 Minuten auf dem Laufband ein. Dann merke ich nicht mehr, wie langweilig es doch eigentlich ist, zu laufen und nicht voranzukommen. Es ist mir egal. Eine Stunde vergeht, und alles ist gut. Beim Arbeiten gibt es diesen Flow auch: Wenn ich schreibe und Ideen entwickle. Nicht nur mir geht es so: Wer Tätigkeiten ausübt, die dem eigenen Kenntnisstand, den Neigungen und Interessen entsprechen, der vergisst die Zeit. Unterforderte dagegen holt der Bore-out ein: die Zeit kriecht und geht einfach nicht voran, die Aufgaben langweilen. Überforderte leiden an Burnout, entweder das Resultat persönlicher Verstrickungen und dem Versuch, es allen recht machen zu wollen oder das Ergebnis des ständigen Kochens auf falscher Flamme.

Interessanterweise kommen nur Menschen in den Flow, die sich wirklich für ihre Arbeit begeistern. Das Können entwickelt sich aus dieser Begeisterung. Auch deshalb halte ich es für falsch, Menschen nur entlang ihrer Erfahrens- und Wissensprofile einzusetzen. In den flow kommt man, weil einem Tätigkeiten liegen, Dinge interessieren, einen etwas begeistert. Mit Ausbildung hat das nur wenig zu tun. Beispiel: Jemand mag ein toller Vertriebler sein, der überzeugend die Vorzüge einer Software darlegen kann. Chef und Kollegen halten ihn für top. Doch diese Beobachtung kann täuschen. Möglich, dass er das Verkaufen hasst und viel lieber etwas anderes tun würde. Ja, es kann sogar sein, dass er einen Burnout bekommt, weil er im Grunde genommen ständig gegen seine eigene persönlichen Präferenzen handelt. Arbeitgeber hätten viel mehr davon, wenn alle Mitarbeiter im Flow wären. Dies ist ein Grund aus dem Persönlichkeitstests in der Personalauswahl aus meiner Sicht eine viel größere Rolle spielen müssten. Wissen und Erfahrung lässt sich erwerben, persönliche Neigungen dagegen nicht.

Dazu passt: Das Karrieremacherbuch.

28. Februar 2010   1 Kommentar - Persönlichkeit & Potentiale - Permalink
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