Darf ich diesen blöden Job kündigen?
Verkraftet mein Lebenslauf eine Kündigung? Darf ich aufhören, wenn ich es in meinem Job ganz schrecklich finde? Wenn der Chef sich nicht bessert? Die Aufgaben greulich sind, unter- oder überfordernd? Diese Frage gehört zu den häufigsten – und möglicherweise hat sie sich auch Ole von Beust gestellt.
Ich frage dann immer, was schlimmstenfalls passieren würde und spiele die Szenarien mit meinen Kunden durch. Würden Sie es aushalten, wenn Personaler Sie deshalb befragen, vielleicht sogar spitze Bemerkungen machen? Oder dumme Sprüche von besserwisserischen Bekannten und Familienmitgliedern? („Wie konntest Du – in diesen Zeiten!“) Halten Sie Absagen aus? Sehen Sie für sich selbst genügend berufliche Alternativen?
Wenn nach Abwägung aller Pros und Cons, es attraktiver – und gesünder – scheint, den Arbeitsplatz zu verlassen , wenn Sie sich zutrauen, überzeugende Strategien fürs Vorstellungsgespräch zu erarbeiten – dann spricht nichts dafür, an etwa festzuhalten, was für einen selbst nicht gut ist.
Es gibt nur eine Regel: Der Lebenslauf verkraftet alles, hinter dem Sie selbst stehen und was Sie selbst begründen können.
20. Juli 2010 1 Kommentar - Allgemein, Karrieremachen - Permalink
Frühindikatoren für den Rausschmiss
"Der Geschäftsführer hält sich nicht mehr lange. Ich tippe er sucht selbst schon nach Alternativen. Wenn er weg ist, bin ich es einen Tag später auch" – so die nüchterne Analyse eines Kunden, der rechtzeitig seinen Abgang vorbereiten wollte. So realistisch sind viele nicht, erst recht nicht nach längerer Betriebszugehörigkeit. Dabei gibt es Indikatoren dafür, dass die Zeichen auf Kündigung, Versetzung oder Degradierung stehen. Einige Beispiele:
- An der Führung deutet sich ein Wechsel an.
- Es werden Ihnen Projekte entzogen.
- Entscheidungen, Ihre Position betreffend, werden herausgezögert.
- Es gibt Besprechungen, zu denen Sie nicht mehr eingeladen werden.
- Die finanzielle Lage des Unternehmens verschlimmert sich zusehends.
- Selbst die Unternehmensleitung scheint verunsichert.
- Klare Aussagen? Fehlanzeige.
- Das Verhalten zentraler Personen Ihnen gegenüber ändert sich.
- Kritik wird lauter oder gar nicht mehr geäußert.
Natürlich sind das allein keine sicheren Hinweise, doch es sind Signale – und Ihre Aufgabe ist es, diese zu erkennen und richtig zu deuten, die Indikatoren aber nicht zu überinterpretieren (wozu vor allem unsichere Menschen neigen). Im Zweifel: Vier-Augen-Gespräch mit dem Vorgesetzten suchen, Netzwerke zu den "Neuen" im Unternehmen aufbauen, viel mit anderen sprechen. Nicht so sehr vermuten als vielmehr: Fragen, fragen. Und bevor das Schiff untergeht: Solange Sie nicht der Kapitän sind, brauchen Sie nicht an Bord zu bleiben. Erfahrungsgemäß finden die, die sich zuerst neue Jobs suchen, immer noch am leichtesten welche…
5. Juli 2010 Keine Kommentare - Karrieremachen - Permalink


