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Kriegs-Führung: Wenn Chefs gegen Mitarbeiter schießen

Die Kollegin, eine Führungskräftetrainerin, schüttelt sich. „Findest du nicht auch, dass Manager immer schlechter führen? Da herrscht ja wirklich Krieg in einigen Abteilungen.“

Das schlimme Wort „Krieg“ hatte ich bis dahin nicht wirklich (aus-)gedacht. Aber dass offensichtlich bei Beförderungen und auch in der Leistungsbeurteilung immer weniger Wert auf Führungsstärke gelegt wird, ist mir durchaus aufgefallen. Natürlich liegt es in der Art meiner Tätigkeit, dass mir 9 von 10 Kunden über eine schlechte Führung berichten – vielleicht ist das mies-versus-kompetent in Wahrheit etwas besser. Abersehr viel besser womöglich nicht.

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15. Januar 2012   12 Kommentare - Karrieremachen - Permalink
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Kommuniziere und führe!

Tue Gutes und rede darüber? Das reicht nicht mehr, um heute eine nachhaltige Karriere zu machen. Werte und Kommunikation gehören mehr denn je zusammen. Während es früher reichte, seine Wiese zu administrieren und die Schäfchen gelegentlich von einer Wiese zu nächsten zu treiben, müssen die denkenden Schäfchen von heute von Wiesenwechseln überzeugt werden. Mag sein, dass das auch früher das eine oder andere schwarze Schaf einmal ausscherte, doch es ließ sich leicht wieder einfangen. Heute grasen lauter individualistische Schafe, die sich nicht treiben lassen, sondern ihre eigenen Vorstellungen von Wiesen haben – und bei schlechter Kommunikation auch mal ungefragt über Autobahnen rennen.

In so einer Situation brauchen  wir Schäfer (Manager), die nicht nur verwalten und befehlen, sondern auch überzeugen können. Und das geht dann nicht mehr nur mit reiner Rhetorik oder nur bis zu einem gewissen Punkt, der dann zu Finanzkrisen und anderen Desastern führt. Siehe Post-Zumwinkel: Der Mann  mag reden können – kommunizieren im Sinne einer integren Haltung aus Werten und Worten jedoch nicht, hat er doch nicht einmal das Kantsche Grundgesetz verinnerlicht (…kurz: handle stets so, dass dein Handeln Grundlage einer allgemeinen Gesetzgebung sein könnte…). Keine Werte – kein Wort, das wirklich zählt.

Darum geht es im Buch von Dr. Nina Schuppener und ihren Kollegen „Leadership statt Management: Führung durch Kommunikation“. Manches mag für einen Berater oder Coach selbstverständlich klingen wie die Grundregel der Kommunikation, man könne nicht nicht kommunizieren von Paul Watzlawick und müsse anderen wirklich und aktiv zuzuhören (frei nach Carl Rogers).

Für die Zielgruppe ist es das nicht. Weil sie solche Grundregeln nicht gelernt haben (im Sinne von Lernen ist eine Stufe, die weit nach dem Wissen kommt) und weil sie auf kurzfristige Erfolge gepolt sind, auf Leistung und Zahlen. Alles Dinge, die Schäfchen, die schöne Wiesen suchen, bestenfalls kurzfristig mitreißen. So muss das Umdenken, eine der wichtigsten Thesen des Buches schon bei der Ausbildung ansetzen. Schuppener stellt in diesem Zusammenhang auch das gängige Fallstudienlernen in Frage, hält Corporate Social Responsibility allein für zu wenig und lobt medienwirksame Neuanfänge wie die der Harvard-MBA-Absolventen, die neuerdings auf einen Wertekodex schwören. Ob dies die Zumwinkels oder Middelhoffs dieser Welt wirklich verhindert? Ich hege leise Zweifel, sind es doch oft innere Motoren wie Eigennutz und Machtwillen, die Karrieren im Top-Management erst möglich machen.

Doch die Schäfchen selbst können dafür sorgen, dass die Schäfer das Kommunizieren mit Werten lernen. Denn längst sind auch die Geführten gut ausgebildet und haben ihre Lektionen gelernt. Und solche Geführten folgen ihrem Schäfer nicht mehr blind.

12. Juli 2010   1 Kommentar - Neue Karriere - Permalink
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Warum Gauck und Schweinsteiger authentisch sind, aber man nur Gauck zu Füßen liegt

Gauck ist das beste Beispiel: Außer den notorisch bockigen Linken hätte sich jeder mit ihm anfreunden können. Überall hörte man: „Der ist einfach authentisch. Der ist, wie er sich gibt. Und er gibt sich, wie er ist.“ So begeistert waren die Kommentare, z.B. bei Spiegel Online, dass es mich fast ein wenig irritiert hat. Wird da nicht eine Menge hineininterpretiert? Wer wünscht sich nicht Orientierung durch eine Führungsperson, der man sozusagen blind vertrauen kann – nach dem Motto: Papa wird’s schon richten.

Es kann deshalb nicht das Authentische allein sein. Auch ein Schweinsteigermag nach der Authentizitätsregel „ich bin, wie ich bin“ authentisch sein, wenn er sich über Fußballgewohnheiten der Argentinier auslässt. Auch Herr Westerwelle ist authentisch, wenn er, sobald ihm die Anerkennung versagt wird, trotzig mit dem Fuß ausstampft (siehe Reiss Profil: Anerkennung und Rache/Kampf grün). Trotzdem liegt man den beiden nicht zu Füßen.

Bei Gauck kommt noch etwas anderes hinzu: Eine werteorientierte Haltung, eine gewisse Dosis Altruismus. Es scheint, als sei er nicht nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Als würde er sich nicht verkaufen um jeden Preis. Jedes Wort drehen und wenden….Als würde es ihm nicht so wie so viele nur um den eigenen Vorteil gehen.

Auch wenn man schon mutmaßen kann, dass allein durch seine kurze Präsidentschaftskandidatur sein Honorar als Speaker noch weiter steigen dürfte. Aber so bewegt und mit Tränen in den Augen, wie er gestern bei den Standing Ovations dasaß, wird er an so etwas wohl nicht gedacht haben.

1. Juli 2010   Keine Kommentare - Karrieretrends - Permalink
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