zur Startseite
Subscribe via RSSFeed abonnieren

Mein Social Media Experiment Teil 4: Tschüss Xing

Letzte Woche teilte ich es Xing mit, die für die Beantwortung meiner Mail unglaubliche vier Tage Antwortzeit brauchten. Heute habe ich es dann meinen Mitmoderatoren geschrieben: Ich werde meine Gruppe bei Xing aufgeben. Schon lange koche ich auf winzig kleiner Flamme. Keine Lust mehr, ich gebe zu, es langweilt mich. Meine Idee war es einmal, in meinem Forum abseitige und ungewöhnliche Themen zu platzieren, Normalem einen anderen Dreh geben, ein wenig Querzudenken. Mindestens wollte ich über etwas anderes schreiben als darüber, ob das Bewerbungsfoto nun links oder rechts hin soll. Mein Plan sprach die Xing-Klientel nie so richtig an. Oder ich war nicht konsequent genug. Wahrscheinlich beides. Jedenfalls träumt das Forum seit drei Jahren unverändert bei 2500 Mitgliedern vor sich hin.

[Read more →]

16. Mai 2011   6 Kommentare - Social Media Experiment - Permalink
Tags: , , , , ,

Hilfe, mein Netzwerk färbt ab!

„Darf ich einen arbeitslosen Bekannten bei Xing freischalten?“ fragte mich neulich ein Vortragsteilnehmer (schon getwittert). Gestern las ich dann in der FTD einen Leserbrief, in dem jemand fragte, wie er mit der Kontaktanfrage eines ungeliebten Kollegen umgehen soll. „Ich hasse Teams“ lässt grüßen – bitte unser Buch mal lesen ;-) Das Thema begegnet einem überall: Gestern bloggte ich darüber, dass Freunde über den Erfolg im Beruf entscheiden.

Tatsächlich färben Netzwerke auf einen ab. Jemand der lauter jobsuchende Absolventen um sich versammelt hat und das bei Xing, Facebook oder sonstwo zeigt, wirkt auf andere weniger interessant, attraktiv oder auch „wertvoll“ als ein gut quer-vernetzter Mensch (jemand, der Professoren, Exoerten und Personalentscheider kennt bzw. zu kennen scheint).  Dabei kann man von der Wirkung kaum auf das wirkliche Kontaktverhalten schließen. Ich habe Leute mit drei Xing-Kontakten getroffen, die bestens verdrahtet waren – aber keinen Wert darauf legten, dies zu zeigen.

Das Internet verzerrt das Bild. Es entsteht der Eindruck, dass…. Jemand gut vernetzt ist, bekannte oder hochstehende Persönlichkeiten kennt. Aber ein Beweis ist das noch lange nicht. Der Ex-Bayer Leverkusen Manager Rainer Calmund – oder vielmehr: wahrscheinlich seine Marketer – tauchten vor einiger Zeit  bei Xing auf und vernetzten sich “strategisch”. Das machen auch andere so: Interessant ist, wer wichtig scheint. Es ist deshalb nicht so entscheidend, wen man DE FACTO kennt, sondern entscheidender, wer einen wichtig findet und dann anspricht, um die eigene Wichtigkeit zu unterstreichen, zu erhöhen, Produkte besser zu verkaufen etc. Oder umgekehrt: Wen finde ich wichtig? Wen spreche ich an? Je nachdem, wie die Antwort ausfällt, bestimme ich damit mein virtuelles Netzwerk inklusive der Außenwirkung.

So schließt sich ein Kreis ohne klare Abgrenzung… Wer kennt wen wirklich? Wer ist wirklich wichtig (was ist wichtig überhaupt?)? Das ist längst nicht mehr eindeutig zu beantworten, eigentlich gar nicht mehr. Ist der verhasste Kollege nun wichtig für mich? Ist der Arbeitslose schädlich für meine Online-Reputation?

Die verzerrte Welt des Internets verunsichert. Auf scheinbar leichte Fragen gibt es keine eindeutigen Antworten mehr. Die Kollegin, die auf den FTD-Leserbrief antwortete, empfahl, die Kontakteinstellung so zu bedienen, dass nicht jeder sieht, wer im Netzwerk ist. Eine Möglichkeit, bei Facebook lassen sich Kontakte, anders als derzeit bei Xing, kategorisieren.

Die andere Möglichkeit wäre, sich zu fragen, warum wir uns so manipulieren lassen anstatt einfach eigene Kriterien festzulegen und nach diesen zu entscheiden. Ich schalte Arbeitslose frei – es ist doch kein Verbrechen keinen Job zu haben, sondern wie Ute Blindert von Zukx zurücktwitterte: eine Chance. Und manche Wirkungs-Wichtigen mit Riesen-Netzwerk schalte ich nicht frei, weil es durchsichtig ist, dass sie über mein Profil Zugriff auf andere Kontakte haben wollen.

Zurück zur Facebook-Frage: Sicher ist es legitim, jemanden, den man nicht mag, den Zugriff zum eigenen Netzwerk zu verwehren. Allerdings: Fragen Sie sich vorher bitte noch mal kurz, warum Sie jemand unsympathisch oder doof finden….

20. Oktober 2010   2 Kommentare - Allgemein - Permalink
Tags: , , , , , ,

Freunde mit Jobs verhindern Arbeitslosigkeit

Ich wußte es ja schon immer – und freue mich, dass mir Krischan Ostenrath von Wilabonn gerade den theoretischen Beleg für meine praktischen Erfahrungen schickte (Danke!). Eine Studie des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) ermittelte, dass Menschen mit einem “arbeitslosen” Freundeskreis häufiger selbst arbeitslos sind. Und umgekehrt: Wenn Freunde Jobs haben, hat man auch selbst eher einen – oder findet leichter einen neuen.

O-Ton der Pressemeldung: ” Von den über 3000 untersuchten Nichtbeschäftigten, darunter Arbeitsuchende und Inaktive, fand im Schnitt jeder fünfte innerhalb eines Jahres einen neuen Job. Waren die drei besten Freunde ebenfalls arbeitslos, lag die Erfolgsquote bei unter zehn Prozent. Gingen alle drei einer Beschäftigung nach, erhöhte sich die Chance auf fast 30 Prozent. Unter Berücksichtigung möglicher anderer Einflussfaktoren ergab sich eine durchschnittliche Steigerung der “Jobfindungsrate” um 3,7 Prozentpunkte für jeden zusätzlichen Freund mit Arbeitsplatz.”

Dass gute Beziehungen das A und O des Erfolgs sind, beobachte ich seit langem – sowohl bei Angestellten auch als bei Selbstständigen. Ob Job oder Auftrag: Wer mit den “richtigen” Menschen vernetzt ist, steht besser da im Berufsleben. Richtig heißt nicht unbedingt immer super qualifiziert, sondern manchmal schlicht und ergreifend: optimistisch und positiv. Ein Grund, aus dem ich z.B. Journalisten immer davon abrate, auf Jammerseminare z.B. von manchen Gewerkschaften zu gehen ;-) Bester Beleg ist übrigens eine 52jährige Kundin, die mir gerade eine Dankesmail geschrieben hat: Ihre optimistische Ausstrahlung und das “Aufbautraining” bei mir haben dafür gesorgt, dass gar kein normaler Bewerbungsmarathon nötig war. Der Job kam über Empfehlung. Sie war nicht mal vier Wochen arbeitslos.

19. Oktober 2010   3 Kommentare - Karrieretrends - Permalink
Tags: , , , ,