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Der Hermann in mir

Ich bin eine Denkmaschine. Das ist kein Witz. Gestern erzählte mir ein Kunde, dass er beim Joggen komplett abschaltet und nichts mehr denkt. Das gelingt mir nicht. Es rotiert ständig, immer neue Ideen, nicht nur fruchtbare, viel Mist darunter.

„Kannst du nicht mal aufhören“, sage ich mir dann. „Es ist total nervig, dass du selbst in klassischen Musikkonzerten, im Ruheraum der Sauna oder bei der Yoga-Medition an irgendetwas denkst. Alle anderen können eine Zeitlang NICHTS denken, du nicht.“  Ich ging zum Heilpraktiker und frage, was ich tun könne. Der sagte, das sei normal bei klassischen Konzerten, er denke da auch weiter. Ich muss mir jemand anders suchen.

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25. Oktober 2011   3 Kommentare - Persönlichkeit & Potentiale - Permalink
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Talentfrogs: Kann ein Stellenmarkt für Quereinsteiger funktionieren?

Wow, dachte ich, tolle Idee: ein Portal mit Jobs für Quereinsteiger. Eine echte Marktlücke, doch wie will Ex-Siemens-Manager Justin…äh Peer Bieber denn sein Talent Frogs realisieren? Bekommt er Geld für Stelleninserate von Unternehmen, die ernsthaft Quereinsteiger suchen? In unserer Rote-Faden-Republik kann ich mir das nicht vorstellen, wenngleich ich es mir wünsche: Dieses oft lebenslange Festgenageltsein auf einen Funktionsbereich wie beispielsweise Sales oder Controlling tut weder den Angestellten noch den Firmen gut.

Leider konnte ich bei Talentfrogs kein qualifiziertes Stelleninserat sichten, das sich ernsthaft und fokussiert an Quereinsteiger wendet. Bei einem J2EE-Developer ist das auch nachvollziehbar – Programmierneulinge starten normalerweise per Praktikum. Aber was hat die das Angebot dann in einer Quereinsteigerbörse zu suchen? Nun suche ich mal was mit Sales: Sales ist schließlich  immer gut für Quereinsteiger. Doch auch hier will das suchende skandinavische Personalberatungsunternehmen im Minimum zwei Jahre einschlägige Erfahrung. Auch der „Leiter Projektbüro“ braucht ein eindeutiges fachliches Profil. Der Quereinsteiger ist im Anzeigentext nicht thematisiert.

Das kann es nicht sein, was der Herr Bieber eigentlich wollte. Ich lese unter dem Button „Quereinsteiger“  nach.  Dort sind alle die Vorteile aufgeführt, die ein Quereinsteiger so mitbringt.  Die sehe ich auch so: Während jemand, der Jahre den gleichen Job macht, irgendwann betriebsblind wird, bringt ein fremder Blickwinkel frischen Wind und neue Ideen. Viele Ideen gäbe es gar nicht ohne diese neue fremde Brille, die im „Flow“ besonders effektiv daherkommen.

Dennoch bleibt es die Wahrheit: Geld, sagen wir mehr als 50.000 EUR im Jahr, gibt es nur gegen Erfahrung in einer Branche oder einem Fach- und Funktionsbereich, gerade bei uns, wo “eingestellt” gleich für die nächsten Jahre „gekauft“ bedeutet. Schade, denn ich bin sicher, dass eine Menge Menschen auf anderen Stellen die eigenen Talente besser entfalten könnten. Ich kann andererseits auch verstehen, dass Unternehmen verhalten sind, wenn sich bei Ihnen zum Beispiel ein ehemaliger Personalreferent als Produktmanager bewirbt, ohne nachweisliche Erfahrung in dem Bereich. Aber könnte es da nicht sowas wie eine Quereinsteiger-Probezeit geben? Außerdem sind Jobs doch mehr und mehr nicht mehr in Schubladen zu stecken: Würden Unternehmen aufhören nur nach butterweichen Kriterien wie „Kommunikationsfähigkeit“ zu suchen, sondern nach handfesten Persönlichkeitsmerkmalen und Motivationsprofilen, könnten sie sehr viel leistungsfähigere Mitarbeiter gewinnen. Die Persönlichkeit kann anders als das Fachwissen entwickelt, aber eher nicht grundlegend verändert werden. Wissen kann man sich aneignen, persönliche Fähigkeiten kaum.

Freue mich über Meinungen: Wie sehen Sie den Quereinstieg? Wann kann er klappen?

22. Februar 2011   2 Kommentare - Karrieretrends - Permalink
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Ich will besser sein als Sie!

Neulich schickte mir eine Kundin eine schriftlich ausgearbeitete Beschreibung ihres Idealbildes: Sie wollte noch besser sein als eine bestimmte bekannte Trainerin, sich noch schicker kleiden als eine gewisse Fernsehkommissarin, ein Buch schreiben und mehr davon verkaufen als ich.

Besser als…? Ist das gut, wenn sich jemand so an anderen orientiert? Die meisten würden wohl sagen: nein! Wenn Sie es überhaupt zugeben. Ich sage: Mit einer Kombination aus Vorbildern und Kampfgeist zu arbeiten kann sehr hilfreich sein, vor allem bei Menschen mit hoher Rache/Kampf im Reiss-Profil. Falls zusätzlich eine Menschenorientierung da ist,  wetteifern Kämpfer gern mit anderen – um deren Status zu erreichen, deren Wissenstand oder auch Beliebtheit.  

Viele Sportler haben nur deshalb Rekorde aufgestellt, weil sie die Leistung eines Konkurrenten toppen wollten. Und diejenigen, die nicht nur den Konkurrenten sondern gleich ein bestimmtes Idol einholen möchten, bringen es bei entsprechenden Voraussetzungen meist besonders weit. Zugegeben wird das aber selten. Man hängt sich lieber still an die Erfolgreichen und leugnet den eigenen Kampfgeist. Ist ja irgendwie peinlich… Nein, ist es nicht, sofern man mit Selbstironie daran geht und nicht verbissen.

Es gibt verschiedenen Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln. Über Ziele und Visionen ist schon viel geschrieben worden. Über die Kraft des „Ich will besser sein als…!“ weniger. Dabei ist diese Kraft einer der stärksten Leistungsimpulse überhaupt. Ein Satz wie „wenn der es geschafft hat, dann schaffe ich es auch“ kann einen durch die schwierige Phase der Jobsuche, durch eine Promotion und auch die Unternehmensgründung treiben.  Da ergeben sich die Ziele und Visionen fast von selbst.

Allerdings sollte das „ich will besser sein als…“ besser nicht in blindes Abkupfern abrutschen. Etwas irritiert stellte ich neulich fest, dass jemand das Konzept meiner Website mehr oder weniger 1:1 übernommen hatte.  Ich freue mich über jede gute neue Idee, auch wenn sie aus dem Vergleich geboren ist. Aber Vergleichen heißt eben nicht: Nachmachen. Me-too ist immer die schwächste aller Strategien, das wissen wir doch aus dem Marketing.

3. Februar 2011   1 Kommentar - Persönlichkeit & Potentiale - Permalink
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