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Voll durchleuchtet! Oder: Mein Leben mit Tests

Ich liebe Tests. Nicht die in Brigitte & Co., die geben mir nichts. Nein, wissenschaftliche Tests. Solche, die sagen wer und wie du bist. Alle Sorten: kognitive Test, Konzentrationstests, Lerntypentests, Persönlichkeits-, Potenzial- und Motivationstests. Tests, die dich bestätigen oder besser noch, ein paar Fragen aufwerfen. Neue Aspekte zeigen. Oder Sorgenfalten auf die Stirn zaubern, wenn sie im Assessment Center als Teil eines Auswahlverfahrens angewendet werden. Darum geht es in diesem Beitrag: Ich möchte Ihnen anhand meiner eigenen Erfahrung die wichtigsten Tests vorstellen, Links liefern – und en passant das Bewusstsein für Sinn und Unsinn solcher Frage-Antwort-Spiele namens “Test” schärfen. Ich habe etwa 50 Tests gemacht in meinem Leben und keinen einzigen bereut. Wer keine Erfahrung mit Testverfahren hat, sollte aber vorsichtig sein.

Niemals sollten Sie Tests machen, wenn Sie keine fachliche Auswertung erhalten und jemanden neben sich haben, der das Ergebnis mit Ihnen gemeinsam einordnen und bewerten kann. Online-Tests ohne persönliches Coaching – vergessen Sie es. Ich bin deshalb auch verwundert, dass z.B. an der Nordakademie in Elmshorn wild getestet wird, ohne dass die Teilnehmer eine vernünftige und persönlich-individualisierte Auswertung erhalten. Unerfahrene Menschen dürfen mit Ihren Testergebnissen nicht allein gelassen werden. So, nun aber genug gewarnt, das war´s  zu den Risiken und Nebenwirkungen.

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3. Juni 2011   6 Kommentare - Persönlichkeit & Potentiale - Permalink
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Tests: Was sagt Ihr Typ wirklich über die richtige Berufswahl aus?

Wer bin ich und wenn ja, was bedeutet das für meinen Beruf, meine Karriere, die Partnerschaft etc.? Tests wie der MBTI und Keirsey erhellen das Dunkel, das normalerweise um einen selbst liegt, auch wenn man sich gut zu kennen glaubt. Im Internet finden sich Webseiten, die aus den Modellen konkrete Berufs- und Studienempfehlungen ableiten, z.B. www.finest-jobs.de. Meine Studienempfehlungen, als intuitive Rationalistin, wären demnach IT-Systemelektroniker, Architektur, Physik oder Mathematik gewesen.  Ich bin froh, dass zu meiner Zeit solche Tests ebenso wie das Internet keine Rolle spielten, denn mit dieser Empfehlung wäre ich in die falsche Richtung marschiert.

Auch bei meinen Kunden passen tatsächliche Berufswünsche und auch Berufsentscheidungen oft nicht zu den leichtfüssig gegebenen Empfehlungen, die auch auf anderen Portalen, in Tests wie dem von Geva, oder auch in Büchern gegeben werden.

Dafür gibt es verschiedene Gründe:

  • In fast allen Berufen finden heute verschiedene Persönlichkeitstypen ein Zuhause. Das liegt darin, dass sich die Bereiche aufsplitten, vielfältiger werden, sich schneller drehen.
    • Ein Polizist kann als analytischer Denker genauso Karriere machen wie als aktiver Umsetzer. Ein Vertriebler kann mit introvertierter Denkstruktur, also als analytischer Typ, ebenso erfolgreich sein wie als extrovertierter Bauchmensch. Entscheidend sind der Bereiche, die jeweilige Stelle, das Umfeld, die derzeitigen Anforderungen, das Team etc.
    • Oder im Keirsey-Modell gesprochen: Ein ENFJ, also ein „Lehrer“, kann in der Schule sein Glück oder auch sein Unglück finden. Ich habe ENFJs gesehen, die sehr zufrieden als Eventmanager wurden oder in der Geschäftsführungsassistenz.  Ein ISTJ („Prüfer“) ist in der einen Firma ein wunderbar Leiter Controlling, in der anderen bekommt er keinen Fuß auf den Boden, weil man lieber einen extrovertierten, weniger gewissenhaften Typ bevorzugt.
    • Motivationen sind nur teilweise berücksichtigt. Eine idealistische Motivation wird die Berufswahl in eine andere Richtung steuern. Wer eine auf Menschen bezogene Denkstruktur besitzt, sucht im Kontakt Bestätigung. Dies lässt sich nicht auf die Kategorien introvertiert oder extrovertiert reduzieren.
    • Die Familiengeschichte eines Menschens spielt ebenso eine wesentliche Rolle. Ich merke immer wieder, dass die Eltern entweder als Vorbild oder abschreckendes Beispiel fungieren. Für die Berufsentscheidung ist das ein ganz zentraler Punkt.
    • Talente können jenseits der Persönlichkeitsmodelle existieren.
    • Charaktereigenschaften ebenso: Ich kenne einen sehr  lustigen ISTJ, eigentlich liegt der Humor nicht in diesem Typ…

Fazit: Tests sind toll! MBTI/Keirsey zusammen mit Reiss geben tiefe Einblicke in die Persönlichkeit. Es wäre aber ein Fehler, daraus allein Berufsempfehlungen abzuleiten. Dazu ist unsere Arbeitswelt zu vielfältig geworden. Es ist wichtig für Unternehmen, zu wissen, welchen Typ sie für ein bestimmtes Team und eine bestimmte Situation gerade brachen. Es ist falsch, für Positionen und Funktionen generell festgelegte Eigenschaften zu bevorzugen. Das ist auch falsch bezogen auf eine wie auch immer geartete Unternehmerpersönlichkeit, was ich morgen zum Thema machen will.

Aus persönlicher Sicht gesprochen: Sie können überall ihr Glück finden, auch wenn es in dem einen Job nicht passt.  Informieren Sie sich auf informativen Seiten wie der des über 80jährigen Alfred Gessl (klasse, die beste Seite zu MBTI und Keirsey!) und nehmen Sie Berufsempfehlungen wie bei Finest Jobs nur als Anhaltspunkt und „erste Idee“ an.

3. November 2010   2 Kommentare - Allgemein - Permalink
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Vom Drama, kein Talent zu haben

Was kann ich eigentlich wirklich gut? Nicht wenige beantworten diese Frage mit: Eigentlich nichts. Manche Tests unterstreichen diese Tatsache auf mitunter grausame Art und Weise. Neulich sah ich bei einer Kundin ein für sie erstmal ernüchterndes Ergebnis – alles Durchschnitt. Weder handwerkliches Talent, noch mathematisches, logisches, kreatives oder sprachliches Verständnis, das über das Normale hinaus geht. Hilfe!? Keine Sorge, kein besonderes Talent zu haben hat nämlich viele positive Seiten. Nur eine kleine Auswahl:

  • Sie müssen sich nicht entscheiden, sondern können verschiedene Dinge machen.
  • Sie können sich Ihren Beziehungen und Freunden widmen oder sinnvollem sozialen Engagement.
  • Sie können viele Dinge halbwegs – ist doch besser, als eine Sache richtig gut zu können, oder? Echte Durchschlagskraft liegt in der Bündelung der einzelnen Kräfte.
  • Die meisten Manager haben auch kein Talent, sonst würden Sie ja etwas anderes machen…
  • Es gibt eine Reihe völlig talentfreier Menschen, die gerade mit ihrer Talentlosigkeit groß herausgekommen sind.
  • Durchschnittliche Menschen sind sympathischer… wer will schon Überflieger neben sich oder um sich haben…?

Ach ja, und PS1: Tests zeigen immer nur Ausschnitte – man sollte ihre Ergebnisse niemals unkritisch betrachten. Und PS2: Auch wenn Sie kein ausgewiesenes Talent haben zu malen, zu schreiben, zu analysieren, musizieren etc… können Sie damit und mit anderen Dingen trotzdem viel Spaß haben.

29. Mai 2010   Keine Kommentare - Persönlichkeit & Potentiale - Permalink
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