Kolumnen zu Karriere, Führung und Entwicklung

Fehler auf der Besetzungscouch

Von | 2010-10-01T18:31:35+00:00 30. September 2010|

Sie fühlen sich im Job wie im falschen Film? Das kann mit einem simplen Fakt zu tun: Man hat Sie für etwas gehalten, was Sie nicht sind. Viele Persönlichkeitstests messen beispielsweise die Dimensionen extrovertiert und introvertiert, z. B. MBTI. Leider wird diese Dimension immer missverstanden, weshalb ich ein paar Worte dazu verlieren möchte:  Es sind nicht notwendigerweise redefreudige und offene Menschen, die extrovertiert sind. Sie wirken vielleicht so, jedoch kann es trotzdem sein, dass sie introvertiert sind – weil sie ihre Energie eher aus dem Denken und Alleinsein schöpfen. Dies führt auf der „Besetzungscouch“ der Personaler immer wieder zu Irrtümern. Da wirkt jemand sehr kommunikativ, der (zu intensive) Kotakt mit Kunden zehrt ihn oder sie aber aus. Es stresst. Und umgekehrt: Da wirkt jemand sehr verschlossen, zieht aber seine Motivation aus dem Zusammensein mit Menschen. Dieser Mensch mag gern mit Kunden und Kollegen zusammensein, es ist seine Motivationsquelle. 
Deshalb ist, so meine Überzeugung, nicht die Wirkung oder das zu beobachtende Verhalten entscheidend, sondern die dahinter steckende Motivation. Wer gegen seine Motivation arbeiten muss, wird über kurz oder lang gestresst sein und den Job entweder hassen oder aufgeben. Und zwar obwohl seine Leistungen gut sind. Aus einem extrovertierten Menschen, der verschlossen wirkt, lässt sich das gewünschte Verhalten (z.B. auf den Kunden zugehen) leicht entwickeln. Verhalten und Motivation harmonieren, das ist gut für Mensch und Arbeitgeber.

Ungefähr 35,4 Bücher geschrieben, einige Bestseller und Standardwerke, 5002 Kunden ist untertrieben, ein halbes Leben Coaching Beratung, Ausbildung nicht. Viele Menschen weitergebracht, Neues entwickelt. Analytisch, äußerst intuitiv, hohe Komplexitätsakzeptanz; bei aller Menschenliebe mit Blick fürs Unternehmerische, für Talente, Visionen, Strategien. Einige nennen mich visionär, querdenkerisch, andere pragmatisch und bodenständig. Am Ende gilt beides? Biografie | Unternehmen

2 Kommentare

  1. Lars Hahn 1. Oktober 2010 at 11:20 - Antwort

    Dieser kurze Artikel hat mir noch einmal ganz neue Blickpunkte auf die Attribute Intro- und Extrovertiertheit gegeben.

    Ich kenne sie auch: Die stillen Extrovertierten. Sie besitzen oft die Gabe der Intuition und des Zuhörens. Es verbergen sich bei ihnen oft Goldschätze z.B. für Aufgaben in der Kundenberatung. Man muss die Schätze bloß erkennen, fördern und heben.

    Vielen Dank, Frau Hofert für diesen Impuls und
    liebe Grüße!
    Lars Hahn

  2. Karriereblog von Svenja Hofert 3. November 2010 at 11:42 - Antwort

    […] Motivationen sind nur teilweise berücksichtigt. Eine idealistische Motivation wird die Berufswahl in eine andere Richtung steuern. Wer eine auf Menschen bezogene Denkstruktur besitzt, sucht im Kontakt Bestätigung. Dies lässt sich nicht auf die Kategorien introvertiert oder extrovertiert reduzieren. […]

Hinterlasse einen Kommentar