Kolumnen zu Karriere, Führung und Entwicklung

Unfreundliche Kollegen? Dann kündige ich!

Von | 2010-09-10T09:10:37+00:00 10. September 2010|

Kollegen können einem das Leben schwer machen – ja mehr noch: einem jegliche Freude am Job nehmen. Ich erinnere mich an einen Fall, in dem eine Mitarbeiterin ihre Kollegin so sehr hasste, dass sie deren Arbeitsplatz im Großraumbüro mit Palmen verdeckte, um sie nicht immer ansehen zu müssen. Die Kündigung kam für diese Dame  mangels Jobalternative nicht in Frage. Eine Umfrage des Bürocenters Regus ermittelte nun, dass 27 Prozent aller befragten Mitarbeiter weltweit wegen eines unfreundlichen Kollegen kündigen würden. Damit ist der unfreundliche Kollege in der internationalen Hitliste der Weggeh-Ursachen Kündigungsgrund Nummer 5.

Dies sind die Top-5 laut Regus:

  • Mangelnde Kommunikation und Einbindung durch die Firmenleitung 48%
  • Mangelnde Aufstiegsmöglichkeiten trotz guter Arbeitsleistungen 43%
  • Fehlende Firmenvision 36%
  • Überarbeitung 30%
  • Unfreundliche Kollegen 27%

Das Palmen-Beispiel zeigt allerdings auch, dass Kollegenhass auch übersteigert sein kann. Geht es soweit, dass man jemanden nicht mehr ansehen oder gar mit ihm sprechen kann, funktionieren die üblichen Kommunikationslösungen nicht mehr. Denn die Ursache liegt dann immer tiefer. So vereinte die verhasste Kollegin im Beispiel bei genauerer Analyse die Charaktereigenschaften des Ex-Partners in sich. In der Kollegin kanalisierte sich der ganze Partnerschaftsfrust. Ungestümer Hass kann auch aus Mobbing resultieren – das auch die Gemobbten selbst oft leugnen. Liegt ein Streit zugrunde, der nicht mehr durch ein einfaches Gespräch behoben werden kann, ist eine Mediation sinnvoll – bevor zum Ultimo, der Kündigung, gegriffen werden muss.

Mehr zum Thema lesen Sie in „Ich hasse Teams. We Sie die Woche mit Kollegen überleben.“

Svenja Hofert ist Management- und Karriereberaterin. Als Vor- und Querdenkerin beschäftigt sich vor allem mit Entwicklung und Zukunftskompetenzen. Der Schwerpunkt von Hoferts Tätigkeit liegt in der Ausbildung und im entwicklungsbezogenen Coaching von Führungskräften, Teams und Unternehmen. Hofert hat ab 2000 das Büro „Karriere und Entwicklung“ in Hamburg aufgebaut und unter anderem ein Startup-Portal etabliert, bevor sie 2015 die Teamworks GTQ Gesellschaft für Teamentwicklung und Qualifizierung GmbH mit Thorsten Visual gründete. Mit Teamworks arbeitet sie für große und kleinere Organisationen und bietet Ausbildungen und offene Seminare und Workshops an. Im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte hat die gebürtige Kölnerin über 30 Bücher geschrieben, darunter immer wieder Longseller und Standardwerke, die bis zu sieben Auflagen erreichten. Standen zunächst die Themen Karriere und Beruf im Mittelpunkt, erweiterte sie ihren Blick ab 2004 zu Gründung, Management und Unternehmensführung, um schließlich ab 2009 auch Organisationen, Teams und die neue Arbeitswelt in den Fokus zu nehmen. Der rote Faden blieb die Verknüpfung von betriebswirtschaftlichen, philosophischen und psychologischen Perspektiven – und ein Fokus-Thema: Die Entwicklung von Mindset. Hofert hat einen Master of Science in Wirtschaftspsychologie sowie einen Magister Artium, u.a. in Sprachwissenschaft. Ihre Unternehmen befinden sich im Zentrum der Hansestadt Hamburg in Alsternähe, sie selbst lebt im Hamburger Umland sowie in Marbella, Spanien. Buchung |

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