Kolumnen zu Karriere, Führung und Entwicklung

Wo bitte geht´s hier zum Erfolg?

Von | 2010-10-17T09:39:01+00:00 17. Oktober 2010|

„Wie lange dauert es ungefähr bis ich bekannt in meiner Branche bin? Muss ich wirklich drei Jahre warten?“ Gestern auf einem Workshop stellte mir eine Teilnehmerin diese Frage, ich habe sie nicht zum ersten Mal gehört. Dahinter steckt der Wunsch, dass es doch bitte eine Art Erfolgsbeschleuniger, den Wunderknopf „Erfolg“ geben möge.  Diesen Wunsch nach „geschenktem Erfolg“ haben Angestellte, die sich einen neuen Job oder eine Veränderung erarbeiten möchten, aber auch viele Neu- und einige Alt-Selbstständige.

Doch den Knopf gibt es nicht, nur ein Prinzip – und das umzusetzen kostet neben Kopf- und Konzeptarbeit auch jede Menge Zeit. Wenn das Internet Erfolgsbeschleuniger sein soll gibt es eindeutige Komponenten: Klares Produkt, attraktive, aber authentische Personenmarke, hochwertige und viele Kontakte, Sichtbarkeit möglichst überall im Web. Sascha Lobo lässt grüßen.

Ich wundere mich öfter mal, mit wie wenig Einsatz manche Menschen am besten gleich ganz nach oben wollen.  Wenn ich sage, dass 1.000 Stunden Investition zum Beispiel in Soziale Netzwerke eine gute Basis sind, aber mehr auch nicht, werden manche blass. Ich habe diese Stundenzahl spaßeshalber für mein neues Buch „Das Slow-Grow-Prinzip. Wie Sie erfolgreich gründen und zufrieden wachsen“ überschlagen. Es ist ja bei Xing und in anderen Netzwerken leicht zu beobachten, wie es einige Selbstständige schaffen, binnen relativ kurzer Zeit viel Aufmerksamkeit zu  erzielen.  Das möchte ich übrigens zur oft genannten Drei-Jahres-Frist verraten: Es kann auch schneller gehen, bis die Auftragslage stimmt – aber auch viel, viel langsamer.

1.000 Stunden – das sind echte Investitionen in den Wert des eigenes Unternehmens, der „Marke Ich“, die diesen, falls clever gemacht, um 80.000 Euro erhöhen. Diese 80.000 Euro entstehen durch einen angenommenen Stundenlohn von 80 EUR, den ein externer Dienstleister für solche Aktivitäten mindestens nehmen würde. 1000 Stunden aber sind vielen ziemlich viel zu viel. 1.000 Stunden sind alles andere als ein Erfolgs-Knopf.

Wie viele Stunden haben Sie in Ihre Unternehmung gesteckt, um sie bekannt zu machen? Ich freue mich auf Postings.

Svenja Hofert ist Management- und Karriereberaterin. Mit ihren beiden Unternehmen entwickelt sie Menschen, Teams und Organisationen. Der Schwerpunkt von Hofert Tätigkeit liegt in der Ausbildung sowie im Coaching und der entwicklungsbezogenen Beratung von Führungskräften, Teams und Unternehmen. Hofert hat ab 2000 das Büro „Karriere und Entwicklung“ in Hamburg aufgebaut und unter anderem ein Startup-Portal etabliert, bevor sie 2015 die Teamworks GTQ Gesellschaft für Teamentwicklung und Qualifizierung GmbH mit Thorsten Visual gründete. Hofert lebt in der Nähe von Hamburg und etwa ein Drittel des Jahres in Marbella, Spanien. Im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte hat die gebürtige Kölnerin über 30 Bücher geschrieben, darunter immer wieder Longseller und Standardwerke, die bis zu acht Auflagen erreichten. Standen zunächst die Themen Karriere und Beruf im Mittelpunkt, erweiterte sie ihren Blick ab 2004 zu Gründung, Management und Unternehmensführung, um schließlich ab 2009 auch Teams und die neue Arbeitswelt in den Fokus zu nehmen. Der rote Faden blieb die Verknüpfung von betriebswirtschaftlichen, philosophischen und psychologischen Perspektiven – und ein Fokus-Thema: Die Entwicklung von Menschen, Gruppen, Organisationen. Buchung |

Ein Kommentar

  1. Lars Hahn 17. Oktober 2010 at 09:14 - Antwort

    Danke für Ihre Einschätzung, ich werde „Ihre“ 1000 Stunden immer wieder gerne zitieren.
    Ich berate Jobwechsler, die sich entweder neu positionieren oder auch gründen wollen. In beiden Fällen wird häufig neu eingestiegen in das Thema Online-Reputation. Wenn dann nicht innerhalb von Wochen „etwas passiert“, dann hören viele bereits auf und resignieren. So nach dem Motto: XING ist für mich gar nichts.
    Meine eigene Erfahrung: Als „Experte“ werde in meiner Umgebung erst seit ein, zwei Jahren wahrgenommen. Seit fünf Jahren bewege ich mich in den sozialen Medien. SIC!

    Lars Hahn

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