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Haben Sie die passenden Soft Skills für die Zukunft Ihrer Karriere? Darüber habe ich neulich als Gastkommentatorin bei Xing laut nachgedacht. Hier möchte ich meinen Beitrag in einer kleinen Reihe über Schlüsselkompetenzen vertiefen. Beginnen wir einmal mit dem wohl am meist zitierten Soft Skill, der Teamfähigkeit. Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass darunter JEDER etwas anderes versteht? Die Palette reicht von friedlich nebeneinander herarbeiten bis Mittags essen gehen. Ist das die Art von Teamfähigkeit, die in der Arbeit der Zukunft gefragt sein wird? Sicher nicht. Wenn sich die Welt so entwickelt, wie sie sich entwickeln muss, dann werden sich folgende Eigenschaften unter dem Begriff Teamfähigkeit subsumieren:

  • Kooperationsbereitschaft: Es gut finden, mit anderen gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten.
  • Akzeptanz der Expertise des anderen: Nicht meinen, alles besser zu wissen oder das eigene Know-how als höherwertig anzusehen, zumal in Zeiten der Wissensarbeit.
  • Bereitschaft die fachliche Perspektive des anderen zu sehen und als wertvoll anzunehmen (ohne ein meins-ist-wichtiger-als-Denken).
  • Grundlegende Höflichkeit jedem gegenüber. Der freundliche Umgang auch dann, wenn man deutlich seine Meinung sagt oder eine „rangniedere“ Person vor sich hat.
  • Ein Bewusstsein für die Unterschiedlichkeit von Persönlichkeiten, für das Zusammenspiel von Stärken und den Umgang mit Verschiedenartigkeit.

Das ist viel mehr als das, was gemeinhin unter Teamarbeit verstanden wird. Teamfähigkeit ist auch als Kategorie der „alten“ Arbeit bekannt und ein Spezifikum von Unternehmen und Gesellschaften mit einem Schwerpunkt in der grünen Phase nach Spiral Dynamics.

Eine eigene und neue Kategorie innerhalb der Soft Skills ist dagegen das Selbstmanagement – es entspringt, spiraldynamisch gedacht, „gelbem“ Denken. Selbstmanagement wird allzuoft mit Zeitmanagement gleichgesetzt, doch liegen Welten dazwischen. Klassisches Zeitmanagement (Ordnung, Struktur, Plan, Regeln) wächst auf bürokratischer, blauer Denkweise – Selbstmanagement integriert dieses Denken, macht sich aber gleichzeitig vom Dogma der Planbarkeit frei.

Selbstmanagement ist somit weit mehr als zeitliche Organisationsfähigkeit – eine innere Haltung: Selbst-Manager steuern sich und ihre Zielerreichung von innen. Ein echter Mehrwert für die Karriere und in Zeiten, in denen die Zukunft der Arbeit teilweise schon da ist, in manchen Berufen und Funktionen geradezu essentiell für das berufliche Überleben. Sich selbst zu steuern fällt vielen extrem schwer. Der Grund ist meist das Bedürfnis nach Feedback und Rückkopplung – Dinge einfach nur so aus sich heraus zu machen, sind wir nicht gewohnt. Typisch dazu das Statement einer Kundin neulich: „Wenn ich keine Terminen habe, tue ich nichts. Ich weiß dann gar nicht, womit ich mich beschäftigen soll“. Selbstmanagement halte ich für eine der wichtigsten Zukunfts-Kompetenzen überhaupt – ist es doch auch eine Voraussetzung für ein Lernen ohne Zwang und Vorschrift.