Kolumnen zu Karriere, Führung und Entwicklung

Mein Social Media Experiment: „Hilfe, ich kann nicht mehr alles alleine machen“ (Teil 10)

Von | 2012-10-24T20:01:38+00:00 20. Oktober 2012|

Was als Spaß begonnen hat, wird langsam ernst.  Ich habe nun über 2.300 Follower bei Twitter und über 1.200 Fans bei Facebook. Bei Google+ sind es nun 703, die mich verfolgen, Pinterest, wo ich wirklich wenig mache, wirkt sich langsam recht gut aufs SEO aus, Xing bleibt Nebenbei-Projekt: ist es mehr Facebook oder Twitter? Mir ist der Nutzen noch nicht klar, mich nerven nur zunehmend all die Leute, die nach der Kontaktbestätigung irgendwas verkaufen und sich anbiedern.

En passant habe ich im letzten Jahr den Social Media-Auftritt meines Netzwerks Karriereexperten.com strategisch geplant und zusammen mit Sarah und Silke aufgebaut. Meinen Shop Gruenderreports, über den ich in den letzten sieben Jahren ganz ohne SEO und mit einer inzwischen veralteten OS Commerce-Plattform mehr als 4.000 Business Pläne, Musterkonzepte und Tools verkauft habe, lasse ich nebenbei weiterlaufen. Hier SoMe anzufangen lohnt sich nicht mehr, das muss von Grund auf erneuert werden.

Ich stelle mir vor, was man aus sowas machen kann, wenn man es professioneller und innovativer angeht – genau das plane ich seit fast einem Jahr mit KEXPA.de. Diese Seite startet, so hoffe ich, im November. In den letzten Wochen habe ich dafür Community-Tests bei Facebook gestartet, um die Wirkung vernetzter Aktionen auszuloten. Der Gedanke: Die Community als exklusiver Kreis bekommt ausgewählte Betaversionen zeitweise kostenlos und wird dadurch auch als Empfehler gewonnen. Facebook, ansonsten eher auf dem absteigenden Ast, bekommt so eine neue Funktion im Unterschied zu anderen Netzwerken. Für Kexpa.de, das seit Mai auf Markenschutz wartet, besteht bereits ein Twitter-Account, aus dem nun langsam mehr werden muss. Mein SlowGrow-Prinzip® hingegen, das genau diese Denk- und Arbeitsweise, die ich hier bezogen auf Social Media beschreibe, verkörpert, ist nach einem halben Jahr Warten nun endlich eine Marke!

Zunehmend spüre ich, dass ich die Strategie auch für die Marke „Svenja Hofert“ professonalisieren muss. Längst hat mich meine Mitarbeiterin Sarah, die karriereexpert betreut im Klout-Score mit 55 an meine stagnierenden 56 herangepirscht, längst liegt meine Vertriebs- und Kooperationspartnerin Silke mit einem Score 62 weit vor mir.

Es gibt eine wunderbare Zeit des Experimentierens, in der alles erlaubt ist und die dem Lernen dient – das ist mein SlowGrow-Prinzip®, aber irgendwann ist die Zeit gekommen für Prozesse. Da ist meine Benchmark derzeit PR-Doktor Kerstin Hoffmann, die mir vor einem Monat erzählte, dass sie Mitte November ein Interview mit mir bringen würde. Planung über zwei Monate! Wie professionell ist das denn? Wow!

Ich bin dagegen, auch wenn ich bisweilen anerkennende Worte aus der Social Media-Szene höre, ein Quartals-Twitterer, Facebooker etc. Habe ich Zeit, bin ich online, sonst nicht. Die Auswahl der Retweets und Beiträge war deshalb nicht immer gut genug – noch nicht perfekt genug zur Marke passend, noch nicht perfekt genug im Sinne von ungewöhnlich…

Also habe ich diese Woche begonnen, Redaktionspläne zu schreiben. Ich will nur noch Beiträge posten und retweeten, die mit neuer Arbeit, Karriere der Zukunft, dem Quer-, Anders- und Weiterdenken von Themen für Angestellte und Selbstständige zu tun haben und Werteorientierung  verkörpern.  Kein plattes So geht´s mehr, nichts drei Mal Wiedergekäutes. Dialog soll dabei sein, aber nicht zu viel Kaffeeklatsch.  Ich habe angefangen in den vielen Büchern und Medien, die ich lese, die schlauen und denkwürdigen Aussagen zu unterstreichen, was ich zuletzt vorm Abitur gemacht habe (nicht etwa um mich vorzubereiten, sondern aus thematischem Interesse).

Jetzt stehe ich vor dem Problem, das alle kleine Unternehmen haben und was in meinem Survival Guide auch gut beschrieben ist:  Im Grunde braucht ein Vier-Frau-Unternehmen wie meins jemanden, der strategisch denken kann, bereit ist auch operativ mitzuarbeiten und dabei Dinge beherrscht, die man in großen Unternehmen nicht lernt, weil man da für alles seine Dienstleister hat.  Jemanden zu finden, dem man nicht erklären muss, wie man Dateien per Filezilla überträgt, PDFs beschreibbar macht und der gleichzeitig strategisch genug ist, selbst Ideen z.B. für die Strategie auf Pinterest mitzubringen: Das ist, sage ich Ihnen: extrem schwierig. Auch weil die, die viel können, keine Lust auf Operatives haben. Und die, die wollen, nicht alles können, was man können sollte.

Deshalb ist mein Fazit: Sie brauchen auch als kleines Unternehmen für jedes einzelne Thema einen Spezialisten, der/die in ein, zwei Bereichen richtig gut ist, weil Generalisten meist oft keine Selbstläufer sind. Dabei stelle ich fest, dass sich die meisten Freelancer ihrer eigenen Kompetenzen und Grenzen wirklich wenig bewusst sind und/oder sich nicht trauen, spezialisierte Angebote zu machen. Sowas wie „wöchentlichen Redaktionsplanaufstellen und aktive Twitterbetreuung“ wäre ebenso eine Marktlücke wie das Umwandeln von Indesign-Layouts in Word oder das Rückformatieren von aus Indesign erstellten PDFs in Word und dabei zeitgleich lektorieren.

Klar, man verdient mit strategischen Jobs einmalig mehr, dafür mit operativen verlässlich über längere Zeiträume etwas weniger. Ich finde: Wer seinen Kunden strategisch etwas erzählen will, der muss erstens mehr wissen als der Kunde selbst und zweitens einen belegbaren Track Record besitzen. Und den zeigt das Internet besser als jedes Zertifikat.

PS: Ich habe inzwischen richtig gute Leute gefunden. Und wo? Im persönlichen Umfeld.

Ungefähr 35,4 Bücher geschrieben, einige Bestseller und Standardwerke, 5002 Kunden ist untertrieben, ein halbes Leben Coaching Beratung, Ausbildung nicht. Viele Menschen weitergebracht, Neues entwickelt. Analytisch, äußerst intuitiv, hohe Komplexitätsakzeptanz; bei aller Menschenliebe mit Blick fürs Unternehmerische, für Talente, Visionen, Strategien. Einige nennen mich visionär, querdenkerisch, andere pragmatisch und bodenständig. Am Ende gilt beides? Biografie | Unternehmen

6 Kommentare

  1. Lars Hahn 20. Oktober 2012 at 15:55 - Antwort

    Herzlichen Glückwunsch zu Deinem guten Team. Dass Du es nicht per Stellenausschreibung gefunden hast, versteht sich von selbst. Es wäre vielleicht auch ein wenig peinlich, für eine, die die Guerilla-Bewerbung propagiert. 😉

    Was Du beschreibst geht mir genauso. Die nächst Stufe heißt: Strategischer vorgehen. Eine große Herausforderung für mich, aber ich nehme sie an. Dinge vorzubereiten, zu planen, bevor ich sie öffentlich mache, das erfordert unternehmerische Strategie. Dann muss es wohl auch bei Social Media so sein. Wobei: Unter @DerLarsHahn werde ich mir den Luxus leisten, auch weiter zu chatten und bisweilen über die tückischen Dinge des Alltags zu twittern. Auch dabei werden wir uns sicher noch oft begegnen.

  2. […] durch den Artikel zum Thema Social Media von Svenja Hofert hier meine Gedanken zum Thema […]

  3. Gilbert 20. Oktober 2012 at 19:47 - Antwort

    Sehr interessanter Artikel! Hört sich an, wie vor dem nächsten großen Schritt. Gratulation! Ich bin neugierig, ob man es schafft, mit einer Strategie der geplanten Social-Web-Interaktion eine Balance zu halten, damit nicht das, was die Leute am Social Web fasziniert, total flöten geht. Perfektes zu Marke passendes könnte den Rückschlageffekt haben, dass es den „Followern“ zu „corporate“ vorkommt und sie das authentisch-menschliche, das persönliche vermissen und woanders suchen.

    Klout? Ist das wirklich ein aussagekräftiges Benchmark? Ich finds bisher eher albern.

  4. Svenja Hofert 20. Oktober 2012 at 23:41 - Antwort

    keine Sorge, ich werde nie einer dieser Marketingmaschinen werden, dazu bin ich viel zu intrinsisch motiviert (oder einfach ausgedrückt: die Dinge machen mir zu viel Spaß). Im Zweifel tue ich, das was mir gefällt. Nur ein wenig geplanter, ein wenig professioneller… aber kein prozessoptimierter Robot. Das kann ich ja selbst nicht leiden 😉 LG Svenja

  5. Tobias 23. Oktober 2012 at 15:12 - Antwort

    Hallo Svenja,

    bei G+ bin ich nun an der 1.000er Grenze angelangt, war total überrascht, dass hier schon so viel los ist.

    Eigentlich wollte ich Dich darauf aufmerksam machen, dass einige der Verlinkungen im Artikel auf Fehlerseiten im Blog führen. (bspw. karriereexperten.com oder pinterest.) Die URL ist an die Beitrags-URL des Blogs angehängt und wirft daher eine 404-Seite aus. Müsste schnell korrigiert sein.

    Viele Grüße aus Stuttgart,

    Tobias

    • Svenja Hofert 24. Oktober 2012 at 20:01 - Antwort

      Hi Tobias, fein danke, habe ich aktualisiert, nur das mit dem Fehler 404 kann ich nicht nachvollziehen. Oder meintest die die URLS der falsch verlinkten Beiträge? LG Svenja

Hinterlasse einen Kommentar