Kolumnen zu Karriere, Führung und Entwicklung

Seh-Test: Sind Sie intro- oder extrovertiert?

Von | 2013-02-20T16:34:39+00:00 20. Februar 2013|

Welcher schwarze Kreis ist größer? Wenn Sie beide gleich groß sehen, könnte es sein, dass Sie introvertiert sind. Es könnte aber auch sein, dass Sie meine kleine Täuschung ganz einfach durchschaut haben. Oder beides.

Ich habe dieses Experiment nachgebaut. Die Vorlage dafür findet sich auf der Website des Neuro-IPS®. Dieser ermittelt in einem visuellen Verfahren den Persönlichkeitstyp nach MBTI / Keirsey (hierzu bei Kexpa ein Kurztest). Ich habe diesen Test, der in (Neuro-)Marketing und HR eingesetzt wird, selbst vor zwei Jahren absolviert und seitdem einige Klienten begleitet, die durch Auswahlverfahren liefen, in denen er – meist vor einem zweiten Gespräch – eingesetzt wurde. Das Ergebnis entsprach dem auf dem Papier ermittelten, zumindest in drei Dimensionen – richtig war immer die Orientierung I(ntrovertiert) oder E(xtrovertiert). Wie kann das sein? Einfach: Introversion lässt sich an den Gehirnaktivitäten erkennen.

Intro- und extrovertierte besitzen unterschiedliche Hirnstrukturen, unter anderem im visuellen Cortex. Wer introvertiert ist hat einen kleineren visuellen Cortex und nimmt optische Täuschungen stärker wahr. Es gibt noch andere hirnspezifische Unterschiede zwischen stärker extroviertierten und stärker introvertierten Menschen. So braucht das Gehirn von Introvertierten weniger Reize, um stimuliert zu werden. Der Mandelkern ist schneller erregt: neue Gesichter und andere (neue) Einflüsse reizen ihn. Das strengt an. Mehr dazu lesen sie hier.  Deshalb sind Netzwerktreffen für Introvertierte mindestens ein Akt der Überwindung. Kaltakquise ist blanker Horror. Und neue Kontakte? Auch hier gilt: nur dosiert und nicht zu viel auf einmal. Steht das der eigenen Karriere in Unternehmen und auch einer Gründung nicht ziemlich konträr entgegen? Machen also Introvertierte seltener Karriere? Nein, nur anders. Wichtig ist es, die eigenen Stärken zu kennen und zu wissen, worauf im Umgang mit Extros zu achten ist. Dazu demnächst mehr. Bis dahin noch ein Hinweis auf das nunmehr ein Jahr alte Interview mit Sylvia Löhken in diesem Blog.

Svenja Hofert ist Management- und Karriereberaterin. Mit ihren beiden Unternehmen entwickelt sie Menschen, Teams und Organisationen. Der Schwerpunkt von Hofert Tätigkeit liegt in der Ausbildung sowie im Coaching und der entwicklungsbezogenen Beratung von Führungskräften, Teams und Unternehmen. Hofert hat ab 2000 das Büro „Karriere und Entwicklung“ in Hamburg aufgebaut und unter anderem ein Startup-Portal etabliert, bevor sie 2015 die Teamworks GTQ Gesellschaft für Teamentwicklung und Qualifizierung GmbH mit Thorsten Visual gründete. Hofert lebt in der Nähe von Hamburg und etwa ein Drittel des Jahres in Marbella, Spanien. Im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte hat die gebürtige Kölnerin über 30 Bücher geschrieben, darunter immer wieder Longseller und Standardwerke, die bis zu acht Auflagen erreichten. Standen zunächst die Themen Karriere und Beruf im Mittelpunkt, erweiterte sie ihren Blick ab 2004 zu Gründung, Management und Unternehmensführung, um schließlich ab 2009 auch Teams und die neue Arbeitswelt in den Fokus zu nehmen. Der rote Faden blieb die Verknüpfung von betriebswirtschaftlichen, philosophischen und psychologischen Perspektiven – und ein Fokus-Thema: Die Entwicklung von Menschen, Gruppen, Organisationen. Buchung |

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