Kolumnen zu Karriere, Führung und Entwicklung

Geheimsprache: Was Büroräume über Unternehmenskultur und Werte verraten

Von | 2013-05-29T14:04:30+00:00 27. Mai 2013|

Begibt man sich in Kriegsgebiet oder lockere Kaffeehausatmosphäre? Wird in dieser Firma zusammen oder gegeneinander gearbeitet? Steht Struktur im Vordergrund oder informelle Macht? Geht es um Leistung oder um Kreativität? Ein Blick in die Büroräume sagt mehr als 1.000 Worte. Ich habe hier einmal die wichtigsten Büroordnungen aufgezeichnet und nach Spiral Dynamics geordnet.

rotIn einem roten Unternehmen sind informelle Regeln wichtiger als formelle. Jedes Wort hat einen Subtext. Macht setzt sich durch, Berlusconi lässt grüßen. Viele Konzerne sind immer noch teilweise rot. In solchen Unternehmen setzt sich durch, wer den GRÖSSTEN… Schreibtisch hat.

 

blauDas Rote wird irgendwann gezähmt vom Blauen, immer. Mit Blau zieht Ordnung ein und mit den Regeln kommt Gerechtigkeit. Das Rote muss sich warm anziehen. Chef wird, wer am LÄNGSTEN dabei ist.

 

 

orangeDas Orange besiegt früher oder später das starre Blaue durch Leistungsorientierung. Ziele ziehen ein, Erfolg, Statussymbole. Chef wird, wer die meisten Mäuse fürs Unternehmen fängt, z.B. als „Verkäufer des Monats“.

 

 

interparesLeistung wird irgendwann uncool, Herr Maschmeyer. Dann kommt das Grüne und bändigt Orange. Wir sind ein Team, gehören zusammen, WIR sind WER. Der Chef ist immer  ein PRIMUS inter pares und selbstverständlich im selben Raum wie alle. Hier fühlt man sich wohl und bei Kununu gibt es einen Bonuspunkt für Atmosphäre.

spiralNein, so kollektiv sind wir dann auch wieder nicht. Co-Working ist was für die Pippi Langstrumpfs des Internetzeitaltes – es macht, was ihm gefällt und kombiniert Villas kunterbunt. Spiraldynamisch ist man hier das erste Mal im Second Tier und wirft alles in eine Waagschale: Kooperation (grün) mit Individualismus (gelb), Zusammenarbeit mit Alleinsein. Und geht mit seiner Geschäftsidee gleich schon ein bisschen weiter, social nämlich (Türkis).

© Bilder und Text: Svenja Hofert

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Ungefähr 35,4 Bücher geschrieben, einige Bestseller und Standardwerke, 5002 Kunden ist untertrieben, ein halbes Leben Coaching Beratung, Ausbildung nicht. Viele Menschen weitergebracht, Neues entwickelt. Analytisch, äußerst intuitiv, hohe Komplexitätsakzeptanz; bei aller Menschenliebe mit Blick fürs Unternehmerische, für Talente, Visionen, Strategien. Einige nennen mich visionär, querdenkerisch, andere pragmatisch und bodenständig. Am Ende gilt beides? Biografie | Unternehmen

2 Kommentare

  1. Interessante Sichtweise auf die Gestaltung von Arbeitsräumen, liebe Frau Hofert – vor allem die Übertragung auf Spiral Dynamics finde ich spannend. Das Motto „Zeig mir, wie du wohnst, und ich sage dir, wer du bist“, verrät auch im Arbeitskontext extrem viel über die Unternehmenskultur. Spannend wird das besonders bei Umzügen oder Umstrukturierungen!

    So wandte sich vor einiger Zeit ein Unternehmen an mich, weil die Inhaber das Gefühl hatten, in einer schwelenden Revolte zu stecken und eine Lösung für die Probleme im Team haben wollten: „Wir wissen auch nicht, was ‚plötzlich’ das Problem ist. Dabei geht es uns wirtschaftlich gut, letztes Jahr sind wir in tolle neue Räume gezogen und jetzt das!“

    Was war passiert?
    Nach einem Jahr nach dem Umzug in größer-neu-schick funktionierten die Teams nicht mehr wie gewohnt. Kein Wunder: Grundriss, Sitzplatzverteilung UND Möblierung förderten eine völlig andere Kultur im Unternehmen! Der Chef saß plötzlich „über Kopf“, die Mitarbeiter fühlten sich isoliert und kontrolliert, die effektive Kommunikation funktionierte nicht mehr, da wichtige Teams auseinander gerissen wurden, die Möbel betonten plötzlich Hierarchien, die vorher zwar vorhanden, aber nicht räumlich markiert waren…

    Für mich als Coach mit dem Background aus Personalentwicklung und Innenarchitektur ist solch eine Situation besonders spannend: In solch einem Fall helfen reine PE-Konzepte nicht weiter, weil die Räume, in denen wir arbeiten, einen oft unterschätzten Einfluss auf die Zusammenarbeit haben. Das schönste Konzept wird torpediert von Raumstrukturen, die das Gegenteil zementieren! In der Praxis geht das über die Grundstrukturen weit hinaus. Aber Spiral Dynamics ist ein interessanter Einstieg ins Thema!

    Herzliche Grüße
    Juli Scheld

    • Svenja Hofert 29. Mai 2013 at 13:56 - Antwort

      Danke für Scheld, ja, für Sie ist das ja eigentlich eine superinteressante Fusion der Themen. Ich finde das Thema wird total unterschätzt. Sitzordnungen sind sowas von wichtig, nonverbale Kommunikation pur mit Wirkung auf alles… LG Svenja Hofert

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