Kolumnen zu Karriere, Führung und Entwicklung

Akademiker, die eigentlich keine sind und Bachelors, die nichts taugen

Von | 2018-03-17T15:41:46+00:00 28. April 2015|

Jeder soll studieren. Das ist immer noch die Forderung von einigen, die ein Studium vor dem Hintergrund der Zukunft der Arbeit als Lösung ansehen. Je mehr Bachelor- und auch Masterabsolventen ich sehe und höre, desto mehr zweifle ich an dieser Lösung. Eine aktuelle Untersuchung bestätigt meine Ahnung: So richtig einsatzfähig sind die neuen Bachelorabsolventen anscheinend nicht. Gleichzeitig aber oft sehr anspruchsvoll, Stichwort Generation Y.

Akademiker auf dem Papier, aber nicht im Kopf

Viele führt das Studium in eine falsche Erwartungshaltung. Sie sind keine Akademiker im Kopf, sondern nur einem Ruf gefolgt. Sie wollen im Grunde praktisch arbeiten, nicht am Computer. Sie haben nicht den Drang, ihren Kopf immer und immer wieder Anregung zu bieten. Sie denken nicht analytisch, sind nicht konzeptionell, interessieren sich auch nicht für Strategie und ich meine nicht Planung. Schon gar nicht steuert sie intrinsische Motivation an irgendetwas, das wirtschaftlich relevant wäre. Ihnen gegenüber sitzen andere, viele, viele, die all das könnten, im stromlinienförmigen Bewerberauswahlprozess aufgrund ihres Alters und der bisherigen Erfahrungen nicht eingestellt werden. Die vielleicht als Selbstdenker auch nicht immer ganz einfach zu führen sind.

Ideale Assistenten, die keine sein wollen

Die gab es schon immer: Menschen, deren Lernambitionen sich mit dem Erwerb des Scheines erschöpfen, weil sie Wissen nicht aus Interesse erwerben, sondern weil es vorgegeben ist und sie im Studium im Grunde nichts anderes machen, als die Schule weiterzuführen. Eigentlich sind es ideale Assistenten, Zuarbeiter, Dienstleister. Die jetzt nur die ersten „Akademiker“ in der Familie sind und glauben, sie müssten „Entsprechendes“ aus sich machen. Die gleichzeitig aber nicht damit zurechtkommen, dass es keine richtigen Berufe mehr gibt und damit kaum Halt in der Karrierewelt finden… Im Studium haben sie zudem ihre Persönlichkeit nicht entwickelt, so dass sie auch Schwierigkeiten haben mit Konflikten, Doppeldeutigkeit, unklaren Zielen und mangelnden Vorgaben zurecht zu kommen (genau das, was man in einem nicht organisierten Uni-Studium eher lernt).

Welche Funktion hat überhaupt ein Studium?

Ich suche nach einer Begründung. Eine ist vielleicht: Mit Bologna hat das Studium seine Funktion als Persönlichkeitsentwicklungsstation verloren. Früher studierte man lang und breit, weil es einen interessierte. So kam ich nach einer Pause auf 13 Semester. Damit gehörte ich sogar noch zur schnelleren Fraktion. Warum? Es ging uns nicht um einen Abschluss, es ging uns um einen Lebensabschnitt.  Ich habe alles selbst herausgefunden, das Lernen 100% selbst gestaltet… es gab überhaupt gar keine Anleitung. Einen Großteil meiner Kompetenzen habe ich außerdem vermutlich auf Parties erworben. Insgesamt habe ich viele Gegensätze gesehen, vor allem aber gelernt, zu verstehen, welche unterschiedlichen Motivationen und Werte Menschen antreibt, denn genau das hat mich immer schon am meisten interessiert. Dazu hätte ich bei einem Studium heute keine Zeit. Ohne dass hätte sich aber mein heutiger Job vielleicht nie ergeben…

BWLer sind die neuen Bürokaufleute

Was das lange Studium am Ende gebracht hat, werde ich nie genau wissen. Zwar sind kaum Inhalte hängengeblieben, aber jede Menge prägende Erfahrungen. Dass ich niemanden brauche, der mir Ziele setzt, mich auch ohne Rahmen von außen selbst organisiere, mit angemessener Gründlichkeit analysiere, mir einfach eine Meinung bilde und keine Entscheidungsprobleme kenne – manche mögen es den Genen zuschreiben, ich bin da eher Situationalistin. Ich bin überzeugt, dass das Umfeld einen prägt.

Glaubt man das, wird der Bachelor mehr Probleme als Lösungen bringen. Die Vorhut sehen wir oft in Form von Absolventen, die mit ihren Jobs und dem, was sie mit ihrem Studium anfangen können, unzufrieden sind. Die sich weder selbst organisieren noch Entscheidungen treffen könnne. Übrigens sehe ich das vor allem im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich, wo Bachelors die neuen Bürokaufleute sind.

Digitalisierung frisst gerade die Jobs der BWLer

Und schauen Sie mal in das Berufsberechnungsprogramm der Süddeutschen Zeitung „wie wahrscheinlich ist es, dass mein Job durch einen Computer ersetzt wird“: Für den Reiseverkehrskaufmann berechnet es, mit einer Wahrscheinlichkeit von 61%, dass der Job ersetzt werden wird. Bei Buchhaltern und Wirtschaftsprüfern sind es  91% (!), beim Steuerberater 99%. Alles BWL-Heimatfelder.

Und genau das ist das zweite Problem bei einem verschulten Bachelor, der zudem nicht aus intrinsischer Motivation („egal, was es mir bringt, ich mache es für mich!“), sondern aus Berechnung erworben wird („das ist meine Zukunftssicherung“). Karriere und wirtschaftlichen Erfolg berechnende Persönlichkeiten neigten früher zu Jura und BWL. Jura ist aufgrund der Dauer und des Durchhaltevermögens, dass dieses Fach erfordert, immer noch besser geeignet als andere Fächer, diese Berechnung auch zu belohnen, sofern man eine gute Note schafft. BWL ist es nicht mehr, auch der Schwerpunkt Finanzen rettet kaum, siehe oben. So flüchten immer mehr in Ingenieurwissenschaften, denen das eigentlich gar nicht liegt.

Am Tropf der Industrie

Immer mehr Ingenieure landen anschließend in Bereichen wie CAD-Konstruktion, die von Auslagerung bedroht sind, in Jobs, die nicht mehr bei Produzenten direkt, sondern Personaldienstleistern sind, die am Tropf der Industrie hängen (was Jobsicherheit höchst volatil macht, auch wenn hier das Süddeutsche-Programm „grünes Licht“ gibt; es bezieht sich indes allgemein auf Ingenieur und betrachtet nicht einzelne Felder). Was vielen anfangs nicht bewusst ist, dass sie mit einem Studium oft auch gleich eine Branche und deren Werte und Globalisierungsstatus mitstudieren. So landet zum Beispiel der Elektroingenieur, ohne es vorher zu wissen, in einer arbeitsteiligen, eher konservativ-hierarchisch geprägtem Umfeld, das sich etwa von der viel dynamischeren Softwarebranche (Stichwort „teal“) radikal unterscheidet.

Der deutsche Experte hat ausgedient

Die Lösung? Wir müssen unbedingt weg vom Gedanken einer sich stetig aufbauenden Karriere hin zum Mosaikgedankenkarriere der Lynda Gratton („The Shift“). Bewerber müssen endlich verstehen, dass es sein kann, dass sie gestern 70.000 im Jahr, heute gar nichts und morgen 30.0000 EUR verdienen können und sich vom Gedanken des stetigen Zuwachses verabschieden und an eine Kurve gewöhnen. Wir müssen die Karriereplanung auch ändern. Es geht mehr und mehr um Methodenkenntnisse und menschliche Fähigkeiten.

Deutsche Firmen müssen ihre begrenzte Sicht auf Fachlichkeit aufgeben und amerikanischer werden, also auch jenen eine Chance geben, die etwas Neues suchen und nicht immer mehr vom Gleichen. Der Staat sollte erkennen, dass Weiterbildung lebenslanges Gut ist und endlich nicht mehr Arbeitslosigkeit versichern, sondern Bildung. Und zuletzt: Aus Berufsberatern sollten Bildungsberater werden, denn die Suche nach einem Beruf ist auch Kopfsache. Wer anfängt nach Bildung zu suchen, trifft andere Entscheidungen.

Womit wir dann auch beim Anfang meiner Kolumne wären und damit bei denjenigen, die ein Studium für alle fordern. Wie wär´s ersatzweise mit einer Bildungsversicherung? Bildung sollte nicht eingeimpft werden in zweit-und drittklassigen Turbo-Studiengängen am Lebensanfang, sondern immer wieder aufgefrischt werden. In einem Arbeitsleben, das 40, 50 Jahre dauert, ist dazu Zeit genug.

Und kommen Sie mir bitte nicht mit Arbeitgebern, die „Akademiker“ suchen. Sie suchen nicht wirklich Akademiker, sie suchen Lösungen für ihre Probleme. Und Bachelorabsolventen, die weder gute Arbeit machen noch mit dem Inhalt ihrer Arbeit zufrieden sind, lösen diese Probleme, wie man an der aktuellen Studie sieht, ja auch nicht.

Zu diesem Text passt mein Buch Karriere mit System.

Svenja Hofert ist Management- und Karriereberaterin. Mit ihren beiden Unternehmen entwickelt sie Menschen, Teams und Organisationen. Der Schwerpunkt von Hofert Tätigkeit liegt in der Ausbildung sowie im Coaching und der entwicklungsbezogenen Beratung von Führungskräften, Teams und Unternehmen. Hofert hat ab 2000 das Büro „Karriere und Entwicklung“ in Hamburg aufgebaut und unter anderem ein Startup-Portal etabliert, bevor sie 2015 die Teamworks GTQ Gesellschaft für Teamentwicklung und Qualifizierung GmbH mit Thorsten Visual gründete. Hofert lebt in der Nähe von Hamburg und etwa ein Drittel des Jahres in Marbella, Spanien. Im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte hat die gebürtige Kölnerin über 30 Bücher geschrieben, darunter immer wieder Longseller und Standardwerke, die bis zu acht Auflagen erreichten. Standen zunächst die Themen Karriere und Beruf im Mittelpunkt, erweiterte sie ihren Blick ab 2004 zu Gründung, Management und Unternehmensführung, um schließlich ab 2009 auch Teams und die neue Arbeitswelt in den Fokus zu nehmen. Der rote Faden blieb die Verknüpfung von betriebswirtschaftlichen, philosophischen und psychologischen Perspektiven – und ein Fokus-Thema: Die Entwicklung von Menschen, Gruppen, Organisationen. Buchung |

47 Kommentare

  1. Kai G. Werzner 29. April 2015 at 09:33 - Antwort

    Wau …. werte Frau Hoffert,
    ich bin geplättet sehr gute Analyse. Viele einfache Schritte könnten viele Situationen entgrampfen aber der Staat wünscht dies nicht! Ich möchte hier nicht einmal auf das Aus-Bildungssystem eingehen sonder eher den Fokus auf Arbeitslosigkeit und die möglichkeit der eigenständigen Weiterbildung. Dies wird konsequent ausgeschlossen. Z.B. darf nicht studieren wer Hartz IV bekommt. Wäre es denn nicht Sinnvoll diese erzwungene Freizeit effektiv nutzen zu dürfen, um seinen Wissensstand aufzupollieren oder um interessanteThemenfelder sich zu bereichern. Nein dies ist nicht möglich! Die Arbeitslosen müssen unter Kontrolle gehalten werden und dürfen nur das lernen was wir Ihnen genehmigen, da wir Ihnen ja die eigenständigen Finanzierungsmöglichkeiten von Weiterbildung nahmen. Wie die staatliche Weiterqualifikation bei Hartz IV aussiehtund auf welchem Niveau ist hinreichend bekannt. Ich möchte hier mal keine Extreme aufzeigen welche ich auch kenne, wie wandern an der Alster oder spazieren gehen mit Lamas nicht zu vergessen die unsäglichen Bewerbungstrainings oder Berufstrainings, die eine Abwärtsspirale in die Depression erst fördern. Ich möchte mal aus einer aktuellen Situation berichten. Lustigerweise ein Lehrgang zum Personalentwickler. Die Kursinhalte waren nicht schlecht gewählt. Die Dozenten hingegen waren von „allererster Güte“. Ich möchte keine Dozentenschelte betreiben alles ehrbare Berufe. Aber für das unterrichten großer Themenbereiche braucht es etwas mehr als nur das Fachwissen sondern auch pädagogisches und didaktisches Geschick. Da unterichten IHK-Kaufleute mit AEVO mal Lustig und Flockig einen Kurs von 20 Akademikern was Betriebswirtschaftlehre den nun sei. Ganz ehrlich die AEVO ist nicht unbedingt die Lehrbefähigung sondern nur eine Ausbildereignung. Dieser ganze Lehrgang bei einem nicht so bekannten Bildungsträger und ohnen IHK-Abschluß kostete 10.000,- Euro. Gut investiertes Geld, da man ja für einige Monate mich aus der Statistik hatte. Für das gleiche Geld hätte ich einen berufsbegleitenden MBA-Abschluß haben können. Wertzuschreibungen sind in Deutschland ja gar so wichtig und eigenständiges Einarbeiten in ein Thema ohne einen anerkannten Qualifikationsnachweis geht nicht erst recht nicht bei Hartz IVern.
    Und ja deutsche Firmen lieben geradlinige Lebensläufe – ja keine Brüche, der rote Faden muß sichtbar sein natürlich mit der richten Branchenerfahrung, und um Gottes Willen keine Handwerker die Geisteswissenschaften studieren, oder IHK-Kaufleute die Sozialwissenschaften studieren.
    Lebenslanges lernen Ja das ist schon Sinnvoll!
    Aber wir wissen doch ganz genau das wir die Arbeitslosen und Hartzer ganz dringend brauchen vor allem auch die Hochqualifizierten. Zum einen um die Löhne unten halten zu können und um anderer Seits viele Stellen über die Sozialsystem finanzieren zu können. Man kann davon ausgehen das jeder Arbeitslose für die Jobsicherheit einer anderen Person sorgt. Es gibt ca 4 Millionen Arbeitslose die für Jobsicherheit der Mitarbeiter bei den Agenturen und Jobcentern, sowie bei den Bildungsträgern und in den juristischen Berufen sorgen. Nein wir müssen einsehen Arbeitslose sind für unsere Industrie und unseren Staat überlebensnotwendig, die dürfen wir nur so bilden, daß Sie unter hoheitlicher kontrolle auch bleiben. Das ist ganz wichtig!
    Für mich stellt sich manchmal schon die Fragen oder wird immer häufiger auch an mich herangetragen: warum lernst du immer noch dazu – wo willst du das denn überhaupt anwenden – je mehr du dich fort und weiterbildest des so geringer sind deine Jobchancen. Dies bestätigt auch meine Erfahrung bei der IHK Beratungsstellen für Weiterqualifikationen. Hier sagte mir doch der Berater klar ins Gesicht: auch wenn Sie diese Qualifikationen erfolgreich abschließen werden sie in dieser Region keinen Job bekommen. Mit diesem Lebenslauf nein Sie sind Überqualifiziert! Intrinsisches Lernen wird nicht anerkannt – strategisches Lernen lohnt sich nicht ohne das entsprechende Vitamin B, da sowieso keine Jobs vorhanden sind und der Fachkräftemangel ja auf unbestimmte Zeit grad mal wieder verschoben wurde. Ebenso ist der bunte Blumenstraus an Qualifikation und Erfahrung der Todesstoß für den Lebenslauf, welchen schon der Praktikant, wenn nicht gar schon das SAP-Bewerbersystem, hat gründlich solche Lebensläufe vor- und erfolgreich aussortiert.
    Bildung und Ausbildung im (deutschen) Kapitalismus ist sehr Zielorientiert wir Prof Huisken hier aufzeigt: http://bit.ly/1pWK9Ch
    .
    Mit freundlichen Grüße
    K.G.Werzner

    • Svenja Hofert 29. April 2015 at 10:30 - Antwort

      Hallo Herr Werzner, danke für den Beitrag. Was die Dozenten betrifft, ist das Problem, dass diesen Job vorwiegend Leute machen, die in ihrer Selbstständigkeit keine Alternative im besser bezahlten Bereich haben oder sehen. Dass diesen Dozenten so wenig bezahlt wird, zeigt den Wert, den man dieser Tätigkeit zuschreibt. Die Bildungsträger haben oft gar nicht großartig die Wahl. Dass auf nicht-akademisches Personal gesetzt wird, hängt damit indirekt zusammen. Wobei ein Schein, siehe mein Text, auch keine Versicherung ist, dass jemand sich auskennt UND schon gar nicht didaktisch fähig ist. LG Svenja Hofert

    • Scribonia Livia 6. Mai 2015 at 13:06 - Antwort

      Hallo Herr Werzner,

      ich bin auch Jemand, die sich wie Seneca so schön formulierte, sich um lebenslanges Lernen bemüht. So habe ich mit 50 Jahren nochmals ein BA Studium begonnen und absolviert.
      Man kann mit Hartz IV sehr wohl studieren, aber in Teilzeit und ein Fernstudium, dann steht man dem Arbeitsmarkt weiter zur Verfügung. Hat man Glück, bezahlt es die Arbeitsagentur. Zur Zeit nehme ich an Kursen Teil, die sehr zahlreich von MOOC angeboten werden, alle auf Universitätsniveau, kostenlos und selbstbestimmt. Wo ein Wille ist ist auch ein Weg.

      Herzlichst S.L.

  2. Eva Reichmann 29. April 2015 at 16:08 - Antwort

    Das ist grundlegend mehr falsch. Das Ganze hat noch weitere Auswirkungen, die man mit Blick nur auf den Arbeitsmarkt nicht sieht: eine steigende Anzahl von Studierenden ist wegen des Akademiker-Hypes heute nur noch extrinsisch motiviert („ich krieg ein Papier mit einem akademischen Titel/Abschluss – und damit hoffentlich auch irgendeinen Job“) und betrachtet Studium nur noch als eine Abfolge von zu bestehenden Klausuren. Das wiederum wirkt sich auf die Lehre aus – wir beraten und trainieren zahlreiche hochmotivierte Universitätslehrende, die sich lerner- und kompetenzorientierte didaktische Vorgehensweisen aneignen und dann damit konfrontiert werden, dass die einzige Frage der Studierenden lautet „Ist das klausurrelevant?“ – Während das System Hochschule gerade versucht, durch den Qualitätspakt Lehre die Hochschulausbildung methodisch zu verbessern steht auf der anderen Seite eine immer größere Zahl von Studierenden, die ein Studium nur als Mittel zum Zweck sehen. – Das Gefühl, ohne Studium keine Karriere machen zu können oder nur ein halber Mensch zu sein, wird jedoch von den Eltern geschürt, die schon in der Grundschule in Panik verfallen, dass das Kind später „keine Chancen“ hat.
    Also: nicht nur Bologna-oder Hochschul-Bashing betreiben – sondern das Grundproblem an der Wurzel packen, in dem Berufsfelder für die man keinen akademischen Abschluss braucht wieder inhaltlich und gesellschaftlich aufgewertet werden. (Was zugleich bedeutet, dass man nicht an deren Abschaffung durch „Industrie 0.4“ arbeiten sollte … solange kein Konzept für das Leben einer Gesellschaft mit zuviel Menschen und zu wenig attraktiver Arbeit besteht, denn darauf steuern wir hin, wenn alles technisiert und mechanisiert wird.)

    • Svenja Hofert 29. April 2015 at 16:29 - Antwort

      danke, Frau Reichmann, absolut richtig. Ich frage mich auch, wo in der Industrie 4.0 die Arbeitsfelder für Leute bleiben, die keine Roboter bedienen wollen… und Ihr Studium in bare Münze zu verwandeln streben. Ist nicht nur der Bachelor, stimmt, aber die damit verbundene Verschulung ist schon ein wichtiger Aspekt.LG SH

  3. Burkhard May 29. April 2015 at 18:54 - Antwort

    Hallo Frau Hofert,

    danke, schöner Artikel. Erfrischend ungeschminkt und 100% kompatibel mit meiner HR-Erfahrung.

    Was mir schon seit Jahren sauer aufstößt ist der Eindruck, dass wir nicht nur zunehmende Zahlen an akademisierten Nicht-Akademikern haben, sondern zunehmend auch der qualifizierte und vor allem kompetente Sachbearbeitungsbereich den Bach runter geht.

    In den letzten Jahren war es oft schwerer eine anspruchsvolle Assistenzstelle zu besetzten als so manche Ingenieursposition. Eben weil kaum noch junge Menschen eine Ausbildung zum Büro- oder Industriekaufmann aus Begeisterung machen. Viel häufiger ist sowas die B-Lösung statt Studium, oder eine Überbrückung. Mehr nicht. Leistungsträger in der Sachbearbeitung entstehen anders. Und ja, die gibt es.

    Ich kenne kaum ein Unternehmen das in seinem Kern nicht von quirligen, praktisch denkenden, nicht-akademischen Organisationstalenten zusammengehalten würde. Die Lücke werden gefrustete BWLer – die sich um ihre Karriere betrogen fühlen – ebenso wenig füllen, wie Computer.

    Schade eigentlich….

    Beste Grüße!

    • Svenja Hofert 29. April 2015 at 21:53 - Antwort

      Hallo Herr May, oh ja, das Sachbearbeiterproblem. Höre (lese) ich diese Woche schon das 3. Mal. Das ist offensichtlich ein ganz großes Thema. Aus meiner Warte: Will keiner sein, Assistenz ist „bäh“, aber Sachbearbeiter noch mehr. Ich denke auch manch einer der neuen Akademiker wäre hier gut aufgehoben, müsste aber ordentlich geschult werden… LG Svenja Hofert

  4. der große Zampano 29. April 2015 at 22:28 - Antwort

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    leider ist es so, dass ein Studium eine der wenigen Letzten Chancen auf eine (wenn auch vielleicht kleine) Karriere und somit adäquate Bezahlung ist. Es ist nicht nur ein Gefühl, sonder trifft meiner Meinung nach den Kern wenn ich sage… Handwerk hat einfach keinen goldenen Boden mehr. Systematisches Lohndumping, Leiharbeit, Mehrarbeit ohne Bezahlung, schlechte Behandlung der Arbeiter etc. haben dazu geführt. Was hat ein Facharbeiter denn von seiner Ausbildung? Das kann ich gern verdeutlichen. Anstatt Mindestlohn gibt es nach 3 ½ Jahren Ausbildung dann z.B. 9,20eu/brutto (Tatsachen laut mehrerer Stellenausschreibungen und eigener Erfahrung). Das sind bei 160 Stunden 1470eu/brutto. Natürlich ist die Arbeitsstätte nur mit dem KFZ erreichbar. Wer soll mit Lohnsteuerklasse 1 davon leben können? Nein danke. Da ist es nur logisch und zwangsläufig, dass die jungen Menschen vor diesem Schicksal an die Unis und Fh´s fliehen. Oder…. Warum sollte ein Jugendlicher überhaupt noch eine Ausbildung machen? Leistung und Bildung wird auch aus eigener Erfahrung heraus systematisch im hiesigen Arbeitsleben bestraft. Es geht nur um das abarbeiten gestellter Aufgaben. Jeglicher Blick über den Tellerrand hinaus, wird hart bestraft. Damit es nicht dazu kommt wurden, z.B. in meiner ehemaligen Berufsschulklasse die Besten systematisch von ihren Ausbildungsbetrieben in die Arbeitslosigkeit „gedrückt“, denn ihre Leistungen und deren Bildung stellten eine systematische Bedrohung für die Hierarchien der zukünftigen Arbeitgeber dar. Ich kann es auch verstehen, dass ein Großteil der Jugendlichen gar keinen Bock mehr hat sich überhaupt systematisch von den Unternehmern vera**chen zu lassen. Ich verteidige nicht unbedingt die Art (teilweise Lernverweigerung, Drogen- und Alkoholkonsum etc.) der Arbeitsverweigerung, aber meiner Meinung nach ist der jetzige Zustand ein kausales Ergebnis von dem, was die Unternehmer, ihre Verbände und deren Lobbypolitik bzw. die Politik an sich seit Jahren säen. „If you pay peanuts, you get monkeys“.

    Bezüglich der aktuellen Kritik am Bachelor wundert mich etwas. Genau das System, welches nun eingefordert wird (Berufspraxis etc.) hatten wir doch. Das waren die Berufsakademien und Fachhochschulen. Wer dagegen von Universitätsabsolventen eine „Berufsausbildung“ erwartet (wie scheinbar viele Unternehmer) hat einfach nicht verstanden wozu Universitäten da sind. Sie sind Horte der Bildung, der Wissenschaft, des humboldtschen Bildungsverständnisses etc. und nicht des Fachidiotentums wie ständig aktuell gefordert. Wie Frau Hofert auch feststellt, ist ein Studium neben allen fachlichen Dingen ein Ort der individuellen Persönlichkeitsbildung. Wenn ich aber sehe, was z.B. aus den „alten“ Studiengängen (ich bin stolzer Magister) durch Bologna geworden ist, so überkommt mich das blanke Grauen. Kaum individuellen Entwicklungen und Spezialisierungen mehr, sondern nur ein durchschleifen nach „Norm“ und Schema F. Kein Wunder, dass der Bachelor kein positives Echo findet. Meiner Meinung nach reicht der Umfang auch nicht aus, um überhaupt belastbare und relevante Fähigkeiten und Kenntnisse zu vermitteln.

    Die Erfahrungen von Herrn Werzner kann ich darüber hinaus nachvollziehen. Da kann es schon sein, dass ein „Ausbilderschein“ ganz schnell mehr wert und viel besser ist als ein Universitätsstudium, Weiterbildungen, Zertifikate, Arbeitserfahrungen und eine Ausbildung zusammen. Was die Ausbildereignung bedeutet, dass habe ich in meiner Ausbildung bei den Lehrgesellen feststellen dürfen. Einhacken auf die Azubis, welche besser als der Durchschnitt waren, mehr nicht. Die „Klugscheißer“ machen nämlich nur Probleme. Darüber hinaus ersetzt lediglich die Vermittlung von Fachwissen (Ausbildung) keine Bildung, obwohl dieser Anspruch öffentllich verrtreten wird (charakterliche Bildung der Azubis). An dieser Stelle mangelt es meiner Erfahrung nach ganz gewaltig in der „handwerklichen Praxis“. Wie Herr Werzner so treffend ausdrückte. Nur der Zweck ist wichtig. Daher auch der alltägliche Hass auf die Geisteswissenschaften, denn sie vermitteln, richtig gelehrt, Bildung und machen den Menschen mündig. Das ist aber in der Arbeitswelt nicht gewünscht. Der Chef hat eben recht, auch wenn es bei ihm nur für 10 Jahre Schule und 6 Klassen reichte. Es werden oft lediglich Sündenböcke gesucht und die Ursachen bleiben oftmals unberührt. Die Gutsherrenstrukturen in so manchem (mehrere eigene Erfahrungen) KMU lassen nicht anderes zu. Oft wird auch der Begriff Marktwirtschaft (höhere Preise für mangelndes Gut, z.B. Arbeit bei sog. Fachkräftemangel) nicht kapiert. Wobei scheinbar generell nur Marktwirtschaft herrscht, wenn es „den selbsternannten Herren“ nützt. Ein Arbeitsvertrag ist eben so kein „martktwirtschaftliches einkaufen“ einer Arbeitsleistung, sondern ein schriftliches „Betteleingeständnis“ des Arbeitsnehmersklaven.

    …und was die Auswirkungen eines bunten Blumenstraußes voller Qualifikationen betrifft, so kann ich Herrn Werzner nur zustimmen. Ich würde aber noch weiter gehen. Eine „Normale Ausbildung“, egal ob nun im angeblich gefragten technischen Bereich, besser als 2,5 abgeschlossen ist anscheinend fast eine Garantie für Arbeitslosigkeit in diesem Lande.

    Weiter gehende „Tugenden“, wie auch Herr Werzner erwähnt, wie z.B. Grundkompetenzen eines jeden Uniabsolventen (so war es mal) z.B. eigenes aufarbeiten auch schwierigster fachfremder Themenbereiche, analytische und konzeptionelle Fähigkeiten, logisches Denken, besondere organisatorische Fähigkeiten etc. etc. sind nicht mehr gefragt. Wieso neue Lösungen erarbeiten, wenn der Rubel auch so rollt? Hauptsache oben beim „Wasserkopf“ kommt das Geld an und die Anteile können regelmäßig abgeschöpft werden. Mehr ist nicht von Interesse. Potentielle Geistesblitze, insbesondere von sog. Quereinsteigern, stören hier nur.

    Abschließend bleibt mir nach über 160 Bewerbungen nur, festzustellen, dass wir in einem sehr bildungsfeindlichen Land leben, welches um das goldene Kalb des Fachidiotentums tanzt.

    Abitur, Uniabschluss (Abschluss gut), Ausbildung (Abschluss sehr gut), zertifizierte Weiterbildungen, 4 Sprachen, Sprachzertifikate, Arbeitserfahrung etc. etc. ….Achtung Sarkasmus: danke deutscher Arbeitsmarkt

    • el nombre 5. Mai 2015 at 00:14 - Antwort

      „Abschließend bleibt mir nach über 160 Bewerbungen nur, festzustellen, dass wir in einem sehr bildungsfeindlichen Land leben, welches um das goldene Kalb des Fachidiotentums tanzt.“

      Genau so ist es.
      Dabei tönt es aus der Politik doch „Bildung und Leistung muss sich lohnen“ (ebenso wie „Die Rente ist sicher“) – lol

    • Siemes 20. Februar 2016 at 21:30 - Antwort

      Auch wenn ich als Sozialwissenschaftlerin mit kaufmännischer Ausbildung schmunzeln musste, entspricht das genau meinen Erfahrungen. Quer- und Mitdenker werden nicht gesucht – im schlimmsten Fall rausgemobt. Und dann hört man dieses Geplärre vom Facharbeitermangel. Da wird einem doch nur noch übel.

  5. Markus Oberender 30. April 2015 at 07:59 - Antwort

    Wenn man den Menschen die Wahl lässt zwischen verschiedenen Schulformen und verschiedenen Formen beruflicher Bildung, dann ist es für mich nur logisch, dass mit der Zeit „Ungleichgewichte“ entstehen.

    Ich meine, wer geht denn freiwillig auf die Realschule, wenn er auch auf das Gymnasium gehen könnte? Welcher Betrieb stellt freiwillig einen Fünfzehnjährigen Hauptschüler ein, wenn er auch einen Sechzehnjährigen Realschüler oder gar einen Achtzehnjährigen Abiturienten für eine Ausbildung gewinnen kann? Wir leben alle in einem Konkurrenzsystem und wählen doch nicht die weniger hoch angesehene Alternative. Dass mittlerweile sehr viele ein Studium wählen, obwohl es gar nicht deren Neigung entspricht, wundert mich nicht.

    Dass wir mehrere parallele Bildungswege haben, das ist das eigentliche Problem! Ich finde, dass es nur eine Schulform für alle Schüler bis 18 Jahren geben sollte, die man mit verschiedenen Schwerpunkten abschließen können sollte. Die Lehrer könnten zur Differenzierung auch das Notenspektrum besser ausreizen.

    Und in der beruflichen Bildung sollte es auch nur einen „Weg“ geben. Eine straffe Vermittlung fachlicher und methodischer Grundlagen im Bachelor ist doch völlig in Ordnung. Ein vertieftes Studium kann im Master angeboten werden.

    • der große Zampano 30. April 2015 at 09:41 - Antwort

      Sehr geehrter Herr Oberender,

      bezüglich Ihres Argumentes eines vertieften Studiums „lediglich“ im Master habe ich eine andere Meinung.

      Als Magisterabsolvent kann ich bestätigen, dass ich trotz vertiefender Beschäftigung mit den Studieninhalten und beginnender Spezialisierung auch im Grundstudium die fachlichen und methodischen Grundlagen erworben habe. Dafür gab es ja die zwingend zu erbringenden Prüfungsvorleistungen. Meiner Meinung nach bedarf es keiner verschulten Zwangsmaßnahmen, wie sie teilweise um Bachelor eingesetzt haben. Durch den hohen Verschulungsgrad werden dann auch ganz schnell aus herausfordernden Hausarbeiten „einfache“ Ankreuztests.

      Es sollte bereits, wie im „alten“ Uni-System ab dem ersten Tag die persönliche Spezialisierung gefördert werden, denn nur so werden gebildete und vor allem hoch motivierte Menschen aus einem Studium „entlassen“.

      Was die Fachhochschule bzw. Berufsakademie betrifft, so war die „straffe Vermittlung laut Lehrplan“ doch „früher“ an der Tagesordnung. Das alles noch kombiniert mit Praxiseinheiten. Dies hat den Unternehmern aber scheinbar nicht gereicht.

      Andererseits gibt es dann aber auch teilweise gravierende Unterschiede zwischen den Absolventen der verschiedenen Weiterbildungsformen. Nicht unbedingt zum Vorteil der verschulten Formen.

      Es wird auch immer wieder vergessen, dass die verschiedenen „Ausbildungsformen“ andere Bildungsideale „symbolisieren“. Eine Ausbildung für alle produziert nur Einheitsbrei, da man auf diesem Weg nie den individuellen Bedürfnissen der einzelnen Menschen gerecht werden kann.

      Es würde ausreichen, in Orientierung am alten System, die Qualität der Ausbildung allgemein zu verbessern und vielleicht einmal ordentliche Löhne zu zahlen. Dann verschiebt sich auch der Fokus des „früher Nichtstudenten“ wieder in Richtung Ausbildung.

      Wenn ich aber sehe, wie z.B. in „meinem“ Bundesland die Schulbildung systematisch zerstört wird, dann hab ich da wenig Hoffnung. Es hilft nicht sog. angeblich nutzlose Fächer (Was ist das überhaupt?) zu kürzen oder einzustampfen, sondern es muss eine breite Bildungsplattform für alle entsprechend ihres Leistungsniveaus (inkl. Förderung) geboten werden.

    • Svenja Hofert 30. April 2015 at 13:59 - Antwort

      Hallo Herr Oberender, über die Schule könnte man sich sicher noch mal ganz anders streiten. Längere gemeinsame Zeit fände ich gut. Aber das mit der straffen Vermittlung sehe ich genau nicht so. Die Frage ist doch, wozu wir studieren: um Futter für den Arbeitsmarkt zu produzieren oder mit einem Bildungsideal im Kopf (es muss nicht nur Humboldt sein). Und ich sehe: Mit straffer Vermittlung erreicht man weder das eine noch das andere, sondern nur Fast-Food-Lernen ohne nachhaltigen Effekt auf persönliche Skills.
      LG Svenja Hofert

  6. marksum 1. Mai 2015 at 00:00 - Antwort

    Hallo Frau Hofert,

    ich bin aktuell (leider) Wirtschaftsabsolvent und befinde mich im (leider) Bachelor.
    Warum habe ich das Ganze überhaupt gemacht?

    Ich wollte unbedingt Lehrer werden, da ich auch schon gescheitert und wieder aufgestanden bin und ich das Wissen und die Motivation, die ich hatte, weitergeben wollte.

    Dank der Universität und diesem Wahnsinn in unserer Gesellschaft, habe ich die Motivation für das Studium schnell verloren und wollte und will es nach wie vor abbrechen. Ich tue das nicht, weil auch hier wieder unzählige Stellen und Bekannte gesagt haben „das sieht schlecht für den Lebenslauf aus“ „ein Bachelor ist auch ein Abschluss“ etc.

    Ich finde: Der Bachelor ist kein Abschluss und schon gar kein akademischer Abschluss! Ja, das Niveau ist tief (nur permanentes auswendiglernen und wenig Tiefe), dennoch ist es sauschwer (Wort für Wort wird in dämlichen „Ankreuztests“ abgeprüft, was für Gedächtnisweltmeister sicherlich leicht ist, aber nicht für die Leute, die noch mit dem „verstehen“ lernen und nicht alles auswendig wie Roboter aufsagen können).

    Dementsprechend fühle ich mich von der Universität und von der Gesellschaft ziemlich „verar…“, um es mal hart zu formulieren.

    Ich gebe mein Bestes, habe ein klares Ziel, will was für die Gesellschaft tun, bin politisch aktiv (was ja angeblich die Jugend nicht mehr macht), erweitere meinen Horizont und und und…

    Nur die Unternehmen auf diesen ach so tollen Messen hier in der Stadt an der Uni sagen mir als 26-Jährigen ausgebildeten (hab eine gemacht nach der Realschule) 3. Semester, ich sei noch viel zu früh dran, um ein Praktikum zu machen, weil das nur was für 6. Semestler sei.
    Das ist doch die reine Schikane aus meiner Sicht.

    Dann gibt es noch zu Hauf Professoren (namhafte BWL-Professoren in Deutschland!!!) und Dozenten, die in JEDER Vorlesung stolz verkünden „Akademiker haben nur 2 % Arbeitslosigkeit“ etc.
    Ich glaube dem Käse nicht, da die ganzen Geisteswissenschaftler und auch andere es ziemlich schwer haben einen Job zu finden und wenn, dann machen sie wie bald wohl jeder in diesem Land irgendeinen Billigjob oder gar 3 Jobs, wie es auch bald wohl „normal“ an der Tagesordnung stehen wird, um die teure Miete (hier kostet eine 2-Zimmer-Wohnung über 1000 €!) überhaupt noch bezahlen zu können.

    Aber um beim Punkt zu bleiben:
    Ich würde gerne mit meinem bunten Lebenslauf arbeiten und hab auch – im Gegensatz zu den ganzen Prada-BWL-Jubelpersern – realistische Gehaltsvorstellungen (ich brauche hier im Monaco Deutschlands einfach 2000 € netto als Einstiegsgehalt, hatte nach der Ausbildung als Versicherungsazubi 1300 € verdient ohne sichtbare Gehaltserhöhung innerhalb der 5 Jahre seitdem). Die gehen nämlich vom 60.000 € im Jahr aus, na klar. Da kommt der Osterhase und der Weihnachtsmann und bringt die Kohle im Koffer oder im Sack vorbei. Da muss man schon lachen, wenn es nicht so traurig wäre.

    Insgesamt bin ich auch einer, der zu erfahren ist, um an die Kindergartenuni zu gehen (ja, es sitzen 17-Jährige in der Uni, die sehr peinlich überheblich und was nicht alles sind).

    Leider bekomme ich auf meinen Bewerbungen aber nur Absagen oder noch schlimmer, gar keine Antwort!
    Ich habe ein Abitur von 2,1, eine Ausbildung, einen Bachelorschnitt von 2,6 aktuell und da liegt der Hase im Pfeffer. Bachelor und 2,6. Nicht zu gebrauchener Abschluss und schlechte Note.
    Note, Note über alles könnte es lauten hierzulande. Wenn man eben nicht 100 % das jeweilige Skript auswendig lernt, dann bekommt man keine Topnote.
    Ich finde das affig und verdummend, aber ich fahre auch keine Topnoten ein.

    Daher finde ich, das Studium ist sauschwer. Aber es hat kein Niveau! Und das demotiviert mich. So sehr, dass ich aus diesem Land (ja, gehts uns denn nicht so gut??) auswandern möchte, obwohl ich eben nach schweren familiären Tragödien sehr auf Familiennähe Acht gebe.

    Mein Fazit daher: In diesem Land komme ich mich irgendwie veräppelt vor als Student. Das Studium hat kein Niveau, es ist aber schwerer geworden als früher (das sagen die Älteren, die hier ein Studium belegen schon selbst!). Das liegt am stupiden Auswendig lernen. Mitschuld haben die Professoren, die sich keine Mühe geben zu einem großen Teil und nach der Wirtschaft trachten. Meine Zukunftschance sehe ich im Moment daher als katastrophal an. Mein Ziel hab ich schon lange aufgegeben, man quält sich durch die Studienzeit und hofft, noch was anderes machen zu können.

    Ich will hier keine repräsentative Meinung darstellen. Es ist aber meine Meinung und mein Erlebnis. Ich bitte daher, nicht draufzuhauen.

    Besten Dank und herzlichen Gruß,
    Markus

    • Svenja Hofert 2. Mai 2015 at 13:57 - Antwort

      Hallo Markus, in meinem Blog haut niemand drauf, der würde direkt gesperrt 😉 Sie schildern nur, wie es vielen geht. Ich kann das mit dem Auswendiglernen 100% nachempfinden, da ich nicht nur mein Studium aus alter Zeit sondern auch eines aus aktueller erlebt habe – samt des Unterschieds in der Beurteilung von Seminararbeiten/Klausuren. Zudem sehe ich es bei meinem Sohn. Dieses Checklisten-Benoten kommt mit Pseudogerechtigkeit daher – und bewirkt nur eins: Man bemüht sich um Noten, aber nicht um Inhalte. Auswendiglernen kann keine Lösung sein. 2% Akademikerarbeitslosigkeit ist dann ein Gerücht, wenn Akademiker Boxspringbetten in Möbelhäusern verkaufen… Trotzdem lassen Sie sich nicht entmutigen, suchen Sie z.B. nach Aussteigern aus der Karrieremühle, die eigene Firmen gegründet haben. Da gibt es eine Menge, die ticken anders. liebe Grüße Svenja Hofert

      • Dennis Vogt 25. Februar 2016 at 13:04 - Antwort

        Hallo Frau Hofert, hallo Markus,

        zunächst vielen Dank für Ihre Antworten. Ich denke das Problem liegt hier etwas tiefer begraben. Gerade an Universitäten ist es aus meiner persönlichen Erfahrung so, dass man Studierende insbesondere auf eine wissenschaftliche Laufbahn vorbereiten soll. Hier muss man die besonderen Umstände betrachten, die auf einen angehenden Wissenschaftler zukommen: Insbesondere Stellenknappheit und geringerer Verdienst als in der Wirtschaft. Wissenschaft erhält von der Gesellschaft begrenzte Mittel, um die dortigen Arbeitsplätze halten zu können. Um die Stellen- und Mittelknappheit wissen die Verantwortlichen für Lehre, also die Professoren und Dozenten natürlich sehr gut bescheid. Das ist auch ein Grund, warum ein Studium als harte Willens- und Charakterprüfung den Angestellten einer Universität nur in die Hände spielt. Warum durch gute Lehre gute Konkurrenz züchten? Womöglich noch Konkurrenz die besser sein wird als man selbst und einem dann in 3-4 Jahren den ohnehin wackeligen Arbeitsplatz streitig macht? Hat man dann diese Charakterprüfung nach langer Zeit und ohne wirkliches Geld zu verdienen abgelegt, darf man, wenn man dann Systemkonform genug denkt, auf einen Platz im akademischen Betrieb hoffen.

        Das ist zumindest ein Grund, warum Lehrende an Universitäten wenig bis gar keine Anreize haben sich um gute Lehre zu bemühen. Wenn man genauer über die Strukturen in der Wissenschaft nachdenkt, wird man denke ich weitere Gründe finden. Dagegen hilft auch kein oberflächliches „die Lehre evaluieren“ wie es heute an Universitäten gerne gemacht wird. Das Problem steckt da eher in der Organisation des Job- und Sozialsystems Wissenschaft.

        Dass Studierende an einer Universität eher wissenschaftlich erzogen werden sollen, erklärt dann auch ein Stück weit die Problematik im Kontrast zwischen Studium und Berufswelt. In den beiden Welten herrschen andere Anforderungen und Zielvorgaben. Während im Studium gerade insbesondere Wissen (know-that) insbesondere in wissenschaftlicher Sprache honoriert wird, kommt es in der Berufswelt viel mehr auf das Können (know-how) an (ich kann mir ehrlich gesagt nicht wirklich vorstellen, dass dieser Umstand auch vor Bologna jemals anders gewesen sein soll).

        Frau Hofert, Sie schreiben:

        „Trotzdem lassen Sie sich nicht entmutigen, suchen Sie z.B. nach Aussteigern aus der Karrieremühle, die eigene Firmen gegründet haben. “

        Mache ich denn eigentlich nicht auch irgendwie Karriere, wenn ich unternehmerisch tätig bin und eigene Firmen gründe?

        Liebe Grüße

    • Eugen Kloster 24. Mai 2015 at 16:59 - Antwort

      Hallo Markus ! Deine Erfahrung hat mich beeindruckt. Glaub mir, Du bist nicht allein! Gestern habe ich noch eine Absage bekommen, trotzt all meinen Fleiß, guten Noten, Erfahrung ect. Im Lande läuft vieles schief.

      Ich bin auf d.Suche nach Leuten mit denen ich gemeinsam was aufbauen möchte. ( ein paar Ideen habe ich bereits)

      Es wäre nicht schlecht Kontakt mit Dir aufzunehmen !! Melde Dich, wird mich freuen !! (eu-kloster@t-online.de)

      Und kämpfe weite auf alle Fälle !!! Nicht aufgeben !!!

      P.S. Gestern habe ein Brief an den Ministerpräsidenten geschickt !!
      Die sind dafür da und nicht „Ich“ für die.

      Freundliche Grüße
      Eugen Kloster

  7. Thomas Deilerhang 1. Mai 2015 at 10:05 - Antwort

    Hallo zusammen,
    die Problematik ist seit einiger Zeit so bekannt.
    Interessant wäre, was Sie jungen Menschen nach Ihrer beruflichen wirtschaftlichen Ausbildung raten würden.
    Denn eines ist in meiner Situation bekannt, möchte ich einen Arbeitsplatz wo ich mir neue Abläufe und ähnliches entwickeln und den AG vorstellen, wird fast IMMER ein Titel gefordert und nicht das persönliche Potenzial.

    Würde mich über Anregungen freuen.

  8. diesdas 2. Mai 2015 at 19:58 - Antwort

    BWL & Jura gehen nicht, sind beide total überlaufen. In den Ingenieurwissenschaften und der Informatik wird es in naher Zukunft auch so aussehen. Medizin ist eigentlich das perfekte Studium, aber da braucht man ein 1.0er Abi dafür. Das ist auch der Grund warum es so perfekt ist.

    Was soll man denn heute bitte noch studieren\lernen, um als junger Mensch die Aussicht auf einen Arbeitsplatz zu haben, der wenn möglich mit mehr als 8.5€ brutto pro h bezahlt wird?

    Zu dem FreyOsborne Paper:
    Hab mir die Methodik jetzt nicht genau durchgelesen, finde es jedoch komisch dass forschende Berufe wie Historiker und Ökonom eine so hohe Wahrscheinlichkeit haben, von Computern ersetzt zu werden.

    Bezüglich der intrinsichen Motivation im Studium: Man sollte es der jungen Generation nicht verübeln, wenn diese auch ohne intrinsiche Motivation studiert. Eine Ausbildung ist keine Alternative. In der Berufsschule wird einem nicht sonderlich viel beigebracht und das Gehalt nach der Ausbildung ist durch den Mindestlohn schon vorgegeben. (Wenn man denn übernomen wird) Da bietet ein Studium die anspruchsvollere Bildung\Ausbildung (je nach Fach) und es besteht zumindest eine winzige Chance auf eine solide Anstellung.

  9. Bülent Ecevit 4. Mai 2015 at 13:59 - Antwort

    Hallo liebe Frau Hofert,

    endlich mal ein Blog der mir gefällt. Ich könnte gerade die Wände hoch gehen, denn ich bin wieder mal arbeitslos. Das dritte mal. Aber nie länger als 3 Monate. Was mich zur Weißglut bringt ist meine Ohnmacht gegenüber den „Bachelor-Personalerinnen“ und noch viel mehr gegenüber dem Alltags-Rassismus. Ich habe BWL nach dem guten alten deutschen Diplom studiert und abgeschlossen, nach vielen Jahren des Arbeitens für das ebenjene Studium. Und jetzt bin ich nicht mal gut genug für ne saublöde Sachbearbeiterstelle! Mir wird unverblümt mitgeteilt, so wie bei dem größten Verkehrsdienstleister Deutschlands, dass die für die Einstellung zuständige sich jemand „flapsiges“ „nicht studiertes“ will. Obwohl alle am Gespräch beteiligten sagten, wie professionell ich bin und das sie nie Handouts von den Bewerbern bekommen haben. Also an der Qualifikation lag es bestimmt nicht. „Die“ wollen keinen mit türkischem Hintergrund. Aber im Vertrieb, ja den verdammten Vertrieb, wollen mich ALLE reinstecken. Da passe ich ja wunderbar rein. Was ich möchte ist egal. Scheiß Vertrieb. Ich könnte kotzen. Wegen des Vertriebsdrucks leben wir alle in der sog. Finanzkrise. Alle wollen verkaufen verkaufen. Niemand will kaufen. Evidenterweise führt das zum Kollaps. Und was mich noch mehr auf die Palme bringt, ist die Widersprüchlichkeit der Menschen. Wenn wir postulieren, dass alle Menschen ungern bspw. im Wartezimmer eines Arztes oder in der Schlange im Supermarkt warten, aber gleichzeitig alle Menschen ungern Streß auf der Arbeit haben wollen, dann führt das doch zum Widerspruch. Hoch lebe die Ellenbogengesellschaft. Das aktuell subjektive Emfinden ist immer das schlimmste. Das habe ich meinen Kunden immer gesagt. Danach war Ruhe. Eine andere Widersprüchlichkeit des Menschentums. ALLE Menschen wollen ehrlich, gerecht und zuverlässig bedient werden. Zu mir ist noch NIE ein Mensch gekommen der gesagt hätte, „junger Mann bitte betrüge mich“. Ergo frage ich mich wer dann so Papiere wie Lehman-Brothers und anderen Scheiß verkauft? Ein hoch auf die provisionsgetriebene Entlohnung. Das System muß notwendigerweise scheitern. Oder hätte jemand da draußen vor zig Jahren gedacht, dass man der Bank zuerst Geld geben muß um es dort zu parken? Stichwort Negativzinsen. Mich macht das alles ziemlich müde. So wie Sie, Frau Hofert, geschrieben haben, dass die BWL’er die neuen Sachbearbeiter sind. Das stimmt. Jedoch nicht für mich als Migrant zweiten Grades. Tolle Bezeichnung für einen Menschen. Zuerst waren wir „Gast“arbeiter. Nach Jahrzehnten wurden wir Ausländer geschimpft, als klar war die gehen nie mehr zurück. Wiederum nach Jahrzehnten wurden wir Migranten genannt bzw. Menschen mit Migrationshintergrund. Die Gesellschaft entwickelt sich. Für mich entwickelt sich die Gesellschaft zu langsam. Nehmen wir die großen Los Angeles Riots in den USA, aktuell in Baltimore. Wann lernen wir Menschen das Herkunft, Ethnie, Alter, Geschlecht ABSOLUT irrelevant sind. Wann lernen wir in DEUTSCHLAND, dass Ausgrenzung egal wie geartet, zu Ausgrenzung führt und zur Verzweiflung. Was ist los mit Euch Menschen? Wo bleibt die Entwicklung in den Köpfen? Beispielsweise als Leonardo Fibonacci die arabische Ziffer Null nach Europa brachte, wollte der Papst ihn dafür hängen. Egal wie man es nennt. Die Zwickmühle beginnt bei jedem im Kopf.

  10. […] so sind viele klassische BWL-er-Berufe bedroht. Karriereexpertin Svenja Hofert verweist in einem Blogartikel auf das Berufsberechnungsprogramm der Süddeutschen Zeitung. Es berechnet die Wahrscheinlichkeit, […]

  11. […] Akademiker, die eigentlich keine sind und Bachelors, die nichts taugen – “Viele führt das Studium in eine falsche Erwartungshaltung. Sie sind keine Akademiker im Kopf, sondern nur einem Ruf gefolgt. Sie wollen im Grunde praktisch arbeiten, nicht am Computer. Sie haben nicht den Drang, ihren Kopf immer und immer wieder Anregung zu bieten. Sie denken nicht analytisch, sind nicht konzeptionell, interessieren sich auch nicht für Strategie. Schon gar nicht steuert sie intrinsische Motivation an irgendetwas, das wirtschaftlich relevant wäre.” […]

  12. Lisa Krohlow 3. Juli 2015 at 19:33 - Antwort

    Ich wollte mich eigentlich nur für diesen Beitrag bedanken, der mir gerade mehr als den Atem raubt. Wie kann es sein, dass dieses Schubladen-Denken hier auch noch unkommentiert abgenickt wird? Ich kann meine Wut darüber kaum in Worte fassen… Sie schreiben davon, dass man sich nicht aus rein wirtschaftlichen Gründen für das Aneignen (oder Reinprügeln) von Kenntnissen für einen schön klingenden Titel entscheiden soll, sondern allein dafür den Durst nach Wissen zu stillen. Aber genau diesen Menschen, die leidenschaftlich ihren Wissenserwerb als Ihre selbstgewählte Passion betreiben, stellen Sie sich in den Weg. Warum? Weil die Menschen sich nicht für den staubigen Hörsaal, sondern für andere Wege entschieden haben? Ich bin Handelsfachwirt (ja, ein Bachelor), aber das ist erst der Anfang. Durch diese berufsbegleitende Weiterbildung kam ich zum ersten Mal mit den minimalen Grundlagen des Personalwesens in Berührung. Noch während der Weiterbildung und dem Job verbrachte ich jede freie Minute damit autodidaktisch Fachwissen aufzusaugen und verlagerte kurz darauf meinen Arbeitsplatz in die Personalabteilung. Nicht um Geld zu verdienen, sondern um zu lernen und meine Leidenschaft zu leben. Als ich an die Grenzen der Wissensvermittlung an meinem Arbeitsplatz stoß. Begann ich die nächste Bachelor-Weiterbildung zur Personalfachkauffrau. In der gesamten beschriebenen Zeit und auch heute noch besteht jede Sekunde des Tages aus Vertiefung und Erweiterung meiner Kenntnisse. Ja, ich verdiene nebenbei Geld mit dieser Leidenschaft und ich stoße bei meiner Entfaltung durch Organigramme und Strukturen an Grenzen. Aber durch Erweiterungen im Tätigkeitsfeld und durch Hartnäckigkeit komme ich an meine Erfahrungen… und wenn wiederum die Grenzen erreicht sind werde ich wohl den Master machen. Und nun stellt sich jemand hin und packt alle ach so geldgeile und beschränkte Bachelor-Absolventen in nen großen Topf, rührt noch eine Menge fehlende soziale Kompetenz mit unter und serviert es mit einem lauten Aufschrei: „Was bilden die sich ein?“. Das mag durchaus vermehrt zutreffen, aber diese Pauschalisierung kenne ich sonst nur vom Springer Verlag. Es wird die Automatisierung des Bewerber-Verfahrens (zu Recht) verteufelt, aber was würde denn mit meiner Bewerbung bei einem Befürworter dieser Thesen geschehen. Da würde eine leidenschaftliche Bewerberin für jeden beliebigen Platz im Personalwesen ohne einen Hauch der Chance abgeschmettert, weil mein Lebenslauf einen roten Faden hat, 2 Bachelor-Weiterbildungen drin stehen und dann auch noch ohne Festlegung auf eine spezielle Richtung daherkommt? Das ist binärer als jede Bewerber-Software. Ich weiß, dass ich das Thema zu persönlich nehme, aber das mag der Tatsache geschuldet sein, das jeder Personaler der Ihren Beitrag nickend gelesen hat, wohl keine Ambitionen hat, sich dieses beschriebene Insekt Bachelor näher anzusehen… Und dann sehe ich mich schon in dem verstaubten Hörsaal sitzen, übervoll von Theorie, doch ohne das Herz der unerschöpflichen HR-Welt: dem Personal.

    • Svenja Hofert 6. Juli 2015 at 10:24 - Antwort

      Hallo Frau K, ich verstehe leider überhaupt nicht, was Sie mit dem Beitrag ausdrücken oder sagen wollen, außer dass Sie ihn in der Tradition der Springer-Presse sehen. Tut mir leid, deshalb kann ich es auch nicht kommentieren. Sorry und herzliche Grüße Svenja Hofert

  13. […]  Akademiker, die eigentlich keine sind […]

  14. anonyme Student 14. August 2015 at 12:48 - Antwort

    Eines der besten Artikeln, die ich je von Ihnen gelesen habe. Ich studiere im Bachelor Wirtschaftsingenieurwesen und habe zuvor eine dreijährige Berufsausbildung absolviert. Zugegeben bin ich viel älter als die anderen Studenten. Viele fangen mit 18 Jahren das Studieren an und sind sehr unreif, können kaum alleine Entscheidungen treffen und müssen ständig nach Rat suchen. Welcher Fächer belege ich? Wo gibt es die besten Noten und und. Ständig geht es um Noten?? Man belegt nix was keine Noten bringt!! Es müssen Fächer sein, wo man auch eine 1,0 schafft sonst kommt das gar nicht in Frage. Viele sind nicht mal teamfähig und können nicht analytisch denken. Sind im Kopf sehr kindisch und können kaum für Ihr handeln die Verantwortung tragen. Das merken auch die Professoren, wo Studenten ständig fragen ob der Besuch von der Vorlesung verpflichtend ist. Ja, Studium ist heute eher die Fortstezung von Schule, aber überhaupt nicht einfach, da man heute schon 500 Seiten auswendig lernen muss. Wer es nicht packt oder querdenkt hat schon verloren. Bitte Wort für Wort und „Skriptgetreu“ dieses unsinnige Wort stammt von einem Marketing Lehrstuhl – wiedergeben. Wer es anders hinschreibt, bekommt null punkte.

  15. Ich Heiße 22. August 2015 at 16:21 - Antwort

    Hallo Frau Hofert,

    ich bin gerade „akut“ auf Jobsuche und möchte mir nach anderthalb erfolglosen Jahren jetzt nicht die leise aufkeimenden Chancen verderben. Daher schreibe ich anonym, was sonst eigentlich nicht meine Art ist.

    Da ich (noch) an einer Uni tätig bin (möchte diese unselige Begristungspraxis – ausführliche Schilderungen anderswo – aber endlich verlassen), kann ich nur bestätigen, was Markus erlebt und was andere aus wieder anderen Perspektiven kritisieren:
    Das Studium trägt kaum noch zur Persönlichkeitsbildung bei. Das liegt auch an der Verschuung, Anwesenheitspflicht, Sammeln von Leistungspunkten (Stichwort: Bologna). Es hat seine Ursache aber mMn in erster Linie darin, dass die propagierte „Akademisierung der Arbeitswelt“ zusammen mit der nun vergleichsweise kurzen Studiendauer und den mundgerecht verpackten Lernmodulen auch Menschen an die Uni zieht, die dort nicht gut aufgehoben sind, und die aus verschiedenen Gründen mit „Bildung“ nichts anzufangen wissen. Klassischen Ursachenzuschreibungen pflichte ich hier nicht bei: Ich komme selbst aus einem nicht-akademischen Elternhaus und war (dennoch) intrinsisch motiviert und brauchte auch weder fachlich noch methodisch jemanden, der mich an die Hand nimmt. Eben klassisch „durchgeboxt“ oder auch mal gemeinsame Sache mit Kommilitonen…
    Selbstkritisch muss ich aber wohl
    im Rückblick sagen: persönlich und karrieretechnisch hätte ich eine_n Mentor_in wohl dringend nötig gehabt. Denn irgendwie „flutscht“ es nicht bei mir.
    Ich habe einen „Dr.“ in einem anwendungsbezogenen Bereich (wenn auch „Dr. phil.“), verfüge über Auslandseefahrung, Sprachkenntnisse, arbeite in Kooperationsprojekten mit der Industrie und kümmere mich intern um die IT.
    Letzteres – angeblich ein Feld mit Arbeitskräftemangel – wäre auch meine Wunschbranche. Ich weiß, dass mir einige (weil sehr teure!) „Zertifizierungen“ fehlen. Aber glaube niemand, so ein AG, bei dem man sich beworben hat, ruft mal an und fragt: „Können Sie sich vorstellen, Zertifikat A und B in der Probezeit nachzuholen und dafür zunächst mit einem geringeren Gehalt einzusteigen?“ Da sucht man lieber jahrelang die bereits fertige eierlegende Wollmilchsau, lässt sich Aufträge und Folgeaufträge entgehen, statt eine motivierte, qualifizierte, lernbereite Kraft weiterzubilden!

    Bin gespannt, was Sie dazu sagen Frau Hofert!

    An alle anderen: viel Erfolg dort, wo Sie gerade stehen.

    Beste Grüße

    • Volker 29. August 2015 at 13:47 - Antwort

      Das ist ja gerade das Dilemma, dass der Begriff Studium, der im Ursprung ausschließlich mal etwas mit Persönlichkeitsentfaltung, Forschung und Entdeckung zu tun hatte, heute im Zuge der Amerikanisierung per Bachelor und Master zur erweiterten Berufsschule oder ersatzweisen Berufsausbildung benutzt wird. Mich wundert es nicht, denn wenn man heute in Stellenanzeigen liest, dann sucht die Wirtschaft, die früher einen Außendienstler gesucht hätte, heute einen Outdoor-Salesmanager. Mir verdrehen da manchmal die Augen, wie die Wirtschaft mit simplen Stellenangeboten rum protzt…….
      Und genau wie Sie, würde ich mir wünschen, dass die Politik Lohnzuzahlungen für eine Eingliederung zur Anpassung fehlender Kenntnisse bereit stellt, damit man überhaupt eine Chance bekommt, dem firmenspezifischen 100%-Anforderungsprofil der Wirtschaft gerecht zu werden.

  16. Volker 28. August 2015 at 17:06 - Antwort

    Daumen hoch Frau Hofert,
    endlich mal jemand, die diesen „Intelligenz hauptsache Akademiker“-Wahnsinn durchschaut und auch den Wert Älterer mit klassischer Berufsausbildung und entsprechender Praxis-Erfahrung erkennt.
    Praxiserfahrene Quereinsteiger eine Chance geben und sich mal zeigen lassen, was sie draufhaben, das könnte sich besser rentieren, als immer nur auf junge, unerfahrene Bachelors zu setzen.
    Wenn die Personaler alle so wie Sie denken würden, dann hätte ich mit meinen 2 Berufsausbildungen und 9 Jahre vollhaftender Selbstständigkeit mit unverschuldetem Absturz infolge Geschäftsaufgabe der Stammkundschaft in der Wirtschaft längst wieder eine Anstellung als Arbeitnehmer. Doch mit meinen 43 Jahren passe ich Personalern offensichtlich nicht in das Raster eines vollbelastbaren jungen Bachelors, der gerade erst die private Fachhochschule absolviert hat. Ich habe sogar schon in persönlichen Gesprächen versucht, dies Politiker zu erklären, doch die scheinen es nicht zu verstehen.

  17. Trajan 11. Dezember 2015 at 17:54 - Antwort

    Auch ich kann nichts positives über die Zeit nach der Uni schreiben! Es wird einem unmöglich gemacht eine fachgerechte Arbeit zu finden, da zu sehr auf Qualifikation geachtet wird. Was soll das? Eine Chance und eine zweite hat man verdient. Immer nur lese ich von Anforderungen in den Stellenangeboten, die ja weltfremd sind und daran geht die Bewerbung zugrunde! Ich finde das nicht richtig. Warum stellt man nicht um und nimmt den Bewerber ernst, um ihn einzuarbeiten? Das ist nicht schwer und gibt ihm endlich eine Chance sein Studium praktisch anzuwenden.

    Wo ist der Wert des Akademikers? Ist der schon nicht mal mehr wert, dass er eine Arbeit hat? Die Refom aus B. hat mich auch nicht beigeistert. Ich finde das schlimm und ungerecht. Stattdessen in Kursen seine Qualifikationen verbessern, die ja nun auch nicht geschenkt und auf Wunsch da sind. Da ist es auch nicht mal so einfach das passende dabei zu finden.

    Mit diesen Schwierigkeiten sehe ich keinen Sinn mehr warum ich studiert habe. Es gibt anscheinend gar keinen Bedarf mehr an Menschen mit Bildung, die auch einen Mehrwert schaffen können. Damit wird doch der Sinn eines Akademikers abgeschafft. Was soll er tun und in Aushilfsjobs sich glücklich fühlen? Dafür hat er nicht studiert! Wo ist die Wertschätzung und warum gibt dir niemand eine Chance?

    Recht auf angemessene Arbeit habe ich. Wie will man Akademiker in ein soziales Abseits stellen? Das ist doch absurd und unverschämt.

    Meine Wortwahl ist stellenweise direkt, aber das musste mal gesagt werden.

  18. Marie Malte 14. März 2016 at 09:48 - Antwort

    Frau Hofert trifft es auf den Punkt. Wie oft höre ich von Studenten, die studieren, weil es ja für die Zukunft ganz wichtig sei und man das machen müsse. Abitur allein zähle ja nichts. Diese jungen Menschen wisse selbst gar nicht, warum sie das machen und die Motivation wird dementsprechend sein. Bei der Job Suche später wird es auch nicht hilfreich sein, wenn man vorher etwas studiert hat, was man gar nicht so wirklich machen wollte.

  19. Chris 2. November 2016 at 16:18 - Antwort

    Meine Kommilitoninnen, die nebenbei in der JUNGEN UNION sind haben alle komischerweise den BACHELOR gemacht und das auch in fächern wie Philosophie und Germanistik und haben danach sofort einen guten job bekommen VITAMIN B sei dank

  20. Florian Leidner 8. Dezember 2016 at 22:03 - Antwort

    Wow, so viele schlaue Posts hier… Schade nur, daß gerade in Ingenieurberufen die Ingenieure den Bau Bau verkomplizieren, weil Ausschreibungen von Dipl. Ing. gemacht werden, die keinerlei Taug haben und seltsam, daß es eagal ob Bachelor oder Master, Dipl. Ing. oder oder weiß der Teufel,… im Endeffekt nur die Wenigsten eine Ausschreibung hinbekommen, die annähernd den Tatsächlichkeiten entsprechen. Frau Wirtschaftsberaterin,… bitte tun sie doch der arbeitenden Bevölkerung einen Gefallen und führen sie nicht weiter den Irrglauben an den vermeintlichen Intellekt der Menschen vor der effektiven Fähigkeit der praktischen Handarbeit. Ein studierter Kopf nutzt gerade im Ingenieurbereich keinem, wenn der schlaue Kopf kein Bild waagegerecht aufhängen kann.

  21. Ansgar Ebermann 1. Februar 2017 at 12:01 - Antwort

    Ein sehr interessanter Artikel, der viele zutreffende Feststellungen beinhaltet.

    Bezüglich eines Punktes möchte ich mich jedoch nicht anschließen:

    „Und schauen Sie mal in das Berufsberechnungsprogramm der Süddeutschen Zeitung „wie wahrscheinlich ist es, dass mein Job durch einen Computer ersetzt wird“: Für den Reiseverkehrskaufmann berechnet es, mit einer Wahrscheinlichkeit von 61%, dass der Job ersetzt werden wird. Bei Buchhaltern und Wirtschaftsprüfern sind es übrigens 91% (!), beim Steuerberater 99%. Alles BWL-Heimatfelder.“

    Diese scheinbar so einfache wie griffige „Berechnung der Wahrscheinlichkeit“ sollte mE nicht ungeprüft übernommen werden, auch wenn diese u.a. aus SZ kommt. Denn jedenfalls im Hinblick auf die letztgenannten Berufe (WP und StB) ist dies mE nur sehr eingeschränkt zutreffend. Beide Berufe sehen -und dies wird Ihnen jeder in diesem Berufsfeld Tätige auch bestätigen- häufig die Beratung von Mandanten zu sich permanent ändernden gesetzlichen Vorschriften vor; im Falle des StB sei hier beispielhaft die Beratung eines Mandanten zu einer komplexen Gesetzesänderung im KStG/GewStG genannt, welche weder bisher in der Rechtsprechung behandelt wurde, noch im Schrifttum besprochen wurde. Eine solche Beratung kann auch insbesondere (und erst recht) kein „Computerprogramm“ übernehmen. Ein Teil der Buchhaltungstätigkeiten wird – dies ist zutreffend- von solchen Computerprogrammen übernommen werden können; dies ist jedoch weder eine „neue Erscheinung“, noch ersetzt dies die Kontrolle durch eine natürliche Person, die die gesetzlichen Grundlagen selbst versteht.

    Daher ist die These, dass diese Berufe zu über 90 Prozent „von Computerprogrammen ersetzt werden“ scheinbar so einleuchtend, aber eben auch nur sehr bedingt zutreffend. Ferner sollte mE bei derartigen Studien nicht vergessen werden, dass solche „Berufsforscher“ die tatsächlichen Berufsfelder, die dort untersucht werden, nur bedingt kennen können.

    Viele Grüße

  22. Daniel 8. Februar 2017 at 20:36 - Antwort

    Hallo,
    auch ich finde den Artikel sehr interessant.
    Ich finde auch, dass man im späteren Alter auch die Weiterbildung fördern sollte. Ich bin auch in einem Ingenieurbüro für Elektroplanung angestellt mit dem Titel Staatlich geprüfter Techniker, also kein Ing. oder Bachelor, Master. Auch wir haben junge Master Absolventen eingestellt, die zuvor bei uns nebenbei gejobt oder ihre Praktikas, Masterarbeit geschrieben haben. Aus Erfahrung kann ich sagen, die Mitarbeiter die frisch von der Schule kommen brauchen 2-3 Jahre bis man sie alleine auf eine Baustelle vor Ort schicken kann.
    Auch bin ich der einzige mit meinen 45 Jahren, der gerne, Themenbereich, die zu meiner Planung gehören, zu Weiterbildungen geht. Leider werden solche Weiterbildungen nicht vom Staat gefördert, so das die Firma oder der Mitarbeiter diese zahlen muss.
    Auch finde ich den Absatz „Akademiker auf dem Papier, aber nicht im Kopf“ sehr gut. Leider ist es in Deutschland noch so, dass es sehr wenige Chefs gibt, die einen entsprechend dafür Zahlen was man kann, statt auf den akadimischen Grad zu schauen. Auch bei höheren Weiterbildungs Qualifikationen wird man wieder herab gedrückt, weil man kein akademischen Grad hat, trotz des Wissens. Hierbei kann ich auch gut aus Erfahrung sprechen, da ich gerne die Qualifikation Sachverständiger für Elektroanlagen erlangen wollte, mit mehr als 10 Jahren Erfahrung in diesem Bereich. Voraussetzung war leider ein Abschluss mit Studium.
    Ich appelliere an alle, die das lesen, seit im späteren Arbeitsleben nicht träge, macht was draus.

  23. Torben 25. Februar 2017 at 03:46 - Antwort

    Es ist fatal, wenn die Politik behauptet wir brauchen mehr Bildung und studierende und Absolventen

    das ist sogar ganz schlimm und führt dazu, dass sogar für einfache Sacharbeiterstellen Personen mit einem Master genommen werden.
    Wohin soll das denn bitte führen?

    sind vergeudete Ressourcen

  24. C.Neef 9. März 2017 at 00:08 - Antwort

    Hallo Frau Hofert,
    vielen Dank für Ihren tollen Blog, den ich erst vor Kurzem entdeckt habe. Viele sehr gute Analysen, den ich zustimmen kann.
    Ich fürchte, dass die berechtigte Frage nach der Qualität (nach welchen Kriterien) der Akademiker gar nicht das wichtigste ist, sondern wir tendenziell dahin kommen, dass es nur noch Jobs für Mechatroniker und Softwareingenieure gibt oder ähnliches (die die Computer und Roboter programmieren und warten). Die Digitalisierung der Berufe ist das eigentliche Problem, bei der vormals unterschiedliche Anforderungen an Intellekt, Motorik und handwerlichem Können darauf reduziert wurden, unterschiedliche Softwarepakete zu „beklicken“, sei es nun im Büro, als Konstrukteur, als Mediengestalter oder als Komponist. Die beruflichen Erlebniswelt verarmt zusehends. Alle sitzen vor dem Monitor, nur die Software ist eine andere. Eine traurige Entwicklung. Es geht langfristig nicht so sehr um die Frage ob Akademiker, Bachelor oder sonst was, sondern ob wir MINT-Menschen durch ihre wirtschaftliche Relevanz eine gesellschaftliche Wertigkeit zubilligen, die wir den Kreativen, Sensitiven und Vielseitigen verwähren. Es sind Wertausrichtungen in Richtung martkonforme Demokratie. Wobei Konformität der größte Gegensatz zu den Kreativen ist. Wenn sich alles rechnen muss, wird „ausprobieren“ unbezahlbar. Ein Manko aller auf Effizient und Leistung optimierten Systeme. Wir sind aber Menschen und sollten unsere Bedürfnisse in den Mittelpunkt stehen, egal wie effinzient die Maschinen sind.

  25. Felix S 21. Juli 2017 at 18:18 - Antwort

    Für mich geht Ihre Analyse größtenteils an der Realität vorbei. Zum Einen boten die grundsätzlichen Einstiegschancen auf dem Arbeirsmarkr zu Ihrer Zeit deutlich mehr Motivation als heutzutage. Aktuell müssen sich Studenten selbst bei Praktika in Unternehmen durch mehrstufige Assessment-Prozesse kämpfen, die vergleichbar sind mit Einstellungs Modalitäten für obere Führungspositionen vor zehn Jahren. Viele Studenten absolvieren bespielsweise heutzutage ein duales Bachelor Studium im Bereich der BWL. Das heißt 3 Monate Lehrphase an der FH, 3-6 Monate Praxisphase usw. Die Lehrinhalte werden keinesfalls gekürzt sondern auf 3 Monate komprimiert, nebenbei muss man sich für die nächste Praxisphase bewerben und schon anfangen für Klausuren zu lernen. Das ist nicht zu vergleichen mit einem romantischen 13-Semester-Studium. Daher finde ich es etwas eindimensional sich selber und die eigene Generation für das ach so große Interesse an der Materie und das Talent zur Selbstorganisation zu loben, während heute Studenten den gleichen Stoff in sechs (halben!) Semestern erlernen müssen und am oben beschriebenen Modell gleichzeitig arbeiten gehen und Bewerbungsverfahren bestehen müssen. Dazu gehört eine ordentliche Portion Interesse, Selbstorganisation und Fleiß. Sich mehr Zeit für ein Studium zu lassen ist doch gar nicht drin, weil jedes Unternehmen die eierlegende Wollmilchsau sucht, die mit 24 einen Abschluss von 1,x vorweist, Auslandseefahrung hat, 17 Sprachen spricht und am besten schon 5 Jahre Berufserfahrung mit bringt. Fakt ist: Heutige Studenten haben DEUTLICH höhere Anforderungen und mehr Druck als Studenten vor 10 oder 20 Jahren. Umso frustrierender ist es, wenn man sich einer Generation von Weltmeistern gegenübersieht, die sich selbst – nostalgisch vollkommen verklärt – beweihräuchert und Lobeshymnen auf die alten Zeiten singt und der neuen Generation Kompetenz, Interesse etc. abspricht. Seien Sie alle froh, dass Sie die Plätze nicht täuschen müssen. Ich garantiere Ihnen, vielen von Ihnen wäre die Bilderbuchkarriere zu heutigen Bedingungen nicht passiert 😉 Beste Grüße

    • Svenja Hofert 23. Juli 2017 at 16:40 - Antwort

      Hallo Felix, Sie haben sicher recht, dass ich das aus meiner Perspektive nicht mehr beurteilen kann und möglicherweise Aspekte nicht sehe. Der Artikel ist auch schon etwas älter. Ich glaube ich würde ihn heute etwas anders schreiben. Ich sehe mehr Unterschiede, ja nach Uni und Hintergrund. Das war früher einheitlicher. Danke auf jeden Fall fürs Feedback! Svenja Hofert 24.07.2017

  26. Anna 31. August 2017 at 18:11 - Antwort

    Ich habe als alleinerziehende Mutter das Abitur nachgeholt, weil ich mich nach der Familiengründung stark für Psychologie interessiert habe.
    Mittlerweile stehe ich vor meinem Bachelorabschluss Psychologie , den ich nur mit 2,4 mache, da ich in den ersten Semestern immer mit Büchern lernte. Ich habe Skripte entworfen, Studien und Bücher gelesen.
    Die Noten mittelmäßig.
    Die wurden erst besser, als ich verstanden habe, dass Auswendiglernen von Folien gefragt ist- die besten Auswendiglerner haben Einsen geschrieben.
    Die Lust und das Interesse an der Psychologe ist nach dem Studium fast bei Null.
    Ohne Masterplatz darf ich mich nun noch fragen, ob ich anstelle eines Studienkredites nicht vielleicht doch besser Hartz 4 beantragt hätte statt jahrelang zu lernen?
    Und da wird von einem Mangel an Psychotherapeuten gesprochen?
    Absolute Katastrophe.

  27. Sven 3. Februar 2018 at 13:20 - Antwort

    Zufällig bin ich auf den Artikel gestoßen und auch wenn er schon älter ist kann ich mir nicht verkneifen meine Meinung dazu zu schreiben.

    Ich stimme zu, dass heute viele junge Menschen studieren, obwohl es eigentlich nicht wirklich zu Ihnen passt. Leider bleibt Ihnen aber auch gar nichts anderes übrig, da selbst anspruchslose Jobs ein Studium erfordern, obwohl es wirklich nicht notwendig wäre. Das führt allerdings auch dazu, dass es schwer ist für, diejenigen die aus Interesse studiert haben, einen entsprechenden fordernden Job in der Vielzahl der Jobs zu finden.

    Wo ich geteilter Meinung bin ist die Bologna reform, denn eigentlich tut Sie genau das, was Sie soll. Sie schafft eine berufliche Ausbildung an den Universitäten für die Arbeitgeber. Auf der einen Seite hätte ich als Masterabsolvent natürlich viel lieber das Diplom gemacht, weil es mehr Freiheit und mehr Zeit bedeutet. In den MINT Fächern sind die Inhalte vom Bachelor und Diplom fast identisch und der Bachelor ist von der Hardskills für die meisten Jobs schon überqualifiziert. Leider fehlt es durch die Verschuldung an Softskills, deshalb auch der Eindruck, dass Bachelors nichts können. Aber hier muss man vorsichtig sein, denn wenn der Bachelor nach 6-7 Semestern fertig ist und nicht nach 10+ Semestern, kann man das nicht einfach vergleichen. Ich würde mal sagen in den 4 Semestern, die der Bachelor im Job verbringt überholt er den Diplomer in der Hinsicht. Nur was leider verloren geht ist alles, was keinen direkten für den Arbeitgeber hat, Lebenserfahrung z.B.. Aber für Lebenslaufoptimierer und deren HR Gegenseite ist sowas ja auch gar nicht relevant.

    Tja so einerseits sind die Lobeshymnen auf das Diplom schön und gut, aber wenn es dafür sorgt, dass sich Bachelor ständig anhören dürfen, dass der Bachelor ja gar kein richtiger Abschluss sei, ignoriert man die Leistung, die dafür notwendig war. Tatsächlich ist es eher so, dass der Bachelor fachlich anspruchsvoller ist als ein Diplom, mehr Stoff in weniger Zeit. Ich weiß nicht wie es früher war, derzeit ist es tatsächlich so, dass viele Studenten nicht aus Interesse an Inhalten studieren und auch gar nicht wirklich studieren, sondern nur ECTS abarbeiten, aber ehrlich gesagt, glaube ich das war früher auch nicht anders.

  28. Ne Ingenieur 15. Juni 2018 at 20:31 - Antwort

    Sehr geehrte Leser,
    ich finde nicht so gut, dass es für Uni Maschinenbauabsolventen jahrelang nur wenig Bedarf gab.
    Zum Glück ist seit 2014 nicht mehr so viel von Ingenieurmangel die Rede. Das war eine schwere Zeit.
    Die Studenten nehmen ihr Studium heute oft ernster als wir (oder ich) früher (im Vordiplom jedenfalls). Infolge der schlechten Nachfrage macht mir das (dass ich im Vordiplom nicht zügig genug studierte) mutmaßlich immer noch Probleme (nach über 16 Jahren seit dem Diplomabschluss).
    Jetzt wechsele ich ins Lehrerfach, und da scheint vieles noch beim Alten zu sein. Gescheites geht eben langsam. Damit meine ich, in die Welt der Schule „einzubrechen“ ist nochmal ein jahrelanger Kraftakt- aber dabei lasse ich mir etwas Zeit. Zum Glück habe ich Unterstützer, denn ich wohne in keiner Technikgegend, und bei Hartz IV ist das Problem die regional bedingte Willkür der Behörden (nicht nur des Jobcenters selbst, wenn man mal krank werden oder auch nur Rat bei bestimmten Krankheiten einholen möchte. Man kann leicht Behandlungen erfahren, die lange dauern, aber gar nicht gewünscht sind- aber das ist wie gesagt ein regionales Problem). Schön, dass nicht mehr dauernd vom Ingenieurmangel geredet wird, das erschwert die Jobsuche nämlcih immer noch.
    Freundliche Grüße, Ne Ingenieur

  29. klaus 21. Juni 2018 at 19:58 - Antwort

    Die Kommentare sind ja schon zahlreich und da noch etwas hinzuzufügen, ohne Redundanz zu erzeugen, ist nahezu unmöglich. Meine Hochachtung für ihren gewagten, mutigen und ehrlichen Text, mit dem sie viel von sich selbst preis geben und sich sicher nicht sehr vieel Freunde bei ihrer potenziellen Kundenklientel in der Wirtschaft machen – es sei denn, sie haben es mit Führungskräften zu tun, die weder narzisstisch veranlagt sind noch den persönlichen Profit als oberstes Ziel auserkoren haben.

    Mein Lieblingssatz:
    „Ihnen gegenüber sitzen andere, viele, viele, die all das könnten, im stromlinienförmigen Bewerberauswahlprozess aufgrund ihres Alters und der bisherigen Erfahrungen nicht eingestellt werden. Die vielleicht als Selbstdenker auch nicht immer ganz einfach zu führen sind.“

    Genau vor diesem Problem stehen wir in diesem Land (nicht nur). Wir haben eine Vielzahl an hochqualifizierten Fachkräften – und da meine ich nicht nur die Akademiker, denn wir benötigen genauso die Menschen, die die Gedankenkonstrukte in die Praxis umsetzen – die sind aber nicht erwünscht, weil man sie für ihre Qualifikation bzw. ihr Können bezahlen muss und weil sie nicht bei jedem neuen Projekt wie erschrockene Pferde mit Scheuklappen in alle Himmelsrichtungen losrennen, was natürlich nach außen sehr viel Agilität zeigt, von der Effektivität her aber das sinnloseste Verhalten überhaupt ist. Ich kann mich da an ein Zitat meines Physikprofs erinnern, der mal nach einer Semsterklausur in einem Gespräch mit mir meinte, er könne nicht verstehen, weshalb die Studenten ihre Aufgabenblätter umdrehen, anschließend die Formelsammlung öffnen und sofort mit dem Rechnen beginnen, anstatt sich erst einmal mit der Aufgabenstellung auseinanderzusetzen. Ich konnte ihm die Antwort geben: der Zeitdruck. Das Hauptproblem unserer Gesellschaft, übrigens durch die BWL verursacht. Ich erinnere nur an den häufig bemühten Terminus TTM (Time to market), der im Übrigen zu einer Zunahme der Fehlerhäufigkeit /Fehlfunktion/Ausfallrate von Produkten führt. Ganz schlaue Unternehmen benutzen ihre Kunden als Versuchskaninchen für ihre halbausgegorenen Produkte. Glänzendes Beispiel hierfür sind unsere ach so innovativen Software-Firmen, deren Entwicklungen ständig irgendwelche Aktualisierungen erfordern. Ich freu mich immer, wenn es beispielsweise bei Microsoft immer heißt, das neue Betriebssystem sei so sicher wie keines zuvor und nach 2 (in Worten zwei) Wochen kommt dann schon die erste Exploit-Warnung. Hahaha.

    Zurück zum Thema. Für mich haben sehr viele Personaler/innen einen erheblichen Vater-/Mutterkomplex, denn woher soll die Voreingenommenheit gegenüber Mitarbeitern im fortgeschrittenen Alter kommen. Es gab einmal Zeiten, da hatte man vor diesen Menschen ob ihrer Erfahrung die höchste Achtung, das hat sich mit dem Jugendwahn und der von Kohl eingeläuteten „geistig-moralischen Wende“ komplett geändert. Aber auch der Erziehungsstil der angeblich modernen Eltern spielt eine gewichtige Rolle. Da wird die Zuständigkeit für pädagogische Interventionen auf den engen Kreis der Familie reduziert, die speziell in solch exponierten Kreisen die geringste Qualifikation besitzt.

    Ein anderes Thema ist die Bologna-Geschichte. Hier hat die Industrie ihren Kopf durchgesetzt. Natürlich profitieren auch die Hochschulen, deren Durchsatz sich wesentlich erhöht hat. Ich höre noch heute die Klagelieder der wirklich bemitleidenswerten Professoren, wenn sie die Zahl der zu betreuenden Studenten sahen. Da konnte so mancher der Versuchung nicht widerstehen, seine Vorlesung in einer maximal akademischen Sprache so unverständlich wie nur irgend möglich abzuhalten und die Prüfungsfragen anschließend mindestens ebenso verklausuliert zu präsentieren, stellenweise mit Fallen gespickt, die unter dem Druck der Prüfungssituation nur all zu leicht zu übersehen waren. Durchfallquoten von um die 80 % waren nicht selten und steigerten das Ego des Profs, anstatt ihn darüber nachzudenken zu lassen, was da wohl falsch läuft. Anschließend jammerte die Wirtschaft über den Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. Gut, dabei sollte man auch stets bedenken, dass an einer Universität eigentlich für die Forschung ausgebildet werden sollte, nicht für die Wirtschaft, da die Anforderungen dort ganz andere sind. Aber unser desolates Schulsystem ist ja ausreichend oft bemüht worden, und es wird so lange bestehen bleiben, so lange wir denen seine Beibehaltung überlassen, die davon profitieren. Unser Schulsystem setzt nur auf einen einzigen ganz bestimmten Lerntypus, jeder andere wid gnadenlos ausgesiebt. Das hilft natürlich auch, die Abgänger möglichst konform zur darauf folgenden Maschinerie zu machen.

    Die Nachfrage der Wirtschaft an den Universitäten führte letztlich aber auch zu der immer weiter auseinanderdriftenden Mentalität zwischen gewerblichen Angestellten und den Akademikern. Die einen sahen hinunter, die anderen hinauf, mit den bekannten Folgen. Aktuell kulminiert das gerade in den schon längst nicht mehr als maßvoll zu bezeichnenden Bezügen von Vorständen in der deutschen Wirtschaft. Eine vernünftige Relation zwischen Leistung (Arbeit/Zeit oder besser Ergebnis/Zeit) ist schon sehr lange nicht mehr gegeben. Und viele Menschen in den Führungsetagen sind eigentlich überfordert, weil sie so gar nicht den Blick für große Zusammenhänge besitzen. Wie sonst könnte es passieren, dass jetzt wieder Vorstände der Automobilkonzerne festgenommen werden, weil sie bewusst mit krimineller Täuschung gearbeitet haben? Wobei sie sicher nicht die einzigen sind.

    Was mich zu einem anderen Thema führt: Kapitalismus und Kommunismus (das, was Marx beschrieben hat). Beides ist eigentlich mit dem Menschen auf seinem aktuellen Entwicklungsniveau nicht möglich. Weder Kapitalismus noch Kommunismus sind per se schlecht, sie sind eben nur derzeit nicht umsetzbar, das hat die Geschichte bisher gezeigt. Beide Systeme dürfen/können nie ohne externe Steuerung/Regelung funktionieren, es bedarf stets eines regelnden Eingriffs, wie ihn etwa die soziale Markwirtschaft bot. Die These, der freie Markt würde sich selbst regulieren, ist eigentlich spätestens seit der Bankenkrise widerlegt, wird wurde nun durch den Dieselskandal erneut widerlegt (nur zwei Beispiele – es gibt derer unzählig viele). In einem entfesselten Markt versucht der Mensch zu manipulieren, wo er nur kann – und damit ist die Selbstregulierung ausgehebelt.

    Das führt wieder zurück auf das Problem der angeblich fehlenden qualifizierten Arbeitskräfte, denn Gewinn lässt sich nur maximieren, wenn williges, billiges Volk bekomme, das sich wie auch immer beweisen will, weil es mitunter über eine noch nicht ausgereifte Persönlichkeit verfügt, mit der es vielleicht den stellenweise unverschämten Forderungen Paroli bieten könnte. Andererseits funktioniert natürlich das Instrument Angst ausgezeichnet, damit lässt sich der Großteil der Menschheit gefügig machen, speziell wenn es um die Aufrechterhaltung der Lebensgrundlage geht.

    Jawohl, sie haben absolut Recht. Weder Bachelor noch Master können das bieten, was früher ein normales Studium ermöglichte – sich interdisziplinär zu informieren. Ich sehe das mittlerweile nicht mehr anders als bei den Hochleistungsmilcherzeugern. Da werden die Kühe auf maximales Ergebnis getrimmt, ein Leben als Kuh ist nicht mehr drin, weil sie keine Weiden mehr sieht und nach ein paar Jahren ihrer Schuldigkeit wird sie geschlachtet, weil ihr Körper einfach nicht mehr in der Lage ist, die Milchquote zu stemmen (klar, sie muss dafür ja jedes Mal ein Kalb austragen). Weshalb rennen heite so viele Menschen in den Burn out? Dabei ist es mir egal, ob das eine Modebezeichnung für eine besondere Form der Depression ist. Fakt ist, dass Menschen unter bestimmten Belastungen mit Depressionen reagieren, was bei Männern ganz anders aussieht als bei Frauen und deshalb oftmals nicht erkannt und in der Überhöhung noch als besonderer Leistungswille missverstanden wird.

    Mein Fazit: die Menschheit degeneriert sich selbst durch falsch verstandenen Kapitalismus, der einzig und allein durch psychoneurotische Persönlichkeitsdefizite und Narzissmus getrieben ist.

  30. Johannes Eichkorn 31. Juli 2018 at 04:58 - Antwort

    Vielen Dank für diesen Artikel wirklich gut.
    Ich frage mich schon länger warum meine Generation so unglaublich blind ist, dieses ‚System‘ nicht zu ändern. Es fehlt nicht am Wissen wie es besser geht. Wir alle könnten es besser!
    Meiner Einschätzung nach glaubt aber niemand ehrnsthaft daran. Vielleicht sind wir alle viel zu beschäftigt mit allem und nichts zugleich – um bloß nichts zu verpassen. Lebe koschtet.Spaß koschtet und der Bmw auch. Kein Risiko eingehen sonst sinken die geringen Chancen, noch mehr, sich mal einen leisten zukönnen.
    Es ist ein knallharter Konkurrenzkampf.
    Zu wenige Jobs ? Zu viele Menschen ?

    Es hängt so viel damit zusammen das wirklich niemend mehr durchblickt( hat und wird ). Kapitalismus + Digitalisierung + Mensch sein × Leben und Spaß ÷ durch Druck von innen und außen = häää

    Und wer mal ein wenig Sicherheit gefunden hat in diesem schwierigen Arbeitsmarkt will sie nicht loslassen und verteidigt sie. Sonst kann man den Yoga Kurs der dich vielleicht etwas von dem Stress befreit gar nicht mehr finanzieren.

    Wie es früher war weiß ich nicht aber hätte es gefeiert in der Uni rauchen zu können. War sicher alles etwas mehr wie ein gutes Dinner und heute ist das so Fast Food. Gut abgepacktes Auswendig gelerntes nachblabbern. Selbst denken Wiederstand und die Karriere ist vorbei ( gut evt. Hat mal einer Glück.)
    Das Problem ist kritisches Hinterfragen bringt nichts es lieber Konfliktscheu bleiben und mit mitte 40 dann in die Lebenskrise.

    Es wäre schön wenn sich etwas ändert doch ich befüchte es wird nich schlimmer bis es dann in der nächsten Generation den Knall gibt wie damals 68

  31. Thomas 12. Dezember 2018 at 10:24 - Antwort

    Hallo Frau Hofert,

    ich schätze Ihre Analysen normalerweise immer sehr doch leider ist dieser Beitrag für mich als Bashing gegen Bachelor-Absolventen zu sehen.
    In den USA und im UK habe ich Cousins und Cousinen, die auch nur einen Bachelor haben und danach direkt Karriere machen und keine Probleme haben, etwas zu finden. Dieses Prinzip ist dort sehr anerkannt und schon seit Jahren so. Da würde keiner auf die Idee kommen, denen vorzuwerfen, sie wären schlecht ausgebildet usw. Außerdem sollte es möglich sein mit einem Bachelor den Berufseinstieg zu schaffen. Die Bachelorstudiengänge sind prall gefüllt mit Stoff, Praktika und sonstigen schweren Aktivitäten. In BWL, Chemie und sogar in den Sozialwissenschaften gibt es Praktika und massig Statistik und Mathe-Kurse und Module. .

    • Svenja Hofert 12. Dezember 2018 at 12:39 - Antwort

      Hallo, natürlich muss man differenzieren. Die Qualität der Ausbildung unterscheidet sich sehr. Hinzu kommt ein unklares Bildungsverständnis. Akademiker sind eben nicht mehr Vor- und Neudenker, und das macht sich in den Ausbildungen bemerkbar. Vielleicht ist die Akzeptanz für Bachelors im Vergleich zum Zeitpunkt der Entstehung des Beitrags eher gestiegen – aber die Nachhaltigkeit der (Aus-)Bildung meiner Meinung nach nicht. Gleichzeitig steigt die Zahl der Promovierenden und Inhaber mehrerer Abschlüsse, was auch zeigt, dass sich die Wahrnehmung für die „Höhe“ von Bildungsabschlüssen verschiebt.

  32. Frank2 13. Dezember 2018 at 12:13 - Antwort

    Warum sollen Mathematik ist Statistik Kurse zu einem Berufseinstieg qualifizieren? Ich habe mit diesem ganzen Zeugs nie etwas real anfangen können. Ganz andere Dinge werden anschließend benötigt. Von den auswendig gelernten Folien ist das Allermeiste nach wenigen Monaten vergessen. Ich finde der Artikel ist aktueller denn je!

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