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Profil schärfen in 5 Schritten mit der Logikrätsel-Methode

Von | 2015-11-09T08:33:32+00:00 6. Oktober 2015|

magic-cube-378543_1280(1)Die meisten Profile, die ich sehe, sind überfrachtet.Was immer wieder auffällt: Es fehlt die Linie, Informationen sind entweder zu dicht oder zu breit gestreut. Manches wird nicht gesagt, was wichtig wäre. Und immer wieder merken wir: Was wirklich wesentlich für den Leser ist, ist den Profilinhabern meist gar nicht bewusst.

In der letzten Zeit mache ich öfter mal die Logikrätsel bei Spiegel Online und dabei ist mir aufgefallen, dass die Vorgehensweise bei Profilschärfung Analogien zum Lösen eines n Logikrätsels hat. Ich habe 5 Schritte ausgemacht, die auf dem Weg zur richtigen Profil-Lösung hilfreich sind.

Erster Schritt: Machen Sie sich ein Bild

Was ist relevant für den zu lösenden Fall? Diese Frage steht bei einem Logikrätsel zuerst auf dem Programm. Wenn Sie Ihr Profil vor sich haben, steht die gleiche Frage am Anfang: Was ist relevant für das Profil? Hier wie da lautet die Empfehlung: Lesen Sie sich erst einmal alles genau durch. Mindmaps unterstützen dabei. Sie können auch mit einer Begriffswolke arbeiten: Welche Begriffe nehmen Sie größer wahr, welche kleiner, weil sie relevanter sind? Schreiben Sie am Ende bis zu sieben Begriffe in unterschiedlicher Größe auf, die Ihre Expertise beschreiben.

Zweiter Schritt: Ordnen Sie Informationen

Was sind die Hauptinformationen auf erster Ebene? Was gehört zusammen? Hier erinnere ich an die Chunking-Hypothese, wonach das Kurzzeitgedächtnis nur 7+/-2 Informationen vertragen kann, gerne weniger. Diese 7+/-2 Informationen stellen Sie sich wie Überschriften vor. Sie sind ideal auf einer Übersichtsseite zu verankern. Beispiel: Die Hauptinformation ist „Experte für die Schnittstelle Finanz-IT-Prozesse im internationalen Bankenwesen“. Diese bekommt Unterinformationen, die die Hauptinformation detaillierter beschreiben. So erzielen Sie beim Leser eine ideale Merkfähigkeit.

Dritter Schritt: Sammeln Sie alles, was wichtig sein könnte

Nach dieser ersten Assoziationsübung ist es hilfreich, bei einem Logikrätsel noch einmal genauer hinzuschauen und den Text nach weiteren Hinweisen so durchforsten. Übertragen auf Ihr Profil heißt das: Sammeln Sie weitere Informationen, indem Sie ganz genau durchdenken, was Sie alles gemacht haben, beispielsweise im letzten Projekt. Schreiben Sie einmal alles auf, was Sie an Erfahrungen gesammelt haben, wie Sie gearbeitet haben und was Sie erreicht haben. Kürzen können (und sollten) Sie später.

Vierter Schritt: Verdichten Sie Informationen

Jetzt verdichten Sie diese Infos auf einer Übersichtsseite. So eine Übersichtsseite, beispielsweise mit dem Titel „auf einen Blick“ hat die schwierige Aufgabe, Ihre Bandbreite mit wenigen Worten und Begriffen so zu beschreiben, dass diese für den Leser – den Recruiter – interessant ist. Sie hat idealerweise mehrerer Rubriken und sagt alles aus: was Sie können, wozu man Sie einsetzen kann, was Sie von anderen unterscheidet.

Fünfter Schritt: Präsentieren Sie Ihre Lösung

Meist gibt es nicht nur einen Weg zur Lösung. Entscheidend ist es, Ihren zu begründen. Warum haben Sie es so und nicht so gemacht? Übertragen auf das Profil bedeutet das: Warum haben Sie es so und nicht anders aufbereitet? Fragen Sie sich, ob Ihr Gegenüber Ihre Lösung versteht. Kann er zum Beispiel mit Ihren Begriffen, Ihrem Wording etwas anfangen?

Fazit: Ein gutes Profil zeigt, wer Sie sind und was Sie können, ist aber hirngerecht aufbereitet. Ohne überflüssigen Ballast kann das Gegenüber Sie einordnen kann in den eigenen Kontext. Ein gutes Profil bringt Ihre Expertise weiterhin so auf den Punkt, dass diese von unterschiedlichen Leser verstanden wird: Recruitern genauso wie von Fachexperten. Für alle Beteiligten soll ein professioneller Eindruck entstehen.

Beispiele für gute Profile? Ich freue mich sehr, dass ich dem Projektmanager, IT-Experten und Vorstand des Deutschen Bundesverbandes Informationstechnologie für Selbständige (DBITS) e.V. Michael Grüne bei seiner Profiloptimierung beraten durfte. Das Ergebnis ist die Auszeichnung seines Gesamtauftritts durch die Zeitschrift IT Job Magazin und der Gesellschaft für Informatik (GI) e. V. als IT Freelancer des Jahres 2015. Glückwunsch, Michael!

PS: Für den DBITS e.V. haben wir besondere Angebote in Sachen Profilschärfung.

 

Ungefähr 35,4 Bücher geschrieben, einige Bestseller und Standardwerke, 5002 Kunden ist untertrieben, ein halbes Leben Coaching Beratung, Ausbildung nicht. Viele Menschen weitergebracht, Neues entwickelt. Analytisch, äußerst intuitiv, hohe Komplexitätsakzeptanz; bei aller Menschenliebe mit Blick fürs Unternehmerische, für Talente, Visionen, Strategien. Einige nennen mich visionär, querdenkerisch, andere pragmatisch und bodenständig. Am Ende gilt beides? Biografie | Unternehmen

Ein Kommentar

  1. Catharina 6. Oktober 2015 at 17:26 - Antwort

    Hallo Svenja,
    die Sportler duzen 😉

    Ich bin das erste mal durch Zufall auf deinen Blog gestoßen. Ich bin selbst Blogger und Coach – jedoch im Ernährung und Fitnessbereich. Passend wiederum: Für Menschen mit „Zeitmangel“. Dein Blog und deine Beiträge gefallen mir sehr gut, sie lesen sich hervorragend und ich kann sofort die nützlichen Punkte umsetzen. Vielen Dank. Ich werde hier noch weiter stöbern und freue mich auf deine zukünftigen Beiträge.

    Viele Grüße aus Berlin,
    Catharina

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